Integriertes Maßnahmenprogramm zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels im Freistaat Thüringen - IMPAKT II

Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepte

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Entwicklung eines Flächenmanagement-Tools zur Erfassung und Bewertung von Flächenpotenzialen im Innenbereich                                                                BO_06 Die Herausforderung Die Offenhaltung beziehungsweise Entsiegelung von Böden, die zur Unterstützung der Klimawandelanpassung anzustreben ist, wird vor allem im Rahmen der Flächenhaushaltspolitik der Städte und Gemeinden über die Flächennutzungs- und Bauleit­ planung gesteuert. Ein wirkungsvoller strategischer Ansatz zum Flächensparen ist dabei die konsequente Nutzung von Flächenpotenzialen in Innerortslagen. Dadurch kann die Bebauung im Außenbereich reduziert und können Böden, die für die Kaltluftentstehung sowie die Aufnahme und Speicherung von Wasser bedeutsam sind, geschont werden. Darüber hinaus trägt die Innenentwick­ lung zur Belebung der Innenorte bei. Ziel von FLOO-Thüringen ist es, die Aktivierung vorhandener Flächenpo­ tenziale zu fördern. Das Tool ermöglicht einen detaillierten Überblick beispielsweise über Baulücken, Brachflächen, leer stehende Gebäude oder Wer ist aktiv und was wird getan?                               geringfügig genutzte Flächen. Um die Flächeninanspruchnahme zielführend, das heißt im Klimafolgenmonitoring: Sinne einer Bevorzugung der Innen- vor der Außenentwicklung, R-RL-1 Siedlungs- und Verkehrsfläche zu steuern, ist eine gute Übersicht über vorhandene Flächen­ potenziale im Innenbereich erforderlich. Das TMIL unterstützt in Zusammenarbeit mit der Thüringer Landgesellschaft mbH (ThLG) die Städte und Gemeinden zu diesem Zwecke mit der Be­    Was wurde erreicht und wie geht es weiter? reitstellung eines einfach nutzbaren informationstechnischen Werkzeugs zur Erfassung und Bewertung von Flächenpoten­         Mit der Anpassung von FLOO für Thüringen wurde im Januar zialen sowohl im Innen- als auch im Außenbereich (Flächen­      2017 begonnen. Nach im Februar 2018 erfolgreich abgeschlos­ management-Tool FLOO-Thüringen). Mit dem Werkzeug werden        sener Pilotphase steht das Tool nun allen interessierten Kom­ die zur Erfassung und Bewertung erforderlichen Geobasisdaten    munen kostenlos zur Verfügung. des Amtlichen Liegenschaftskatasterinformationssystems          Die Akademie ländlicher Raum hat im Februar und März 2018 (ALKIS) sowie ausgewählte Geofachdaten der TLUG bereitge­       eine Veranstaltungsreihe zur Einführung von FLOO-Thüringen stellt und Hilfen für die systematische Dokumentation und       organisiert und vier regionalen Informationsveranstaltungen Einstufung der Flächen gegeben.                                 durchgeführt. Allgemeine und technische Informationen in Form Das Thüringer Tool nutzt Vorarbeiten aus Baden-Württemberg.     von Vorträgen zum Tool werden derzeit auch auf der Homepage Es hilft Anwenderinnen und Anwendern, die Innenentwicklungs­    der Akademie ländlicher Raum zur Verfügung gestellt: potenziale in ihrer Gemeinde zu erfassen, darzustellen, zu be­  www.alr-thueringen.de. werten, zu verwalten und handlungsbezogen auszuwerten. Die      Nach der Einführung des Flächenmanagement-Tools begleitet Kommune hat diese aktuellen Informationen dann jederzeit für    die ThLG den weiteren Prozess der Anwendung. Sie bewirbt die Bauleitplanung, die Arbeit im Gemeinderat, die Kontakte mit die Anwendung und steht den Städten und Kommunen in der Investorinnen und Investoren oder für raumbezogene Verwal­      Anwendung beratend und unterstützend zur Seite. tungsverfahren und für sonstige Fälle der Flächeninanspruch­ nahme verfügbar. Die Nutzung dieser Potenziale leistet einen    Zugang zum Flächenmanagement-Tool FLOO-Thüringen:  Beitrag zum Flächensparen und zur Offenhaltung von Böden. 73
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Boden Weiterführende Links  Informationen zur Revitalisierung von Brachflächen: infrastruktur-landwirtschaft.thueringen.de/unsere- themen/laendlicher-raum/hauptspalte-randspalte/ revitalisierung/  Zugang zum Flächenmanagement-Tool FLOO-Thüringen: www.floo-thueringen.de 74
