Saerbeck
Die mit der Bildung der Handlungsfelder begonnene Arbeitsstruktur in Arbeitskreisen unter sachbezogener Hinzu- ziehung externer Fachleute soll auch in der Umsetzung der Maßnahmen fortgesetzt werden. Die dezentrale Struktur sichert eine flexible Anpassung an die Bedürfnisse und Zielsetzungen der jeweiligen Projekte. Die Art und Anzahl der Mitglieder der Arbeitsgruppen orientiert sich an den Erfordernissen der einzelnen Projekte. Mit Blick auf die Umsetzung der einzelnen Projekte können heute bereits wichtige Akteure benannt werden, wobei die wesentlichen Protagonisten aus dem Schaubild ablesbar sind. Ein Großteil der Kooperationspartner hat durch Absichtserklärungen seine Mitarbeit bei der Umsetzung des IKKK zugesagt (23 Letters of Intend, s. Anlage 3). Da die Grundform der Zusammenarbeit eine Organisation von Arbeitsgruppen nach Projekten vorsieht, wird zur zielgerichteten Koordination und Integration der einzelnen Aktivitäten sowie zur Organisation des Kommunikati- onsflusses zwischen den einzelnen Akteuren eine zentrale Anlaufstelle in Form des „Klimakommune-Projekt- managements“ eingerichtet. Das Klimakommune-Management ist Teil des Energiemanagements Saerbeck plus und eng mit der Gemeinde Saerbeck verflochten (zu Details siehe Punkt 6.3). Mit Blick auf den Status der Etablierung der Projektorganisation sind bereits die Vorbereitungen zum Aufbau einer zentralen Projektsteuerung bei der Gemeinde Saerbeck angelaufen. Mit Blick auf die Umsetzung der ersten Pro- jekte (s.o.) hat die Etablierung der Arbeitsgruppen sowie des Netzwerkes der Akteure und Kooperationspartner in Form erster Treffen bereits stattgefunden. Hier kann bei Projektstart und Mittelzuweisung von einer zügigen Ar- beitsaufnahme ausgegangen werden. Das Gesamtorganigramm der Arbeitsstruktur kann zusammenfassend wie folgt skizziert werden: 41
6.2. Beirat Innerhalb der Organisationsstruktur übernimmt der Klima-Beirat eine wichtige Funktion. Seine Aufgabe ist es, • fachliche Beratung bei der Projektauswahl, der Mittelverwendung und der strategischen Weiterentwick- lung des Konzeptes zu geben, • die Projekt unter fachlichen Gesichtpunkten zu bewerten und Anregungen für die Umsetzung zu geben • die Kommunikation nach außen zu unterstützen. Die Zusammensetzung des Beirates orientiert sich dabei an den Erfordernissen der Projektumsetzung und ist ent- sprechend breit in Sachgebieten gestreut. Neben dem Blick von außen sind ebenfalls wichtige lokale und regionale Akteure zwecks Verankerung der Projekte vor Ort beteiligt. Mit Blick auf die Besetzung des Beirates können aus heuti- ger Sicht bereits folgende mögliche Vertreter benannt werden, wobei die Liste nicht abschließend ist: Mitglied Institution Kreis-, Regional-, N.N. MUNLV Landesebene Hr. Dr. Paziorek Regierungspräsident, Bezirksregierung Münster Hr. Kubendorff Kreis Steinfurt Hr. Ahlke Agenda 21 Büro Finanzen/Förderung/ Hr. Ishorst NRW Bank, Münster Controlling Hr. Münning Kreissparkasse Steinfurt Prof. Dr. Buxel FH Münster, Dienstleistungs- und Produktmarketing, Controlling Landwirtschaft/ Wirt- Hr. Bischoff Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt schaft Hr. Wöste Entsorgungsgesellschaft Steinfurt Hr. Dr. Kiepe Landwirtschaftskammer Hr. Prümers Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband Kreis Steinfurt Experten Prof. Dr. Kuhnke FH Osnabrück, Erneuerbare Energien N.N. Deutsche Bundesstiftung Umwelt Hr. Dr. Block