05122029_Lektionsheft
Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Material "Kleine Klimaschula"“
entspricht auch den verfehlten Zielen in Sektoren außerhalb der Energiewirtschaft. Die Entwicklung der Emissionen Die Energiewende dient allein dem Zweck der Emissionsminderung von Treibhausgasen. Das geschieht auf zwei Wegen. Zum einen, indem fossile und mit stärkeren Emissionen verbundene Energieträger durch erneuerbare Energieträger ersetzt werden. Zum anderen, indem grundsätzlich weniger Energie verbraucht wird bzw. mit Energie effizienter gewirtschaftet wird. Betrachtet werden bei der Energiewende Emissionen in den Sektoren Energie, Wärme und Verkehr. Wir haben diese Bereiche zum besseren Verständnis in unserer Kleinen Klimaschule etwas ausführlicher gegliedert in Energiewirtschaft, Industrie, Gebäude, Verkehr und Landwirtschaft. Das entspricht auch der politischen Diskussion, da genau in diesen Bereichen konkrete Maßnahmen zum Erreichen der Ziele der Energiewende führen sollen. Betrachten wir nochmals die Entwicklung der Emissionen in diesen Bereichen (siehe auch Lektion 2):
Über alle Sektoren hinweg hat Deutschland seine Treibhausgasemissionen bislang um 27,5 % senken können. Bis 2020 sollten es ursprünglich 40 % sein. Dennoch könnte man bei erreichten knapp 30 % meinen, Deutschland ist auf einem guten Weg. Wie sind diese Zahlen zu werten? Dafür ist es wichtig, sich die Entwicklung der Emissionen und der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen genau anzuschauen. In den letzten zwölf Jahren, seit 2005, konnten die Treibhausgasemissionen in Deutschland lediglich um ca. 7 % gesenkt werden. In dieser Zeit erfolgte aber der Großteil des Zubaus an erneuerbaren Energieträgern. Warum sind dennoch von 1990 bis Anfang der 2000-er Jahre fast drei Mal mehr Emissionen gemindert worden als in etwa dem gleichen Zeitraum danach? Hierzu können zwei Erklärungen herangezogen werden. Der Zusammenbruch der DDR: Entscheidend ist bei der Betrachtung der erreichten Ziele zur Energiewende der Vergleichszeitraum. Dieser wurde auf das Jahr 1990 festgelegt. Im Oktober 1990 erfolgte die Deutsche Einheit, also der Beitritt der ehemaligen DDR zur Bundesrepublik Deutschland. Das Gebiet der Neuen Bundesländer verfügte 1990 über die Wirtschafts- und Bevölkerungsstruktur der vormaligen DDR. Insofern wurden in diesem Jahr auch entsprechende Emissionen verursacht. Ab Anfang der 1990er-Jahre bis zum Beginn der 2000-er Jahre erstreckte sich dann ein Strukturbruch vor allem in den industriellen Zentren der südlichen Neuen Bundesländer, also Südbrandenburg, Sachsen, Thüringen und Teile Sachsen-Anhalts. So gingen allein in der Lausitz von geschätzt 90.000 Arbeitsplätzen in der Energiewirtschaft gut 80.000 verloren, mit der Textilindustrie und der Glasindustrie verschwanden ganze Branchen. In den Nachwendejahren verließen fast 1,4 Mio. Bürger ihre ostdeutschen Bundesländer, meist Richtung Westen. 1990 wurden allein in der Lausitz rund 170 Mio. Tonnen Braunkohle gefördert,
heute sind es noch knapp 60 Mio. Tonnen, Tendenz weiter abnehmend. Der Zusammenbruch einerseits und die Effizienzsteigerung der verbliebenen Betriebe in der Industrie und der Energiewirtschaft in Ostdeutschland andererseits sorgten im Nachwendejahrzehnt für eine erhebliche Minderung an Emissionen. Das wird deutlich sichtbar, wenn man die Minderung der Emissionen nach Bundesländern betrachtet: Sie reichen von Minderungen in den Neuen Bundesländern wie Thüringen mit 63,1 % über Sachsen mit 46,5 % oder Brandenburg mit knapp 30 % (hier wird die Wirkung im industriellen Süden durch den ländlichen Norden gedämpft) bis zu kaum spürbaren Veränderungen wie in Hessen mit gerade einmal 3 %. Kurzum: den Großteil