Freising_Klimaschutzkonzept

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Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Freising Maßnahmen für eine Systemintegration der im Ausbau befindlichen dezentralen Erzeu- gungsanlagen (z.B. Erneuerbare-Energien-Anlagen) in das System zentraler Energieinfra- strukturen, wie z.B. Integration von dezentraler Wärmeerzeugung in das örtliche Fernwär- menetz. 10.7 Handlungsfeld „D – Mobilität / Verkehr“ Die Gewährleistung von hochwertigen Infrastruktursystemen ist Voraussetzung für eine er- folgreiche Wirtschaft und eine hohe Lebensqualität. Fragen der Mobilität und des Verkehrs müssen so gesichert werden, dass sich Wachstum, Lebensqualität und Klimaschutz gegen- seitig ergänzen. Ein Umbau und eine Neuorientierung der Verkehrsinfrastruktur sollte die notwendige Mobilität möglichst umweltverträglich und ressourcenschonend leiten. Zum Handlungsfeld „Mobilität“ laufen in der Stadt Freising zum Zeitpunkt einer Fertigstellung des Klimaschutzkonzeptes wichtige Planungen in Form der erstmaligen Erstellung eines Nachverkehrsplans 2014 und einer Bearbeitung des Themas Verkehr im Rahmen des Stadt- entwicklungsplans STEP 2030. In beiden Konzepten werden für die kommenden Jahre wich- tige verkehrsbezogene Maßnahmen in umfassenden Akteurs- und Beteiligungsverfahren entwickelt. Unter Berücksichtigung des städtepolitischen Leitbildes einer „kompakten Stadt der kurzen Wege“ ist die Realisierung von Effizienzsteigerungen über die Förderung der Nahmobilität 127 und eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs ein wichtiges Ziel.                 Angestrebt wird die Entwicklung innovativer Konzepte des Mobilitätsmanagements, bei denen beste- hende Verkehrsinfrastrukturen um neue Mobilitätsangebote ergänzt und verbessert werden (z.B. Elektromobilität). In diesem Kontext berücksichtigt der Maßnahmenkatalog zum Handlungsfeld im Wesentli- chen Maßnahmenideen, die im Rahmen der Akteurs- und Bürgerbeteiligung zum Klima- schutzkonzept der Stadt Freising geäußert wurden. 127 Nahmobilität wird definiert als Mobilität über kurze Distanzen oder Zeiten, als Mobilität in kleinen Netzen (Quartier, Wohn-, Arbeits- oder Einkaufsumfeld) sowie als Mobilität ohne Motoren, also vor allem Fuß- und Fahrradverkehr (Monheim 2009). 157
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Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Freising Es wird betont, dass es sich im Vergleich mit den vertiefenden Akteurs- und Fachkonzepten (besonders dem Nahverkehrsplan 2014) lediglich um einen kleineren Ausschnitt von für die Stadt relevanten Maßnahmen in den folgenden Teilhandlungsfeldern handelt:      Organisatorische und übergreifende Maßnahmen,      Umweltverbund,       128      Fuß- und Radverkehr,      Motorisierter Individualverkehr und      Nachhaltiges Mobilitätsverhalten. 128 Besonders die Maßnahmen im Teilhandlungsfeld „Umweltverbund“ überschneiden sich mit dem in Entwicklung befindlichen Nachverkehrsplan 2014. Es kann sich somit nur um vorläufige Maß- nahmenempfehlungen handeln, die unabhängig von den letztlichen inhaltlichen Maßnahmenent- scheidungen zum Nahverkehrsplan 2014 zu betrachten sind. 158
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Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Freising 11 Karte Maßnahmenschwerpunkte Die Maßnahmen zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes der Stadt Freising sind auf der Grundlage der Akteurs- und Öffentlichkeitsbeteiligung, den vertiefenden Fachgesprächen mit Vertretern der Stadtverwaltung von Freising und der Freisinger Stadtwerke sowie weiteren, für eine nachhaltigen Energieeinsatz relevanten örtlichen Experten entwickelt worden. Das ZREU hat ergänzend Vor-Ort-Befahrungen und –Begehungen durchgeführt, um die örtliche Situation im Hinblick auf umzusetzende Maßnahmen angemessen zu erfassen. Die nachfolgende Maßnahmenkarte, die einige der zentralen Maßnahmen des Integrierten Klimaschutzkonzeptes räumlich