Microsoft Word - Erläuterung_Maßnahmekatalog_20121113.doc

Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepte

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Maßnahmenkatalog – Klimaschutzkonzept Landkreis Grafschaft Bentheim Maßnahmen- und Handlungsempfehlung Nr. 29.5 von 48 Klimaschutztechnologien bei der Stromnutzung (insbesondere Beleuchtung) Handlungsfeld            Kommunale Einrichtungen und Verwaltung Vorgeschlagen von        Gutachtern Insgesamt: hoch                      CO2-Einsparpotenzial: ++ Umsetzungsreife: +++ Priorität                 Finanzierung/Förderung: ++           Personalaufwand: +       Wirtschaftlichkeit: ++ Öffentlichkeitswirksam: +++          Notwendigkeit: +         Beeinflussbarkeit Landkreis: ++ Ziele                    Anwendung von Klimaschutztechnologien bei der Stromnutzung in den Kommunen des Landkreises Kurzbeschreibung         Diese Maßnahme ist Bestandteil der übergeordneten Handlungsfelds „Kommunales Energiemanagement” (Maßnahme 29). Die vom BMU geförderten Projekte „Klimaschutz- technologien bei der Stromnutzung” (energieeffiziente Erneuerung von Innen- oder Straßenbeleuchtung) haben bundesweit gute Erfolge erzielt. Zahlreiche Kommunen haben das Förderprogramm für die Modernisierung der Straßenbeleuchtung oder der Innenbeleuchtung genutzt. Die Nutzung des Programms durch die einzelnen Kommunen sollte fortgesetzt werden. Im Rahmen der Arbeitsgruppensitzung zu diesem Thema wurde hingegen deutlich, dass ein technischer Informationsbedarf zum Thema sowie zum Verfahren der Antragstellung besteht. Auf diesen Bedarf kann im Rahmen der Maßnahme 29.3 „Netzwerk KEM” reagiert werden. Zielgruppe               Kommunen, Landkreis Umsetzungsinstanz        Kommunen im Landkreis Partner                  Energieversorgungsunternehmen, Ingenieurbüros Beispiele                In zahlreichen Kommunen und Landkreisen wurde das Förderprogramm bereits genutzt, im Landkreis Grafschaft Bentheim z. B. von der Stadt Bad Bentheim zum Austausch von Straßenbeleuchtungsanlagen. Auch im Landkreis Schaumburg wurde eine große Anzahl von Maßnahmen realisiert; dabei fanden insbesondere die Projekte Hallenbeleuchtung Kreisporthalle Bückeburg und Ratsgymnasium Stadthagen auch überregional Beachtung und haben gute Erfolge erzielt (http://www.schaumburg.de; siehe auch Energiebericht des Landkreises: www.schaumburg.de/assets/Uploads/Energiebericht2011finalgesch.pdf). Kosteneinschätzung       Projektabhängig Förderprogramme /        Förderprogramm des BMU, KfW-Investitionskredit Kommunen Premium – Energieeffiziente Finanzierungswege        Stadtbeleuchtung Indikatoren für          Anzahl der Projektanträge, Anzahl der ausgetauschten Beleuchtungspunkte, Energie- und Monitoring               Kosteneinsparung Zeitrahmen / Dauer       Kontinuierliche Weiterführung Offene Fragen und        Zum jetzigen Zeitpunkt keine mögliche Konflikte
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Maßnahmenkatalog – Klimaschutzkonzept Landkreis Grafschaft Bentheim Maßnahmen- und Handlungsempfehlung Nr. 30 von 48 Einführung von Energiesparmodellen in Schulen und Kindertagesstätten Handlungsfeld            Kommunale Einrichtungen und Verwaltung Vorgeschlagen von        Gutachtern Insgesamt: hoch                      CO2-Einsparpotenzial: ++      Umsetzungsreife: ++ Priorität                 Finanzierung/Förderung: +            Personalaufwand: -            Wirtschaftlichkeit: ++ Öffentlichkeitswirksam: +++          Notwendigkeit: +              Beeinflussbarkeit Landkreis: +++ Ziele                    Ansprache der Zielgruppe Schülerinnen und Schüler; Platzierung des Themas Klimaschutz in den Schulen Kurzbeschreibung         Klimaschutz in Schulen und Kindertagesstätten ist machbar und lohnt sich. In zahlreichen Städten und Gemeinden zeigen Teams aus Schüler/-innen, Lehrkräften und Hausmeistern, wie sich Energieverbrauch und -kosten sowie CO2-Emissionen allein durch einen bewussten Umgang mit Strom und Wärme senken lassen. Im Vordergrund stehen gering- und nicht- investive Maßnahmen zur Energieeinsparung; Gebäudeanalysen und bauliche Vorhaben sind in dieser Maßnahme nicht vorgesehen. Kommunen können ihre Schulen durch eine finanzielle Beteiligung an den gesparten Energiekosten zur aktiven Mitarbeit motivieren. Vermindert die Schule CO2-Emissionen durch einen bewussten Umgang mit Strom und Wärme, erhält sie nach einem Beteiligungsprämiensystem einen prozentualen Anteil der Energiekosten- einsparung zur freien Verfügung. Der Ansatz bietet zudem