SCHLESWIG-HOLSTEINISCHER LANDTAG Drucksache 9/1515 9. Wahlperiode 16. 06. 82 Kleine Anfrage des Abg. Meyer (SSW) und Antwort der Landesregierung - Minister für Wirtschaft und Verkehr - Förderung alternativer Energieversorgung 1. In welchem Umfang und mit welchen Beträgen hat das Land Schleswig~Holstein im' Jahre 1981 die Erridltung von Einrich~ tungen zur Versorgung mit alternativen Energieformen ge- fördert? Die Landesregierung geht davon aus, daß in der Frage Anlagen zur Nutzung regenerativer Energiequellen wie Sonnenenergie - insbe- sondere durch Wärmepumpen-, \IVindenergie und Biomasse gemeint ~~. . Solche Vorhaben werden seit 1978 im Rahmen des Landesprogramms zur sinnvollen und sparsamen Energieverwendung gefördert. 1981 erfolgte im landwirtschaftlichen, gewerblichen und kommunalen Be- reich bei eillern Förderungsvolumen von über 2 Mio DM überwie- gend die Förderung von Vorhaben zur Nutzung alternativer Ener- gien, Aus dem Programm zur Förderung heizenergiesparender Investi- tionen (4,35-Mrd-DM-Programm) wurde 1981 in ca. 2,5 •!o der Fälle eine Förderung solcher Maßnahmen nachgefragt. Damit entfielen über 1 Mio DM der Förderungsmittel auf diesen Bereich. Darüber hinaus sie~t der gemeinsame Runderlaß des Kultusministers, des Innenministers und des Finanzministers vom 23. 10. 1979 ,.Techni.., sd1e Richtlinien für den Sdmlbau" (Amtbl. Schl.-H. 1979 S. 711) die Die Landtagsdrucksachen sind fOrtlaufend und einzeln beim Verlag Schmldt & Klauolg, Ringstraße 19, 2300 Klei, Fernruf 6 20 95196, zu beziehen.
Drucksache 9/1515 Schleswig-Holsteinischer Landtag- 9. Wahlperiode Förderung von Wärmerückgewinnungsanlagen, Wärmepumpenanla- gen, Solaranlagen usw. vor. Die- Mehrkosten für diese Tedmologien können bis 25 fJ/o gegenüber herkömmlicher Technik betragen. Eine gesonderte Erfassung solcher Vorhaben ist unüblid1 und daher nicht erfolgt. 2. Kommt Energie aus alternativen Versorgungsquellen bei der Bewirtschaftung landeseigener, Gebäude und Liegenschaften zur Anwendung und in welch€m Umfang? Uber 53 Ofo des Wärmebedarfs landeseigener Liegenschaften wird be- reits aus Fernwärme der Kraft-Wärme-Kopplung bzw. der Müllver- brennung gedeckt. Für diesen Teil kommt der Einsatz regenerativer Energien· nicht mehr in Frage. Die Bauverwaltung des Landes geht weiterhin davon aus, daß in einigen Jahren Wärmepumpenanlagen allgemein Verwendung finden werden. Mit Erlaß des Finanzministers vorn 15, 2.1980 wurden daher ,,Empfehlungen zum energiesparenden Bauen- Bereich Technik-" (Amtsbl. Schl.-H. 1980, S. 208 ff.) heraus- gegeben, die für Baumaßnahmen des Landes und die mit staatlid1en Mitteln geförderten kommunalen und freigemeinnützigen Baumaß- nahmen gelten. Danach werden· z. B. die Heizkörper-Mitteltempera- turen von bisher 80° c "auf 60° c gesenkt. 'weiterhin wurden im Schwimmbad des Sportforums der Universität Kiel eine Wärmerückgewinnungsanlage mit Wärmepumpe, bei der Fachhochschule Flensburg ein Gebäude für umfangreiqte Versuche für Forschung und Lehre zur alternativen Energieanwendung, bei der Fachhod1schule Lübeck. ein Versuchshaus für die Nutzung von Son- nenenergie z. T. in Kombination mit Wärmepumpen, in fünf Polizei- dienstgebäuden bivalente Wärmepumpen, im Versuchsgut Bimöhlen der Universität Kiel eine Milchkühlanlage mit Wärmepumpe sowie auf den Tierställen im Biologiezentrum der Universität Kiel ein Ener- giedach in Vetbindung mit Wärmepumpen errichtet. Derzeit steht das Land mit dem Zweckverband Ostholstein in Verhandlung um zu klä- ren, ob der Wärmebedarf des Landeskrankenhauses Neustadt aus der im Aufbau befindlichen Müllverbrennungsanlage in Neustadt gedeckt werden kann. 3, Gibt es landeseigene Initiativen zur Erforschung und techni- schen Vervollkommnung zukünftigen Einsatzes von alterna~ tiver Energie, und in welchem Umfang werden derartige For- sdmngen vom Land finanziell unterstützt? Ja, siehe zu Antwort 2. geförderte Vorhaben, insbesondere die Vor- haben an den Fachhochschulen Flensburg und Lübeck.' Im übrigen wird auf Ziff. C 7 des Programms der Landesregierung zur sinnvollen und sparsamen Energieverwfmdung - Landesprogramm 82 -. verwiesen. 4. In welchem Umfang wurden die im Jahre 1981 neu gebauten landeseigenen Gebäuden mit zusätzlichen Einridüungen für alternative Energieversorgung (Sonne, Wind, Biogas, Erdwärme usw.). versehen? Siehe Antwort zu 2.