der bis heute erreichten CO2-Reduktionen verursachte der wirtschaftliche Niedergang des Ostens. Seit 2010 liegt die zusätzliche Minderung an Emissionen zwischen 3 und 4 %. Vor diesem Hintergrund wird ersichtlich, dass weitere Minderungen mit den bislang verfolgten Maßnahmen zumindest schwierig umsetzbar erscheinen. Um die Emissionsminderungen in den einzelnen Bereichen besser zu verstehen, betrachten wir noch einmal die fünf entscheidenden Sektoren Energiewirtschaft, Industrie, Gebäude, Verkehr und Landwirtschaft. Energiewirtschaft: In der Energiewirtschaft wurden die Emissionen von 466 Mio. Tonnen im Jahr 1990 auf 330 Mio. Tonnen im Jahr 2017 verringert, das entspricht knapp 30 %. Bei allen Sektoren werden die Emissionen übrigens in CO2-Äquivalenten gemessen, das bedeutet, dass Emissionen anderer Treibhausgase wie Methan einfach in CO2 umgerechnet werden, um die Bereiche anhand einer einfachen Zahl vergleichbar zu machen. In der Energiewirtschaft ist der Trend im Nachwendejahrzehnt deutlich erkennbar, im Zeitraum seit 2010 wurden trotz Zunahme der Erneuerbaren nur weitere gut 8 %
an Emissionen eingespart. Das hat auch einen Grund, der sich in wenigen Jahren noch deutlicher niederschlagen könnte. Im Jahr 2010 betrug der Anteil emissionsfreier Kernenergie an der Stromerzeugung in Deutschland noch über 22 %. Im Jahr 2018 waren es zehn Prozent weniger – spätestens im Jahr 2022 verabschieden sich die restlichen zwölf Prozent durch den Kernkraftausstieg aus dem deutschen Energiesystem. Sie müssen durch einen anderen Energieträger ersetzt werden. Da Kernenergie grundlastfähigen Strom liefert (siehe Lektion 1), wird sie im Jahr 2022 auch durch einen grundlastfähigen Energieträger ersetzt werden müssen. Kapazitäten wird es in dieser Kurzfristigkeit nur durch fossile Energieträger geben. Insofern werden die Emissionen bei reiner Betrachtung auf die Energiewirtschaft dann wieder steigen. Industrie: In der Industrie wurden die Emissionen von 284 Mio. Tonnen im Jahr 1990 auf 193 Mio. Tonnen im Jahr 2017 verringert, das entspricht rund 32 %. Hier wird der Zusammenbruch der ehemaligen DDR am deutlichsten, denn seit 2010 haben die Emissionen im Bereich der Industrie sogar leicht zugenommen. Die gesamte Minderung erfolgte im Nachwendejahrzehnt. Gebäude: Im Bereich Gebäude entstehen Emissionen vorwiegend durch Heizung und Warmwasser. Hier wurden die Emissionen von 210 Mio. Tonnen im Jahr 1990 auf 131 Mio. Tonnen im Jahr 2017 verringert, das entspricht einer Minderung von rund 38 %. Auch hier ist in den letzten Jahren nichts mehr passiert, seit vier Jahren geht der Trend sogar wieder leicht nach oben. Der immense Rückgang bis etwa 2005 ist zum einen dem massiven Rückbau von Plattenbauten und weiteren Wohnhäusern in den neuen Bundesländern und zum anderen vielen Investitionen in Maßnahmen zur Dämmung von Gebäuden und zur Umrüstung im Bereich der Gebäudetechnik, insbesondere der Modernisierung von Heizungsanlagen und deren Umstellung von Kohle auf andere Energieträger, zu verdanken. Durch massive Neubauprogramme vor allem in den Städten nimmt Wohnraum seit Jahren wieder zu, wodurch in diesem Bereich auch wieder steigende Emissionen zu verzeichnen sind. Verkehr: Der Verkehr ist das größte Sorgenkind der Energiewende. Hier haben die Emissionen im Vergleichszeitraum seit 1990 sogar zugenommen, um knapp 4 % von 163 Mio. Tonnen im Jahr 1990 auf 169 Mio. Tonnen im Jahr 2017. Deutschland hat immense Probleme bei der Umsetzung der Verkehrswende, insbesondere bei der Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene – sowohl im Personenverkehr als auch im Güterverkehr. Zudem ist in diesem Bereich gut zu sehen, wie es um den persönlichen Beitrag der Deutschen steht. Der Automarkt