Skandinavische Patienten in Schleswig-Holstein
SCHLESWIG-HOLSTEINISCHER LANDTAG Drucksache 15/963 15. Wahlperiode 01-05-16 Kleine Anfrage des Abgeordneten .Manfred Ritzek (CDU) und m Antwort der Landesregierung - Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz Skandinavische Patienten in Schleswig-Holstein \ Vorbemerkung des Fragestellers: Seit Jahresbeginn wurden in Deutschen Krankenhäusern etwa 250 norwegische Pati- „enten behandelt. Alle Bundesländer, insbesondere die norddeutschen, versuchen, auf- grund des Behandlungsengpasses in Norwegen eine möglichst große Zahl der Patier- ten in landeseigene Krankenhäuser zu bekommen. Drei Krankenhäuser in Schleswig- Holstein haben bisher ca. 50 norwegische Patienten aufgenommen bzw. wurden als geeignet ausgewählt. Vorbemerkung der Landesregierung: Die Anfrage bezieht sich auf die Behandlung norwegischer Patientinnen und Patienten ‚in Krankenhäusern im Lande auf der Grundlage eines Beschlusses des norwegischen Parlaments, des storting, vom 14.11.2000. u - 1. Wie viele norwegische Patienten erwarten Sie bis Ende dieses Jahres zu einer Be- handlung in Deutschland, wie viele davon in Schleswig-Holstein? . Antwort: | Eine offizielle Mitteilung des für die Abwicklung des auf Beschluss des storling einge- richteten ramms zuständigen Rikstrygdeverket liegt hierzu nicht vor. Schätzungen gehen derzeit von einer Größenordnung von bis zu 1.500 Behandlungsfällen im Rahmen. des Programms insgesamt bis zum Jahresende aus. Die Zahl der Behandlungsfälle in Schieswig-Holstein hängt von Entscheidungen innerhalb Norwegens ab. Hierzu gehören insbesondere die Zustimmung norwegischer Patientinnen und Patienten zu einer Be- ,
Drucksache 15/963 | Schleswig-Holsteinischer Landtag - 15. Wahlperiode handlung im Ausland, die Bereitschaft zu einer Behandlung in Schieswig-Holstein sowie die Inanspruchnahme der vertraglich zugesicherten Behandlungsmöglichkeiten durch das Rikstrygdeverket. .. 2. Gibt es besondere Auffälligkeiten bezüglich der zahlenmäßigen Konzentration von Patienten auf wenige Bundesländer? Falls ja, auf weiche und wie erklären Sie sich. diese Konzentration? Antwort: Eine entsprechende Übersicht liegt der Landesregierung nicht vor. Gleichwohl ist ge- genwartig von einer zahlenmäßigen Konzentration auf Schleswig-Holstein auszugehen. as norwegische Rikstrygedeverket hat im Bundesgebiet bislang ausschließlich Ver- träge mit schieswig-holsteinischen Krankenhäusern abgeschlossen. Das Rikstrygede- verket hat in.einem Schreiben an die KGSH im Nachgang zur Vertragsunterzeichnung die hohe Qualität der Angebote der schleswig-holsteinischen Einrichtungen hervorge- hoben. Te, 3. Gibt es, bezogen auf die Auswahl von Schleswig-Holstein, für die Behandlung eine besondere Vertrauensbasis zu unserem Land, gibt es besondere Abmachungen zur Sendung von Kranken, oder sind die nach Schleswig-Holstein gekommenen Patienten mehr ein "Zufallsergebris”? oo Antwort: Es gibt sowohl eine besondere Vertrauensbasis zu unserer Land als auch besondere Abmachungen bzgl. der Behandlung norwegischer Patientinnen und Patienten. Diesbe- züglich wird auf die Antwort auf die Drucksache 15/858, Antwort auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Werner Kalinka (CDU) vom 28.03.2001, auf die anliegende Pres- seinformation vorn 04.04.2001 sowie auf die ebenfalls beiliegenden politischen Noten des norwegischen Gesundheitsministers Tore Tanne und der schleswig-holsteinischen Gesundheitsministerin Heide Moser verwiesen. 4. Wieviel Ärzte aus Schleswig-Holstein sind in Skandinavien zur "Vertrauensbildung” für die Leistungsfähigkeit schleswig-holsteinischer Krankenhäuser praktisch tätig? Gibt es andere Bundesländer, die ganz. gezielt Ärzte nach Skandinavien entsenden, - um die Vertrauensbildung in deren Leistungsfähigkeit auf-/Jauszubauen? u Eine Entsendung von in Einrichtungen im Lande beschäftigten Ärztinnen und Ärzte (etwa. - im Wege einer Abordnung) findet derzeit nach Information der Landesregierung nicht statt.. Ebenso wenig sind entsprechende Aktivitäten anderer Bundesländer bekannt. 5. Wieviel Krankenhäuser in Schleswig-Holstein entsprechen den strengen norwegi- schen ‚Anforderungen an den Sicherheitsstandard und den technischen Besonder- . eiten? Antwort: Auf die Ausschreibung des norwegischen Ri deverket hat die Krankenhausgesel- schaft Schleswig-Holstein e.V. fristgerecht am 2. Februar 2001 für 25 interessierte Ein- richtungen ein Angebot vorgelegt, das den formulierten Anforderungen entspricht. Das : Rikstrygedeverket hat gegenüber der KGSH die Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, angesichts der hohen Qualität auch derjenigen Einrichtungen, die bislang nicht in Ver- träge einbezogen wurden, bei einer Ausweitung der Zusammenarbeit auf weitere schleswig-holsteinische Einrichtungen zurückgreifen zu wollen.
