ZR Bescheide Berlin

Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Kommunikationen zum Positionspapier des Beirats Junge Digitale Wirtschaft zum Thema "Börsengänge"

/ 123
PDF herunterladen
Kapitalsammelstellen sollten darauf hinwirken, Ihre Möglichkeiten in Aktien bzw. IPO-Aktien investieren zu können, zu erweitern. c. Empfehlungen für die deutschen Börsenplätze, zum Kuratieren eines Ökosystems für IPOs Die deutschen Börsen sollten sich weniger als passive Plattform, sondern als aktiver Gestalter des notwendigen Ökosystems begreifen, das notwendig ist, um IPOs von Startups zu ermöglichen. Ein Beispiel dafür sind die Euronext oder die Nasdaq North, denen es in den letzten Jahren sehr erfolgreich gelungen ist, nicht nur die Anzahl der IPOs insgesamt, sondern auch die IPOs von kleinen Unternehmen deutlich zu 14 steigern . d. Empfehlungen an Investor*innen in Startups Aus verschiedenen Gründen scheuen VC und Business Angel-Investoren vor Börsengängen als Exit-Kanal ihrer Beteiligungen zurück. Zum einen fürchten diese die Volatilität der Aktienkurse, zum anderen in marktengen Wert nicht oder nur schwer zu einem Verkauf ihrer Aktien zu kommen oder aus diesen Gründen die Laufzeit ihres Fonds zu überschreiten. Einen IPO in Betracht zu ziehen oder vorzubereiten ist auch bei einem wahrscheinlichen sog. „Tradesale“ (Unternehmensverkauf) sinnvoll. Nicht selten gibt es bei einem Unternehmensverkauf keinen oder nur wenig Wettbewerb. Ein alternativ vorbereiteter Börsengang kann den Unternehmenswert eines Unternehmensverkaufs deshalb sehr positiv beeinflussen. e. Empfehlungen an Gründer*innen Gründer*innen können im Rahmen einen Börsengangs ihr Unternehmen langfristig weiterführen. Bei einem Unternehmensverkauf ist dies regelmäßig nicht der Fall. Ein übernehmendes Unternehmen gliedert das gekaufte Unternehmen in seine Organisation ein, ergänzt oder tauscht gar das Management aus. Gleichzeitig sind Unternehmer*innen deutlich unabhängiger von dominanten Investoren. 4. Fazit Börsengänge von Wachtsumsunternehmen und von SPACs sind der Schlüssel für das Entstehen neuer Weltmarktführer, für das Entstehen qualifizierter zukunftsorientierter Arbeitsplätze bei denselben, die Ermöglichung von Akquisitions- und anorganischen Wachstumstrategien, für die Belebung des VC Ökosystems, für die Abmilderung der bevorstehenden Überforderung der staatlichen und privaten Altersvorsorgesystemen und für die Generierung zusätzlicher Steuerzahler, nämlich sowohl der Unternehmen selbst, als auch 14 Quelle https://www.goingpublic.de/going-public-und-being-public/eine-analyse-der-boersengaenge-in- europa-im-jahr-2019/ Beirat "Junge Digitale Wirtschaft"                                                                         10
16

ihrer Gründer und Mitarbeiter. Zahlreiche Beispiele in anderen Ländern wie USA, China, aber auch Schweden zeigen, wie sogar kleineren Wachstumsunternehmen sehr erfolgreich Börsengänge gelingen können. Noch zahlreicher ist die Anzahl der Unternehmen, denen früh ein Börsengang gelungen ist und die in der Folge eine beeindruckende Entwicklung zeigen konnten. Wie bereits im aktuellen Koalitionsvertrag empfiehlt der Beirat im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung Ende 2021 die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verbesserung der IPO-Aktivität von Unternehmen und von SPACs, der Aktienanlage und der Aktienkultur aufzunehmen und deutlich zu intensivieren. Wir brauchen eine Kultur des an die Börse Gehens, des in Aktien Investierens, des Interesses an aktiven, chancenorientierten Anlagen, der Börsenspekulation und des Anteile an aussichtsreichen Startups Haltens sowie der unternehmerischen Partizipation. Berlin/Bonn/Frankfurt am Main, im April 2020 Beirat "Junge Digitale Wirtschaft"                                                                    11
17