wird von schweren SUV und stark motorisierten Modellen beherrscht, die entsprechend stark im Kraftstoffverbrauch und Ausstoß von Emissionen sind. Im Jahr 2018 wurden mit 933.505 SUV bzw. Geländewagen so viele Offroader wie noch nie in Deutschland zugelassen. Im Vergleich dazu betrug die Zahl neu zugelassener Elektroautos in 2018 nur 36.062 Fahrzeuge. Landwirtschaft: Die Landwirtschaft hat ebenso nur in den 1990er-Jahren für einen geringfügigen Rückgang an Emissionen gesorgt, von 1990 mit 90 Mio. Tonnen auf 72 Mio. Tonnen im Jahr 2017 sind es zwar 20 % im gesamten Betrachtungszeitraum, aber hier hat sich seit 2000 kaum noch etwas getan. In der Landwirtschaft entstehen Emissionen vor allem durch Methan, das Kühe und andere Pflanzenfresser in Größenordnungen ausstoßen. Zum anderen entstehen Emissionen verstärkt durch Düngung, insbesondere im Bereich großer Flächen mit Monokulturen, die oft für Stromerzeugung aus Biomasse oder zur Herstellung von Kraftstoffen (Bio-Diesel) genutzt werden. Insbesondere das ausgestoßene Methan stellt eine Herausforderung für die Energiewende dar. Methan ist deutlich klimawirksamer als CO2. In den ersten zehn bis 20 Jahren seiner Verweildauer in der Atmosphäre ist es fast 90mal klimaschädlicher als CO2. Hier schlägt sich insbesondere der Fleischkonsum der Deutschen nieder, der
mit 60 Kilogramm pro Kopf auf relativ hohem Niveau stagniert. Betrachtet man die Entwicklung der Emissionen genau, ist die Bilanz ernüchternd. Die Energiewende hat von 2000 bis zum Jahr 2017 bereits rund 200 Milliarden an Kosten verursacht, mit stark zunehmender Steigerungstendenz. In diesem Zeitraum hat sich am Ausstoß der Emissionen in Deutschland aber kaum etwas verändert. Die Minderungen sind insgesamt vor allem auf den industriellen Zusammenbruch der ehemaligen DDR zurückzuführen. Der starke Ausbau der Erneuerbaren in den vergangenen Jahren scheint im Gesamtbild keine deutlichen Klimaeffekte zu erzielen, im Bereich der Energieeffizienz scheinen die Maßnahmen ebenso eher wenig Wirkung zu entfalten. Der Zeitraum, in dem massiv in die deutsche Energiewende investiert wurde, scheint im Ergebnis die Emissionen nicht deutlich zu beeinflussen und somit nicht den erhofften Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Kosten der Energiewende Die Kosten der Energiewende lassen sich in ihrer Entwicklung schwer abschätzen. Berechnungen der Gesamtkosten vom Start bis in das Jahr 2050 reichen von 1.000 bis zu rund 4.500 Milliarden Euro. Ein Gutachten des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) hatte im Jahr 2016 laut einer Studie die Kosten der Energiewende bis 2025 mit rund 520 Milliarden Euro berechnet. Am stärksten wirkte sich in der Berechnung die Umlage zur Finanzierung der Erneuerbaren Energien aus, die sogenannte EEG-Umlage. Sie wird von jedem Stromverbraucher entrichtet und finanziert die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energieträgern. Der Ausbau der Strom- und Verteilernetze schlug mit 55,3 Milliarden Euro zu Buche. Die Studie legte erstmals eine Kostenschätzung vor, die sämtliche Kosten der Energiewende im Stromsektor berücksichtigte, dazu zählen neben den direkten Kosten zur Förderung der erneuerbaren Energien auch indirekte Folgekosten, wie zum Beispiel für den Ausbau der Übertragungs- und Verteilungsnetze. Seitdem haben sich die Kostenschätzungen deutlich erhöht, sie fallen z.B. in folgenden Bereichen an: • EEG-Umlage durch weiteren Zubau erneuerbarer Energieträger, inzwischen pro Jahr rund 30 Milliarden Euro mit zunehmender Tendenz • der Ausbau des Übertragungsnetzes, das den Strom aus dem windreichen Norden in den industriell- und bevölkerungsstarken Süden bringen soll, wird bis 2030 mit rund 50 Milliarden