Versuchsstatus an Gesamtschulen
SCHLESWIG-HOLSTEINISCHER LANDTAG Drucksache 9/360 9. Wahlperiode 09. 01. 80 Kleine Anfrage des Abg. Dr. Lohmann (SPD) und Antwort der Landesregierung - Kultusminister - Versuchsstatus an Gesamtschulen 1. Trifft es zu, daß am 7-. November 1979 der Parlamentarisd1e Staatssekretär Bernhardt geäußert haben soll, in dieser Legis- laturperiode sollte dCr Versmhssta:tus der Gesamtschulen in Schleswig-Holstein aufgehoben werden? Stimmt die Landesregierung mit dieser Auffassung überein? Falls nein, beabsichtigt die Landesregierung in dieser Legisla- turperiode eine Entscheidung über das Ende des Versuchs- status herbeizuführen? Der Parlamentarische Staatssekretär Bernha'rdt hat in mehreren Ver- anstaltungen der letzten Zeit geäußert, daß naCh seiner Meinung in Schleswig-Holstein die Gesamtsdmlfrage in dieser Legislaturpe- riode entsdlieden werden sollte. Er hat dabei nicht den Ausdruck "Aufhebung des Versuchsstatus", sondern den Ausdruck "Entsdiei- dung der Gesamtschulfrage" benutzt. Nach Auffassung der Landesregierung soll eine abschli€ßende Mei- nungsbildung zur Gesamtschulfrage dann erfolgen, wenn die Aus- wertungen der wissenschaftlichen Begleitung zU den Klassenstufen 5 bis 10 abgeschlossen sind und die Abiturergebnisse mindestens eines Schülerjahrga~ges yorliegen., Darüber hinausgehende Beschlüsse hat die Landesregierung nicht gelaß!. Die LandtagSdrucksachen sind fortlaufend und einzeln beim Vertag Schmldt & Klaun!g, Ringstraße 19, 2300 Klei, Fernruf 6 20 95/96, zu beziehen.
Drucl<sache 9/360 Sdlleswig-Holsteinischer Landtag~ 9. Wahlperiode 2. Hat der Parlamentarisd1e Staatssekretär Bernhardt bei der gleichen Veranstalturig die Auffasuung vertreten, daß mit dem Beschluß über das Ende des Vcrsud1sstatus von Gesamtsdmlen von der Landesregierung zwischen den folgenden drei Möglich- keiten zu entscheiden ist - sukzessiVe generelle Einführung der Gesamtschule als ein- zige Regelsdmle - red1tlid1e Absicherung der Gesamtsdmle als Angebots- oder Regelsdmle neben dem bestehenden Schulaufbau - Aufhebung der Gesamt$chule und schrittweises Auslaufen? Trifft diese Auffassung zu? Der Parlamentarische StaatSsekretär hat in den genannten Veran- staltungen die Auffassung vertreten, daß es für die Entscheidung der Gesamtschulfrage .in Sdlleswig-Holstein theoretisch versdüedene Möglichkeiten gibt. Eine Meinungsbildung der Landesregierung zu. einzelnen theoreti- sdien Möglichkeiten liegt nid1_l vor. 3. Hat Ministerpräsidcnt.Dr. Gerhard Stoltenbergam 6. Dezemb.er 1978 vor dem Schleswig-Holsteinischen Philologenverband ge- äußert, die Landesregierung habe sid1 "im. Schulgesetz grund- sätzlidl dafür entschieden, aril gegliederten Sdmlsystem fest- zuhalten<~'? Stimmt die Landesregierung mit dieser Äußerung überein'? .Beide Fragen werden mit "Ja" beantwortet. Auf die Regierungser- klärung vom 30. Mai 1979 wird verwiesen. 4. Hat Ministerpräsident Dr. Stoltenberg auf der. eben genannten Veranstaltung noch die folgellde zusätzlid1e Position vertreten: · ".Nach dem Abschluß der Sdmlversuche bleibt in _einigen Jithren nur die Entsc.heidung, das gegliederte durd1lässige Sdmlsystem beizubehalten oder es generell durch die Gesamtsdlule abzu- lösen"? Stimmt die Landesregierung damit "Qberein? Ministerpräsident Dr. Stoltenbe.rg hat die genannte zusätzliche Po- sition vertreten. Er ist der Auffassung, daß aus Gründen der Chan- cengeredltigkeit das Schillwesen des Landes in~ Sekundarbereich I im Regelfall nur aus einem Schulsystem bestehen kann. Nach dem jetzigen Stand der Erkenntnisse ist dies die geglieder~e und durch- lässige Schulorganisation.