Archiviert: Dienstag, 10. August 2021 16:00:13 Von: Gärtner, Lutz, VIB1 Zeitpunkt des Eingangs der Nachricht: Tue, 18 May 2021 15:41:09 Gesendet: Tue, 18 May 2021 15:41:08 An: Retzlaff, Antonia, KoorLR Cc: Betreff: Beirat „Junge Digitale Wirtschaft“ beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Wichtigkeit: Normal Vertraulichkeit: None Anhang: WG_ BJDW Input zum Thema _Börse_.msg; Liebe Frau Retzlaff, um auch das Thema „Börsengänge Deutscher Startups“ nochmals zeitnah im Lichte des vom Beirat erstellten Papieres zu diskutieren, wird die Sitzung am 7. Juni in Absprache der Vorsitzenden des Beirats mit Herrn Jarzombek nun um eine halbe Stunde verlängert (14:00 bis 16:00 Uhr). In die Vorbereitung zur Sitzung werden auch Sachverhalt und Sprechpunkte für Herrn Jarzombek zu diesem Themenbereich aufgenommen. Vor diesem Hintergrund bitte ich zu prüfen, ob auf die per eDW angeforderte Vorlage mit der Bewertung des Papiers (s. Anlage) verzichtet werden kann. Der Vorgang liegt bei VIIC3. Der Ablauf ist nun wie folgt vorgesehen: 14.00 Uhr Begrüßung durch BM Altmaier 14.05 Uhr Kurzbericht der Vorsitzenden des Beirats zu den bisherigen Aktivitäten 14.10 Uhr Diskussion der „to do's" zur Digitalisierung für die nächste Legislaturperiode. Themenblöcke: a) Digitale Souveränität stärken b) Start-up-Ökosysteme nachhaltig ausbauen 15.25 Uhr Schlusswort BM Altmaier (BM verlässt die Sitzung) 15.30 Uhr Diskussion des Themas „Börsengänge Deutscher Startups“ mit Herrn Jarzombek 16.00 Uhr Ende der Veranstaltung Viele Grüße Lutz Gärtner, VIB1 Tel:6051
18

Archiviert: Mittwoch, 18. August 2021 08:51:08 Von: An: Hansen, Antje, VIIC3 Betreff: WG: BJDW Input zum Thema "Börse" Wichtigkeit: Normal Vertraulichkeit: None Anhang: 2021.04.12_Positionspapier zum Thema Börse_AF_CG_clean_AF.pdf; Liebe Frau Hansen, Herr Jarzombek hat hierzu um eine Bewertung bis zum 25. Mai gebeten. Wenn für Sie okay, würde ich den edW -Vorgang an Ihr Referat abgeben. Gerne können wir auch telefonieren. Viele Grüße Lutz Gärtner, VIB1 Tel:6051 Mobil: Von: Gesendet: Dienstag, 11. Mai 2021 10:07 An:                                                Jarzombek, Thomas, KoorLR <Thomas.Jarzombek@bmwi.bund.de>; Gärtner, Lutz, VIB1 <lutz.gaertner@bmwi.bund.de>; Schnorr, Stefan, VI <Stefan.Schnorr@bmwi.bund.de>; Lipicki, Christian, VIB1 <Christian.Lipicki@bmwi.bund.de>; Cc: Betreff: BJDW Input zum Thema "Börse" Sehr geehrter Herr Schnorr, Herr Gärtner, Herr Lipicki, lieber Thomas, lieber Beirät:innen, zum Thema "Börsengänge Deutscher Startups" erhalten Sie/Ihr anbei unser Positionspapier. Wir halten die Thematik für eine nachhaltige Weiterentwicklung des deutschen Startup-Ökosystem und darüber hinaus für sehr wichtig.
19

Bitte geben Sie uns Bescheid, wenn das Papier veröffentlicht ist, damit wir unsere eigene Kommunikation daraufhin ausrichten können. Mit freundlichen Grüßen, Im Namen des Beirats
20

Positionspapier zum Thema Börsengänge Deutscher Startups 15.04.2021 Beirat "Junge Digitale Wirtschaft" 1
21