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3.5 	Wald und Forstwirtschaft Beobachtbare Klimawandelfolgen Wald und Forstwirtschaft sind in ganz besonderem Maße            nutzungen, das heißt Nutzungen außerhalb der geplanten abhängig von der Entwicklung der standörtlichen und klimati­     forstlichen Nutzung, verursacht (s. Indikator I-FW-3). schen Bedingungen in der jeweiligen Region, und das über die Jahrzehnte hinweg, die der einzelne Baum im Waldbestand bis      Unter den Schadinsekten sind die Borkenkäfer (Buchdrucker zur Ernte im reifen Stadium oder bis zum natürlichen Zerfalls­   und Kupferstecher) die relevantesten. Sie befallen insbeson­ prozess durchlebt. Mit dem Klimawandel verändern sich wich­      dere die Fichte. Zu Massenvermehrungen kommt es vor allem tige Rahmenbedingungen, die für das Waldwachstum und die         nach Stürmen sowie heißen und trockenen Sommern, weil die Baumgesundheit von Bedeutung sind.                               Bäume dadurch vorgeschädigt wurden und Brutmaterial für die Käfervermehrung bieten. Ein statis­ tisch gesicherter Trend zu allgemein zunehmenden Borkenkäferschäden lässt sich allerdings aus der bisheri­ gen Betrachtung (1990-2015) nicht ableiten. Über akute Waldschäden hinaus können Phasen mit ungünstigen Witterungsverhältnissen über mehrere Jahre nachwirken und die Vitalität der Bestände beeinträchtigen. Allerdings kann aus derzeitiger Sicht noch nicht von einem witterungsbedingten Dauerstress für die Wälder Thüringens gesprochen werden. Klimafolgenmonitoring: I-FW-3 „Schadholzaufkommen nach Schadensursachen“ Mit länger anhaltenden Perioden Im Fokus der Klimafolgenbetrachtung stehen die Fichtenreinbe­    trockener und heißer Witterung steigt die witterungsbedingte stände, die infolge des Klimawandels einem besonders hohen       Waldbrandgefährdung. Dies lässt sich für Thüringen in den Risiko ausgesetzt sind, da sie vielerorts schon heute nicht mehr zurückliegenden 50 Jahren mit Daten belegen. Dennoch sind standortgerecht sind. Zwischen 2002 und 2012, dem Jahr der       die jährliche Anzahl von Waldbränden und die Waldbrandflä­ letzten Waldinventur, hat sich die Fichtenfläche, die aufgrund   che in Thüringen bisher gering. Dies ist auch Ergebnis einer zu trockener und warmer Bedingungen einem erhöhten bis sehr      wirkungsvollen Prävention sowie einer frühen Erkennung und hohen Klimarisiko ausgesetzt ist, trotz des bereits erfolgten    abgestimmten Bekämpfung von Waldbränden. Waldumbaus ausgeweitet. Das bedeutet, die klimatischen Ver­ änderungen wirken momentan rascher als forstliche Klimaan­ passungsmaßnahmen greifen. Aussagen zu Veränderungen der Zuwachsraten der Wälder lassen sich für Thüringen noch nicht treffen. Bundesweite Entwicklungen weisen jedoch auf einen Zuwachsrückgang bei fast allen Baumarten im Vergleich der Perioden 2002-2008 und 2008-2012 hin. Unter anderem wird hierfür die Zunahme von Trockenjahren verantwortlich gemacht. Neben zunehmender Hitze und Trockenheit beeinflussen vor allem Extremereignisse wie Stürme, Schneebruch oder auch Schaderreger die Waldentwicklung. In Thüringen haben in den letzten zwei Jahrzehnten Stürme die umfangreichsten Zwangs­ 76
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Maßnahmen Das Thüringer Waldgesetz (ThürWaldG) gibt den rechtsverbindli­                 dem langjährigen forstlichen Umweltmonitoring zu, die Ableitun­ chen Rahmen für eine multifunktionale und nachhaltige Waldbe­                  gen zur Reaktion von Baumarten und Waldbeständen auf bestimm­ wirtschaftung in Thüringen vor. Danach sollen die Erhaltung des                te Witterungsbedingungen zulassen. Waldes und seiner multifunktionalen Leistungsfähigkeit durch die Bewahrung beziehungsweise Entwicklung naturnaher Wälder                    Hilfreich ist es für die Forstwirtschaft auch, aus den in den zurück­ mit standortgerechter Baumartenzusammensetzung und stabilen                    liegenden Jahren eingetretenen Schadereignissen zu lernen. Die Strukturen sichergestellt werden. Mit dem Klimawandel stellen                  Landesforstverwaltung hat hierfür die Erfahrungen aus Sturmschä­ sich neue Anforderungen an die Auswahl der Baumarten für die                   den und Schädlingsbefall systematisch ausgewertet und daraus nächste Bestandsgeneration und die Planung von Eingriffen zur                  ihre Schussfolgerungen für das künftige Schadensmanagement Waldpflege.                                                                    