Schleswig-Holsteinischer Landtag - 15. Wahlperiode Drucksache 15/963 6. Wie und in welchem Umfang sind wie viele Krankenhäuser in unserern Land über diese Anforderungen informiert worden? Antwort: Die schleswig-hoisteinischen Krankenhäuser sind. über die Anforderungen i im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens durch die Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein e.V. umfassend informiert worden. 7. Was tut die Landesregierung, um internationale Krankenhauskooperationen zu bit den, um sicherzustellen, dass auch noch Patienten nach Schleswig-Holstein kom- men, wenn Norwegen das aktuelle Problem der eigenen knappen Versorgung! im nächsten Jahr gelöst hat? Antwort: Ausgangspunkt der inner-norwegischen Diskussionen waren Kontakte aus dem norwe- . gischen Fyiker Buskerud mit der Landesregierung. In diesem Rahmen wurden bereits _ im Juli 2000 im schleswig-holsteinischen Gesundheitsministerium konkrete Modalitäten und Bedingungen für die stationäre Behandlung norwegischer Patientinnen und Patien- ten in Schleswig-Holstein mit Vertretern aus Buskerud erörtert. Die Informationen und Hinweise des Ministeriums haben in Norwegen zu einer großen Medienresonanz im Hinblick auf die mögliche Behandlung norwegischer Patientinnen und Patienten im Ausland geführt. Unter anderem hat Ministerpräsidentin Simonis rechtliche Friktionen hinsichtlich der Exportierbarkeit von Leistungen der norwegischen Krankenversicherung - bei ihrem Gespräch mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Stoltenberg im Oktober . 2000 angesprochen. Auf der Grundlage desi im Februar 2001 parallel im norwegischen Gesundheitsministe- " rium und im Riksirygedeverket eingereichten umfangreichen Angebots der schleswig- holsteinischen Einrichtungen entwickelt sich im Rahmen der vertraglichen Beziehungen eine unmittelbare Zusammenarbeit mit den norwegischen Krankenhäusern, die in die ‘ Auswahl, diagnostische Vorbereitung und Betreuung der für die Behandlung | im Ausland - bereiten Patientinnen und Patienten einbezogen sind. Darüber hinaus ist es das Anliegen der Landesregierung, auch weiterhin ein einheitli- ches Bild der Leistungsstärke und Leistungsbereitschaft der Krankenhäuser im Land sowohl bei den zuständigen norwegischen Stellen als auch in der Bevölkerung zu beför- dem. Hierzu finden Abstimmungen mit entsprechenden Aktivitäten der KGSH statt. Die Landesregierung hat die grenzüberschreitende medizinische Versorgung zu einem . Leitprojekt im Rahmen der Gesundheitsinitiative der Landesregierung bestimmi. -In Übereinstimmung mit der norwegischen Regierung richtet die Landesregierung ihr "Augenmerk weniger auf die rein zahlerımäßige Betrachtung von Behandlungen norwe- (gischer Patientinnen und Patienten, sondern auf die Etablierung eines weiter gefächer- ten Kooperationsprogramms mit den norwegischen Partnern (s. politische Noten des norwegischen Gesundheitsministers Tore Tanne und der schleswig-holsteinischen Ge- sundheitsministerin Heide Moser).