Geschäftsführung Zentrum f. nachwachsende Rohstoffe Hr. Kösters Münsterland Touristik, angefragt Hr. Dr. Hendricks Leiter Museum für Naturkunde Münster, angefragt Hr. Neumann Freier Journalist (Fachpresse Energie) Zusätzlich, um eine hohe Transparenz der Arbeit in Saerbeck nach außen zu dokumentieren, soll in regelmäßigen Abständen in Saerbeck eine Klimakonferenz unter Federführung der Projektsteuerung und des Beirates stattfin- den, die die Aktivitäten der Arbeitsgruppen vorstellt und neue Anregungen für eine Weiterentwicklung der Projekt- struktur mittels Diskussion mit anderen Kommunen und Kompetenzträgern aufgreift und transportiert. 6.3. Klimakommune-Management Innerhalb der Organisationsstruktur übernimmt insbesondere auch die Projektsteuerung eine zentrale Funktion. Zu ihren Aufgaben gehören: • die Projektaktivitäten der einzelnen Handlungsfelder und Akteure zu moderieren, zu koordinieren und in eine konzeptionellen Gesamtschau zu integrieren, • den Entwicklungsfortschritt und die Zielerreichung der einzelnen Projekte zu dokumentieren, zu evaluieren und zu kontrollieren (z.B. mittels Erarbeitung und Pflege von Meilenstein-Maßnahmenplänen, Budgetplä- nen, Zeitplänen), • bei Bedarf die Budgets für die Projekte zu koordinieren sowie administrative Prozesse (bspw. Rechnungswesen/ Controlling) zu organisieren/unterstützen, • weitere Mittel für die Projektentwicklung einzuwerben (bspw. Einwerbung von Fördermitteln), • die Kommunikation des Gesamtprojektes nach außen zu gewährleisten (bspw. Organisation einer Klimakonferenz, Funktion als Ansprechpartner für Externe), 42
• die Sitzungen des Beirates zu organisieren sowie • Optimierungsansätze und neue Handlungsfelder aufzudecken sowie eine Anpassung der Aktivitäten im Zeitablauf zu erarbeiten. Die Projektsteuerung ist Teil des Klimakommune-Managements, kurz das Energiemanagement Saerbeck plus. Sie agiert unter Federführung der Gemeinde Saerbeck und unter Beteiligung weiterer wesentlicher Akteure (Kreis Steinfurt, SaerVE, u.a.). Hier werden zentral in einer Organisationsstruktur sämtliche relevanten Aktivitätsfelder des Klimaschutzkonzeptes personell, organisatorisch und funktional zusammengefasst. Neben der Projektsteue- rung des gesamten Umsetzungsprozesses betrifft dies: • die Integration der Energieberatung Saerbeck , plus die im Zuge der Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes schrittweise in Aufgaben, Funktionen und resultierendem Stunden- und Personalaufwand ausgebaut wird. Mit Errichtung der neuen Heizzentrale der Grundschule (Leitprojekt Saerbecker Einsichten) zieht die im Januar 2009 eingerichtete kommunale Energieberatung in diese Räumlichkeiten um und bildet dann die Energie-Leitstelle Saerbeck plus. Diese umfasst nach wie vor einen Beratungsaspekt sowie die fachliche Betreuung des Leitprojektes in der konkreten Umsetzung (Führungen, Informationen, Veranstaltungen etc.). Im dritten Schritt siedelt die Energie-Leitstelle auf das Gelände des Bioenergieparks um und bildet dort die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen des Klimaschutzkonzeptes der Gemeinde (Beratung, Information). • die enge Anbindung des Marketings, das ebenfalls in mehreren Schritten abhängig vom erforderlichen Umsetzungsaufwand ausgebaut wird. Die kommunale Pressestelle wird zur Informations- und Kontaktstelle und mittelfristig auf dem Gelände des Bioenergieparks als Energie- und Klimamarketing Saerbeck