Drogen- und Suchtberatung in Schleswig-Holstein
SCHLESWIG-HOLSTEINISCHER LANDTAG Drucksache 17/1830 17. Wahlperiode 26.09.2011 Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Marret Bohn (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und Antwort der Landesregierung – Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein Drogen- und Suchtberatung in Schleswig-Holstein 1. Wie viele Drogen- und Suchtberatungsstellen welcher Träger gibt es in Schleswig-Holstein? Angaben bitte nach Kreisen / kreisfreien Städten und Standorten auflisten. 2. Welche der genannten Beratungsstellen erhalten Landeszuschüsse und in welcher Höhe? Welche der genannten Beratungsstellen erhalten keine Lan- desförderung und warum nicht? Antwort: Die Fragen 1. und 2. werden ihres inneren Zusammenhanges wegen und zum besseren Verständnis gemeinsam beantwortet. Das Suchthilfeverzeichnis, das bei der Landesstelle für Suchtfragen in Schleswig-Holstein geführt wird, gibt einen Überblick über alle im Land arbei- tenden Suchtberatungsstellen. Es kann auf der Internetseite www.lssh.de ein- gesehen werden. Das Suchthilfeverzeichnis bildet zusammen mit den der Landesregierung vorliegenden Förderanträgen die Datengrundlage für die Beantwortung dieser Fragen. Die Beratungsstellen sind im Einzelnen:
Drucksache 17/1830 Schleswig-Holsteinischer Landtag - 17. Wahlperiode Träger Aufstellung der Drogen- und Suchtberatungs- Höhe der Lan- (soweit stellen in Schleswig-Holstein, inkl. Nebenstel- desförderung be- len in Euro kannt) („k. Lf.“= keine Förderung durch Landeszuwen- dung) Kiel: Gesundheitsamt der Stadt Kiel k. Lf. Zentrum für Integrative Psychiatrie; Institutsambu- k. Lf. lanz Kiel AMEOS Psychatrium gGmbH, Institutsambulanz k. Lf. Kiel Guttempler Jugendzentrum Kiel e.V. über Verga- beausschuss Horizon Suchthilfen, Suchtberatungszentrum Kiel k. Lf. DW Drogenhilfe Kiel 86.368,50 DW Drogenhilfe Kiel-Ost k. Lf. DW Fachambulanz, Kiel 133.875,00 DW Odyssee e.V., "Cafe Claro", Kiel 167.076,00 DW Kieler Stadtmission Kiel gGmbH 64.400,00 DW Kieler Stadtmission Kiel gGmbH, Suchtberatung k. Lf. Kiel-Mettenhof DW Kieler Stadtmission Kiel gGmbH, Suchtberatung k. Lf. Kiel-Ostufer DPWV Frauentreff Eß-o-Eß, Kiel-Mettenhof 2.078,28 DPWV Frauen Sucht Gesundheit e.V., Kiel 81.000,00 DPWV Aufsuchende Sozialarbeit im Strafvollzug (legale 31.440,00 Drogen), JVA Kiel, Brücke Rd.-Eckernf. Aufsuchende Sozialarbeit im Strafvollzug (illegale 31.440,00 Drogen), JVA Kiel, Jugendhilfenetzwerk Süd-West Lübeck: Gesundheitsamt, Beratungsstelle für Alkohol- und k. Lf. Suchtkranke in Lübeck AHG Klinik – Holsteinklinik in Lübeck k. Lf. Klinik für Psychiatrie, Med. Universität zu Lübeck k. Lf. 2