Euro beziffert, aktuelle Angaben gehen aufgrund von Verzögerungen und höheren Planungskosten einerseits und beschleunigtem Ausbau der Erneuerbaren andererseits von deutlich höheren Kosten aus • Kosten für Maßnahmen zur Stabilisierung der Stromnetze: Durch den zunehmend schwankenden Strommix im Stromnetz nehmen die Kosten für dessen Betrieb deutlich zu, die Eingriffe sind inzwischen auch auf ein jährliches Kostenvolumen im Milliardenbereich gestiegen • Entwicklung und Bau von Speichern: Hierüber wird derzeit noch kaum gesprochen. Perspektivisch braucht die deutsche Energiewende durch den Verzicht auf Atomstrom und die zunehmende Stilllegung von Kohlekraftwerken eine Alternative, um erneuerbare Energie zu bevorraten, wenn einmal über längere Zeit Wind und Sonne ausbleiben. Das gilt zumindest, wenn Zukäufe von Strom aus Kohle oder Atom aus dem Ausland vermieden werden sollen, was ja auch dem Zweck der Energiewende, Emissionen einzusparen und auf riskante Kernenergie zu verzichten, entgegenstehen würde. Zudem sind gerade bei lang anhaltenden Wetterlagen mit wenig Sonne und Wind auch die Nachbarländer betroffen, diese müssen also ihre eigene
Stromversorgung absichern und können Deutschland in solchen sogenannten „kalten Dunkelflauten“ evtl. selbst keinen überschüssigen Strom zur Verfügung stellen. Die Kosten für den Bau der notwendigen, ausreichenden Energiespeicher, damit Deutschland sich sicher und selbst versorgen kann, dürften alle bislang bekannten Kosten für EEG-Umlagen, Netzausbau etc. bei weitem übertreffen • Kosten für Forschung und Entwicklung: Hier ist keinerlei Statistik zu finden, die Ausgaben für Institute, Forschungsprojekte etc. sind mit der zeitlichen Perspektive schwer zu beziffern. Das Deutsche Klima Konsortium (www.deutsches-klima-konsortium.de) umfasst mit 24 Instituten oder Zentren einen Teil der Einrichtungen, die mit staatlicher Unterstützung und Drittmitteln aus der Wirtschaft zum Thema forschen. • Kosten für die Strukturentwicklung der Regionen, die infolge der politisch beschlossenen Energiewende (Kohleausstieg) neue Wirtschaftsstrukturen aufbauen müssen, erste Bundesmittel belaufen sich für den Zeitraum bis 2038 auf rund 40 Milliarden Euro, mit ergänzenden Maßnahmen darf man von deutlich höheren Kosten ausgehen. • Weitere Kosten für Maßnahmen zur Förderung des Klimaschutzes in der Gesellschaft, so haben Die Grünen bereits einen Klimafonds in Höhe von 100 Milliarden Euro gefordert, um Klimaschutzprojekte stärker und schneller zu fördern. Die Liste der Kostenpositionen ließe sich noch um viele weitere Punkte erweitern. Sie verdeutlicht aber bereits im kurzen Überblick, dass die Energiewende in viele Bereiche der Gesellschaft hineinwirkt. Zudem treten – wie bei vielen anderen Projekten auch – meist Kostensteigerungen auf. Im Herbst 2018 rügte der Bundesrechnungshof das Kostenmanagement der Energiewende durch die Bundesregierung. Der Bundesrechnungshof ist das Kontrollorgan für Geldausgaben und Wirtschaftlichkeit der Bundesregierung. Er hatte der Bundesregierung bereits 2016 bescheinigt, keine Übersicht über die Kosten der Energiewende zu haben. Im Bericht aus dem Jahr 2018 fiel die Kritik noch härter aus. Sie legt einen generellen Kontrollverlust nahe. Neben der Kostenexplosion rügte der Bundesrechnungshof gleichzeitig das Fehlen aussagekräftiger Daten und Effekte im Rahmen der Energiewende. Bei der Konstruktion der Energiewende bleibt die Bundesregierung dem bisherigen Weg dennoch treu. Der Ausbau erneuerbarer Energieträger soll forciert, die Netze ausgebaut und Deutschland zum Vorreiter der Elektromobilität werden. Am gleichzeitigen Atom- und Kohleausstieg wird festgehalten, derzeit sogar ein beschleunigter Kohleausstieg diskutiert.
