Kinder in Familien mit Suchtbelastungen in Sachsen
STAATSM1N1STER1UM FÜR SOZ1ALES UND GESELLSCHAFTUCHEN Fe—IaltSEN ZUSAMMENHALT Die Staats m inis ter in SACHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR SOZIALES UND GESELLSCHAFTLICHEN ZUSAMMENHALT Durchwahl Albertstraße 10101097 Dresden Telefon +49 351 564-55000 Telefax +49 351 564-55010 Präsidenten des Sächsischen Landtages Herrn Dr, Matthias Rößler lhr Zeichen Bernhard-von-Lindenau-Platz 1 01067 Dresden lhre Nachricht vom Aktenzeichen (bitte bel Antwort angeben) 53-0141.51-20/210 Dresden, K l ei n e A n f r a g e d er A b g eo r d n et en Su s a n n e Sc h a p er (DIE L INK E) Z.V.. Juni 2020 Dr s.-Nr .: 7/2474 Them a: K ind er in Fam ilien m it Suc ht b elast ung en in Sac hsen S e hr g e e hr t e r H e r r P r ä s id e nt , nam ens und ini Auftrag der Sächsischen Staatsregierung beantworte ich die K le ine Anf r a g e wie f o lg t : Fr ag e 1: Wie viele K ind er und J ug end lic he in Sac hsen leb t en 2019 in Fa- m ilien m it Suc ht b elast ung en (b it t e auf sc hlü sseln nac h L and k r eisen und k r eisf r eien St äd t en)? Untersuchungen und/oder Statistik en zur Anzahl von Kindern und Jugendli- c he n, d ie in F a m ilie n m it e ine r S uc ht b e la s t ung le b e n g ib t e s nic ht . Die Suchtberatungs- und -behandlungsstellen erfassen im Rahm en der Deut- schen Suchthilfestatistik von ihren Klientinnen und Klienten, wie viele Kinder gem einsam m it ihnen im Haushalt leben. Für 2019 liegen diese Daten noch nic ht vo r . Fr ag e 2: Wie hab en sic h d ie Zahlen in d en let zt en 5 J ahr en ent w ic k elt (b it t e nac h J ahr en g et r ennt auf list en)? Anzahl der Klientinnen und Klienten, die angaben m it Kindern in einem Haus- halt zu leben, k önnen nachstehender Tabelle entnom m en werden: 2015 2016 2017 2018 2019* ein Kind 850 921 478 526 zwei Kinder 464 446 266 250 drei und m ehr Kinder 210 211 81 36 Hausanschrift: Quelle: Deutsche Suchthilfestatistik , Tabellenband Sachsen Sächsisches StaatsmInIsterlum * Die Daten für 2019 liegen noch nicht vor. für Sozlales und Gesellschaft- lichen Zusammenhalt Albertstraße 10 01097 Dresden www.sms.sachsen.de
STAATSM1N1STER1UM FÜR SOZ1ALES Freistaat UND GESELLSCHAFTUCHEN SACHSEN ZUSAMMENHALT Fr ag e 3: Welc he Pr o j ek t e, d ie sic h um d ie K ind er und J ug end lic hen in Fam ilien m it Suc ht b elast ung en k ü m m er n, w er d en vo m So zialm inist er ium in w elc her Hö he g e- f ö r d er t ? Die Antwort auf Frage 3 k ann nachstehender Übersicht entnom m en werden (unter „För- d e r s um m e 2 0 1 9 b zw. 2 0 2 0 " s ind d ie m it t e ls Z uwe nd ung s b e s c he id b e willig t e n Z us c hü s s e f ü r d a s j e we ilig e P r o j e k t a uf g e f ü hr t ) : Lfd. Tr äg er Pr o j ek t b ezeic hnung Fö r d er - Fö r d er - Nr . sum m e 2019 sum m e 2020 1 AW O Kreisver- „ F a lls c hir m " - K ind e r a us 16.791 € 13.520 € band Bautzen s uc ht b e la s t e t e n F a m ilie n e. V. (Kooperation