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D LK HT 2 Seite 2 von 3 Name: _______________________ Alfred Lichtenstein (1889 – 1914) Nebel (1913) Ein Nebel hat die Welt so weich zerstört. Blutlose Bäume lösen sich in Rauch. Und Schatten schweben, wo man Schreie hört. Brennende Biester schwinden hin wie Hauch. 5 10 Gefangne Fliegen sind die Gaslaternen. Und jede flackert, daß sie noch entrinne. Doch seitlich lauert glimmend hoch in Fernen Der giftge Mond, die fette Nebelspinne. Wir aber, die, verrucht, zum Tode taugen, Zerschreiten knirschend diese wüste Pracht. Und stechen stumm die weißen Elendsaugen Wie Spieße in die aufgeschwollne Nacht. Abiturprüfung 2019 – Nur für den Dienstgebrauch!
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D LK HT 2 Seite 3 von 3 Name: _______________________ Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) An den Mond (spätere Fassung; veröffentlicht 1789) Füllest wieder Busch und Tal Still mit Nebelglanz, Lösest endlich auch einmal Meine Seele ganz; 5 10 15 20 1 Breitest über mein Gefild Lindernd deinen Blick, Wie des Freundes Auge mild Über mein Geschick. Jeden Nachklang fühlt mein Herz Froh- und trüber Zeit, Wandle zwischen Freud’ und Schmerz In der Einsamkeit. Fließe, fließe, lieber Fluß! Nimmer werd’ ich froh, So verrauschte Scherz und Kuß, Und die Treue so. Ich besaß es doch einmal, Was so köstlich ist! Daß man doch zu seiner Qual Nimmer es vergißt! Rausche, Fluß, das Tal entlang, Ohne Rast und Ruh, Rausche, flüstre meinem Sang Melodien zu, 25 30 35 Wenn du in der Winternacht Wütend überschwillst, Oder um die Frühlingspracht Junger Knospen quillst. Selig, wer sich vor der Welt Ohne Haß verschließt, Einen Freund am Busen hält Und mit dem genießt, Was, von Menschen nicht gewußt Oder nicht bedacht, Durch das Labyrinth der Brust Wandelt in der Nacht. 1 Gefild: Felder; Landschaft Abiturprüfung 2019 – Nur für den Dienstgebrauch!
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Ministerium für Schule und Bildung NRW D LK HT 2 Seite 1 von 9 Unterlagen für die Lehrkraft Abiturprüfung 2019 Deutsch, Leistungskurs 1. Aufgabenart Vergleichende Analyse literarischer Texte 2. 1 Aufgabenstellung 1. Analysieren Sie Alfred Lichtensteins Gedicht „Nebel“ und deuten Sie es vor dem Hinter- grund Ihrer Kenntnisse des Expressionismus. (36 Punkte) 2. Analysieren Sie Johann Wolfgang von Goethes Gedicht „An den Mond“. Vergleichen Sie anschließend Lichtensteins und Goethes Gedicht im Hinblick auf die Gestaltung des Verhältnisses von Ich und Welt. (36 Punkte) 3. Materialgrundlage • Alfred Lichtenstein: Nebel. In: Ders.: Dichtungen. Hrsg. von Klaus Kanzog und Hartmut Vollmer. Zürich: Arche 1989, S. 64 • Johann Wolfgang von Goethe: An den Mond (2. Fassung 1789). In: Goethes Werke. Bd. 1: Gedichte und Epen 1. 12. Auflage. Textkritisch durchgesehen und kommentiert von Erich Trunz. München: C. H. Beck 1981, S. 129 f. 4. Bezüge zum Kernlehrplan und zu den Vorgaben 2019 Die Aufgaben weisen vielfältige Bezüge zu den Kompetenzerwartungen und Inhaltsfeldern des Kernlehrplans bzw. zu den in den Vorgaben ausgewiesenen Fokussierungen auf. Im Folgenden wird auf Bezüge von zentraler Bedeutung hingewiesen. 1. Inhaltsfelder und inhaltliche Schwerpunkte Inhaltsfeld Texte • lyrische Texte zu einem Themenbereich im historischen Längsschnitt – Expressionismus 2. Medien/Materialien • entfällt 1 Die Aufgabenstellung deckt inhaltlich alle drei Anforderungsbereiche ab. Abiturprüfung 2019 – Nur für den Dienstgebrauch!
