Alternative Abfallbehandlungsanlagen
SCHLESWIG·HOLSTEINISCHER LANDTAG Drucksache 13/354 13. Wahlperiode 23.09.92 Kleine Anfrage der Abgeordneten Monika Schwalm und Ulrich Schley (CDU) und Antwort der Landesregierung - Minister für Natur, Umwelt und Landesentwicklung- Alternative Abfallbehandlungsanlagen 1. Wo gibt es a) in Schleswig-Holstein b) in der Bundesrepublik Deutschland alternative Methoden zur Abfallbehandlung z.B. durch Lösungs- mittel, Enzyme, Bakterien und UV·Strahlen? a) ln Schleswig-Holstein gibt es folgende Anlagen, in denen Abfälle durch mikrobakterielle Behandlung abgebaut werden: Müllkompostwerke in Westerland/Sylt, in Flansburg und in Tornesch (Kreis Pinneberg) Bioabfallkompostierungsanlagen in Altenholz (Kreis Rensburg-Eckernförde) und in Pargenstadt (Kreis Dithmarschen). Darüber hinaus gibt es eine große Anzahl von Anlagen, die im Rahmen der öffentlichen Abfallentsorgung oder außerhalb des Bereiches Rohsubstanzen aus dem Grünbereich biologisch behan- Die Landtagsdrucksachen sindfortlaufend und einzeln beim Verlag Schmidt & Klaunig, Ringstraße 19, 2300 Kiel1, Fernruf 04 31/6 20 95, zu beziehen.
Drucksache 13/354 Schleswig-Holsteinischer Landtag- 13. Wahlperiode dein (siehe Antwort auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Monika Schwalm (CDU) und des Abgeordneten Ulrich Schley (CDU) betreffend Abfallvermeidungsstrategien). Für die Abwasserbehandlung (Verringerung der Zahl pathogener Keime) ist in Schleswig-Holstein bereits als Modellprojekt der Einsatz von UV-Strahlen in der Erprobung (Karkbrook, Kreis Ostholstein). b) Auf Aufforderung hat das Umweltbundesamt Berlin hierüber bisher keine Informationen abgegeben. Eigene Angaben liegen dem Ministerium für Natur, Umwelt und Landesentwicklung nicht vor. 2. ln welchen Entwicklungsstadien befinden sich jeweils die derarti- gen Anlagen und ab wann kann mit einer breiten Anwendung gerechnet werden? 3. Werden durch diese sogenannten "Kalten Verfahren" die vorge- sehenen Grenzwerte des Entwurfes einer TA Siedlungsabfall voraussichtlich eingehalten werden kdnnen? Für Anlagen zur bakteriellen Behandlung gibt es ausgereifte Methoden und in der Erprobung befindliche Verfahren (z.B. Humifizierung) und für getrennt gesammelte organische Abfälle sowie zur biologischen Behandlung von Restabfällen eine breite Anwendung dieser Verfahren. Die bakterielle Behandlung ist zugleich in der Regel auch eine enzymatische Behandlung. Die UV-Strahlenbehandlung kommt zu- nächst fürflüssige Abfälle (Abwasser) in Frage. Sie ist in der Kläranlage Karkbrook seit über 1 Jahr in der Erprobung. Es wird angestrebt, daß die im Entwurf der TA Siedlungsabfall angegebenen Grenzwerte des Glühverlustes mit Hilfe neuer Methoden eingehalten werden können. damit der anderweitig zu entsorgende Anteil des Abfalls möglichst gering ist. Die vorgesehenen Grenzwerte des gegenwärtigen Entwurfs einer TA Siedlungsabfall (Stand: September 1992) können eingehalten werden. 4. Was hat die Landesregierung bisher unternommen, um solche Pilot-Vorhaben zu unterstützen? Zur Fortentwicklung der biologisch/enzymatischen Behandlung unter- stützt die Landesregierung Vorhaben der Träger der Abfallentsorgung in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde, Ostholstein, Stormarn und Dithmarschen. Des weiteren wird eine Machbarkeilsstudie zur Konser- vierung organischer Abfälle durch Vertorfung gefördert. Im übrigen wird angemerkt, daß die Landesregierung vorrangig auf Behandlungsver- fahren zum Abbau organischer Abfälle setzt, die den natürlichen Kreislaufmechanismus entsprechen. 2