Influenza-Erkrankungen und Tote durch Influenza von 2017 bis 2020 in Sachsen
STAATSM1N1STER1UM FÜR SOZ1ALES UND GESELLSCHAFTUCHEN FÄalt—ISEN ZUSAMMENHALT Die Staats m inis ter in SACHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR SOZIALES UND GESELLSCHAFTLICHEN ZUSAMMENHALT Durchwahl Albertstraße 10101097 Dresden Telefon +49 351 564-55000 Telefax +49 351 564-55010 Präsidenten des Sächsischen Landtages Herrn Dr. Matthias Rößler Ihr Zeichen Bernhard-von-Lindenau-Platz 1 01067 Dresden lhre Nachricht vom Aktenzeichen (bitte bei Antwort angeben) 23-0141.51-20/244 Dresden, K l ei n e A n f r a g e d er A b g eo r d n et en Su s a n n e Sc h a p er (DIE L INK E) , Juli 2020 Dr s.-Nr .: 7/2710 T h em a : In f l u en za -Er k r a n k u n g en u n d T o t e d u r c h In f l u en za v o n 2017 b i s 2020 in Sac hsen S e hr g e e hr t e r H e r r P r ä s id e nt , nam ens und im Auftrag der Sächsischen Staatsregierung beantworte ich die K le ine Anf r a g e wie f o lg t : Fr age 1: Wie viele Influenza-Er kr ankungen tr aten in der Winter saison 2017/2018, 2018/2019 und 2019/2020 auf ? Der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) Sachsen wurden von den Gesundheitsäm tern in den j eweiligen Saisons folgende lnfluenza-Erk rank ungen gem äß § 1 Ziffer 10 Verordnung des Sächsi- schen Staatsm inisterium s für Soziales und Verbraucherschutz über die Erwei- terung der Meldepflicht für übertragbare Krank heiten und Krank heitserreger nach dem lnfek tionsschutzgesetz (IfSGMeldeVO) gem eldet: Saison Erkrankungen 2017/2018 47.765 2018/2019 22.642 2019/2020 20.641 Saison: jeweils 40. Kalenderwoche des Vorjahres bis einschließlich 17. Kalen- derwoche des Folgejahres Frage 2: Wie viele Menschen sind in den letzten drei Jahren an einer In- fluenza bzw. deren Folgen verstorben (bitte nach Jahresscheiben auf- schlüsseln)? Hausanschrlft: Die Anzahl der an einer Influenza bzw. den Folgen daran verstorbenen Men- SachsIsches Staatsministerium schen im Freistaat Sachsen zum Stichtag 12. Juni 2020 kann der folgenden für Soziales und Gesellschaft- Übersicht entnommen werden: %hen Zusammenhalt Albertstraße 10 01097 Dresden www.srns.sachsen.de
STAATSM1N1STERIM FÜR SOZ1ALES Freistaat UND GESELLSCHAFTUCHEN SACHSEN ZUSAMMENHALT Kalenderjahr Anzahl Verstorbener 2017 80 2018 177 2019 75 2020 58 Frage 3: Wie hoch ist derzeit die Durchimpfungsrate bel Influenza? Eine gesetzliche Meldepflicht über die Durchführung von Schutzimpfungen besteht nicht. Um lmpfraten für die Gesamtbevölkerung des Freistaates Sachsens angeben zu können, wurde seit 2015 eine sächsische lmpfdatenbank eingerichtet. Diese beinhaltet Datenma- terial der seit 2009 über die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) abgerechneten lmpfungen. Grundlage bildet eine zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Sozi- ales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS) und der KVS geschlossene Vereinba- rung. Nicht enthalten sind die lmpfungen der privat Krankenversicherten. Die diesbezügli- chen lmpfdaten werden nicht erfasst und können daher nicht angegeben werden. Die jeweils absolute Zahl von durchgeführten lnfluenza-lmpfungen pro Saison (1. Septem- ber des Vorjahres bis 28. Februar des Folgejahres) seit 2009/2010 sowie die anhand der Bevölkerungszahlen errechneten lmpfquoten für den Freistaat Sachsen sind in der folgen- den Tabelle