gezogen. Diese Ergebnisse wurden auch für andere Waldbesitzer verfügbar gemacht und so die Voraussetzungen geschaffen, dass Die Bewirtschaftung des Staatswaldes soll eine stabile Struktur                künftig Extremereignisse und deren Folgen gut bewältigt werden des Waldes sowie die nachhaltige Holzproduktion sicherstellen                  können. und zugleich Vorbild für die Bewirtschaftung der Körperschafts- und Privatwälder sein. Im Staatswald, aber auch im Wald anderer                Darüber hinaus gibt es weitere Maßnahmenfelder, in denen sich Eigentümer wird in Thüringen der Waldumbau hin zu standortge­                  die Forstwirtschaft heute bereits gut gerüstet sieht. Hierzu gehören rechten, gemischten und möglichst reich strukturierten Beständen               die Waldbrandprävention und -früherkennung, die aus derzeitiger aktiv vorangetrieben. Auf den im Rahmen der Waldflächenstill­                  Sicht als ausreichend erachtet werden. Sie sollten in der jetzigen legung aus der forstlichen Nutzung genommenen Waldflächen ist                  Form beibehalten werden, um auch einem erhöhten witterungsbe­ ein solcher aktiver Waldumbau zur Klimaanpassung nicht möglich.                dingten Waldbrandrisiko begegnen zu können. Hier ist ein Zielkonflikt spürbar, den es – auch mit Blick auf den Klimaschutz durch Wald und Holz – politisch aufzulösen gilt.                   Das im IMPAKT von 2013 thematisierte Maßnahmenfeld zur Holzernte(-technik) wird in diesem aktualisierten Maßnahmen­ Die forstliche Forschung und Beratung widmen sich beispielswei­                programm nicht mehr aufgenommen, da die diesbezüglichen se der Frage, welche Baumarten und waldbaulichen Praktiken in                  Maßnahmen eine zu schwache Verbindung mit dem Klimawandel Anbetracht des künftigen Klimas empfohlen werden können und                    aufweisen. Nachhaltige und bodenschonende Erntetechniken in wie sie den Weg in die praktische Umsetzung finden können. Die                 der Forstwirtschaft nutzen zwar auch einer Anpassung an künftig Forstverwaltung nutzt dabei unter anderem bewährte Instrumente                 höhere Niederschlagssummen während wärmerer, frostfreier win­ wie die forstlichen Versuchsflächen zur Prüfung der Anbauwürdig­               terlicher Erntezeiten, ihr Einsatz wird aber unabhängig von diesen keit von Baumarten und greift vor allem auf die Datenbestände aus              Entwicklungen vorangetrieben. Maßnahmen des IMPAKT II Maßnahmen des Integrierten Maßnahmenprogramms im Handlungsfeld Wald und Forstwirtschaft: FW_01        Waldumbau im Staats-, Privat- und Körperschaftswald                                                             in Umsetzung FW_02        Modellvorhaben Waldumbau im Thüringer Wald                                                                      in Umsetzung FW_03        Kooperationsforschung zu standörtlichen Veränderungen und Waldwachstum                                          in Umsetzung FW_04        Erarbeitung von Baumartenempfehlungen                                                                           in Umsetzung Einrichtung und Betrieb von Versuchsflächen zur Prüfung der Anbauwürdigkeit von nicht-heimischen FW_05                                                                                                                        in Umsetzung Baumarten FW_06        Forschungen zu Extremereignissen und deren Folgen im Wald                                                       in Umsetzung FW_07        Optimiertes Schadensmanagement nach Windwurf und -bruch                                                        abgeschlossen 77
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Wald und Forstwirtschaft Waldumbau im Staats-, Privat- und Körperschaftswald FW_01 Die Herausforderung                                                zuweisungen an die Landesforstanstalt. Die Maßnahmen umfas­ sen zum einen den aktiven Waldumbau, im Rahmen dessen gezielt Der Aufbau und die Erhaltung gesunder, stabiler, vielfältiger und  Baumarten (vor allem Laubbaumarten und Weißtanne) in die Be­ naturnaher Wälder mit einer standortgerechten Baumartenzu­         stände eingebracht werden. Zum anderen werden durch Pflegeein­ sammensetzung ist erklärtes Ziel des ThürWaldG. Die regulären      griffe in Jungwäldern Mischungsanteile vorgefundener Baumarten Maßnahmen einer ordnungsgemäßen Forstwirtschaft wie eine           gesteuert und durch klassische Durchforstungen im Wirtschafts­ nachhaltige Holznutzung, die Waldpflege in Jungwäldern und         wald überdichte Bestände aufgelockert und die Erziehung stabiler Naturverjüngungsaktivitäten in Altbeständen wirken auf das Errei­  Einzelbäume durch Auslese und Kronenpflege gewährleistet. chen dieses Ziels hin.                                             