plus ein- gerichtet und an das Energiemanagement angegliedert, um hier Synergien zu nutzen. Dabei wird auf den im Zuge der Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes im Herbst 2008 eingerichteten Strukturen aufgebaut, die Pressearbeit intensiviert und gemäß den Projekten des Handlungsfeldes Marketing/Öffentlichkeitsarbeit aus- gebaut. • Ein drittes Element bildet die Projektsteuerung des Bioenergieparks, die für die zielgerichtete Umsetzung des Nutzungskonzeptes verantwortlich zeichnet. Das betrifft die Ansiedlung von Nutzern, die Herstellung und Unterhaltung der Flächen und Infrastruktur sowie weitere mit der konkreten Umsetzung erforderlichen Steue- rungs- und Koordinationsaufgaben. Mit dem Energiemanagement Saerbeckplus wird eine Dachorganisation geschaffen, die die unterschiedlichen Fa- cetten personell, organisatorisch und räumlich zusammenfasst. Dazu wird eigens Personal mit entsprechender Projektmanagementkompetenz und -erfahrung aufgebaut, welches neben den Akteuren der einzelnen Projekte eng mit dem Beirat und den dort vertretenen Experten für die Themen Klima, Bioenergie, Projektmanagement, Controlling usw. zusammen arbeitet, wodurch die zielgerichtete und reibungslose Projektumsetzung sicher ge- stellt werden soll. Aufgaben der Organisation, der Projektsteuerung und des Controllings werden durch externe Fachkompetenz der FH Münster abgedeckt, um das Management und Controlling der Prozesse zu begleiten und zu unterstützen (zu Details siehe Kapitel 8). Auch hier kann auf Erfahrungen aus der bisherigen Zusammenarbeit aufgebaut werden. 43
7 Kommunikation Die Kommunikationsstrategie baut auf der in der Erarbeitungsphase des IKKK erfolgreich aufgebauten Informati- ons-, Beteiligungs- und Marketingmaßnahmen auf. Das erworbene Know-How sowie das inzwischen weitgehend etablierte Image der Marke Saerbeck plus bilden die Grundlage der weiteren Arbeit. Ausgeklügelte Konzepte zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung werden allerdings Makulatur, ehrgeizige Ziele rücken in unerreichbare Ferne, wenn sie nicht auf breiter Basis getragen werden. Andere anstecken kann nur, wer selbst begeistert ist: Deshalb ist die Saerbeck plus-Kommunikationsstrategie im Wesentlichen auf zwei Ebenen angesiedelt, die eng miteinander verbunden sind. Saerbeckplus – wir sind dabei 7250 Ja-Stimmen zum Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept der Gemeinde Saerbeck sind zu gewinnen. Eine Grundlage der Kommunikationsstrategie stellt daher die umfassende, Prozess begleitende Information der Bürger (mit eingeschlossen Landwirtschaft, kleine und mittlere Unternehmen) dar, die den Weg der Gemeinde zur klimaneutralen Kommune transparent macht, eine hohe Identifikation erreicht und gleichzeitig Handlungsmöglichkeiten aufzeigt, mit Maßnahmen zur Energieeffizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energien Klima- schutz konkret vor Ort und sofort zu praktizieren. Dazu werden regelmäßig die ört- lichen Medien eingebunden und auch das Internet als Informationsplattform ge- nutzt. Wir setzen aber daneben insbesondere auf den persönlichen Kontakt (Saer- beckplus -Klimagespräche), niederschwellige Beratungsangebote (Saerbeckplus -Energieberatung und –Energie- stammtisch), denken Generationen übergreifend und nutzen die gewachsenen, örtlichen Kommunikationsstruktu- ren durch das Einbinden der Kirchengemeinden, Vereine, Verbände und Institutionen. Einzelne