aufgelistet: lmpf- Anzahl Influenza- Saison impfungen quote in % 2009/2010 1.568.279 41,8 2010/2011 1.221.597 32,7 2011/2012 1.158.009 31,7 2012/2013 1.107.036 30,4 2013/2014 1.103.448 30,3 2014/2015 1.053.828 28,9 2015/2016 1.035.384 28,2 2016/2017 1.015.821 27,7 2017/2018 1.002.535 27,3 2018/2019 1.076.911 29,3 2019/2020* 1.036.756 28,2 * Stand 31. Dezember 2019 lnsgesamt ergibt sich für die letzte vollständig auswertbare Saison 2018/2019 eine lmpf- quote für Sachsen von 29,3 %, die somit 2 % höher als in der Saison 2017/2018 liegt. Für die aktuelle Saison errechnet sich mit Datenstand vom 31. Dezember 2019 eine bisherige lmpfquote von 28,2 %. Sete 2 von 3
STAATSM1N1STER1UM FÜR SOZ1ALES UND GESELLSCHAFTUCHEN Fgekalt—ISEN ZUSAMMENHALT Fr ag e 4: Welc he lnf o r m at io nen lieg en d er St aat sr eg ier ung hinsic ht lic h d er Wir k sam - k ei t v o n Gr i p p e-Im p f u n g en v o r ? D ie E f f e k t ivit ä t d e r S c hut zim p f ung g e g e n Inf lue nza is t g e r ing e r a ls b e i a nd e r e n e m p f o hle - nen lm pfungen. Die erzielte Schutzwirk ung ändert sich in j eder Saison und unterscheidet sich bei den einzelnen Virustypen bzw. Virussubtypen (A(H1N1), A(H3N2), B). Die unterschiedliche Wirksamkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab. Da sich das In- fluenzavirus ständig verändert, wird die Zusammensetzung des lmpfstoffes jährlich ange- passt. Es ist trotzdem möglich, dass die in der folgenden Saison hauptsächlich auftreten- den lnfluenzaviren nicht gut mit den im lmpfstoff enthaltenden Virusstämmen übereinstim- men, weil sich in der Zwischenzeit andere Virusstämme durchgesetzt haben. Wenn sich zirkulierende Viren oder die Anteile der einzelne Virus(sub)typen im Verlauf der Saison ändern, kann sich die Effektivität des lmpfstoffs auch im Laufe einer Grippesaison verän- dern. Zudem kann es bei der Herstellung des lmpfstoffs zu genetischen Veränderungen beim Impfstamm kommen, die die Passgenauigkeit des lmpfstoffs beeinträchtigen. Bei einer sehr guten Übereinstimmung der zirkulierenden lnfluenzaviren mit dem lmpfstoff wurde bei jungen Erwachsenen eine Schutzwirkung von bis zu 80 % beobachtet. Ältere, durch Erkrankungen vorbelastete oder auch immungeschwächte Menschen, haben oft eine reduzierte lmmunantwort, so dass die lmpfung bei ihnen weniger zuverlässig wirkt. lnsbesondere die Effektivität gegen den Subtyp A(H3N2) war in den letzten Saisons auf- grund einer schlechten Übereinstimmung des Impfvirus mit den zirkulierenden Viren teil- weise herabgesetzt. Dennoch können auch ältere Menschen ihr Risiko, an einer Influenza zu erkranken, irn Mittel durch die lmpfung in etwa halbieren. Dies entspricht einer Wirk- samkeit von 41 % bis 63 % bei älteren Erwachsenen. Auch wenn die Wirksamkeit der lnfluenzaimpfung nicht optimal ist, können aufgrund der Häufigkeit der Influenza doch viele Erkrankungsfälle verhindert werden. Zudem wurde in zahlreichen Studien gezeigt, dass eine lnfluenzaerkrankung bei geimpften Personen mil- der, also mit weniger Komplikationen, verläuft als bei Nichtgeimpften (siehe auch jeweils Teil 1, 1.4 der Sächsischen ARE-/Influenza-Sentinel-Berichte - https://www.gesunde.sach- sen.de/download/lua/LUA HM Influenza Sentinel 2018 2019.pdf und https://www.ge- sunde.sachsen.de/downljad/lu—a/LUA_Hg Influenia_Sen—tinel_2017_2018.pdf). Mit freundlichen Grüßen Seite 3 von 3