von Sucht- und Jugendhilfe) 2 Stadtm ission P IC K N IC K — S o zia lp ä d a g o - 17.759 € 1 _ Chemnitz e. V. gische Gruppenarbeit mit Kindern und Jugendlichen aus suchtbelasteten Fami- lien und Elternkompetenz- training - ein familienorien- tiertes Angebot für sucht- kranke Familien 3 Stadtmission Plan B - Hilfen für suchtge- 120.283 € 2 - Chemnitz e. V. fährdete und suchtkranke Menschen mit Elternverant- wortung und deren Kinder in Chemnitz 4 Stadtmission Familienorientierte Sucht- Chemnitz e. V. hilfe - 3 138.041 € (= Fortführung der Projekte unter Ifd. Nrn. 2 und 3 in modifizierter Form seit 01.07.2019) 5 AWO Kreisver- Kinder aus suchtbelasteten 5.426 € 5.426 € band Weißeritz- Familien stärken - Trampo- kreis e. V. lin 6 AWO Kreisver- Kind Sucht Eltern 23.300 € 23.300 € band Weißeritz- kreis e. V. 1 Förderzeitraum 01.01.- 30.06.2019 2 einschließlich Fördermittel für das ab 01.07.19 zusammengeführte Projekt unter Ifd. Nr. 4 3 für den Zeitraum 01.07.- 31.12.19 sind die Fördermittel inbegriffen in der Fördersumme unter Ifd. Nr. 3 Seite 2 von 4
STAATSM1N1STER1UM FÜR SOZ1ALES Freistaat UND GESELLSCHAFTUCHEN SACHSEN ZUSAMMENHALT Fr ag e 4: Welc he zusät zlic hen Ang eb o t e d iesb ezü g lic h g ib t es d ir ek t vo m Fr eist aat Sac hsen? Auf Grundlage der Landesrahm envereinbarung (LRV) für den Freistaat Sachsen gem äß § 20f SGB V Um setzung des Gesetzes zur Stärk ung der Gesundheitsförderung und der Prävention wurde eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Sächsischen Landes- s t e l l e g e g e n d i e S uc ht g e f a hr e n e . V . , d e n a n d e r L R V b e t e i l i g t e n g e s e t z l i c he n K r a nk e n- k a s s e n und d e m S ä c hs is c he n S t a a t s m inis t e r ium f ü r S o zia le s und G e s e lls c ha f t lic he n Z u- sam m enhalt über die gem einsam e Durchführung des Proj ek tes TRAMPOLIN geschlos- sen. Das Modellvorhaben gilt für eine Laufzeit von 36 Monaten und um fasst fünf Stand- orte. TRAMPOLIN ist ein wissenschaftlich evaluiertes Unterstützungsangebot, das sich a n K ind e r a us a lk o ho l- o d e r d r o g e nb e la s t e t e n F a m ilie n im Alt e r vo n 8 b is 1 2 J a hr e n und deren Eltern richtet. Es finden neun Gruppensitzungen m it j e 90 Minuten statt, in denen den Kindern Stressbewältigungsfertigk eiten und W issen zu den Them en Sucht und Sub- s t a nze n ve r m it t e lt und s ie in ihr e m S e lb s t we r t und S e lb s t ve r t r a ue n g e s t ä r k t we r d e n. B e - gleitend werden zwei Elternabende angeboten. In diesen sollen die Eltern u. a. für die Bedürfnisse ihrer Kinder und die Auswirk ungen der Suchterk rank ung sensibilisiert wer- den und stärk eres Vertrauen in ihre Elternrolle und Erziehungsk om petenz gewinnen. W eitere Inform ationen stehen unter www.suchtpaevention-sachsen.de sowie auf der LRV-Hom epage www.p-sachsen.de unter Lebenswelt Kom m une zur Verfügung. F ü r F a m ilie n in s p e zif is c he n P r o b le m la g e n, zu