darstellt, fußt auf dieser Grundlage. Aus Gründen der Les- barkeit fokussiert die Karte geeignete Maßnahmenschwerpunkte im zentrumsnahen Bereich. In Bezug auf den in Kapitel 11 beschriebenen Maßnahmenkatalog werden folgende Schwer- punkträume mit den dazugehörigen Maßnahmen identifiziert:      Größere Standorte zum Ausbau der Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien, wie z.B. die Erschließung bestehender Wärmepotenziale aus der Biogasanlage Eg- gertshof I sowie Modernisierungs- und Erschließungspotenziale für Wasserkraft an 129 den Standorten Vöttinger Mühle, Steinmühle und Brey-Mühle.      Künftige Entwicklungsgebiete für Gewerbe-, Wohn- und Mischnutzung, die Potenzial- gebiete zur Entwicklung innovativer Wärmeversorgungskonzepte darstellen, z.B. un- ter Berücksichtigung bereits vorhandener energiebezogener Infrastrukturen (z.B. Erdgas- und Fernwärmenetz) oder neu zu errichtende Infrastrukturen (z.B. Nahwär- menetze, CO2-freie Quartiere). Bei den dargestellten Flächen handelt es sich um mit- 130 tel- bis langfristig zu erschließende Gebiete.      Schließlich werden Gebiete mit erhöhtem Sanierungsbedarf im Gebäudebestand identifiziert, die in einem weiteren Folgeschritt wiederum die Planung und Umsetzung neuer Systeme zur Wärmeversorgung ermöglichen können. Als bedeutende Gebiete sind in diesem Kontext zu nennen: 129 Siehe hierzu die Maßnahme C 3.1 Pilotprojekt zum Einsatz innovativer Turbinentechnologie an Wasserkraft-Standorten. 130 Geeignete Gebiete für innovative Leitprojekte für eine nachhaltige quartiersbezogene Energie- versorgung werden im nördlichen Stadtgebiet im Bereich zwischen Neustift und Tuching, im mitt- leren Stadtgebiet in den Bereichen Schwabenau / Am Angerbach(Isarstraße / Murstraße) sowie im südlichen Stadtgebiet im Isarauenpark Freising Süd identifiziert. 159
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Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Freising 131 o   Sanierungsgebiet Altstadt, o   Wohnsiedlungen, die in der Nachkriegsphase errichtet wurden (1950 bis 1970er Jahre) und die sich zum Teil im Besitz der städtischen Wohnungsbau- 132 gesellschaft befinden, o   Mischgebiete mit einer wohn- und gewerbebezogenen Nutzung, v.a. im südli- chen Stadtgebiet. 131 Für eine vertiefende Planung und Konzeption der energetischen Modernisierung des Sanie- rungsgebiets der Altstadt wird die Maßnahme A 5.1 Erstellung eines integrierten, quartiersbezo- genen Konzepts zur energetischen Sanierung des historischen Stadtkerns empfohlen. 132 Der relevante Gebäudebestand findet sich z.B. in den Bereichen östliche Kepserstraße, Kleiber- weg, Lerchenfeldstr./Veit-Adam-Straße/Albert-Sigismund-Straße und Wettersteinring, siehe hier- zu auch die Maßnahme C 6.1. 160
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Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Freising Abbildung 57: Schwerpunkträume zur Maßnahmenumsetzung der Stadt Freising 161
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Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Freising 12 Maßnahmenkatalog 12.1 O - Organisation Handlungsfeld                                      O - Übergeordnete Maßnahmen O 0 - Organisation zur Konzeptumsetzung Maßnahmen-Nr.                                      O 0.1 Bezeichnung der Maßnahme                           Einrichtung einer Personalstelle Klimschutzmanager bis 2014 Priorität                                          < 1 Jahr Kurzbeschreibung                                   Stärkung der personellen Ressourcen des kommunalen Klimaschutzes über Einstellung eines vom BMU geförderten Klimaschutzmanagers. Der Klimaschutz- manager informiert sowohl verwaltungsintern als auch extern über das Klimaschutzkonzept oder Teilkonzept und initiiert Prozesse für die übergreifende Zusammenarbeit und Vernetzung wichtiger Akteure. Durch Information, Moderation und Management soll die Umsetzung des Gesamtkonzeptes und einzelner Klimaschutzmaßnahmen unterstützt werden. Ziel