Aktionen (Ener- giesparlampenkampagne) und gute Beispiele „aus der Nachbarschaft“ wecken Begeisterung und machen neugie- rig auf „mehr“ (vgl. Handlungsfelder Bildung/Transfer/Bürgermitwirkung und Marketing/Öffentlichkeitsarbeit). Mit Saerbeckplus ist eine ganze Gemeinde auf dem Weg zur klimaneutralen Kommune – und dieses Bild, gilt es nach außen zu tragen. Saerbeckplus – wir stecken an Was in Saerbeck funktioniert, ist übertragbar auf andere Städte und Gemeinden. Saerbeck plus steht deshalb auch für die positive Ausstrahlung in den Kreis, die Region, überregional und über die Landesgrenzen hinaus. Die Ge- meinde soll wahrgenommen werden als innovative Kommune mit Modellcharakter, der es gelingt, mit zu- kunftsweisenden Konzepten Klimaschutz und Klimaanpassung erfolgreich zu praktizieren. Dazu werden wir die Internetplattform nutzen, in regionalen und überregionalen Printmedien präsent sein, die Fachpresse aufmerksam machen, punktuell Rundfunk und Fernsehen einschalten, über Messen, Ausstellungen und Fachtagungen persön- liche Kontakte knüpfen. Mit den „Saerbecker Einsichten“ und dem Energie-Erlebnis-Park (ab 2011 auf dem ehe- maligen Munitionsdepot) entwickeln sich Instrumente, die Neugier und Begeisterung für den zukunftsweisenden Einsatz erneuerbarer Energien (Energieerlebnispfad) verbinden mit Forschung und Wissenstransfer auf hohem Niveau (Wissenspark) und darauf zielen, auch und gerade Kinder und Jugendliche für die Themenbereiche Kli- 44
maschutz und Klimaanpassung zu interessieren. Mit einer breiten Palette verschiedenster Bildungsangebote mit fachlich, praktisch und erlebnispädagogischem Ansatz und entsprechenden Veröffentlichungen in den Fachjour- nalen sowie mit besonderen, öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen zeigt Saerbeckplus , dass aktives Handeln für den Klimaschutz lokal beginnt aber keine Grenzen kennt (Know-How Transfer). Stellvertretend für das in Saerbeck lokal verortete globale Denken im Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung steht der Beitritt der Ge- meinde zum Klimabündnis – ein Saerbeckplus -Punkt zur nationalen und internationalen Wahrnehmung. Die Fäden laufen zusammen in der Klima-Kontakt- und Marketingstelle als Teil eines ganzheitlichen Energie- managements Saerbeckplus , die sich als Kommunikationsdrehscheibe versteht. Sie ist Kontaktstelle für interes- sierte Bürger und Besucher sowie fürs Fachpublikum. Sie sorgt für Aufbau und Pflege lokaler, regionaler und überregionaler Kommunikationsstrukturen zur kontinuierlichen Außendarstellung, damit die Gemeinde Saerbeck im In- und Ausland erlebt wird als eine begeisterte und begeisternde Kommune, die im Jahr 2030 eine positive Energiebilanz vorweisen wird, und die zeigt, wie es modellhaft gelingen kann, mit vielen kleinen Schritten Großes zu bewirken. 8 Controlling Mit Blick auf den Controllingansatz zur Überprüfung des Projektfortschritts soll zum einen ein strategisches und zum anderen ein operatives Controlling etabliert werden. Das strategische Controlling übernimmt die Funktion, einen langfristigen und nachhaltigen Gesamt-Entwicklungsprozess der Gemeinde Saerbeck und dabei eine bestmögliche Er- reichung der klimapolitischen Ziele sicher zu stellen. Dazu wird in einem kontinuierlichen und rollierenden Prozess überprüft, • ob und welche Rahmenbedingungen (vor deren Hintergrund die Projekte geplant wurden) sich im Zeitablauf möglicherweise