Schleswig-Holsteinischer Landtag - 17. Wahlperiode Drucksache 17/1830 DW Diakonische Suchthilfe Lübeck 42.457,50 AWO AWO Südholstein, Lübeck 87.477,75 AWO Kontaktladen „tea and talk“ als Nebenstelle in in obiger Sum- Lübeck me enthalten DW Aufsuchende Sozialarbeit im Strafvollzug (legale 58.800,00 Drogen), JVA Lübeck, Vorwerker Diakonie AWO Aufsuchende Sozialarbeit im Strafvollzug (illegale 58.800,00 Drogen), JVA Lübeck, AWO Schleswig-Holstein Neumünster: Kreisgesundheitsamt Neumünster k. Lf. DW Drogenhilfe Neumünster 16.447,50 AWO AWO Mittelholstein, Neumünster 11.169,00 AWO Aufsuchende Sozialarbeit im Strafvollzug (legale 64.320,00 Drogen), JVA Nmst., AWO S.-H., Region Mittelhol- stein Aufsuchende Sozialarbeit im Strafvollzug (illegale 65.280,00 Drogen), JVA Nmst., Jugendhilfenetzwerk Süd- West Flensburg: Kreisgesundheitsamt Flensburg k. Lf. Gesundheitsamt, Beratungsstelle für Suchtgefähr- k. Lf. dete und Suchtkranke in Flensburg Dänischer Gesundheitsdienst, Beratungsstelle für k. Lf. Alkoholgefährdete in Flensburg DW Diakonisches Suchthilfezentrum Flensburg für Be- 114.750,00 ratung DW Aufsuchende Sozialarbeit im Strafvollzug (legale 14.966,00 und illegale Drogen), JVA Flensburg, Norddt. Ge- sellschaft für Diakonie Dithmarschen: Kreisgesundheitsamt, Beratungsstelle für Abhängi- k. Lf. ge in Heide DW Diakonisches Werk Dithmarschen für Meldorf 47.425,00 DW Diakonisches Werk Dithmarschen für Heide in obiger Sum- als Nebenstelle me enthalten Herzogtum-Lauenburg: 3
Drucksache 17/1830 Schleswig-Holsteinischer Landtag - 17. Wahlperiode Fachdienst Gesundheit – Sozialpsychiatrischer k. Lf. Dienst in Geesthacht Fachdienst Gesundheit – Sozialpsychiatrischer k. Lf. Dienst in Ratzeburg DW Alkohol- und Drogenberatung Ratzeburg / Sucht- 47.430,00 beratung in Ratzeburg DW Alkohol- und Drogenberatung / Suchtberatung in obiger Sum- mit der Nebenstelle in Lauenburg me enthalten DW Alkohol- und Drogenberatung / Suchtberatung in obiger Sum- mit der Nebenstelle in Schwarzenbek me enthalten DW Alkohol- und Drogenberatung / Suchtberatung in obiger Sum- mit der Nebenstelle in Mölln me enthalten DW Alkohol- und Drogenberatung / Suchtberatung in obiger Sum- mit der Nebenstelle in Geesthacht me enthalten DW Alkohol- und Drogenberatung / Suchtberatung in obiger Sum- mit der Nebenstelle in Geesthacht; Kontaktladen me enthalten „Kola“ Nordfriesland: Kreisgesundheitsamt Husum k. Lf. Beratungsstelle für Glücksspieler, Fachkliniken k. Lf. Nordfriesland gGmbH in Bredstedt Kreisgesundheitsamt, Suchtberatung, Sozialpsy- k. Lf. chiatrischer Dienst, Niebüll DW Kirchenkreis Südtondern für Niebüll 42.980,00 DW Kirchenkreis Südtondern für Leck als Nebenstelle in obiger Sum- me enthalten DW Kirchenkreis Südtondern für Westerland 6.885,00 DW Diakonisches Werk Husum 57.375,00 DW Diakonisches Werk Husum mit der Nebenstelle in in obiger Sum- St. Peter Ording me enthalten DW Diakonisches Werk Husum mit der Nebenstelle in in obiger Sum- Tönning me enthalten DPWV Die Brücke Wyk / Föhr 7.697,16 Ostholstein: Kreisgesundheitsamt, Suchtkrankenhilfe in Eutin k. Lf. Kreisgesundheitsamt, Suchtberatung in Bad k. Lf. Schwartau Kreisgesundheitsamt, Suchtkrankenhilfe in Olden- k. Lf. burg 4
