Aufnahme von Aussiedlern in Schleswig-Holstein
11 SCHLESWJG-HOLSTEINI~CHER 7. Wahlperiode LANDTAG Drucksache 22. 01. 73 71472 02. 02. 73 Antwort des Sozialministers auf die Kleine Anfrage des Abg. Drevs-Kiel (CDU) Aufnahme von Aussiedlern in Schleswig-Holstein 1. Wievliel Aussiedler (Familien und Personen) fanden in Schles· wig-Hol&tein Aufnahme 1.1 dm Jahre 1969, 1.2 im Jahre 1970, 1.3 im Jahre 1971, 1.4 im Jahre 1972'? Direktein- Ubernah- Gesamt- davon weisungen men aus Personen- Familie11; Einzel- anderen zahl personen Ländern 1.1 175 II 186 38 42 1.2 116 12 128 28 30 1.3 538 16 554 130 45 1.4 636 39 675 152 76 Die Aufnahmezahlen für das Bundesgebiet betrugen: 1969 30 039 1970 18 949 1971 33637 1972 24 101 (vorläufiges Ergebnis) Dia Landtagsdrucksachen sind fortlaufend und elnteln beim Verlag Schmldt & Klaunlg, 23 Klsl, Ringstraße 19/21, Fernruf 62095/96, zu beziehen.
Drucksache 7I 472 Schleswig-Holsteinischer Landtag - 7. Wahlperiode 2. Welchen Altersgruppen und welchem Geschlecht gehörten die Aussiedler·. an 2.1 unter 15 Jahren, 2.2 15-------20 Jahre, 2.3 21-50 Jahre, 2.4 51----65 Jahre, 2.5 über 65 Jahren? 1969 1970 männl. weibl. ges. ~/o männl. weibl. ges. Ofo 2.1 22 36 58 31,2 12 18 30 23,4 2.2 4 I 5 2,7 2 4 6 4,7 2.3 37 38 75 40,3 20 27 47 36,7 2.4 9 16 25 13,4 8 21 29 22,7 2.5 II 12 23 12,4 5 II 16 12,5 83 103 186 100 47 81 128 100 1971 1972 männl.. weibl. ges. Ofo männl. weibl. ges. Ofo 2.1 74 75 149 26,9 109 93 202 29,9 2.2 32 37 69 12,5 37 53 90 13,3 2.3 110 117 227 41,0 121 144 265 39,3 2.4 15 34 49 8,8 25 53 78 II ,6 2.5 22 38 60 10,8 14 26 40 5,9 253 301 554 100 306 369 675 100 3. Aus welchen Gebieten kamen diese Aussiedler 3.1 im Jahre 1969, 3.2 am Jahre 1970, 3.3 im Jahre 1971, 3.4 im Jahre 1972? 1969 1970 1971 1972 Rußland (ohne Memelland) 6 Pers. 10 Pers. 38 Pers. 74 Pers. Memelland u. nördl. Ostpreußen II Pers. 4 Pers. 23 Pers. 53 Pers. südl. Ostpreußen 94 Pers. 19 Pers. 187 Pers. 83 Pers. Danzig 6 Pers. 2 Pers. 85 Pers. 177 Pers. Westpreußen 3 Pers. - I Pers. 10 Pers. Pommern u. Ost-Brandenburg 13 Pers. 8 Pers. 68 Pers. 105 Pers. Niederschlesien - - 17 Pers. 23 Pers. Oberschlesien 20 Pers. 42 Pers. 92 Pers. 45 Pers. Polen 5 Pers. I Pers. 24 Pers. 73 Pers. Tsd1echoslowakei 18 Pers. 18 Pers. 4 Pers. 4 Pers. Rum~nien 8 Pers. 23 Pers. 8 Pers. 18 Pers. Ungarn 2 Pers. 1·Pers. 4 Pers. 8 Pers. Jugoslawien - - 3 Pers. 2 Pers. 186 Pers. 128 Pers. 554 Pers. 675 Pers. 2
Schleswig'Holsteinischer Landtag- 7. Wahlperiode Drucksache 7/472 4. Wieviel der A,uss.iedler, die seit 1969 Aufnahme in Schleswig- Holstein gefunden haben, sind 4.1 im Wege der Familienzusammenführung, 4.2 nach der yerteilerquote aufgenommen wordenf 4.1 Fast 100 Ofo fanden im Rahmen .der Familienzusammenführung Aufnahme. Dadurch wurde die Verteilerquote mehr als erfüllt. Dennoch wurden einige Aussiedler ohne Familienbindung nach Schleswig-Holstein übernommen, hierbei handelt es sich haupt- sächlich um Danziger oder Stettiner, die aus beruflichen oder klimatiscllen Gründen an der Ostsee bleiben wollten. 