verändern, • ob darauf aufbauend die Ziele und Prioritäten bei den Projekten angepasst/ nachjustiert werden müssen, • ob und welche neuen Handlungsfelder im Zeitablauf in den Projektfokus mit aufgenommen werden sollten und können und • ob insgesamt die strategischen klimabezogenen Ziele erreicht werden. Grundlage des strategischen Controllings sind regelmäßige Treffen zwischen der Projektsteuerung (Energiema- nagement Saerbeckplus ) und den einzelnen Projektträgern, in die bei Interesse und nach Bedarf weitere Kompe- tenzträger und Interessenten eingebunden werden. Aufbauend auf einer Darstellung des Status quo der laufen- den Projekte (aufbereitet durch die Projektsteuerung) werden in Workshops und Diskussionsrunden die Prämis- sen der strategischen Planung überprüft und Anpassungs- und Entwicklungserfordernisse diskutiert sowie Hand- lungsempfehlungen für Saerbeck abgeleitet. Das operative Controlling übernimmt die klassische Funktion des Projektcontrollings inklusive der Überprüfung konkreter Ergebnisziele. Es wird so ausgestaltet werden, dass • einerseits im Sinne eines projektbezogenen Controllings die ablauforganisatorischen Fortschritte der Pro- jekte (Erreichung von Zeitzielen und Meilensteinen, Einhaltung der Budgets, ...) und 45
• anderseits im Sinne eines ergebnisbezogenen Controllings die Erreichung der mit den einzelnen Projekten verbundenen klimabezogenen Ziele erfasst und überprüft werden, um Handlungsbedarfe erkennen zu können und insgesamt eine zielgerichtete und effiziente Entwicklung der Gesamtprojektstruktur im Sinne einer konzeptionellen Gesamtschau sicher zu stellen. Das operative Projektcontrolling wird durch die Projektsteuerung (Energiemanagement Saerbeckplus ) aufgebaut, organisiert und durchgeführt und damit eng an die Kommune angebunden bzw. dort direkt integriert. Aufgabe der Projektsteuerung innerhalb des projektbezogenen Controllings ist es u.a., als Dienstleister für und gemeinsam mit den Projektträgern für die einzelnen Projekte Projekt- und Maßnahmenpläne (inkl. Meilensteinen etc.) sowie Finanzpläne zu erarbeiten und dann im Projektverlauf nachzuverfolgen und weiterzuentwickeln, um so den Projektverlauf bestmöglich zu unterstützen (siehe nachfolgendes Beispiel eines vereinfachten Maßnah- men-Projektfortschrittplanes). Zudem ist es Aufgabe der Projektsteuerung, die Projekt- und Finanzpläne aller Projekte in einer Gesamtschau zu verdichten und damit einen Blick auf die Gesamtprojektstruktur und ihre Entwicklung zu ermöglichen. Neben dem projektbezogenen Controlling werden die klimabezogenen Fortschritte durch die Projektsteuerung erfasst und dokumentiert. Dazu legt das Projektmanagement geeignete Kenngrößen fest und misst deren Errei- chung (z.B. Installation von 120 neuen Solardächern bis 2010 in Saerbeck). In Teilen der Handlungsfelder sind diese Kenngrößen bereits erarbeitet (s. Kapitel 4.2). Zur Unterstützung der Projektsteuerung steht neben den Mitarbeitern der Kommune ein zusätzlicher externer Fachmann und Ansprechpartner zur Verfügung, um den Aufbau und die Abwicklung des Controllings in Fachfra- gen zu begleiten. Das gleiche gilt für das ergebnisbezogene Controlling. 