Autoren – Lea-Sophie Cramer, Gründerin und ehemalige Geschäftsführerin von Amorelie, einem der erfolgreichsten deutschen eCommerce-Startups, das bereits zwei Jahre nach Gründung einen Exit in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe erzielen konnte. Gründerin, Investorin, Aufsichtsrätin. Alex v. Frankenberg, Geschäftsführer des High-Tech-Gründerfonds (HTGF), des seit 2005 als Public- Private Partnership agierenden aktivsten Seedinvestor in Deutschland. Bei knapp 140 Exits konnten nur 2 Börsengänge, einer in Frankfurt, einer an der NASDAQ als Reverse IPO realisiert werden. Aktuell befinden sich bei gut 300 Beteiligungen rund 30 Börsenkandidaten im Portfolio des HTGF. Christoph Gerlinger, Geschäftsführer der börsennotierten SGT German Private Equity, die bis 2020 unter German Startups Group (GSG) firmierte und bereits kurz nach Gründung 2012 für einige Jahre zum zweitaktivsten VC Investor in Deutschland nach dem HTGF avancierte. Die GSG war u.a. bei Amorelie beteiligt, aber auch bei anderen führenden deutschen Startups wie Delivery Hero, Scalable Capital, Chrono24 und MisterSpex. Christoph hat zuvor zwei von ihm aufgebaute und geleitete Unternehmen 2006 und 2000 an die Börse geführt, was ihn mit hierzulande selten vorzufindender IPO-Erfahrung ausstattet. 1. Ausgangslage Viele Aktienindizes weltweit notieren gerade auf Rekordständen oder sehr nahe daran. Dies 1 gilt auch für die führenden Aktienindizes (DAX, MDAX, TecDAX) in Deutschland . Seit der Auflegung des DAX Ende 1987 hat dieser eine Durchschnittsrendite von knapp 8% p.a. 2 erzielt . Insbesondere wachstumsstarke Technologieaktien zeigten mit knapp 20% p.a. seit 3 Ende 2008 eine deutlich bessere Performance als der allgemeine Aktienindex . In Deutschland gibt es immer noch viel zu wenig Börsengänge, wenn auch zuletzt mit 4 homöopathisch steigender Tendenz . 2020 war das dennoch das schwächste IPO Jahr seit der 1 Quelle https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/marktberichte/dax-rekordhoch-allzeithoch-trump- impfstart-brexit-deal-101.html 2 Quelle https://www.boerse.de/grundlagen/aktienanlage/Aktienmaerkte-gewinnen-9Prozent-pa-25 3 Quelle https://www.boerse.de/performance/Nasdaq- 100/US6311011026#:~:text=Konkret%3A,Rendite%20von%2021%2C8%25. 4 Quelle https://www.pwc.de/de/pressemitteilungen/2019/deutschland-erlebt-schwaechstes-ipo-jahr-nach- anzahl-im-regulierten-markt-seit-2009.html und https://www.pwc.de/de/newsletter/kapitalmarkt/emissionsmarkt-deutschland-q4-2020.pdf Beirat "Junge Digitale Wirtschaft"                                                                   2
22