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Ministerium für Schule und Bildung NRW D LK HT 2 Seite 2 von 9 5. Zugelassene Hilfsmittel • Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung 6. Vorgaben für die Bewertung der Schülerleistungen Teilleistungen – Kriterien a) inhaltliche Leistung Teilaufgabe 1 Anforderungen Der Prüfling maximal erreichbare Punktzahl 1 verfasst eine aufgabenbezogene Einleitung: Autor, Titel, Textsorte, Entstehungszeit. 3 2 beschreibt den formalen Aufbau des Gedichts, etwa: • drei Strophen mit je vier Versen, • durchgängige Verwendung des Kreuzreims, • dominierendes Versmaß: fünfhebiger Jambus, • Elisionen in V. 5, 8, 12. 3 3 erschließt Inhalt und Thema des Gedichts, etwa: • 1. Strophe: – assoziative Reihung optischer und akustischer Wahrnehmungen einer sich im Nebel auflösenden, diffus entrückten Welt, die in ihren Strukturen und ihrer Gegenständlichkeit tendenziell unidentifizierbar geworden ist, • 2. Strophe: – Eindrücke eines von künstlichem und natürlichem Licht erhellten (städtischen) Raumes bei Nacht, – aufwärtsgerichtete Wahrnehmungsbewegung von der Straßenbeleuchtung hin zum diffus leuchtenden, unheimlich und bedrohlich wirkenden Mond, • 3. Strophe: – Eintönigkeit und Lebensfeindlichkeit der zugleich unförmigen („aufge- schwollne“) und schönen („Pracht“) Welt, – Naturdarstellung als Anstoß für eine Reflexion des lyrischen Sprechers über die letztlich zum Tode verdammten Menschen: Zweifel an deren Lebenstüch- tigkeit und Moralität, – Beschreibung einer hilflosen, ggf. auch zwanghaften Suchbewegung der Men- schen angesichts der vom Nebel eingehüllten Nacht, • Thema: Wahrnehmung einer bedrohlichen Kulisse des (ggf. städtischen) Lebens- raums angesichts der Phänomene Nacht und Nebel und damit einhergehende Gedanken über die Vergänglichkeit des Menschen. 7 Bei der Bewertung der Prüflingsleistung ist zu beachten, ob und inwieweit der Prüf- ling die Deutungsoffenheit bzw. den Andeutungscharakter von Begriffen und Wendun- gen des Gedichts berücksichtigt. 4 erschließt die kommunikative Situation, etwa: • in Strophe 1 und 2 Aneinanderreihung von Wahrnehmungen sowie Wiedergabe von Eindrücken durch einen unbestimmten lyrischen Sprecher, • in Strophe 3 Auftreten des lyrischen Sprechers („Wir“) – Selbstansprache und An- sprache der Menschen seiner Zeit unter Einbeziehung des Lesers, • negative Steigerungsstruktur durch die Deutungen bzw. Reflexionen des lyrischen Sprechers am Schluss. Abiturprüfung 2019 – Nur für den Dienstgebrauch! 3