9 Finanzierung Die Kostenpläne der in der ersten Phase geplanten und umzusetzenden Projekte, insbesondere der Leitprojekte, kön- nen den in Kapitel 4 und 5 bereits dargestellten Projektplänen entnommen werden. Diese enthalten die Kostenschät- zungen, Zeitpläne für die Umsetzung sowie Angaben über Eigenanteile bei der Mittelherkunft. Fasst man die Daten der einzelnen Projekte zu einem Gesamt-Finanzplan für die Jahre 2009 bis 2013 zusammen, er- gibt sich für die Mittelverwendungsseite das in der Anlage 1a dargestellte Bild. Dabei wurde im Rahmen der Darstel- lung des Finanzplans der Übersichtlichkeit halber eine vereinfachende Quartalsbetrachtung gewählt. Die sich jährlich wiederholenden Kosten wurden im Finanzplan als solche berücksichtigt. Dementsprechend sind die im Finanzplan ausgewiesenen End-Summen teilweise abweichend von den End-Summen der oben dargestellten Teilpro- jektpläne, wo diese sich jährlich wiederholenden Kosten aus Gründen der Übersichtlichkeit nur als einmalig auftretend bei der Summenbildung berücksichtigt wurden. Folgende Annahmen liegen der Darstellung zu Grunde: • Mit Blick auf die Zahlungszeitpunkte wurde zunächst vereinfachend angenommen, dass die jeweiligen Zahlun- gen für die Arbeitsschritte mit dem Ende der Arbeitsschritte zusammen fallen. 46
• Für die Personalkosten, die für die Tätigkeiten der Projektsteuerung bzw. die Energiemanagement Saerbeckplus anfallen, wurden - für das Projektmanagement und die Organisation (inkl. Controlling) eine durchgehende Viertel-Stelle sowie - für die Umsetzung von Arbeitspaketen für 2009 eine weitere Viertel-Stelle, in 2010 eine ganze Stelle und für 2011 anderthalb Stellen angesetzt. Als Kostensatz wurden 80 TEUR pro Stelle (inkl. Nebenkosten) gewählt. Des Weiteren wurden 20 TEUR p.a. für evtl. erforderlichen Dienstleistungseinkauf der Energiemanagement Saerbeck plus mit kalkuliert. Die Gemeinde plant einen Eigenanteil von 20% der Gesamtkosten des Energiemanagement Saerbeckplus . Es ergibt sich ein Gesamt-Finanzierungsvolumen von 13,134 Mio. EUR bis 2013, wovon 9,526 Mio. EUR auf die Leitprojekte entfallen. Mit Blick auf die Mittelherkunftsseite zeichnet sich das nachfolgende Bild für die Jahre 2009 bis 2013, wobei hier eine Vollausschöpfung (2,8 Mio. zzgl. der 0,5 Mio. für die Nachlaufphase) bei den Fördermitteln angenommen wurde.1 Hin- weise zu den Eigenmitteln können den einzelnen Projektplänen entnommen werden. Unter der Spalte „davon Eigen- mittel“ sind sowohl die Eigenmittel der Gemeinde als auch der anderer externer Mittelgeber zusammengefasst. Insgesamt zeigt sich, dass dem geplanten Gesamt-Finanzierungsvolumen von 13,134 Mio. EUR bis 2013 Eigenmittel i.H. von 9,593 Mio. EUR (=73,0%) gegenüber stehen. Mit Hilfe der Klima-Plus-Mittel i.H.v. 3,3 Mio. (=25,1%) wird be- reits zum heutigen Zeitpunkt eine Deckung sämtlicher geplanter Kosten von über 98% erreicht. Die verbleibenden knapp 2% sollen bis 2013 aus anderen Förderprogrammen oder in der Gemeinde von Unternehmen und Bürgern ein- geworben werden. Die Umsetzung der Leitprojekte sowie der Aufbau der Energiemanagement Saerbeck plus als Pro- jektsteuerung ist mit Hilfe der Fördermittel vollständig finanziert. 1 Der Übersichtlichkeit halber wurde bei der Mittelherkunftsseite eine Darstellung gewählt, die auf eine zeitpunktbezogenen Ausweis der Mittel verzichtet. 47