Entwicklung der EEG Umlage in ct/KWh 6,88 624 6,17 925 6 5,28 5 | 4 3,53 3,59 3 2,15 2 13 115 1. 0,78_0,96 0,54 0,63 041 0 1 I 0, 2 q T T T T T T T T T T T 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 Prognose für die EEG-Umlage 2018 und 2019 EEG-Umlage für Haushalts- und Gewerbekunden in Deutschland 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 8 2018 & stillstand oder leichte Senkung 2019 7 Anstieg um 9% 7,5 6 4 3,53 2 Cent/ kwh Quelle: Strorm-Report, Agora Energiewende
Strompreise für private Haushalte (Jahresstromverbrauch 3.500 kWh)
in ct/kWh
2884 2914 2870 28,80
25,89
Bu
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29,28 29,44
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1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2 212 2013 2014 2015 2016 2017 2018
= Beschafung Netzentgak, Vertrieb ls2006) A Beschaffung, Vertrieb ab 20051 © Netzurtigak kl Messung, Abrechnung Messstslkenbatriabxab 2006) Mahrweitstsusr
© Konzessionsabgabe MM EEG-Umtage* = KWK-Aufschlag 1 519 StramhEV-Umtage M Offshon-Haftungsumlage © Umiage für abschaktsans Lastan tab 200% 2016 ausgesetzt)
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Quelle: BDEW", Stand: 05/2018
Letztverbraucherausgaben für Strom in Milliarden Euro
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Gesamtausgaben fin Mrd. Euro) | 556 68,6 694 76,7 ] 760 753 74,1
Staatlich induzierte Elemente 219 279 28,4 35,6 379 37,1 38,4
Davon:
Mehrwertsteuer 47 49 5,1 56 57 5,8 5,7
Stromsteuer 64 72 7,0 79 66 65 66
Konzessionsabgabe 2,1 22 21 2,1 20 2,0 2,0
EEG-Umlage 83 134 140 198 223 22,0 22,7
Umlage nach KWKG 04 02 03 04 05 06 13
Offshore-Haftungsumlage und Umlage für 00 0,0 0,0 07 08 0,0 02
abschaltbare Lasten
Staatlich regulierte Elemente 169 176 19,0 212 214 214 223
Davon: j j
Netzentgelte Übertragungsnetz 22 22 26 30 31 3,5 3,8
Netzentgelte Verteilnetz 147 154 16,4 182 183 17,9 185
Marktgetriebene Elemente 258 23, 22,0 198 166 16,8 13,4
Davon:
Marktwert EEG-Strom 35 44 48 42 41 47 43
Erzeugung und Vertrieb 233 186 17,2 156 125 12,1 9,1
Qualla: BMA * zowis Barschnungan und Schätzungen dar Expartenkommission zum Monkoring-Prozess „Enargle dar Zukunft“ auf Basis von StBA und ÜNB (2017 Den Berschnun -
gan der Ges amkausgaben Ikıgan die Erkösa aus dam Stromabsatz abzoglich Stausrverglnstkgungen aus nachträglichen Enttastungsvarfahren zugrunde. Die Mehrwertsteuer wird auf-
Fund dar Möglichleit zum Vorstausrabzug für Untamahman nur für privata Haushake ausgawissen.
Die Übersichten zur Entwicklung der EEG-Umlage und zur Entwicklung der Strompreise verdeutlichen die Finanzierung der Energiewende durch die Verbraucher und Unternehmen. Die Strompreise für private Haushalte haben sich seit 2000 mehr als verdoppelt, Deutschland verfügt in diesem Bereich über die höchsten Strompreise in Europa. Die von den Verbrauchern zu entrichtende EEG-Umlage steigerte sich bis 2016 auf über 22 Milliarden Euro, künftig wird sie knapp 30 Milliarden Euro pro Jahr betragen. Herausforderungen für die Energiewende Bei der Energiewende geht es um die Minderung von Emissionen bzw. Treibhausgasen. Im Abschnitt zu den Sektoren hat sich gezeigt, dass in vielen Bereichen in den letzten zehn Jahren trotz vieler Investitionen in die Energiewende bei diesem zentralen Ziel nur wenige Effekte erzielt werden konnten. Doch wie sieht das in der Zukunft aus, werden sich die Emissionen durch zusätzliche Maßnahmen nun schneller verringern lassen? Einige Entwicklungen stellen die Energiewende vor große Herausforderungen: Digitalisierung: Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche, die Anzahl elektrischer Geräte in Haushalten und der Wirtschaft nimmt weiter zu. Die Digitalisierung ist bei allem Fortschritt und trotz Effizienzsteigerungen selber auch ein Stromfresser (Betrieb von Steuergeräten, notwendige Serverleistungen etc.). So schätzt man allein Emissionen aus Smartphones und Tablets (mit Blick auf benötigte Rohstoffe, Produktion der Geräte, späteren Betrieb) bei der weiteren dynamischen Entwicklung dieses Marktes bis 2040 auf einen Anteil an den globalen Emissionen, der in etwa der Hälfte des Weltverkehrs entspricht. Wenn man bedenkt, dass Smartphones erst seit zehn Jahren eine