5 Finanzkrise . Gleichzeitig bewegen sich die IPOs in USA nach Anzahl und Emissionsvolumen 6                                                                    7 auf Rekordniveau . 2019 gab es in den USA 165 IPOs mit einem Volumen von 50 Mrd. USD . Noch drastischer ist das Bild bei sog. SPACs. Hierbei handelt es sich um Special Purpose Acquisition Vehicles, die ohne operatives Geschäft als eine Art bloßer Kapitaltopf an die Börse geführt und hierdurch mit Kapital ausgestattet werden, um sodann durch die Fusion mit einem operativen Unternehmen, meist aus dem Technologie-Bereich einen operativen Geschäftszweck zu bekommen. Das fusionierende operative Unternehmen erlangt auf diese Weise eine Börsennotierung quasi durch die Hintertür, führt einen sog. „Reverse IPO“ durch. Das ist besonders für schnell wachsende, erfolgreiche und größere Tech-Unternehmen attraktiv, deren Gründer und Manager sich lieber auf das weitere, exponentielle Wachstum konzentrieren, als durch einen Börsengang davon für 12 – 18 Monate abgelenkt zu werden. Das operative Unternehmen finanziert sein weiteres Wachstum aus dem Kapitaltopf der SPAC, den diese sozusagen als Mitgift in die Verbindung einbringt. In den USA gab es in 2020 erstmals mit 248 SPAC-IPOs mehr als herkömmliche IPOs, dabei wurden 82,5 Mrd. USD eingeworben. In Januar und Februar 2021 beschleunigte sich dieser Trend weiter, es fanden 189 SPAC-IPOs statt, mit denen 60,2 Mrd. USD eingeworben wurden. In Deutschland beträgt die Anzahl in 2020 wie auch im Jan/Feb 2021 sage und schreibe Null, schlicht weil die rechtlichen und regulatorischen Voraussetzungen nicht bestehen. Alle europäischen SPACs sind deshalb in Luxemburg oder den Niederlanden ansässig und die für den Standort noch wichtigeren, nachgelagerten Fusionstransaktionen, sog. „Business Combinations“ oder „De- SPAC“-Transaktionen werden allesamt über eine niederländische TopCo aufgesetzt. Dadurch wird mittelfristig eine große Zahl von Top Growth & Tech Companies in Luxemburg oder den Niederlanden ansässig sein, was dem Standort Deutschland massiv schaden wird. Aktuelles Bsp. – Lilium, ein deutsches Vorzeige-Flugmobilitäts-Startup mit Milliardenwert, führt den Reverse IPO über eine US-SPAC und eine niederländische Hold-Co durch. Bye-bye, Deutschland. 2. Negative Konsequenzen fehlender Börsengänge a. Es entstehen keine neuen, autonomen Weltmarktführer in Deutschland Der regelmäßig wiederholte Kritikpunkt an der deutschen VC-/Startup Landschaft, dass seit SAP kein neuer deutscher Weltmarktführer entstanden ist, hat sicher eine ganze Reihe von Ursachen. Eine sehr zentrale Ursache sind zu wenige beziehungsweise fehlende Börsengänge. Ohne einen Börsengang bleibt bei einem erfolgreichen Unternehmen nur die Möglichkeit des Verkaufs an andere Unternehmen. Mehrheitlich sind diese Käufer nicht-deutsche Unternehmen. Selbst 5 https://www.pwc.de/de/pressemitteilungen/2020/emissionsmarkt-deutschland-2020-ist-das-schwachste- ipo-jahr-seit-der-finanzkrise.html 6 Quelle https://www.deraktionaer.de/artikel/aktien/rekordjahr-bei-us-ipos-nach-kursfeuerwerk-bei-doordash- jetzt-folgt-airbnb-20222166.html 7 https://assets.ey.com/content/dam/ey-sites/ey-com/en_gl/topics/growth/ey-global-ipo-trends-q4-2019.pdf); in 2020 497 IPOs mit 154 Mrd. USD Volumen (https://www.bakermckenzie.com/en/newsroom/2020/12/ipo- report-2020 Beirat "Junge Digitale Wirtschaft"                                                                        3
23

bei einer Übernahme durch ein deutsches Unternehmen wird dieses im besten Fall gestärkt, ein neuer Weltmarktführer entsteht nicht. Die größten Unternehmen, die aus der Welle der Internetunternehmen in Deutschland entstanden sind, sind Delivery Hero mit einem Börsenwert von 30 Mrd. Euro und Zalando mit einem 8 Börsenwert von 22 Mrd. Euro . Dem gegenüber stehen in den USA beispielsweise Amazon (Bewertung 1.440 Mrd. Euro), Google (Bewertung 1.200 Mrd. Euro) oder 9 Facebook (Bewertung 630 Mrd. Euro) . Selbst in dem noch sehr jungen Krypto- Universum wird mit dem bevorstehenden Börsengang von Coinbase ein Unternehmen mit einem Börsenwert von rund 70 – 100 Mrd. Dollar entstehen, das in Deutschland bereits der Spitzengruppe des DAX anzusiedeln wäre. Vergleichbare Unternehmen in Deutschland existieren nicht. Durch einen Börsengang gewinnen die Unternehmen zudem an Reputation und Aufmerksamkeit. Dieses ermöglicht ihnen insbesondere in ihrem Heimatland einen einfacheren Zugang zu Fachkräften und eine hohe Identifikation des Heimatlandes und der Sitz-Region mit dem Unternehmen. b.    Um solche Weltmarktführer herum entstehen ganze Industriecluster und Ökosysteme. Diese bilden sich nicht in Deutschland, sondern im Wesentlichen in den USA (Silicon Valley) und in China c.    Mit fehlenden IPOs fehlt eine außerordentlich wichtige Finanzierungsquelle für deutsche Startups Regelmäßig bemängelt wird das Fehlen von Wachstumskapital in der deutschen VC Branche. Nicht nur im Rahmen eines Börsengangs (IPO) sondern auch mehrfach danach besteht bei erfolgreichen Unternehmen deutlich mehr Geld aufzunehmen, als im Rahmen von VC Finanzierungen. Dadurch werden die Unternehmen in ihrem Wachstum gebremst und vorzeitig, zumeist an ausländische Käufer, verkauft. d.    Aufgrund des fehlenden Kapitalmarktzugangs mangelt es deutschen Startups an einer Akquisitionswährung zur Übernahme anderer Unternehmen Startups können nach einem IPO ihren Wachstumskurs auch durch anorganisches Wachstum (M&A) beschleunigen. Nicht selten kaufen börsennotierte ehemalige Startups wiederum junge Startups und bezahlen diese mit neu ausgegebenen Aktien ihres an der Börse notierten Unternehmens. e.    Durch das Fehlen von börsennotierten Unternehmen fehlen somit zugleich Käufer 10 und Exitkanäle für jüngere Unternehmen f.    Durch das Ausbleiben von IPOs werden folglich das gesamte Tech- und VC- Ökosystem beschädigt bzw. in seiner Entwicklung gehemmt und selbstverstärkende Effekte unterbunden Es fehlen dadurch in vielfacher Hinsicht Kapital, Akquisitionstätigkeit bzw. anorganisches Unternehmenswachstum und Exitkanäle für VC finanzierte Tech- Startups. Dadurch geht auch die Rendite für Börsen- und VC-Investoren verloren. Damit entstehen zu wenige VC Fonds und sie bleiben zu klein. Der Anteil 8 Stichtag 29.1.2021 9 Stichtag 29.1.2021 10 Ein sehr gutes Beispiel für eine solche Transaktion ist die Übernahme von Whatsapp durch Facebook für 19 Mrd. USD im Jahr 2009 Beirat "Junge Digitale Wirtschaft"                                                                       4
24