Der Anteil des Bundeswaldes in Thüringen ist mit 3,5 % nur gering. Der Klimawandel stellt jedoch neue Herausforderungen an die        Maßnahmen auf diesen Flächen liegen in der Verantwortung des Forstwirtschaft. Bei der Verjüngung und Pflege der Wälder ist zu   Bundesforstes. berücksichtigen, dass heutige Bäume und Waldstrukturen auch in Zukunft mit den veränderten Klimabedingungen zurechtkommen         Was wurde erreicht und wie geht es weiter? müssen. Dies erfordert zusätzliche Maßnahmen. Hierzu gehören der bewusst eingeleitete Baumartenwechsel und Waldpflege­          Im Privat- und Körperschaftswald wurde gemäß EPLR staatlicher­ eingriffe.                                                         seits finanzierte Forstförderung für die folgenden Maßnahmen bewilligt: Klimafolgenmonitoring:                                                     Erstaufforstung     Waldumbau        Pflege junger Bestände I-FW-1 Gefährdete Fichtenbestände                                2013          10 ha            52 ha                   58 ha 2014           7 ha            23 ha                   213 ha 2015          0,3 ha           14 ha                   121 ha Wer ist aktiv und was wird getan?                                   2016          8,9 ha           58 ha                   559 ha Die Walderneuerung gut gemischter Bestände erfolgt idealerweise    Für den Waldumbau im Rahmen des Landesprogramms Waldum­ und tatsächlich weit überwiegend durch Naturverjüngung. Vor        bau wurden folgende Aufwendungen getätigt: allem in nicht standortgerechten und wenig strukturierten Wäldern sind jedoch auch aktive Pflanz- und Pflege-Maßnahmen für den                 Pflanzungen und Saat  Pflanzen (Anzahl)        Saatgut (kg) Waldumbau erforderlich. Ein solcher aktiver Waldumbau hin zu        2013            309 ha             238.400                 490 klimastabileren Mischwäldern ist allerdings langwierig, aufwändig   2014            404 ha             374.400                 332 und kostenintensiv.                                                 2015            485 ha             294.089                 466 Im Privat- und Körperschaftswald wird der Waldumbau zu einem        2016            540 ha             407.571                 65 erheblichen Teil aus staatlichen Fördermitteln gemäß EPLR finanziert. Gefördert werden Maßnahmen der Wiederaufforstung,      In einer zwischen 2010 und 2012 im Auftrag des damaligen Minis­ des Voranbaus (einschließlich Naturverjüngung) und der Nach­       teriums (TMLFUN) erstellten Studie wurde ein „außerplanmäßiges“ besserung infolge natürlicher Schadereignisse sowie der Pflege     aktives Waldumbauflächenpotenzial von rund 18.000 Hektar von Jungwüchsen und Dickungen. Die Fördermittel werden auf         brutto beziehungsweise rund 8.000 Hektar reine Pflanz- und Antrag des Waldbesitzers ausgereicht. Die Landesforstanstalt berät Saatfläche im Staatswald identifiziert. Um den Umbau auf dieser die Waldbesitzer zur Förderfähigkeit ihrer Wälder und übernimmt    Fläche umzusetzen, muss von einem finanziellen Aufwand im Kontrollfunktionen zur forstfachlichen Richtigkeit jeder einzelnen hohen zweistelligen Millionenbereich ausgegangen werden. Waldumbaumaßnahme. Zu den von den Waldbesitzern auf eigene         Der Waldumbau wird über die kommenden Jahrzehnte hinweg eine Initiative und mit eigenen Mitteln umgesetzten Waldumbaumaß­       Kernaufgabe der Forstwirtschaft im Freistaat bleiben. Fortschritt nahmen lässt sich landesweit kein Überblick herstellen.            und Intensität des Waldumbaus werden in hohem Maße durch die Im Staatswald der Landesforstanstalt wird der Waldumbau mit        Bereitstellung von Fördermitteln und die Finanzierung des Landes­ dem „Landesprogramm Waldumbau“ gezielt beschleunigt. Das           programms Waldumbau durch das zuständige Ministerium und die Landesprogramm ist fester Bestandteil der budgetierten Mittel­     Landesregierung bestimmt. 78