die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler für das Thema Energie zu sensibilisieren. Im Rahmen der Klimaschutzinitiative wurde eine eigene Richtlinie zur Förderung von Energiesparmodellen in Schulen und Kindertages- stätten aufgelegt. Kommunen und Landkreise können einen Klimaschutzmanager speziell für diese Aufgabenstellung beantragen. Zielgruppe               Schulträger, Schüler und Schülerinnen, Eltern, Lehrkräfte, Hausmeister Umsetzungsinstanz        Landkreis, Kommunen Partner                  Landkreis und Kommunen Beispiele                Bundesweit gibt es zahlreiche Projekte und Anbieter, die Schulen mit Konzepten, Ideen und Materialien unterstützen. Die Landeshauptstadt Hannover hat bereits 1994 in Schulen mit diversen Aktivitäten dieser Art begonnen. Zurzeit nehmen insgesamt 110 Schulen, 44 Kindertagesstätten und 25 sonstige Einrichtungen der Landeshauptstadt Hannover an den Energiesparprojekten teil; die Zahl der Teilnehmer steigt jährlich. Pro Jahr werden so in Hannover über 400.000 Euro gespart und CO2-Emissionen in Höhe von über 1.700 t vermieden! Kosteneinschätzung       Kosten für Personal- und Sachausgaben Die Höhe der zuwendungsfähigen Kosten (Personal nach TVöD) ist im Förderprogramm festgelegt. Förderprogramme /        Über das Förderprogramm können 50 % der Personalkosten für eine Laufzeit von drei Jahren Finanzierungswege        getragen werden. Indikatoren für          Anzahl der beteiligten Schulen, Anzahl der Schülerinnen und Schüler, eingesparte Energie, Monitoring               Energiekosten und CO2-Emissionen Zeitrahmen / Dauer       Der Antrag kann vom Landkreis initiiert werden. Offene Fragen und        Abstimmung zwischen Landkreis und Kommunen mögliche Konflikte
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Maßnahmenkatalog – Klimaschutzkonzept Landkreis Grafschaft Bentheim Maßnahmen- und Handlungsempfehlung Nr. 31 von 48 Integrierte Wärmenutzung in Kommunen – Potenzialabschätzung Handlungsfeld            Kommunale Einrichtungen und Verwaltung Vorgeschlagen von        AG Ausbau der erneuerbaren Energien Insgesamt: mittel                    CO2-Einsparpotenzial: ++  Umsetzungsreife: + Priorität                 Finanzierung/Förderung: ++           Personalaufwand: -        Wirtschaftlichkeit: + Öffentlichkeitswirksam: +++          Notwendigkeit: +          Beeinflussbarkeit Landkreis: ++ Ziele                    Ermittlung von Potenzialen zu klimafreundlichen Wärmenutzungskonzepten Kurzbeschreibung         Wärmenutzungskonzepte stimmen die verschiedenen Energieträgerangebote mit Wärme- und Kältebedarfen in einer Kommune aufeinander ab. Sie geben eine Übersicht über die Nutzungsmöglichkeiten von Kraft-Wärme-Kopplung, erneuerbaren Energien und Abwärmepotenzialen sowie zu Standortkooperationen und sind die Basis für eine strategische Wärme- und Kälteversorgungsplanung der Kommune unter ökologischen Gesichtspunkten. Zielsetzung dieser Maßnahme ist die Analyse von Potenzialen sowie die Ableitung von Empfehlungen für nächste Handlungsschritte in ausgewählten Kommunen der Grafschaft Bentheim. Ein solches Kataster für Gewerbestandorte könnte auch als Standortfaktor in der Wirtschaftsförderung genutzt werden. Zielgruppe               Kommunale Entscheider, potenzielle Lieferanten von Abwärme Umsetzungsinstanz        Kommunen im Landkreis Partner                  Kommunen, Energieversorgungsunternehmen, Ingenieur- und Planungsbüros Beispiele                Die interessierten Akteure und relevanten Einrichtungen können über verschiedene bereits existierende Netzwerke angesprochen und eingebunden werden. Im Rahmen der Klimaschutzinitiative des BMU ist in den vergangenen Jahren eine Reihe von Konzepten gefördert worden; beispielsweise in der Stadt Rendsburg (Kreis Rendsburg-Eckernförde) oder in der Gemeinde Holle (Landkreis Hildesheim). Kosteneinschätzung       Zurzeit nicht exakt zu definieren Förderprogramme /        Für die Potenzialanalysen kann eine Förderung im Rahmen der Klimaschutzinitiative genutzt Finanzierungswege        werden. Indikatoren für          Fertigstellung der Potenzialabschätzung Monitoring Zeitrahmen / Dauer       Eine weiterführende Planung und Konzeption ist nötig. Offene Fragen und        Abstimmung und Auswahl des Untersuchungsgebiets mögliche Konflikte Bei der Realisierung von Kooperationsprojekten zur Nutzung von Abwärme zwischen Betrie- ben bzw. zwischen Betrieben und privaten Abnehmern ist zu prüfen, ob eine „Zwischen- einrichtung” zur Minderung der Haftungsrisiken bei Ausfällen zu implementieren ist.