ist es, verstärkt Klimaschutz- aspekte in die Verwaltungsabläufe zu integrieren. Förderfähige Leistungen der Klimaschutzmanager sind unter anderem:     Aufgaben des Projektmanagements (z.B. Koordinierung der Maßnahmen)     fachliche Unterstützung bei der Vorbereitung, Planung, Untersuchung von Finanzierungsmöglichkeiten und Umsetzung einzelner Maßnahmen     Durchführung (verwaltungs-) interner Informationsveranstaltungen und Schulungen, Koordinierung der ämterübergreifenden Zusammenarbeit (Moderation)     inhaltliche Unterstützung bzw. Vorbereitung der Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Zulieferung von Texten)     Entwicklung konkreter Qualitätsziele, Klimaschutzstandards und Leitlinien     Aktivitäten zur Vernetzung mit anderen klimaschutzaktiven Kommunen, Aufbau von Netzwerken und Beteiligung von externen Akteuren (z.B. Verbänden) bei der Umsetzung von Maßnahmen     Unterstützung bei der Erfassung und Auswertung von klimaschutzrelevanten Daten (z.B. ECORegion) Status                                             neu Fortsetzung nächste Seite 163
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Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Freising Begleitende und flankierende                       O 0.2    Monitoring der Konzeptumsetzung Maßnahmen                                          O 0.3    Intergierte Öffentlichkeitsarbeit zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes Koordinierende / organisierende                    Stadt Freising Akteure (Zuständigkeit)                            Klimaschutzmanager als Schnittstelle zwischen Fachab- teilungen der Stadt Freising, Freisinger Stadtwerken und allgemeiner Öffentlichkeit Adressat der Maßnahme                              Allgemeine Öffentlichkeit Aufwand / Kosten Gesamt(in T                       1/3 der Personalkosten einer vollen Stelle pro Jahr, die Euro/a)                                            Finanzierung der übrigen Personalkosten (65%) übernimmt das BMU im Rahmen der Projekförderung, Gesamtper- sonalkosten zwischen 30.000 bis 42.000 Euro über einen Förderzeittraum von drei Jahren 2013              10.000 bis 14.000 Euro/Jahr Personalkos- ten (Anteil Stadt Freising), den jeweiligen Restanteil von 65% übernimmt das BMU 2014              10.000 bis 14.000 Euro/Jahr Personalkos- ten (Anteil Stadt Freising), den jeweiligen Restanteil von 65% übernimmt das BMU 2015              10.000 bis 14.000 Euro/Jahr Personalkos- ten (Anteil Stadt Freising), den jeweiligen Restanteil von 65% übernimmt das BMU ø 2016-2020       n.a. Jährliche Energieeinsparung                        nicht quantifizierbar Jährliche CO2-Einsparung (ab 2020                  nicht quantifizierbar gemäß Zielszenario) Fördermöglichkeiten                                Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten in sozia- len, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative, Schaffung einer Stelle für Klimaschutzmanagement. Voraussetzung für die Förderung der Schaffung einer Stelle für Klimaschutzmanagement ist ein Klimaschutzkonzept oder Teilkonzept, das nicht älter als drei Jahre ist und die wesentlichen Bestandteile von Konzepten gemäß Merkblatt "Erstellung von Klimaschutzkonzepten" bzw. "Erstellung von Klimaschutz-Teilkonzepten" beinhaltet. Der Förderzeitraum beträgt für die fachlich-inhaltliche Un- terstützung bei der Umsetzung von Klimaschutzkonzepten maximal drei Jahre, von Teilkonzepten maximal zwei Jahre, im Fall von Teilkonzepten für Industrie- und Gewerbeparks maximal vier Jahre. Im Regelfall erfolgt die Förderung durch einen nicht-rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von bis zu 65% der zuwendungsfähigen Ausgaben. 164