ausländischer VCs an der Finanzierung deutscher Tech-Startups bleibt zu hoch und fördert wiederum die An- und Übersiedlung von Startups in den/die USA, den Verkauf vielversprechender deutscher Startups in das Ausland und den Anfall des Wertzuwachses bei ausländischen Anlegern, wo dann auch die Wiederanlage stattfindet. g. Die Kursentwicklung junger Unternehmen übersteigt die Entwicklung der allgemeinen Aktienmärkte Wird ein Unternehmen in das Ausland verkauft, anstatt einen Börsengang in Deutschland durchzuführen, profitieren die initialen Investoren nicht mehr von der weiteren Wertentwicklung. Sowohl institutionellen deutschen Investoren als auch deutschen Kleinanlegern geht dadurch Rendite verloren. Mit dem Hinblick auf das bevorstehende Scheitern des umlagegedeckten Altersvorsorgesystems und der Nullzinsen auf Sparkonten ist dieser Renditeverlust umso schmerzlicher. h. Privatpersonen partizipieren nicht im gleichen Maße an der Wertentwicklung weltweiter Unternehmen und es entstehen gewaltige Lücken im Altersvorsorge- /Rentensystem, wenn die Aktie nicht ein zentraler Baustein der Altersvorsorge ist und es kein Anlageuniversum junger, stark wachsender Tech-Aktien gibt. Das bisherige Rentensystem wird mit dem Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge aus dem Erwerbsleben zunehmend an seine Grenzen geraten oder gar 11 zusammenbrechen . Gerade Frauen trifft dies besonders hart, da 63% der Frauen eine monatliche Rente von unter 900 EUR bekommen vs. 29% der Männer bei dieser 12 Schwelle sind (Daten Deutschland 2019 ). Zudem sagen 87% der Frauen, dass sie nie ermutigt wurden, in Aktien zu investieren (US Data, wage, career, investing gap 2018) und sich deshalb nicht trauen, am Aktienmarkt aktiv zu werden. 3. Empfehlungen Zur Vereinfachung bezeichnen wir neue Aktien aus Börsengängen (IPOs) als „IPO-Aktien“ a. Empfehlungen an den Staat 1. Steigerung der Attraktivität von Listings für Emittenten durch Beseitigung von Überregulierung 1. Verringerung der Zulassungsfolgepflichten für kleine Emittenten 1. Reporting 2. Directors Dealings 3. Insiderliste (bspw. müssen schon Säuglinge als Insider geführt und belehrt werden) 4. Adhoc-Publizität 5. Capital Market Partner-Betreuung 6. Designated Sponsor 7. Girosammelverwahrung vs. Tokenisierung 11 https://www.faz.net/aktuell/finanzen/altersvorsorge-das-rentensystem-unter-druck-16690495.html 12 https://de.statista.com/themen/154/rente/ Beirat "Junge Digitale Wirtschaft"                                                                     5
25

Zur nächsten Seite