Natürliche Feinde der Zecke

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STAATSMJNISTERIUM             Freistaat FÜR SOZIALES UND            SACHSEN VERBRAUCHERSCHUTZ Die Staatsministerin SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR SOZIALES UND VERBRAUCHERSCHUTZ                     Durchwahl Albertstraße 10101097 Dresden                                                        Telefon +49 351 564-55001 Telefax +49 351 564-55010 Präsidenten des Sächsischen Landtages Herrn Dr. Matthias Rößler                                                            Ihr Zeichen Bernhard-von-Lindenau-Platz 1 01067 Dresden Ihre Nachricht vom Aktenzeichen (bitte bei Antwort angeben) 23-0141.51-19/705 Dresden, Kleine Anfrage der Abgeordneten Susanne Schaper (DIE LINKE)                         8ovember 2019 Drs.-Nr.: 7/406 Thema: Natürliche Feinde der Zecke Sehr geehrter Herr Präsident, den Fragen sind folgende Ausführungen vorangestellt: ,,Einige Pilzarten, Fa- denwürmer, Hühnervögel, Erzwespen, Spitzmaus, Igel, Maulwurf und Weberknecht gelten als natürliche Feinde der Zecke." Namens und im Auftrag der Sächsischen Staatsregierung beantworte ich die Kleine Anfrage wie folgt: Frage 1: Wie hat sich die natürliche Population der o. g. Lebewesen in den letzten zehn Jahren in Sachsen entwickelt? Der Sächsischen Staatregierung liegen keine Angaben über die Entwicklung der genannten Populationen vor. Frage 2: Wie hat sich die Zahl der Zecken in Sachsen insgesamt im unter 1 erfragten Zeitraum entwickelt? Der Sächsischen Staatsregierung liegen keine Zahlen über die Entwicklung der Zeckenpopulationen in Sachsen vor. Es werden keine diesbezüglichen Erhebungen durchgeführt. Aus dem Einsendungsaufkommen lassen sich ent- sprechende Zahlen nicht ableiten. Frage 3: Wie hat sich der Anteil der Zecken, welche Borreliose oder FSME übertragen können, im unter 1 erfragten Zeitraum entwickelt? Die vom Robert Koch-Institut (RKI) bundesweit festgelegten Risikogebiete (u.a. ist Sachsen aufgeführt) betreffen nur die lnzidenzen bestimmter, von Ze- cken übertragener Erkrankungen (z.B. FSME). Aussagen zur Größe und Ent- wicklung der Zeckenpopulationen sind daraus nicht ableitbar.                         Hausanschrift: Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucher- Das Institut für Tierhygiene der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universi-       schutz tät Leipzig führt Feldstudien bei Zecken durch (z.B. Befall von Rehen in Sach-       Albertstraße 10 01097 Dresden sen). Aussagen zur Populationsdynamik von Zecken in Sachsen sind daraus www.sms.sachsen.de
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STAATSMlNlSTERIUM           Freistaat FÜR SOZIALES UND          SACHSEN VERBRAUCHERSCHUTZ nicht ableitbar. Das Friedrich-Löffler-Institut plant mit verschiedenen Kooperationspart- nern den Aufbau eines Zeckenatlas (analog dem Mückenatlas) - Ergebnisse sind aber noch nicht bekannt. Im Juli 2016 wurde erstmals in Nordsachsen (bisher nicht als FSME-Risikogebiet ausge- wiesen) eine FSME-Erkrankung gemeldet. In diesem Naturherd wurden vom September 2016 bis April 2018 insgesamt 2.023 Zecken verschiedener Arten durch Flaggen vom Institut für Tierhygiene und Öffentliches Gesundheitswesen der Universität Leipzig ge- sammelt. Dabei werden Zecken durch große weiße Baumwolltücher angelockt, mit de- nen über die Vegetation gestrichen wird. Die minimale Infektionsrate mit dem FSME- Virus betrug für lxodes ricinus (Gemeiner Holzbock, häufigster Vektor für das FSME- Virus in Zentraleuropa) 0,42%. Das FSME-Virus konnte aber auch in 0,59% der unter- suchten Dermacentor reticulatus-(Auwald-)Zecken nachgewiesen werden. Darüber hinaus liegen der Sächsischen Staatsregierung keine weiteren Erkenntnisse für den gefragten Zeitraum vor. Frage 4: Sollte sich die Population der Zecken in Sachsen vergrößert haben, wel- che begünstigten Faktoren könnten dafür ursächlich sein? Die Sächsische Staatsregierung betreibt kein Monitoring zu Zecken, wissenschaftliche Untersuchungen wurden nicht beauftragt. Der Sächsischen Staatsregierung liegen dazu keine Erkenntnisse vor. Frage 5: Was wird seitens der Staatsregierung unternommen, um dem Populati- onswachstum der Zecken entgegenzuwirken? Der Sächsischen Staatsregierung ist eine derartige Handlungsnotwendigkeit nicht be- kannt. Mit freundlichen Grüßen //      I ·7          .      I i&;    ! '··· ...___.,. I)      I / lc     :! Barbara Klepsch Seite 2 von 2
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