Schleswig-Holsteinischer Landtag - 17. Wahlperiode Drucksache 17/1830 „Lichtblick“, Drogenhilfe Ostholstein, Ratekau k. Lf. „Lichtblick“, Drogenhilfe Ostholstein, Lensahn k. Lf. „Lichtblick“, Drogenhilfe Ostholstein, Burg a. k. Lf. Fehmarn DW Beratungs- und Behandlungsstelle für Suchtkranke k. Lf. (DW Kirchenkreis Oldenburg), Neustadt AMEOS Psychatrium gGmbH Langbau Süd, k. Lf. Heiligenhafen AMEOS Psychatrium gGmbH, Suchtmedizinische k. Lf. Ambulanz in Neustadt AWO AWO Suchtberatung Ostholstein, Bad Schwartau k. Lf. AWO AWO Suchtberatung Ostholstein, Ahrensbök k. Lf. DW ATS-Suchtberatung in Oldenburg k. Lf. DW Innere Mission (ATS) für Fehmarn 14.535,00 AWO AWO Südholstein, Eutin 21.420,00 Pinneberg: Kreisgesundheitsamt Pinneberg k. Lf. Suchthilfezentrum des Ahornhofes, SHZ Elmshorn k. Lf. AWO AWO – Suchttherapie, Klinikum Elmshorn k. Lf. DW Diakonie – Suchtberatung Pinneberg k. Lf. DW Innere Mission (ATS) Bönningstedt, Gemeinde- k. Lf. haus DPWV Therapiehilfe HH (STZ) „Das Cafe“, Elmshorn k. Lf. „Selbsthilfe hilft“, Elmshorn k. Lf. DPWV Therapiehilfe HH (STZ) für Elmshorn 28.479,37 DPWV Therapiehilfe HH (STZ) für Pinneberg 19.503,73 DPWV Therapiehilfe HH (STZ) für Wedel 39.958,41 DW Innere Mission (ATS) Pinneberg in Tornesch- 11.878,75 Uetersen DW Innere Mission (ATS) Pinneberg mit der Nebenstel- in obiger Sum- le in Quickborn me enthalten 5
Drucksache 17/1830 Schleswig-Holsteinischer Landtag - 17. Wahlperiode DW Kirchenkreis Rantzau, Elmshorn 2.300,00 AWO AWO Unterelbe, Schenefeld 24.696,50 AWO AWO Unterelbe mit der Nebenstelle in Rellingen in obiger Sum- me enthalten AWO AWO Unterelbe mit der Nebenstelle in Halstenbek in obiger Sum- me enthalten Plön: Amt für Gesundheit, Sozialpsychiatrischer Dienst, k. Lf. Plön AMEOS Psychatrium gGmbH – Psychiatrische In- k. Lf. stitutsambulanz in Preetz DW Innere Mission (ATS) in Preetz 21.420,00 Rendsburg-Eckernförde: Kreisgesundheitsamt in Rendsburg k. Lf. Streetwork in Eckernförde k. Lf. Via Beratung und Treff für Mädchen und Frauen in k. Lf. Eckernförde DW Diakonisches Werk der Kirchenkreise Rendsburg 81.855,00 und Eckernförde gGmbH in Rendsburg DW Diakonisches Werk der Kirchenkreise Rendsburg in obiger Sum- und Eckernförde gGmbH mit Nebenstelle in me enthalten Eckernförde DPWV Die Brücke RD-Eck, Rendsburg 6.003,81 DPWV Droge 70, Rendsburg 26.170,30 Schleswig-Flensburg: Kreisgesundheitsamt, Beratungsstelle fürAlkohol- k. Lf. und Suchtkranke in Schleswig DW Suchthilfezentrum Schleswig 79.700,00 DW Suchthilfezentrum Schleswig mit der Nebenstelle in in obiger Sum- Kappeln me enthalten DW Suchthilfezentrum Schleswig mit der Nebenstelle in in obiger Sum- Satrup me enthalten AWO Aufsuchende Sozialarbeit im Strafvollzug (legale 12.000,00 Drogen), JA Schleswig, AWO S.-H., Region Mittel- holstein Aufsuchende Sozialarbeit im Strafvollzug (illegale 12.000,00 Drogen), JA Schleswig, Jugendhilfenetzwerk Süd- West 6
Schleswig-Holsteinischer Landtag - 17. Wahlperiode Drucksache 17/1830 Segeberg: Kreisgesundheitsamt, Sozialpsychiatrischer Dienst k. Lf. in Segeberg DW Innere Mission (ATS) in Norderstedt k. Lf. DW Innere Mission (ATS) in Wahlstedt k. Lf. DW Innere Mission (ATS) in Kaltenkirchen k. Lf. DW Innere Mission (ATS) Segeberg 120.245,00 DPWV Sozialwerk Norderstedt 8.851,70 Steinburg: Kreisgesundheitsamt in Itzehoe k. Lf. Begegnungs- und Beratungsstelle Blaues Kreuz k. Lf. Deutschland e.V. in Itzehoe Füreinander e.V. Beratungsstelle in Itzehoe k. Lf. DPWV Therapiehilfe HH (STZ) für Itzehoe 