d e ne n a uc h d ie S uc ht b e la s t ung e ine s An- gehörigen zählen k ann, hält der Freistaat Sachsen neben den Angeboten und Leistun- gen der Kinder- und Jugendhilfe ein breites Netz an Unterstützungs- und Beratungsan- geboten bereit. Dazu zählen insbesondere die präventiv wirk enden Maßnahm en der Fa- m ilienbildung und Fam ilienerholung, die auf k om m unaler Ebene gem äß § 16 SGB VIII, aber auch überregional angeboten werden. Die Maßnahm en dienen zur Stärk ung des Fam iliensystem s, zur Erhaltung der Fam iliengesundheit sowie zur Erhöhung der Erzie- hungs- und Beziehungsk om petenz in der Fam ilie. Mit den Angeboten der Schwangeren-, Ehe-, Fam ilien- und Lebensberatung sowie der Erziehungsberatung erhalten Familien allgemeine Unterstützung sowie Beratung in problem atischen Lebenssituationen. Für einen leichteren Zugang zu Angeboten der Fam ilienbildung und Fam ilienberatung steht Fam ilien in Sachsen seit dem am 06.02.2020 die Fam iliendatenbank Fabisax zur V e r f ü g ung . Ü b e r e ine O nline - S uc he k ö nne n d ie f ü r d ie j e we ilig e L e b e ns s it ua t io n p a s s e n- den Angebote in der Region aufgefunden werden. Seit dem Jahr 2007 sind Kinderschutzproj ek te der Frühen Hilfen in Sachsen vorhanden. Die Vorgaben des Bundesk inderschutzgesetzes zu den Frühen Hilfen und zu dem prä- ve nt ive n K ind e r s c hut z we r d e n s e it 2 0 2 0 vo m F r e is t a a t S a c hs e n ü b e r d ie F ö r d e r r ic ht linie Präventiver Kinderschutz und Frühe Hilfen um gesetzt. In d e n r e g io na le n J ug e nd ä m t e r n s ind d ie N e t zwe r k e f ü r F r ü he H ilf e n e in f e s t e r B e s t a nd - t e il d e r p r ä ve nt ive n K ind e r s c hut za r b e it . S ie ve r f o lg e n d a s Z ie l, d ie Ang e b o t e d e r F r ü he n H i ! f e n zu k o o r d inie r e n s o wie zu ve r ne t ze n. E t a b lie r t e P r o j e k t e d e r F r ü he n H ilf e n und d e s K ind e r s c hut ze s in S a c hs e n s ind d ie Auf s uc he nd e p r ä ve nt ive Ar b e it d e r J ug e nd ä m t e r und die Gesundheitsorientierte Fam ilienbegleitung (Fam ilienhebam m en, Fachk räfte Frühe H ilf e n) . Seite 3 von 4
STAATSM1N1STER1UM FÜR SOZ1ALES Freistaat UND GESELLSCHAFTUCHEN SACHSEN ZUSAMMENHALT Des W eiteren wurden vom Freistaat Sachsen der Sächsischen Landesärztek am m er die Aufgabe einer Landesk oordinierungsstelle für m edizinischen Kinder- und Jugendschutz übertragen. Deren Aufgabe ist es, Sach- und Rechtsk enntnisse aus dem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe für die Verfahrensabläufe in regionalen m edizinischen Einrich- t ung e n a uf z ua r b e i t e n und z u v e r m i t t e l n. D a d ur c h k ö nne n d i e d o r t t ä t i g e n F a c hk r ä f t e b e i einer verm uteten oder festgestellten Kindeswohlgefährdung die betroffenen Kinder und J ug e nd l i c he n i n d a s H i l f e s ys t e m d e r K i nd e r - und J ug e nd hi l f e l e i t e n. Mit freundlichen Grüßen Seite 4 von 4