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Ministerium für Schule und Bildung NRW D LK HT 2 Seite 3 von 9 5 untersucht bildliche Gestaltungsmittel unter Berücksichtigung ihrer Funktion, etwa: • dämonisierende, teils grotesk verfremdende Personifizierung des Mondes zur Er- zeugung einer beklemmenden Realität und zur Intensivierung des Gefühls des Aus- geliefertseins, • Metaphern („Gaslaternen“ als „[g]efangne Fliegen“, Mond als „Nebelspinne“) und Vergleiche („Elendsaugen [w]ie Spieße“, „schwinden hin wie Hauch“) etwa zur gezielten Verfremdung und Deformation einzelner Elemente sowie zur Inten- sivierung von Wahrnehmungen, • bildliche Wendungen zur Vermittlung des Eindrucks des Diffusen, Ungreifbaren, Aufgelösten, Gestaltlosen; Kennzeichnung der Welt als undurchschaubar, bedroh- lich oder auch lebensfeindlich. 4 6 untersucht syntaktische Gestaltungsmittel unter Berücksichtigung ihrer Funktion, etwa: • Inversion („Gefangne Fliegen sind die Gaslaternen“) bzw. Mehrdeutigkeit des Sat- zes etwa zur Betonung einer Wahrnehmungsverunsicherung oder von Ohnmachts- gefühlen, • überwiegender Zeilenstil bzw. parataktische Reihung von Einzelwahrnehmungen – als möglicher Ausdruck einer assoziativen und fragmentarischen Wahrnehmung der Außenwelt und zur Verstärkung des Eindrucks von Orientierungslosigkeit ange- sichts der Abkehr von einer konventionellen Raum- und Naturwahrnehmung. 3 7 untersucht die Wortwahl unter Berücksichtigung ihrer Funktion, etwa: • Nebeneinander der diffusen Andeutung von negativen Emotionen wie Angst und Bedrohung durch entsprechende Signalwörter (Adjektive und Partizipien) und posi- tiven Momenten („weich“, „schweben“, „Pracht“) zum Ausdruck einer insgesamt eher bedrückenden, amorphen Wirklichkeit, die ihre klaren Konturen verloren hat, • metaphorische Verwendung von aggressiv anmutenden Verben der Bewegung aus dem Bereich des Militärischen und ungewöhnliche Wendung etwa als Verweis auf den hilflos, gleichsam blind umherirrenden Menschen im Nebel („zerschreiten“, „stechen […] die weißen Elendsaugen“), • auffällige Verwendung des Personalpronomens „wir“ sowie des verstärkenden „aber“ (V. 9) zur Akzentuierung der verallgemeinerten Reflexionen des lyrischen Ichs, • Verwendung von Nebel als Subjekt weicher Weltzerstörung (1. Strophe) sowie als Teil des Bedeutungsspenders in der metaphorischen Bezeichnung des Mondes als „Nebelspinne“ (2. Strophe) – etwa zur Unterstreichung allgemeiner Desorientie- rung und Wahrnehmungsverunsicherung, • Neologismus „Elendsaugen“ zur Verdeutlichung von Trostlosigkeit und Selbstver- lust und als Metapher für Hilflosigkeit des Menschen; Entsprechung von Natur- erscheinung „undurchdringlicher Nebel“ und menschlichem Zustand, • teils deutungsoffene, unbestimmte Begriffe und Wendungen zur Auflösung einer konventionellen Wirklichkeitswahrnehmung („Schatten“, „[b]rennende Biester“), • auffällige lautliche Gestaltung (z. B. Alliterationen, Zischlaute) etwa zur akusti- schen Verdichtung der Bilder und zur spannungsvollen atmosphärischen Schilde- rung einer düster-bedrückenden Erfahrung. 6 Angestrebt ist hier keine vollständige Darstellung der beispielhaft genannten Aspekte, sondern eine differenzierte Schwerpunktsetzung durch den Prüfling, die allerdings mehrere Gesichtspunkte aufgreift. Abiturprüfung 2019 – Nur für den Dienstgebrauch!