45.433,22 DPWV Aufsuchende Sozialarbeit im Strafvollzug (legale 8.400,00 und illegale Drogen), JVA Itzehoe, Therapiehilfe Stormarn: Fachdienst Gesundheit, Bad Oldesloe k. Lf. DPWV Suchtberatung Südstormarn für Reinbek 26.248,43 DPWV Suchtberatung Südstormarn für Glinde als Neben- in obiger Sum- stelle me enthalten DPWV Suchtberatung Südstormarn für Barsbüttel als Ne- in obiger Sum- benstelle me enthalten DPWV Suchtberatung Südstormarn für Trittau als Neben- in obiger Sum- stelle me enthalten DPWV Therapiehilfe HH (STZ) für Ahrensburg 32.898,29 DPWV Therapiehilfe HH (STZ) mit der Nebenstelle in Bad in obiger Sum- Oldesloe me enthalten DPWV Therapiehilfe HH (STZ) mit der Nebenstelle in in obiger Sum- Reinfeld me enthalten 7
Drucksache 17/1830 Schleswig-Holsteinischer Landtag - 17. Wahlperiode DPWV Therapiehilfe HH (STZ) mit der Nebenstelle in in obiger Sum- Bargteheide me enthalten In Schleswig-Holstein gibt es zzt. 111 Drogen- und Suchtberatungsstellen. Das Land fördert davon insgesamt 57 Beratungsstellen (inkl. Nebenstellen), die in der Trägerschaft des Diakonischen Werkes, des DPWVs und der AWO Schleswig-Holstein sind. Bei den übrigen Angeboten, handelt es sich zum Beispiel um Kreisgesund- heitsämter, Beratungsangebote in Kliniken und Krankenhäusern sowie Ange- bote der Suchtselbsthilfe (soweit diese im Suchthilfeverzeichnis aufgeführt sind). Die Arbeit der Suchtselbsthilfe wird teilweise durch das Land gefördert, indem 88.000,00 € über einen Vergabeausschuss bei der LSSH an die Suchtselbst- hilfeverbände verteilt werden; ein Teil dieser Mittel wird wiederum für die Bera- tungsangebote der Suchtselbsthilfe verwendet. Die übrigen Angebote werden durch die Kommunen und andere Kostenträger (z. B. Krankenkassen) finanziert. 3. Welche der genannten Beratungsstellen erhalten kommunale Zuschüsse bzw. Zuschüsse der Kreise / kreisfreien Städte und in welcher Höhe? Antwort: Die Höhe der kommunalen Förderung ist nur für die 57 Einrichtungen bekannt, die vom Land gefördert werden. Die Höhe betrug im Jahr 2010 durchschnitt- lich 63 %. 4. Welche der genannten Beratungsstellen erhalten Drittmittel oder weitere Zu- schüsse und in welcher Höhe? Antwort: Die Höhe der Drittmittel oder weiteren Förderung ist nur für die 57 Einrichtun- gen bekannt, die vom Land gefördert werden. Die Höhe betrug im Jahr 2010 durchschnittlich 11 %. 5. Gibt es Angebote in der Drogen- und Suchtberatung, die keine öffentlichen Zuschüsse erhalten? Wenn ja, welche sind dies und wie werden diese finan- ziert? Antwort: Die Landesregierung kann nur Aussagen zu den 57 mit Landesmitteln anteilig mitfinanzierten Einrichtungen treffen. Daher ist der Landesregierung nicht be- kannt, ob und welche Einrichtungen keine öffentlichen Zuschüsse erhalten. 6. Wie hoch sind die jährlichen Ausgaben der einzelnen Kreise / kreisfreien Städ- te bzw. Städte oder Gemeinden, die in die Förderung der Drogen – und Suchtberatungsstellen fließen (absolut und pro EinwohnerIn)? Antwort: 8