4.2 Keine. 5. W~eviel Aussiredler befinden sid1 noch in Durchgangsunterkünf- ten, und seit wann halten sie sich dort auf? Am J. Februar 1973 befanden sich in der Durd1gangsunterkunft Jägerslust 13 Familien und eine Einzelperson = 60 Personen, davon seit Juni 1972 1 Familie mit 2 Personen seit Juli 1972 1 Familie mit 3 Personen seit Oktober 1972 1 Familie mit 3 Personen seit Dezember 1972 3 Familien mit 20 Personen seit Januar 1973 7 Familien mit 31 Personen und eine Einzelperson. 6. Arus welchen Gründen ist eine Wohnungszuweisung an diese Familien bisher nicht erfolgt? Soweit die Aufnahmen vor dem 1. Januar 1973 erfolgten, sind die Aussiedler bereits für Wohnungen· eingeplant, die jedoch zum Teil erst im März/April 1973 bezugsfertig sein werden. Die Bemühungen um eine rasche Wohnraumversorgung. der in diesem Jahr eingetrof- fenen Aussiedler werden von allen beteiligten Stellen mit Nachdruck fortgesetzt. 7. Ist es bei der Wohnraumvers..orgung der Ausstedler zu Schwie- rigkeiten gekommen, und worin bestanden diese? Ja, in geringem Umfang. Schwierigkeiten sind insbesondere dann aufgetreten, wenn Familien- zusammenführungen in kleineren Orten ohne nennenswertes· Bau- geschehen und ohne großen Wohnungsbestand erfolgen sollten. Hier ist oftmals ein Aufenthalt -in der D.urchgangsunterkunft ;nicht zu um- gehen, die endgültige Wohnraumversorgung erfolgt in aller Regel dann in größeren Nad1barorten oder in den Kreisstädten. 8. Wieviel im Erwerbsalter stehende Aussiedler konnte·n sogleid1 in Arbeit vermittelt werden 8.1 beruf~ichtiig, 8.2. in anderen Berufen, 3
Drucksache 7/472 Schleswig-Holsteinischer Landtag- 7. Wahlperiode 8.3 bedurften zunächst des Spradmnterridlts, 8.4 wurden beruflich umgeschult, 8.5 sind erwerbslos? Von den in den Jahren 1971 und 1972 aufgenommenen Erwerbsper- sonen haben sich 313 Männer und 241 Praue~ = 554 Personen bei Arbeitsämtern gemeldet. Die Vermittlungsbemühungen führten zu folgenden Ergebnissen: 8.1 192 Männer 71 Frauen = 263 Personen 8.2 34 Männer 40 Frauen = 74 Personen 8.3 42 Männer 48 Frauen = 90 Personen 8.4 14 Männer 9 Frauen = 23 Personen 8.5 38.Männer 41 Frauen = 79 Personen 529 Personen Die restlichen 25 Personen standen infolge Krankheit nidü der Ver- mittlung zur Verfügung; zum Teil '\vurden Rentenanträge gestellt. · 9. WievJel Kinder und Jugendliche von Aussiedlern bes,uchen 9.1 Förderschulen 9.1.1 seit weniger als einem Jaht, 9.1.2 seit mehr als einem Jahr, 9.1.3 seit mehr als zwei Jahren, 9.1.4 s.eit mehr als drei Jahren, 9.2 Förderklassen an anderen Schulen, und wo befinden &idt soldte, 9.3 weiterführende Schulen, und zwar 9.3.1 Realschulen, 9.3.2 Gymna&ien, 9.3.3 sonstige bzw. Fachsdtulen? Die Förderschulen Koppelsberg, Elmshorn uhd Ratzeburg sind i_n ihrer Kapazität voll ausgeschöpft. 9.1 9.1.1 104 9.1.2 38 9.1.3 Keine 9.1.4 Keine 9.2 Keine 9.3 9.3.1 14 9.3.2 14 9.3.3 8 10. Für wieviel Familien und Personen wurden durch in Sdlleswig- Holstein wohnhafte Angehörige Rückführungsanträge gestellt 10.~ aus Polen, 10.2 aus. Rußland, 10.3 auS der Tsdted10sfowakei, 4
