Seniorentelefon der Polizei
SCHLESWIG-HOLSTEINISCHER LANDTAG Drucksache 13/3013 13. Wahlperiode 22.09.95 Kleine Anfrage der Abgeordneten Silke Hars (CDU} und Antwort der Landesregierung - Innenminister - Seniorentelefon der Polizei Das am 13.03.1995 von Innenminister Dr. Ekkehard Wienholtz der Öffentlichkeit präsentierte Seniorentelefon der Kieler Polizei ist zwi- schenzeitlich wegen fehlender Resonanz eingestellt worden. 1. Worin bestand die Notwendigkeit, landesweit Seniorentelefone einzurichten? Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung wird weniger durch Fakten der tatsächlichen Kriminalitätslage als vielmehr durch eine sehr persönliche Einschätzung der Kriminalität geprägt. Wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung haben die Medien. Ältere Menschen sind kriminalstatistisch zwar am wenigsten von Straf- taten bedroht, fürchien sich aber am meisten davor. Der Rat für Krimi- nalitätsverhütung in Schleswig-Holstein hat diese Problematik aufgegrif- fen und eine Arbeitsgruppe "Kriminalprävention für Senioren" gebildet. Die Arbeitsgruppe befaßt sich mit Möglichkeiten der Verbesserung des Sicherheitsgefühls älterer Menschen u.a. durch die Einrichtung einer Telefon-Sprechstunde bei der Polizei für Seniorinnen und Senioren. Die Telefonsprechstunde ist als Angebot an ältere Menschen zu verstehen, Die Landtagsdr~cksachen sind fortlaufend und einzeln beim Verlag Schmidt & Klaunig, Ringstraße 19, 24114 Kiel, Femruf 04 31/6 20 95, zu beziehen.
Drucksache 13/3013 Schleswig-Holsteinischer Landtag- 13 . .W<!!Jiperiode sich bei den Beamtinnen un.d ß.e.amten RaL<:u .hP.Ir;m.. 1!1~ M9glichkeit,_ Hinweise zu geben, eventuelle Berührungsängste abzubauen und ins- gesamt das Sicherheitsgetlihl vor Ort zu stärken. 2. Wie viele Einrichtungen dieser Art existieren (bzw. exis!lerten) in Schleswig-Holstein? Ende März 1995 waren Telefon-Sprechstunden eingerichtet bei 3 Polizeiinspektionen, . 27 Polizeirevieren, 27 Polizeistationen und 1 Zweigstelle. Derzeit sind noch 9 Telefon-Sprechstunden eingerichtet: 1 in Neumünster, 1 in Pinneberg, 3 in Steinburg und 4 in Dithmarschen. 3. Ist der jeweilige Polizeibeamte, der ein Seniorentelefon bedient, während seiner Dienstzeit ausschließlich mit dieser Tatigkeit be- traut? Nein. Die Beamtinnen und Beamte haben das Seniorentelefon im. Zusammenhang mit ihren übrigen latigkeiten bedient. 4. Wieviel polizeiliche Dienstzeit pro Woche ist in das "Seniorentele- fon" investiert worden? ln Kiel war das Seniorentelefon 2 St\.Jnden. pro Woche, im übrigen 1 Stunde pro Woche besetzt. Im übrigen wird auf die Antwort zu Frag<:l 3 .... verwiesen. 5. Aus welchen lätigkeitsbereichen wurden die Polizeibeamten für das ,,Seniorentelefon" abgezogen? Es wurden keine Polizeibeamtinnen und Pol(zeibeamte aus c:jem iew<:lLc. Iigen lätigkeitsbereich abgezogen. 6. Welche genauen Anruferzahlen pro jeweiliges Seniorentelefon sind registriert worden? (bitte exakte Auflisiung der einzelnen Standorte) 2
Schleswig-Holsteinischer Landtag - 13. Wahlperiode Drucksache 1313013 ln der Zeit vom 13. März bis etwa Ende August 1995 wurden Anrufe wie folgt registriert: · Polizeiinspektion Kiel: 48 Polizeiinspektion Lübeck: 29 Polizeiinspektion Bad Segeberg: 15 Polizeiinspektion ltzehoe: 6 Polizeiinspektion Flensburg: 3 Polizeiinspektion Plön: 2 Polizeiinspektion Schleswig: 2 Polizeiinspektion Neumünster: unbekannt, da keine Anruf- Statistik geführt wird. Polizeirevier Niebüll: 15 Polizeirevier Husum: 10 Polizeirevier Westerland: 9 Polizeirevier Bad Schwartau: 8 Polizeirevier Meldorf: 8 Polizeirevier Rendsburg-Stadt: 7 Polizeirevier Oldenburg/H.: 4 Polizeirevier Elmshorn: 3 Polizeirevier Eutin: 2 Polizeirevier Reinbek: 1 Polizeirevier Pinneberg: 1 Polizeirevier Halstenbek: 1 Polizeirevier Wedel: 1 Polizeirevier Quickborn: 1 Polizeirevier Brunsbüttel: 0 Poliz(Jirevier Neustadt/H.: 0 Polizeirevier Uetersen: 0 Polizeistation Ahrensburg: 4 Polizeistation Geestflächt 3 Polizeistation Bad Oldesloe: 2 Polizeistation Trittau: 2 Polizeistation Mölln: 2 Polizeistation Reinfeld: 1 Polizeistation Glinde: 1 Polizeistation Ratzeburg: 1 Polizeistation Barsbüttel: 0 Polizeistation Schwarzenbek: 0 Polizeistation Büchen: 0 Polizeistation Lauenburg: 0 Kriminalpolizeistelle Heide: 3 Kriminalpolizeistelle Reinbek: 0 Dabei ist auffällig, daß das Interesse zu Beginn der Aktion zum Teil sehr groß war, im Laufe der Zeit jedoch stark abnahm (z.B. registrierte die Polizeiinspektion Kiel in der ersten Woche 25 Anrufe, in den letzten Wochen dagegen 0 Anrufe). 7. Welche Kosten sind bislang für dieses Experiment landesweit angefallen? 3
Drucksache 13/3013 Schleswig-Holsteinischer Landtag -13- Wahlperiode Im Rahmen spezteller Öffentlichkeitsarbeit der Polizei sind fürden Druck von 15.000 Handzetteln, in denen u.a. über die Telefonsprechstunde für Seniorinnen und Senioren informiert wurde, ca 2.200 DM aufgewendet worden. Weitere Kosten sind nicht entstanden. 8. Werden weitere Seniorentelefone eingestellt, wenn ja, welche und wann? Die nach eingerichteten 9 Seniorentelefone werden in Abhängigkeit z.ur. Nachfrage aus der Bevölkerung weiter betrieben. · 4