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Modellvorhaben Waldumbau im Thüringer Wald FW_02 Die Herausforderung Der Freistaat Thüringen unterstützt den Waldumbau mit praxisori­ entierter Forschung. Mit dem Modellprojekt „Waldumbau in den mittleren, Hoch- und Kammlagen des Thüringer Waldes“ wurde eine Forschungsplattform geschaffen, um waldbauliche Ansätze für die Praxis entwickeln und demonstrieren zu können. Im ausgewählten relativ niederschlagsreichen und eher kühlen Naturraum Thüringens steht nicht die Anpassung an besonders trocken-warme Klimabedingungen im Zentrum. Vielmehr richtet sich das Waldumbauprojekt an Fichten falscher Herkunft (soge­ nannte Tieflagenherkünfte). Diese Bestände sind das Ergebnis der Wiederbewaldung nach der Orkan- und Borkenkäferkatastrophe in den 1940er und 1950er Jahren. Ein Mangel an Arbeitskräften, an Das Modellprojekt Waldumbau liefert umfangreiches Wissen, um den Wald­ geeigneten Pflanz- und Saatgut sowie klimatische Extreme, Mäuse-  umbau zielgerichtet planen und umsetzen zu können. und Wildschäden und damals vernachlässigte Pflegemaßnahmen führten – trotz prinzipiell gelungener und hoch anzuerkennender Klimafolgenmonitoring: Wiederaufforstung in diesen schweren Zeiten – zu Waldbeständen, I-FW-3 Schadholzaufkommen nach Schadensursachen die nun gegenüber Schneebruch, Sturm, Starkniederschlägen und hohen Wildbeständen besonders labil sind und daher dringend stabilisiert werden müssen.                                       Georg-August-Universität Göttingen, dem Thünen-Institut und dem Regionalverbund Thüringer Wald e.V. um. Wer ist aktiv und was wird getan? Was wurde erreicht und wie geht es weiter? Das Modellprojekt „Waldumbau in den mittleren, Hoch- und Kammlagen des Thüringer Waldes“ der Landesforstanstalt            Das Projekt wird aus Mitteln des Freistaats finanziert und ist bis startete im Jahr 2013 mit dem Ziel, im mittleren Thüringer Wald   zum Jahr 2022 terminiert. Zwischen 2013 und 2017 gingen aus auf insgesamt 8.000 Hektar zusammenhängender Staatswaldflä­       dem Waldumbauprojekt 12 wissenschaftliche Veröffentlichungen che klimaangepasste Wälder zu etablieren. Dazu werden in einer    hervor. Außerdem wurden 10 Bachelor-, Master- und Doktorarbei­ aktiven Waldumbauzone pro Jahr durchschnittlich rund 60 Hektar    ten zu Teilthemen abgeschlossen. Fläche direkt durch Saat und Pflanzung mit Baumarten des Berg­     Durch Pflanzung oder Saat umgebaute Waldfläche: mischwaldes umgebaut. Dabei spielt auch der Herkunftswechsel                 real bearbeitete Teilfläche    gesamte beeinflusste Fläche bei der Fichte von Tieflagen- zu Hochlagenprovenienzen eine        2014              49,55 ha                       147,02 ha wichtige Rolle. Des Weiteren werden Pflegestrategien in Natur­ 2015              31,45 ha                       123,92 ha verjüngungen und mittelalten Fichtenbeständen verfolgt. In den 2016              79,75 ha                       223,67 ha schnee- und sturmreichen Hochlagen des Thüringer Waldes wird die schmalkronige, stabile Hochlagen-Fichte gezielt gefördert.    Die Öffentlichkeit wird über Vorträge, Försterwanderungen oder Das Projekt will in den vier Arbeitspaketen „Waldbau“, „Jagd“,    andere Informationsveranstaltungen über die Projektentwicklung „Technik“, „Betriebswirtschaft“ modellhaft und praxisorientiert   informiert und für das Projekt begeistert. Im Jahr 2014 gab es Wege für einen erfolgreichen Waldumbau in den mittleren Lagen     sechs solcher Veranstaltungen, in 2015 zehn und in 2016 elf. sowie den Hoch- und Kammlagen des Thüringer Waldes aufzeigen.     Mit den Veranstaltungen im Jahr 2016 wurden insgesamt 5.850 Das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha (FFK) der   Personen erreicht. Seit 2016 werden außerdem in den Herbstferien Landesforstanstalt setzt das Modellprojekt für das TMIL in Koope­ „Walderlebniswochen“ mit Wanderungen, Pflanzaktionen, Kinder­ ration mit Thüringer Forstämtern in der Region, dem Biosphären­   programm und Vorträgen gemeinsam mit dem Ringberg-Hotel-Suhl reservat Thüringer Wald, der Technischen Universität Dresden, der für Urlauber, Gäste und lokal Interessierte ausgerichtet. Informationen zum Modellprojekt:  79