Schleswig-Holsteinischer Landtag - 17. Wahlperiode Drucksache 17/1830 Die Höhe der jährlichen Ausgaben der einzelnen Kreise / kreisfreien Städte für dieses Aufgabenfeld ist der Landesregierung nicht bekannt. 7. Welche Veränderungen hat es für die Drogen- und Suchtberatungsstelle durch die 15-prozentige Kürzung der Landeszuschüsse im Rahmen des Sozi- alvertrages II im Jahr 2011 gegeben? Sind alle Träger und Beratungsstellen gleichermaßen von den Kürzungen betroffen? Angaben bitte nach Kreisen / kreisfreien Städten und Standorten auflisten. Antwort: Der Landesregierung sind keine Änderungen bekannt. Die Kürzung der freiwilligen Leistungen im Jahr 2011 wurde gleichmäßig auf alle vom Land geförderten Einrichtungen verteilt. 8. Haben die Kreise / kreisfreien Städte und Kommunen ihre Zuschüsse in 2011 entsprechend aufgestockt oder ebenfalls reduziert? Konnten entstandene Fi- nanzierungslücken durch Spenden oder Drittmittel kompensiert werden? Mussten Beratungsangebote reduziert oder aufgegeben werden? Angaben bitte nach Kreisen / kreisfreien Städten und Standorten auflisten. Antwort: Eine Abfrage bei den kommunalen Landesverbänden im vergangenen Jahr hat ergeben, dass für das Jahr 2011 keine Kürzungen bei den Städten vorge- nommen wurden; teilweise wurden die kommunalen Mittel erhöht (z. B. bei der Stadt Kiel). Von Seiten der Kreise wurde keine umfassende Rückmeldung gegeben. Kür- zungen der kommunalen Mittel sind bei den Einrichtungen, die auch vom Land gefördert werden, nach derzeitiger Aktenlage nicht bekannt. 9. Wird die Landesregierung die Landeszuschüsse für das Jahr 2012 in gleicher Höhe erhalten, wie im Haushalt 2012 vorgesehen oder sind weitere Kürzun- gen geplant? Antwort: Die Landesregierung hält am Haushalt 2012 fest. 10. Welche weiteren Auswirkungen erwartet die Landesregierung auf die Finan- zierung und die Arbeit der Drogen- und Suchtberatungsstellen in Schleswig- Holstein durch die ab 2012 geplante Kommunalisierung? Antwort: Das Land ist nur bei ca. der Hälfte der Einrichtungen an der Finanzierung be- teiligt und auch bei diesen finanzieren die Kommunen den überwiegenden An- teil (ca. 55-65%). Das Land fördert lediglich 1/3 bis 1/4 der Gesamtkosten. Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, die vorhandenen Doppelstrukturen im Zuwendungsverfahren abzubauen. Es soll ein neuer Verfahrensweg gefunden werden, der die Förderungen der öffentlichen Hand besser zusammenführt. Damit ist auch die Hoffnung verbunden, das gesamte Verfahren effizienter zu gestalten und – auch für die Einrichtungen – zu erleichtern. 9
Drucksache 17/1830 Schleswig-Holsteinischer Landtag - 17. Wahlperiode Bei den Kommunen liegen nicht nur aufgrund der räumlichen Nähe, sondern auch durch die jahrelange Praxis in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich große Kompetenzen. Dies liegt nicht zuletzt auch in der Struktur Schleswig- Holsteins begründet als ein Land, in dem kein Mittelbau zwischen Land und Kommunen vorhanden ist. Es handelt sich um ein neues Verfahren, das Verwaltungswege vereinfachen, Kompetenzen bündeln und die Gestaltungsfreiheit der Kommunen stärken soll. Durch die Neustrukturierung unterstützt das Land auch weiterhin die Kommunen bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben. 10