Ministerium für _ Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales : Arbeit, Gesundheit und Soziales gyi Postfach 1121 - 24100 Kiel des Landes Schleswig-Holstein ' Statsrät Tore Tanne Helseminister Postboks 8011 Dep 0030 Oslo. Ihr Zeichen / vom . "Mein Zeichen / won Telefon (0431) Dafurn -IX LSB 988-5306 31. Januar 2001 K. Müller Dear Mr. Tenne, u in Germany the financial and administrative responsibility in health care is settled at the governments of the Länder due to our federative system, including the controlling and support of hospital organisation. Being the Minister responsible for Health within the state govemment of Schleswig-Holstein, | would like to express my interest and willing in supporting your government with regard to special treatments to be given to Norwe- gian patients in public as well as private hospitals in Schleswig-Holstein. | hereby want to confirm that Norwegiarı patients will De treated at the same medical standards and financial conditions like patients with German public insurance. We can _ confirm the treatment within the framework of free capacities which also clarifies, that there will be no competition to the freatment of our patients. Conceming the details of organisation of hospital treatment 1 would like to recommend almost direct contact to the Schleswig-Holstein hospitat society (Krankenhausgessell- schaft Schleswig-Holstein, KGSH) which represents all public and private hospitals in Schleswig-Holstein without any private financial interest of their own. Members of this society will take pari in our delegation and are well experienced in dealing with inte- rests as well as offers of the hospitals in Schleswig-Holstein. So they will be able to give further informations on actual capacities and capabilities of our hospitals as well as recommendations on further procedures as far as required. On behalf of the state government of Schleswig-Holstein | would like to thank You for . ‚Your kind invitation and | hope that our negotiations will lead to sufficient success with. a view to the future. May all our joint efforts be seen as well as a contribution to the Strategy on Germany adopted by the Norwegian Government. Sincerely Yours Heide Moser / | i Adolf. Westphal-Straße 4 24143 Kiel Telefon (0431) 988-0
| DET KONGELIGE 4 £ 22 SOSIAL- OG HELSEDEPARTEMENT ad ' The Royal Ministry UBRREMEN and Social Affairs The Minister of Health Knaterium Sür . " nd Sormalzs j Eee ich n Minsterin Heide Moser ing. - 2001 Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales on des Landes Schleswig-Holstein Büro ix M Adolph Westphal-Strasse 4 D-24143 Kiel - Yourref | Our ref RısB on 01/00088 OTA Dear Ms Moser, Thank you for your letter of31 January 2001 concerning the treatment of Norwegian patients at hospitals in Schleswig-Holstein. I would also like to thank you for your visit in Oslo 2 February and for the information you provided on the possibilities for treatment of Norwegian patients in Schleswig-Holstein. Iam grateful for your support on this matter. Lam also pleased with the fact that there will be no competition between ° Norwegian and German patients at the relevant hospitals. The Nationai Insurance Administration have started the formal assessment of offers for medical treatment abroad which has been received so far. A decision on partners wilbe taken following that assessment, and I will inform you accordingly. Legally binding contracts, providing for hospital treatment at hospitals in Schleswig-Holstein, will as mentioned at our meeting, be a matter between the Nätional Insurance Administration and the Krankenhausgeselschaft. I am looking forward to the co-operation between us in this field. Yours sincerely, u In; Tore Tanne Ce: Norwegian Embassy, Berlin u German Embassy, Oslo National Insurance Administration, Oslo Postal address: P.O. Box 8011 Dep, N-0030 Oslo, NORWAY Office address: Einar Gerhardsens plass 3, Phone: +47 22 24 90 90, Telefax: +47 22 24 95 76 Org. ı no.: 972 417 912