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Wald und Forstwirtschaft Kooperationsforschung zu standörtlichen Veränderungen und Waldwachstum                                                                                                   FW_03 Die Herausforderung Waldbauliche Entscheidungen wirken in der Regel sehr langfristig. Vorhersagen zur künftigen Entwicklung der standörtlichen und klimatischen Bedingungen spielen eine bedeutende Rolle für die forstliche Planung, um aktuelle und künftige Zusammenhänge zwi­ schen den standörtlich-klimatischen Bedingungen, der Baumeig­ nung und dem Baumartenwachstum herstellen zu können. Am Aufbau einer soliden Datengrundlage zu diesen Zusammen­ hängen hat das FFK Gotha von 2014 bis 2017 zusammen mit elf weiteren forstwissenschaftlichen Instituten aus ganz Deutschland am Waldklimafonds-Projekt WP-KS-KW „Waldproduktivität – Koh­ lenstoffspeicherung – Klimawandel“ mitgewirkt. Der vom BMEL und BMU finanzierte Waldklimafonds dient dem Daten aus Inventuren zu Wald- und Bodenzustand liefern wichtige Grundla­ Ziel, das CO2-Minderungs-, Energie- und Substitutionspotenzial     gen für die waldbauliche Praxis. von Wald und Holz zu erschließen, zu optimieren und die Anpas­ sung der deutschen Wälder an den Klimawandel zu unterstützen. Klimafolgenmonitoring: I-FW-2 Holzzuwachs Wer ist aktiv und was wird getan? I-FW-6 Waldzustand Bundesweit werden durch die Länder regelmäßig Inventuren durchgeführt, um Informationen zur Entwicklung der Wälder und      bundesweiten Bodendaten (von 1950 bis heute) digital aufbereitet deren standörtlichen Bedingungen zu generieren. Neben der jähr­    und expertenbasiert harmonisiert. Dabei wurden Daten aus acht lichen Waldzustandserhebung sind dies die Bundeswaldinventur       grundlegend verschiedenen bodenkundlichen Kartiersystemen in (BWI) und die Bodenzustandserhebung (BZE). Diese Inventuren        Deutschland zusammengeführt. wurden in Thüringen bisher zweimal durchgeführt (BWI: 2001- 2002, 2011-2012; BZE: 1987-1993, 2006-2008). Es ist aus Sicht      Was wurde erreicht und wie geht es weiter? der Klimaanpassungs- und Klimafolgenforschung dringend gebo­ ten, solche wertvollen Inventuren nach einheitlicher, abgestimmter Das Waldklimafonds-Projekt wurde mit rund 2 Millionen Euro Methodik auch zukünftig regelmäßig zu wiederholen.                 gefördert. Bis 2017 sind im Projekt bereits neun wissenschaftli­ Das Projekt WP-KS-KW diente dem Ziel, länderübergreifend einheit­  che Publikationen und zahlreiche Vorträge entstanden. 26.500 liche Standortsinformationen für Waldinventurpunkte zu erheben     Inventurpunkte der BWI konnten durch das Projekt mit (gemesse­ und damit in systematischer Weise Wald-, Boden- und Klima-Daten    nen und modellierten) Boden- und Klimadaten ergänzt werden. In miteinander zu verknüpfen. Mit dem neu geschaffenen Datensatz      Thüringen wurden 1.656 Bodenprofile und 5.420 Bodenhorizonte lassen sich nun standörtlich differenzierte Analysen der BWI-Daten bearbeitet, und es wurde damit eine sehr gute Flächenabdeckung durchführen und unter anderem Aussagen zu den Klima- und Bo­       von 87 % der Gesamtwaldfläche erreicht. denansprüchen von Baumarten sowie Vorhersagen zur zukünftigen      Da diverse Arbeitsgruppen nun auf die bundesweit generierten Da­ Waldentwicklung (beispielsweise zur Produktivität und Kohlen­      ten zugreifen können, wirkt das Projekt sehr wahrscheinlich noch stoffspeicherung der Wälder im Klimawandel bis zum Jahr 2052)      Jahrzehnte nach. Auch in Thüringen selbst werden die Daten weiter und zum Baumartenrisiko auf ungeeigneten Standorten treffen.       verwendet, zum Beispiel für die laufenden Projekte der Fachagen­ Die Landesforstanstalt übernahm im Rahmen des Projekts ge­         tur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) „Bewirtschaftung der Fichte meinsam mit Sachsenforst insbesondere Aufgaben zum Modul           im sächsischen und thüringischen Mittelgebirge unter Berücksich­ „Bodendaten an BWI-Traktecken“. Ziel war, über sogenannte Wei­     tigung des aktuellen Wachstumsgangs und Risikoabschätzungen“ serbodenprofile Ableitungen zum Wasserhaushalt zu treffen und      (FIRIS) und „Untersuchungen zu Vorkommen, Genetik und Anbau­ damit baumartenspezifische Wuchsmodelle mit geeigneten Daten       eignung der Edelkastanie in Süddeutschland unter Berücksichti­ zu bestücken. Hierfür wurde ein umfangreicher Altbestand von       gung von waldbaulichen und waldschutzrelevanten Aspekten“. 80