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10 Zeitplan Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die wichtigsten Maßnahmen im ersten Projektjahr. Alle untergeordneten Detailaufgaben sowie die Zeitplanung ab 2010 sind aus grafischen Grün- den in den einzelnen Handlungsfeldern dargestellt (s. Kapitel 4.2 sowie Kapitel 5). Zeitplanung 2009 2010 04 05 06 07 08 09 10 11 12 01 02 03 1 Leitprojekt: Saerbecker Sonnenseite 1.1 Erarbeitung einer Potenzialerhebungsstudie 1.2 Durchführung und Auswertung der Fragebogenaktion 1.3 Durchführung einer Informationsveranstaltung 1.4 Anschubberatung: 1.5 Aufbau eines regionalen Netzwerkes ausführender Fachfirmen 1.6 Vertiefungsberatung: 2 Leitprojekt: Saerbecker Einsichten 2.1 Erarbeitung einer Konzeptplanung 2.2 Durchführung eines Realisierungswettbewerbs 2.3 Neubau Kindergarten Schulstraße 2.4,5 Neubau Heizzentrale, Nahwärmenetz Grundschule 2.7 Didaktische Projektbegleitung 3 Leitprojekt: Saerbecker Stoffströme 3.1 Einrichtung und Aufbau des Wallheckenmanagements 3.2 Potenzialerhebungsstudie Umsetzungsanalyse biogener Reststoffe 4 Handlungsfeld Bioenergiepark 4.1 Schaffung von Planungsrecht 4.2 Grunderwerbsverhandlungen Übernahme Munitionsdepot 4.3 InfoBox Bioenergiepark 4.3.2 Regelmäßige Information über die Aktivitäten 4.3.3 Durchführung von Info-Veranstaltungen 5 Handlungsfeld Bildung, Transfer, Bürgermitwirkung 5.1 Bildungsangebot Leben Lernen mit der Sonne 5.1.1 Konzeptüberarbeitung 5.1.3 Werbung 5.1.4 Durchführung Seminare 5.3.2 Monatliche Beratung 5.3.3 Monatl. Thementreffen 5.3.4 Exkursionen 6 Handlungsfeld Klimafolgen, Klimaanpassung 6.1 Monitoring der Klimaänderungen in Saerbeck 6.1.1 Beauftragung zur Erstellung des Monitorings und der Klimaprognose 6.2.1 Gründung des Gesundheits-netzwerkes 6.2.2 Erstellung von Informationsmaterial, Einbindung der Lokalen Medien 6.2.3 Aufbau einer Internetplattform mit Nutzerforum 6.2.4 Öffentliche Informationsveranstaltung 6.4 Pflanzenanbaustrategien und Versuchsfelder 7 Handlungsfeld Marketing 7.1.1 Erstellen eines Pressekonzeptes 7.1.2 kontinuierliche Pressearbeit (Print, Radio, TV) 7.1.4,5 Erstellen eines überregionalen Marketingkonzeptes 7.1.10 Anregungs- und Beschwerdemanagement 7.2 Entwicklung eines Corporate Design 8 Handlungsfeld Siedlung, Verkehr, Mobilität 8.1 Energetische Sanierung kommunale Gebäude 8.3 Autofreies Wochenende 9 Handlungsfeld Stoffstrommanagement, Netze 9.3 Netzerweiterung Strom, Biogas, biogene Reststoffe 9.4 Energetische Optimierung der Logistikketten Biomasse 49
Die wichtigsten Meilensteine und Highlights des Klimaschutzkonzeptes der Gemeinde Saerbeck in den ersten drei Jahren von 2009 bis 2011 sind folgende Aktivitäten: Meilensteine und Highlights 2009 2010 2011 06/09 Beginn des Wallheckenmanagement 01/10 Umsetzung Leitprojekt Saerbecker 01/11 Übernahme des Munitionsdepots durch (NLF) (1. Baustein Leitprojekt) – Sonnenseite (Solaranlagen, Heizanla- die gemeinde 12/10 gen) 07/09 Eröffnung der Info Box am Munitions- 10/10 Einweihung der Energieleistelle 03/11 Einrichtung Energiemanagement Saer- depot Grundschule (Leitprojekt) beckplus auf Bioenergiepark 09/09 Autofreies Wochenende Saerbeck 10/10 Abschluss der kommunalen Maßnah- 01/11 Baubeginn Biomasseanlage 1 men öffentliche Gebäude 10/09 Einweihung des Kindergartens (1. 12/10 Einweihung der Bausteine zum Leit- 01/11 Baubeginn Windenergieanlage 1 Baustein Leitprojekt) projekt Saerbecker Einsichten, Erleb- nispfad) ..... 09/10 ggfs Wiederholung autofreies Wo- 01/11 Baubeginn Photovoltaikanlage Bunker chenende ..... ..... 09/11 Eröffnung 1. BA Energie-Erlebnis-Park ..... 10/11 Baubeginn Biomassehof 10/11 Einweihung Neubau Pfarrheim (Leitpro- jekt) Der Projektablauf der Leitprojekte ist auf der folgenden Abbildung dargestellt. 50