Schleswig-Holsteinischer Landtag- 7. Wahlperiode Drucksache 7I 472 10.4 aus Rumänien, 10.5 aus sonstigen Ostblockstaaten? Am 1. Februar 1973 lagen dem DRK- Landesverband Schleswig-Hol- steinnoch folgende Rückführungsanträge vor: 10.1 4 906 Familien = 15 654 Personen 10.2 831 Familien = 2 732 Personen 10.3 33 Familien = 64 Personen 10.4 215 Familien = 611 Personen 10.5 7 Familien = , 16 Personen insgesamt 5 992 Familien = 19 077 Personen 11. Is.t der Landesregierung bekannt, aus welchen Gründen die Aus- siedlung nur schleppend vorankommt? Nein. Nach Aussageri von Aussiedlern dürften neben politischen Gründen auch sold1e volkswirtschaftlicher Art eine nicht unerheb- liche Rolle spielen. 12. Falls es überwiegend HnamrJielle Gründe sein sollten, sieht die Landesregierung eine Möglichkeit, 1j~ s.~lchen Fällen zu helfen? Sofern die Aussiedler. nicht über ausreid1ende Geldmittel verfügen, um die Visagebühren und die Reisekosten bis zur Bundesgrenze zu tragen, hilft das Deutsche Rote Kreuz. Die verauslagten Kosten wer- den diesem von der Bundesregierung erstattet. 13. Welche Verbände sind in der Betreuung der Aussiedl~r tätig'? Die Vorarbeiten für die Aussiedlung werden vom Deutschen Roten Kreuz geleistet. Nach d€.iu Eintreffen si~d rieben den Landsmann- schaften auch die Verbände der freien Wohlfahrtspflege in der Be- . treuung tätig. · 14. Mit welchen Mitteln beteiligte sich das Land zusätzlich an der Eingliederung der Aussiedler , 14.1 im Jahre 1969, 14.2 im Jahre)970, 14.3 iril Jahre 1971, 14.4 im Jahre 1972? . 14.1 1969 Landesmittel zur Förderung des Wohnungs- baues für Aussiedler 2 948 000,- DJv[ Unterhaltung der Durchgangsunterkünfte 27 000,- Dlv! Uberbrückungsgeld für Aussiedler 2230,- Dlv! Beihilfen an Aussiedler 31 200,- Dlv! 3 008 430,- Dlv! 5
Drucksadle 7/472 Schleswig-Holsteinischer Landtag- 7. Wahlperiode 14.2 1970 Landesmittel zur Förderung des Wohnungs~ baues für Aussiedler 930000,- DM Unterhaltung der Durchgangsunterkünfte \9000,- DM Uberbrückungsgeld für Aussiedler 1830,- DM Beihilfen an Aussiedler 18800,- DM 969630,- DM 14.3 1971 Landesmittel zur Förderung des Wohnungs~ baues für Aussiedler 2 419 200,- DM Unterhaltung der Durchgangsunterkünfte 50000,- DM Uberbrückungsgeld für Aussiedler 5950,- DM Beihilfen an Aussiedler 55300,- DM Zuschuß an die Förderschule Koppelsberg zur Beschaffung von zusätzlichen Schulmöbeln 24700,- DM 2 555 150,- DM '14.4 1972 Landesmittel zur Förderung des Wohnungs- baues für Aussiedler 8 566 660,- DM Unterhaltung der Durd1gangsunterkünfte 242500,- DM Uberbrückungsgeld für Aussiedler 7530,- DM Beihilfen an Aussiedler 54750,- DM 8 871 440,- DM craussen 6