m SCHLESWIG-HOLSTEINISCHER LANDTAG 7. Wahlperlode Drucksache 7I 109 24. 08. 73 03. 09. 73 Antwort des Ministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten auf die Kleine Anfrage des Abg. Stojan (SPD) Schonung und Jagd von Seehunden an der Nordseeküste Schleswig-Holstelns 1. Weld1e ökologischen Notwendigkeiten erzwingen eine Ver~ ringerung des Seehundbestandes? In erster Linie das begrenzte Nahrungsangebot der schleswig-holstei- nischen Nordseeküste. Es "ist ein anerkannter Grundtatbestand der Wildbiologie, daß ein beStimmter Lebensraum nur eine bestimmte Anzahl von Tieren einer Gattung gesund und lebensfähig erhalten kann, Wie die seit fast 20 Jahren regelmäßig durd1geführten Zählun- gen des Seehundbestandes ergeben haben, hat sich deren Zahl in Schleswig-Holstein, im Gegensatz zu allen anderen Bereichen der Nordseeküste, nicht nur erhalten, sondern vermehrt. Die Vermehrung beträgt gegenüber dem Stand von 1965 fast 20 %. Im Hinblick auf diese Tatsad1e ist eine gewisse Bestandsregulierung unumgänglich. 2. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, mit der die schleswig~hol steinischen Seehundbestände in die ökologischen Nischen vor Niedersachsen und Holland einwandern, wenn dort im Rahmen des zunehmend propagierten Entwässerungsschutzes die \Vas- serqualität gehoben sein wird? Die Wahrscheinlichkeit ist äußerst gering. Langjährige Beobachtungen und insbesondere die Funde markierter Seehunde haben bislang nur Anzeichen für eine Wauderbewegung nach Norden ergeben. Mar- kierte Tiere wurden vereinzelt nad1 der Umrundung von Skagen so- Die Landtagsdrucksachen slnd fortlaufend und einzeln beim Verleg Schmldt & Klaunlg, 23 Klei, Ringstraße 19/21, Fernruf 6 20 95/96, zu beziehen.