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Ministerium für Schule und Bildung NRW D LK HT 2 Seite 4 von 9 8 deutet das Gedicht vor dem Hintergrund der Kenntnisse des Expressionismus, etwa im Hinblick auf: • die poetische Darstellung einer subjektiven, stark überzeichneten Wahrnehmung der durch ein Naturphänomen verfremdeten Außenwelt; typische Abkehr vom tra- ditionellen Natur- und Stimmungsgedicht, • den unsicheren Wirklichkeitsbezug der Aussagen als Ausdruck der durch den Nebel aufgelösten vertrauten Wirklichkeit; Tendenz zu dissoziierter Weltwahrnehmung, • die Darstellung tiefgreifender Verunsicherung und unaufhebbarer Entfremdung etwa im Kontext zunehmenden nihilistischen Bewusstseins, • die dichterische Diagnose eines von Unverbundenheit geprägten existenziellen Zeit- und Lebensgefühls, dem feste und verlässliche Orientierungen sowie übergreifende (etwa moralische oder religiöse) Sinnbezüge abhandengekommen sind, • den im Zusammenhang mit der Erschütterung des tradierten Weltbildes bestehen- den Kontrast zwischen konventioneller Form und verstörendem Inhalt. 7 Angestrebt ist hier keine vollständige Darstellung der beispielhaft genannten Aspekte, sondern eine differenzierte Schwerpunktsetzung durch den Prüfling, die allerdings mehrere Gesichtspunkte aufgreift. 9 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (4) Teilaufgabe 2 Anforderungen Der Prüfling maximal erreichbare Punktzahl 1 formuliert eine aufgabenbezogene Überleitung unter Nennung der Titel, Autoren und möglicher Vergleichshinsichten bzw. mit Hinweisen auf das weitere methodische Vorgehen. 2 2 beschreibt den formalen Aufbau des Gedichts: • liedhafte Strophenform: neun Strophen mit je vier Versen, • Kreuzreim, • Metrum: trochäische Verse mit vier und drei Hebungen im Wechsel. 3 3 erschließt das Thema und den inhaltlichen Aufbau des Gedichts, etwa: • Strophe 1 – 2: Fähigkeit des Mondscheins, das lyrische Ich während seiner nächt- lichen Wanderung von Schmerzen und Sorgen zu entlasten und seine Schmerzen zu lindern; Mond als tröstender und schützender Freund (Gegenwart), • Strophe 3: (vom Mond geweckte) Erinnerungen an einen wechselvollen Lebens- weg, positive und negative Erlebnisse, Verlusterfahrungen; Einsamkeit des lyri- schen Ichs, „Qual“ des Nicht-Vergessen-Könnens (Rückschau), • Strophe 4 – 5: Vergegenwärtigung der Flüchtigkeit erlebter Glücksmomente, rau- schender Fluss als Sinnbild für die Vergänglichkeit von Liebe und Treue, Melan- cholie, • Strophe 6 – 7: Beschwörung jahreszeitlich gefärbter Flussgeräusche als Ausgangs- punkt lyrischen Schaffens (Gegenwart), • Strophe 8 – 9: Bekenntnis zur Selbstbeschränkung in der Abgeschiedenheit und Lob der Freundschaft, Sensibilität und Offenheit für die Geheimnisse des Lebens, Überwindung von Leid und Ausbreitung innerer Zufriedenheit, Öffnung eines Wegs nach innen durch Hinwendung zur Natur, Bedeutung des Unbewussten (Gegenwart und Ausblick auf die Zukunft), • Thema: Erleben einer Mondnacht in der Natur und in ihrer Bedeutung für den Menschen. 9 Abiturprüfung 2019 – Nur für den Dienstgebrauch!