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Erarbeitung von Baumartenempfehlungen FW_04 Die Herausforderung Die standortgerechte Baumartenwahl ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für eine naturnahe Bewirtschaftung der Wälder und eine erfolgreiche Anpassung der Forstwirtschaft an die infolge des Klimawandels veränderten Standortbedingungen. Die Landesforstanstalt gibt zur Unterstützung der standortgerech­ ten Baumartenwahl und -steuerung beim Waldumbau, bei der Waldpflege oder auch bei Wiederaufforstungen Baumartenemp­ fehlungen als Bestandeszieltypen-Katalog (BZT) heraus. Der BZT dient auch der forstbehördlichen Beratung der Waldbesitzenden. Der Klimawandel motiviert immer wieder zu Modifikationen und neuen Empfehlungen. Der tabellarische Bestandeszieltypen-Katalog beinhaltet stets mehrere Wer ist aktiv und was wird getan?                                  standortsgerechte Baumartenempfehlungen für alle rund 800 existierenden Standortsvarianten aus Boden, zukünftigem Klima und Relief in den Wäldern Thüringens. In die Empfehlungen des BZT fließen neben der forstlichen Stand­ ortskartierung (mit nahezu flächendeckenden Informationen zu den Böden) und Informationen zu Relief, Hangneigung und Expo­ Klimafolgenmonitoring: sition vor allem auch klimatische Faktoren ein. Letztere entfalten I-FW-1 gefährdete Fichtenbestände infolge des Klimawandels eine höhere Dynamik. Aufgrund der Langlebigkeit der Bäume beziehen sich die Empfeh­ lungen heute bereits auf ein projiziertes Klima in 2041-2070. Die  zu den bewährten Regeln der Praxis und wurde durch Schadaus­ letzte Fortschreibung des BZT wurde im Oktober 2015 veröffent­     wertungen infolge Kyrill untermauert. Auch eine risikoabwägende licht. Ergänzend wurden konkrete Empfehlungen für die erwünsch­    Planung der Folgegeneration (beispielsweise kein Buchenvoran­ te Weißtanne (im Jahr 2013), die kränkelnde Esche (in 2016) sowie  bau mit Qualitätserwartung unter labilem Fichtenschirm) ist inzwi­ zum Umgang mit extrem dichten, schneelastgefährdeten Fichten-      schen für den Staatswald – beispielgebend für andere Waldbesit­ Naturverjüngungen (2015) herausgegeben.                            zer – per Dienstordnung Waldbau vorgegeben. Revieranwärter und Forstreferendare absolvieren während ihrer Ausbildung eine „Waldbau- und Baumartenwoche“ und erler­           Was wurde erreicht und wie geht es weiter? nen den Umgang mit diesen Empfehlungen. Zudem erscheinen regelmäßig sogenannte Baumartenportraits des FFK Gotha in der      Die Baumartenempfehlungen werden unter Berücksichtigung der Thüringer Waldbesitzerzeitschrift.                                 Ergebnisse aus der aktuellen Klima-, Klimafolgen- und forstlichen Besonders für sturmdisponierte Lagen in den Thüringer Mittel­      Anpassungsforschung regelmäßig überprüft und bei entsprechen­ gebirgen wird häufig der Bestandeszieltyp „Fichte mit Weich­       der Notwendigkeit überarbeitet und ergänzt. Zu diesen laufenden laubholz“ für Pflanzungen, Naturverjüngungen oder Waldpflegen      Forschungen gehört unter anderem das FNR-Projekt FIRIS (2016 empfohlen (s. Maßnahme FW_06). Zu den Weichlaubholzarten           bis 2019) gemeinsam mit Sachsenforst. Impulse werden auch aus Birke und Weide wurden daher eigens Berichte und Schulungen        dem seit Mai 2016 laufenden Waldklimafonds-Projekt GenMon angeboten. Zur Eberesche wurden 2013, 2015 bis 2017 vertiefen­     erwartet, das mit Thüringer Beteiligung ein genetisches Monitoring de wissenschaftliche Arbeiten durchgeführt.                        für Buche und Fichte in Deutschland einrichtet, um die genetische Zur Verbesserung der Anpassungsfähigkeit und zur Risikovertei­     Anpassungsfähigkeit dieser Baum­arten in Wirtschaftswäldern lung enthält der BZT keine Reinbestandsvorschläge. Im Staatswald   gegenüber Umweltveränderungen untersuchen zu können. besteht dementsprechend der Grundsatz, in jedem Waldbestand        Neben den Erfahrungen aus den Forstrevieren liefern langfristig an­ mindestens einen Anteil von 20 % Mischbaumarten zu sichern.        gelegte Baumarten- und Managementversuchsflächen fortlaufend Dass Durchforstungen bei Fichte zur Förderung der Einzelbaumsta­   wichtige Ergänzungen, in die sich auch bald die jüngsten beiden bilität maßvoll und in kurzen Intervallen erfolgen müssen, gehört  Flächen zur Vogelkirsche (angelegt 2016 auf 4,2 Hektar) einreihen. 81