nennenswerte Entwicklung genommen haben, wird die Dynamik der Digitalisierung deutlich. Die Digitalisierung von Wirtschaft und Privathaushalten wird ebenso mehr Strom verbrauchen. Elektroautos & Co.: Die Umstellung von Verbrennungsmotoren auf elektrische Antriebe soll neben Autos auch andere Verkehre erreichen. Immer mehr Züge sollen elektrisch statt mit Diesel fahren, auch LKWs und Flugzeuge sollen perspektivisch elektrisch unterwegs sein. Dafür werden riesige Mengen an Strom benötigt. Zudem müssen die Stromnetze entsprechend belastbar sein, wenn Elektroautos in Größenordnungen – zumeist gleichzeitig in den Nachtstunden – Strom tanken. Insofern wird ein zunehmender Strombedarf im Rahmen dieser Entwicklung auch einen weiteren Ausbau der Stromnetze bis hin zu den Privathaushalten und Arbeitsorten erfordern. Atomausstieg: Die größte Herausforderung stellt der kurzfristig bevorstehende Atomausstieg dar. Mit ihm fallen ca. 12 % CO2-freier und grundlastfähiger Energieerzeugung bereits in gut zweieinhalb Jahren weg. Die Entwicklung der letzten zehn Jahre zeigt, dass diese Energiemenge nicht durch erneuerbare Energieträger ausgeglichen werden kann, da diese nicht grundlastfähig sind und sehr schwankend anfallen (das belegen auch die nach wie vor notwendigen Laufzeitstunden der Kohle- und Kernkraftwerke). Es entstehen also sehr kurzfristig zusätzliche Emissionen einerseits für einen fossilen Energieträger, der den Ausstieg der Atomenergie ab 2022 ausgleichen muss, andererseits schon aktuell und in den kommenden Jahren durch den damit verbundenen Aufbau neuer Energieanlagen. Industrieland: Deutschland ist eine Industrienation und verfügt im Gegensatz zu vielen anderen Ländern seit über zehn Jahren über eine ungebremste Konjunktur. Sie sorgt für ein gesellschaftliches Vermögen, für unseren Wohlstand – und somit auch für die Investitionsmöglichkeiten in die Energiewende. Aufgrund der Energiewende verfügt Deutschland derzeit über die höchsten Strompreise für Privathaushalte und die zweithöchsten für die Wirtschaft. Die Energiewende muss insofern ermöglichen, die Industrie auch künftig bei wachsendem Bedarf sicher mit Energie zu versorgen und andererseits die Preise so zu gestalten, dass die Industrie international wettbewerbsfähig bleibt. Konflikte im Rahmen der Energiewende Die Energiewende erfordert insbesondere durch den Ausbau der erneuerbaren Energieträger viele Baumaßnahmen. Zum einen sollen Windkraftanlagen und Solarparks gebaut werden, zum anderen müssen die Stromnetze ausgebaut werden. Die Genehmigungs- und Planungsverfahren sind in beiden Bereichen sehr aufwändig und müssen in Deutschland auf viele Beteiligte Rücksicht nehmen. Nach Angaben von Initiativen und vielen Medienberichten ist allein die Anzahl von Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen deutschlandweit auf ca. 1.000 zu schätzen. Egal, wo ein Windpark entsteht, entsteht meist auch eine Bürgerinitiative dagegen. Das führt zur Verzögerung des Ausbaus. Gleiches betrifft den Ausbau der Stromnetze. Um diese Probleme zu umgehen, hat man sich dabei in Deutschland für die deutlich kostenintensivere Verwendung von Erdkabeln entschieden. In beiden Bereichen, beim Ausbau der Netze und der Anlagen für erneuerbare Energie, steht die Energiewende vor folgenden Problemen: Ausbau der Stromnetze: 7.700 Kilometer neue Stromleitungen sind in Deutschland geplant. Davon befinden sich 4.600 Kilometer in Planungsverfahren und nur 1.800 Kilometer sind genehmigt. Von den genehmigten Leitungen wurden laut aktuellem Jahresbericht der Bundesnetzagentur Stand drittes Quartal 2018 gerade einmal 950 Kilometer gebaut. Im gesamten Jahr 2017 waren es gerade einmal 30