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Ministerium für Schule und Bildung NRW D LK HT 2 Seite 5 von 9 4 untersucht auffällige sprachliche und bildliche Gestaltungsmittel in ihrer Funktion, etwa: • wiederholte Aufforderungen und Anreden als Hinweis auf die innige, vertraute und verlässliche Beziehung zur Natur, • Personifikation des Mondes durch Adjektive und Verben, die seine beruhigende Wirkung auf das Ich ausdrücken, • Vergleiche sowie prägnante Attribute zur Betonung des harmonischen Zusammen- hangs von Naturerscheinungen und menschlichem Gefühl, • emphatische Anrede der Natur zur Akzentuierung von Leitgedanken und Verstär- kung von Gefühlen, • bildlich-metaphorische Wendungen zur Veranschaulichung innerer Vorgänge und Gedanken („Labyrinth der Brust“), • Enjambements und trochäische Verse zur ausgewogenen rhythmischen Belebung, • Parallelisierung von Fluss und menschlichem Lebenslauf – Fluss als Symbol der Vergänglichkeit menschlicher Glückserfahrung, • kreisförmige Struktur des Gedichts durch Wiederaufnahme des Wortes „Freund“ (2. Strophe) in der vorletzten Strophe. 6 Angestrebt ist hier keine vollständige Darstellung der beispielhaft genannten Aspekte, sondern eine differenzierte Schwerpunktsetzung durch den Prüfling, die allerdings mehrere Gesichtspunkte aufgreift. 5 erschließt Gemeinsamkeiten beider Gedichte im Hinblick auf die Gestaltung des Ver- hältnisses von Ich und Welt, etwa: • Verwendung derselben Naturmotive: Mond, Nebel, Bäume/Busch, • atmosphärische Gestaltung: Außenwelt, Natur bzw. Naturbildlichkeit als Spiegel seelischer Befindlichkeit, • Tageszeit: Situierung des lyrischen Ichs in der Nacht als Ausgangspunkt für seine Empfindungen und Gedanken im Hinblick auf seine Verortung in der Welt. 7 6 erschließt Unterschiede der Gedichte im Hinblick auf die Gestaltung des Verhältnis- ses von Ich und Welt, etwa: • allumfassende Wirkung eines zerstörerischen Nebels als Ausdruck der Entfrem- dung zwischen Ich und Welt bei Lichtenstein vs. Nebel – sinnlich bzw. synästhe- tisch präsent durch „Nebelglanz“ – als Verkörperung eines heilsamen Welt- und Selbsterlebens bei Goethe, • Nacht als düstere, lebensfeindliche Zeit der Bedrohung und abgründige, desillusio- nierende Mondpoesie – „Spinnenmetapher“ für den Mond als grotesker Ausdruck von Bedrohung, aber auch als Ausdruck der Verlorenheit des lyrischen Sprechers in Raum und Zeit bei Lichtenstein vs. Mond als belebende, wohltuende Kraft und Nacht als Geheimnis, das erlebt und ausgekostet werden soll, als Zeichen der Ver- ankerung des lyrischen Ichs in Raum und Zeit bei Goethe, • negative Darstellung des Menschen bei Lichtenstein als „verrucht“ und „zum Tode taugen[d]“ vs. positive Darstellung des menschlichen Inneren bei Goethe, • keine Veränderung der negativen Emotionen, Ausgeliefertsein an eine trostlose, undurchdringliche und unwirtliche Außenwelt bei Lichtenstein vs. bei Goethe Möglichkeit, lebensgeschichtlich erfahrenes Leid zu überwinden, genussvolle Hin- wendung zu Freundschaft und einer reichen und zugänglichen Innenwelt; letztlich positive Sicht auf das eigene Leben, • fehlende (transzendente) Sinnangebote, Hoffnungs- und Aussichtslosigkeit bei Lichtenstein vs. Sinngebung durch Selbstbesinnung: Hinwendung zum inneren Erleben, Leben in Selbstbeschränkung und Abgeschiedenheit von der Welt bei Goethe, • natursymbolischer Ausdruck eines Verlusts von Orientierung und Naturverbun- denheit bei Lichtenstein vs. natursymbolischer Ausdruck einer (auf den Leser aus- strahlenden) Geborgenheit und positiven Verbundenheit von Naturwahrnehmung und menschlicher Empfindung bei Goethe, 9 Abiturprüfung 2019 – Nur für den Dienstgebrauch!