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Wald und Forstwirtschaft Einrichtung und Betrieb von Versuchsflächen zur Prüfung der Anbauwürdigkeit von nicht-heimischen Baumarten                                                                     FW_05 Die Herausforderung Das Spektrum der für die Waldwirtschaft in Frage kommenden mitteleuropäischen Baumarten ist begrenzt, und viele Arten haben aufgrund ihrer Seltenheit nur eine geringe ökonomische Bedeu­ tung. Daher will sich die Forstwirtschaft bei der Anpassung an den Klimawandel nicht ausschließlich auf die heimischen Baumarten beschränken, sondern sucht nach Alternativen, zu denen auch Nadelbäume aus anderen Regionen der Welt zählen. Dabei ist es wichtig, unter wissenschaftlich kontrollierten Be­ dingungen zu einer möglichst objektiven Einschätzung der Anbaumöglichkeiten und -risiken zu kommen, um Fehlschläge und deren ökologische Folgen beim voreiligen Baumartenanbau im praktischen Forstbetrieb zu vermeiden. Dogmen oder Tabus Mit dem Klimawandel ist das Interesse an Anbaualternativen (wie hier der sind hier fehl am Platz. Unter anderem ist auch Wissen für Klima­   Türkischen Tanne) gewachsen. Ziel ist, fachlich fundiert über die Anbauwür­ bedingungen zu generieren, die wir bisher so noch gar nicht         digkeit einzelner Baumarten im Klimawandel zu berichten. kennen (sogenannte Klimaneukombinationen). Wer ist aktiv und was wird getan?                                   Was wurde erreicht und wie geht es weiter? Das FFK Gotha untersucht gemeinsam mit Partnerinstituten und        Die Landesforstanstalt ist an insgesamt 119 aktiven Versuchsflä­ Spezialisten im Rahmen seines Versuchsflächennetzes auch            chen in Thüringen beteiligt. 60 Flächen widmen sich mindestens ausgewählte Baumarten aus anderen Klimazonen der Welt in den        teilweise nicht-heimischen Baumarten und dem Themenkomplex unterschiedlichen Wuchsgebieten und Klimabereichen Thüringens.      Klimawandel. Sechs Flächen wurden in den letzten fünf Jahren für Die Versuche richten sich auf die Wuchsdynamik, die waldbauliche    Klimawandel-Fragestellungen neu angelegt: Eignung, die Integrierbarkeit in heimische Waldbilder, die erreich­ • 2012/2013 (2,5 ha): wärmeliebende Baumarten baren Holzqualitäten und das Risiko einer expansiven Ausbreitung.   • 2013 (0,4 ha): Baumhasel-Vorversuch Dazu werden meistens für mehrere Jahrzehnte angelegte An­           • 2013 (1,5 ha): vergleichender Nadelbaumanbau bauversuche durchgeführt. Geprüft wird beispielsweise seit          • 2015 (0,5 ha): Robinien-Klone 2012/2013 die Eignung von Libanon-Zeder, Orientbuche, Türki­        • 2016 (2 x 1,2 ha): rumänische Weiß-Tanne scher Tanne, Silber-Linde und Hemlocktanne im Thüringer Becken innerhalb einer Kooperation mit weiteren Flächen in Bayern, der     Ältere Versuchsflächen gehen derzeit in die laufenden FNR- und Schweiz und Österreich. Für die Douglasie und Weiß-Tanne aus den    Waldklimafonds-Projekte zur Esskastanie und zur nordamerika­ rumänischen Karpaten laufen Versuche zur standörtlich-klimati­      nischen Roteiche sowie in FitForClim und AdaptForClim ein. Mit schen Eignung regionaler Herkünfte.                                 Eigenmitteln wird zur Westlichen Hemlocktanne im Raum Weimar Die Versuchshistorie auf den Flächen kann bis zu 130 Jahre zurück­  geforscht. reichen. Auch wenn heute nicht mehr alle Versuche im aktiven Be­    2015 wurden Empfehlungen für Hickory, Baumhasel, Walnuss, trieb sind, können gerade diese historischen Anbauten aufgrund      Schwarz- und Hybridnuss herausgegeben. Der Thüringer Wissens­ ihrer langen Laufzeit und diverser durchlebter Klimaereignisse      stand zur forstlichen und naturschutzfachlichen Bewertung der wertvolle Hinweise geben. An Bäumen solcher erhaltener Flächen      Schwarzkiefer und zur Anlage von Versuchsflächen wurde durch erfolgen gezielte Auswertungen zur Wuchsleistung und zur kurzfris­  die Landesforstanstalt in zwei Büchern zusammengefasst. tigen Witterungsreaktion beispielsweise über Jahrringanalysen.      Diese langfristig ausgerichtete Forschung der Versuchsanstalten Die Untersuchungsergebnisse fließen in Anbauempfehlungen            liefert einen Erkenntnisgewinn, den Universitäten in Kurzzeit-Dok­ (s. Maßnahme FW_04) ein. Sie können bei negativem Ergebnis          toranden-Projekten so zweifellos nicht leisten können. Jede einmal aber auch zur Nichtempfehlung führen, wie derzeit wegen Wald­       angelegte Versuchsfläche „belastet“ damit aber auch lange und schutzrisiken bei der Esskastanie.                                  wiederkehrend die jeweiligen Versuchdurchführenden. 82
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