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Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Freising Handlungsfeld                                       O - Übergeordnete Maßnahmen O 0 - Organisation zur Konzeptumsetzung Maßnahmen-Nr.                                       O 0.2 Bezeichnung der Maßnahme                            Monitoring der Konzeptumsetzung Priorität                                           < 1 Jahr Kurzbeschreibung                                    Aufgaben und Inhalte:    Fortschreibung der Energie- und CO2-Bilanzierung in ECORegion    Definition und Fortentwicklung geeigneter weiterer einfacher Evaluierungsindikatoren (z.B. Zielerreichung des Ausbaus der Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien)    Klärung eines Zeitplans / Organisatorische Zuständigkeiten zur Umsetzung der Kernmaßnahmen des Klimaschutzszenarios Status                                              neu Begleitende und flankierende                        O 0.1    Einrichtung einer Personalstelle Klimaschutz- Maßnahmen                                                    manager bis 2014 Koordinierende / organisierende                     Stadt Freising / Freisinger Stadtwerke Akteure (Zuständigkeit)                             Klimaschutzmanager Adressat der Maßnahme                               Freisinger Stadtwerke E-Werk Schweiger oHG Agenda 21 Aufwand / Kosten Gesamt                             Aufgabenbereich im Rahmen der einzurichtenden Perso- (in T Euro/a)                                       nalstelle Klimaschutzmanager (O 0.1) 2013-2015         n.a. Jährliche Energieeinsparung                         nicht quantifizierbar Jährliche CO2-Einsparung (ab 2020                   nicht quantifizierbar gemäß Zielszenario) Fördermöglichkeiten                                 n.a. 165
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Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Freising Handlungsfeld                                      O - Übergeordnete Maßnahmen O 0 - Organisation zur Konzeptumsetzung Maßnahmen-Nr.                                      O 0.3 Bezeichnung der Maßnahme                           Institutionalisierter Begleitprozess zur Umsetzung des Klimaschutzkonzepts, European Energy Award® Priorität                                          2-5 Jahre Kurzbeschreibung                                   Der European Energy Award® stellt ein Qualitätsmanage- mentsystem und Zertifizierungsverfahren dar, das fachübergreifendes Planen und Handeln sowie eine prozessorientierte und langfristige Energie- und Klima- schutzpolitik in kommunalen Gebietskörperschaften etablieren soll. Über das Managementsystem werden alle kommunalen Energieaktivitäten systematisch erfasst, bewertet, kontinuierlich überprüft, aufeinander abgestimmt und zielgerichtet umgesetzt. Durch die regelmäßige interne Erfolgskontrolle wird die kommunale Energie- und Kli- maschutzarbeit kontinuierlich verbessert. Wesentlicher Bestandteil des Qualitätsmanagements ist die externe Überprüfung und Zertifizierung der kommunalen Energie- und Klimaschutzaktivitäten durch einen externen eea-Auditor. Bestätigt der Auditor das Erreichen von defi- nierten Standards, wird der European Energy Award® vergeben. An der Umsetzung des Qualitätsmanagementprozesses sind folgende Akteure beteiligt:    Die Energie-Lenkungsgruppe als Entwicklungs- zentrale und Motor der energie- und klima- politischen Aktivitäten einer Kommune, bestehend aus Vertretern der unterschiedlichen kommunalen Fachverwaltungen, der Eigenbetriebe, der Politik und Verbände sowie weiterer interessierter Externer,    Der eea-Berater als akkreditierter Energieexperte, der die Kommune und die Energie-Lenkungsgruppe im Rahmen des eea-Verfahrens umfassend berät,    Der eea-Auditor, der in bestimmten zeitlichen Abständen die Einhaltung der europäischen Qualitätsstandards des European Energy Awards® überprüft. Status                                             neu Koordinierende / organisierende                    Stadt Freising / Freisinger Stadtwerke Akteure (Zuständigkeit) Adressat der Maßnahme                              Fachabteilungen der Stadt Freising Fortsetzung nächste Seite 166
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