. Kooperation im Gesundheitswesen mit Norwegen - Vertragsunterzeichnung in Oslo m.. Seite 1 von 2 Archive se EEE ETIRE N REERSEEREIESEESENERNE NURCREREEB TATEN IE m 04.04.2001 4. April 2001 Kooperation im Gesundheitswesen mit Norwegen Vertragsunterzeichnung in Oslo mit der KGSH °Die Kooperation im Gesundheitswesen und die Unterstützung mit medizinischen Behandlungen und Operationen durch schleswig-holsteinische Kliniken steht seit gestern auf festen Füßen einer vertraglichen Vereinbarung auf zentralstaatlicher Ebene in Norwegen”, teilten heute (4. April 2001 ) Gesundheitsministerin Heide Moser und der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein (KGSH) Bemd Krämer in Kiel mit. "Das gemeinsame Vorgehen, indem politische Begleitung. gemeinsam mit leistungsfähigen und flexiblen Anbietern Hand in Hand aufgetreten sind, ‚hat den Standort Schleswig-Holstein gestärkt und ist ein Zukunfismodell,” so Moser weiter. Bereits irm Oktober letzten Jahres hatte Ministerpräsidentin Heide Simonis erste Sondierungsgespräche in Norwegen geführt. Im Februar 2091 einigten sich Heide ‚Moser und der norwegische Gesundheitsminister Tore Tönne im Wege eines - Noienaustausches über eine politische Kooperation. Der Erfolg dieser Vorarbeiten war die gestrige Vertragsunterzeichnung, indem die politisch geebneten Wege jetzt in eine feste Form gegossen wurden. Die Krankenhausgesellschaft Schleswig- Holstein und das norwegischen Reichsversicherungsamtes (RikstrygdeverkeV/RTV) unterzeichneten in Oslo einen Vertrag für drei Kliniken, der zunächst für das Jahr 2001 gilt. Krämer sagte dazu: "Am 2. Februar diesen Jahres waren wir zusammen mit der Gesundheitsministerin in Oslo und haben die Leistungsangebote von 25 in Frage kommienden Krankenhäuser vorgestellt. Das RTV hat daraufhin für den - Beginn der Kooperation. zunächst drei Häuser ausgesucht, Dies sind die Evangelische Diakönissenanstalt in Flensburg, die Ostsee Klinik Damp und das Lubinus Clinikum in Kiel. Weitere Kliniken werden von den norwegischen Kollegen geprüft und abhängig vom Bedarf ausgewählt”. Ze Besonderes Augenmerk legen die Norweger dabei, so die KGSH, neben der fachlichen Qualifikation der Kliniken auf die Standards für Infektionsschutz sowie der Bereitschaft der Kliniken, sich an den norwegischen Qualitätssicherungs- programmen zu beteiligen. Der Bedarf an medizinischer Unterstützung zeichne sich bislang vor allem in den Bereichen Orthopädie und Unfallchirurgie ab. Die norwegischen Patienten werden in Schleswig-Hoistein wie deutsche Kassenpatienten behandelt. Dass für unsere Patienten durch die zusätzlichen Leistungen für Norwegen keinerlei Nachteile oder Engpässe entstünden, verstehe sich von selbst, versichert die KGSH. — "Weitere Verträge zur medizinischen Zusammenarbeit hat das RTV nur noch mit Schweden und Dämemark geschlossen, so dass wir über den Erfolg dieser Kooperation besonders stolz sein können und sie als Auszeichnung unserer Kliniken und deren hervorragende Leistungen ansehen können", sagte Krämer. Gesundheitsministerin Heide Moser erklärte, die Behandlung von norwegischen Patienten in den schleswig-holsteinischen Krankenhäusern sei ein beispielhafter Einstieg in mögliche weitere Kooperationen. "Für die kommenden Jahre geht es mir und da stimme ich mit: dem norwegischen Gesundheitsminister.Tore Tönne 0. http//www.schleswig-holstein.de/landsh/aktueiles/meldungen, tages/2U0 1. /U10404-07 ‚atm 15.05.08
Kooperation im Gesundheitswesen mit Norwegen - Vertragsunterzeichnung in Oslo m. Seite 2 von 2 überein- weniger um einen auf Dauer angelegten Patienten-Tourismus größeren Umfangs. Zukunftsfähig ist vielmehr die Uherlegung,. hachwertige Dienstleistungsangebote im Gesundheitsbereich in einem weiteren regionalen Umfeld zu nutzen.” Darüber hinaus könnten. sich der begonnene Informationsaustausch und die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung multiresistenter Keime und ähnlichen. Infektionsschutzproblemen als wertvoll erweisen. Weitere Kooperationen wären im Bereich der Telemedizin möglich. Bu Verantwortlich für di P ext: Michael Morsch, Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Adolf-Westphal-Straße 4, 24143 Kiel, Tel: 0431/988-5360 Fax: 0431/988-5344, E-Mail:;pressestelle.mags@ländsh.de oo res RSTSEETERETETTEN “nt IWW. schleswig-holstein.de/landsh/aktuellesimeldungen. tages/2UU 1... B104U4-97.btm 15.0301