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Ministerium für Schule und Bildung NRW D LK HT 2 Seite 6 von 9 • insgesamt: durch den Zeit- bzw. Epochenhintergrund bedingte auffällige Unter- schiede im jeweiligen Naturbezug bzw. im Welt- und Lebensgefühl: Auseinander- fallen von Natur und Mensch bei Lichtenstein vs. durch Kunst vermittelte Ganz- heitserfahrung bei Goethe. Angestrebt ist hier keine vollständige Darstellung der beispielhaft genannten Aspekte, sondern eine selbstständige Schwerpunktsetzung durch den Prüfling, die allerdings mehrere Gesichtspunkte aufgreift. 7 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. (6) b) Darstellungsleistung Anforderungen Der Prüfling maximal erreichbare Punktzahl 1 strukturiert seinen Text kohärent, schlüssig, stringent und gedanklich klar: • angemessene Gewichtung der Teilaufgaben in der Durchführung, • gegliederte und angemessen gewichtete Anlage der Arbeit, • schlüssige Verbindung der einzelnen Arbeitsschritte, • schlüssige gedankliche Verknüpfung von Sätzen. 6 2 formuliert unter Beachtung der fachsprachlichen und fachmethodischen Anforde- rungen: • Trennung von Handlungs- und Metaebene, • begründeter Bezug von beschreibenden, deutenden und wertenden Aussagen, • Verwendung von Fachtermini in sinnvollem Zusammenhang, • Beachtung der Tempora, • korrekte Redewiedergabe (Modalität). 6 3 belegt Aussagen durch angemessenes und korrektes Zitieren: • sinnvoller Gebrauch von vollständigen oder gekürzten Zitaten in begründender Funktion. 3 4 drückt sich allgemeinsprachlich präzise, stilistisch sicher und begrifflich differen- ziert aus: • sachlich-distanzierte Schreibweise, • Schriftsprachlichkeit, • begrifflich abstrakte Ausdrucksfähigkeit. 5 5 formuliert lexikalisch und syntaktisch sicher, variabel und komplex (und zugleich klar). 5 6 schreibt sprachlich richtig. 3 Abiturprüfung 2019 – Nur für den Dienstgebrauch!
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D LK HT 2 Ministerium für Schule und Bildung NRW Seite 7 von 9 7. Bewertungsbogen zur Prüfungsarbeit Name des Prüflings: ____________________________________ Kursbezeichnung: ____________ Schule: _____________________________________________ Teilaufgabe 1 Anforderungen Lösungsqualität Der Prüfling maximal erreichbare Punktzahl 1 verfasst eine aufgabenbezogene … 3 2 beschreibt den formalen … 3 3 erschließt Inhalt und … 7 4 erschließt die kommunikative … 3 5 untersucht bildliche Gestaltungsmittel … 4 6 untersucht syntaktische Gestaltungsmittel … 3 7 untersucht die Wortwahl … 6 8 deutet das Gedicht … 7 9 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (4) …………………………………………………………….. …………………………………………………………….. Summe 1. Teilaufgabe EK 2 ZK DK 36 Teilaufgabe 2 Anforderungen Lösungsqualität Der Prüfling 2 maximal erreichbare Punktzahl 1 formuliert eine aufgabenbezogene … 2 2 beschreibt den formalen … 3 3 erschließt das Thema … 9 4 untersucht auffällige sprachliche … 6 5 erschließt Gemeinsamkeiten beider … 7 6 erschließt Unterschiede der … 9 7 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium: (6) …………………………………………………………….. …………………………………………………………….. Summe 2. Teilaufgabe 36 Summe der 1. und 2. Teilaufgabe 72 EK = Erstkorrektur; ZK = Zweitkorrektur; DK = Drittkorrektur Abiturprüfung 2019 – Nur für den Dienstgebrauch! EK ZK DK
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D LK HT 2 Ministerium für Schule und Bildung NRW Seite 8 von 9 Darstellungsleistung Anforderungen Lösungsqualität Der Prüfling maximal erreichbare Punktzahl 1 strukturiert seinen Text … 6 2 formuliert unter Beachtung … 6 3 belegt Aussagen durch … 3 4 drückt sich allgemeinsprachlich … 5 5 formuliert lexikalisch und … 5 6 schreibt sprachlich richtig. 3 Summe Darstellungsleistung 28 Summe insgesamt (inhaltliche und Darstellungsleistung) 100 EK ZK DK aus der Punktsumme resultierende Note gemäß nach- folgender Tabelle Note ggf. unter Absenkung um bis zu zwei Notenpunkte gemäß § 13 Abs. 2 APO-GOSt Paraphe Berechnung der Endnote nach Anlage 4 der Abiturverfügung auf der Grundlage von § 34 APO-GOSt Die Klausur wird abschließend mit der Note ________________________ (____ Punkte) bewertet. Unterschrift, Datum: Abiturprüfung 2019 – Nur für den Dienstgebrauch!
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