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Maßnahmenkatalog – Klimaschutzkonzept Landkreis Grafschaft Bentheim Maßnahmen- und Handlungsempfehlung Nr. 32 von 48 Umsetzung von Green IT (energieeffiziente Rechenzentren und Endgeräte) Handlungsfeld            Kommunale Einrichtungen und Verwaltung Vorgeschlagen von        Gutachtern Insgesamt: mittel                    CO2-Einsparpotenzial: ++   Umsetzungsreife: ++ Priorität                 Finanzierung/Förderung: -            Personalaufwand: -         Wirtschaftlichkeit: ++ Öffentlichkeitswirksam: +            Notwendigkeit: +           Beeinflussbarkeit Landkreis: +++ Ziele                    Energieeinsparung und Reduzierung der Energiekosten von Rechenzentren und angeschlossenen Endgeräten Kurzbeschreibung         Nicht nur unter ökologischen Aspekten gewinnt das Thema „Grüne Informationstechnologie” an Bedeutung. In Rechenzentren ist Strom mitunter zum größten Kostenfaktor aufgestiegen. Außerdem ist es eine zunehmend komplexe Aufgabe, die immer dichter gepackten Systeme zu kühlen. Auch der Verzicht auf Schwermetalle und andere gefährliche Stoffe wird im Hin- blick auf Entsorgung und Recycling immer wichtiger. Die Ausgestaltung und Umrüstung von konventionellen Geräten auf hocheffiziente Endgeräte und Rechenzentren ist ein wichtiger erster Schritt. Green-IT-Konzepte analysieren die Stromeinsparpotenziale von Rechenzentren und angeschlossenen Endnutzergeräten. Durch die energetische Optimierung von Servern, Speichern, Netzwerk, Klimatisierung etc. kann der Strombedarf um bis zu 50 % gesenkt werden und damit sowohl die Kosten als auch die CO2-Emissionen verringert werden. Zielgruppe               Landkreis, Kommunen, öffentliche Institutionen und Einrichtungen Umsetzungsinstanz        Klimaschutzagentur oder -manager Partner                  Ingenieur- und Beratungsbüros Beispiele                Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) bietet umfangreiche Informationen und Links zum Thema und unterstützt Kommunen mit einem praxisorientierten Leitfaden und einer Reihe anderer Materialien bei der Beschaffung von energieeffizienter IT (www.energieeffizienz-im-service.de). Auch das Umweltbundesamt hat ein Portal und einen Informationsdienst für umweltfreund- liche öffentliche Beschaffung eingerichtet; dort wird neben anderen auch das Thema klima- freundliche Elektro- und Bürogeräte behandelt (www.umweltbundesamt.de/produkte/beschaffung). Der Landkreis hat in den kreiseigenen Liegenschaften bereits den Umbau der Serverlandschaft im hauseigenen Rechenzentrum hin zu virtuellen Servern begonnen. Dabei werden folgende Ziele angestrebt: Reduzierung der Anzahl der Drucker im Haus um über 40 % sowie Aus- tausch von mehr als der Hälfte der PCs zu ThinClients, um eine signifikante Reduzierung des Stromverbrauchs, zu erreichen – sowohl hinsichtlich des direkten (Server, PCs, Drucker) als auch indirekten Verbrauchs (Klimatechnik). Kosteneinschätzung       Neben Personalressourcen müssen zunächst Investitionen in Geräte und Technik vorgesehen werden. Werden bei der Vergabe von Beschaffungsaufträgen neben dem Anschaffungspreis auch die Stromkosten berücksichtigt, die über die gesamte Nutzungsdauer anfallen, können bereits Kosteneinsparungen identifiziert werden. Entsprechende interne Verwaltungsvorschriften könnten zu erheblichen Kosteneinsparungen und zu einer Entlastung der öffentlichen Kassen beitragen. Förderprogramme /        Entsprechende Mittel sollten im jeweiligen Haushalt vorgesehen werden. Der Austausch der Finanzierungswege        Geräte ist jedoch in bestimmten Zyklen ohnehin vorgesehen. Diese Gelegenheiten sollten
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Maßnahmenkatalog – Klimaschutzkonzept Landkreis Grafschaft Bentheim genutzt werden, um energieeffiziente Geräte anzuschaffen. Indikatoren für          Anzahl der durchgeführten Analysen, Höhe der Investitionen, Kosten- und Energieeinsparung Monitoring Zeitrahmen / Dauer       Mit der Maßnahme kann jederzeit begonnen werden. Offene Fragen und        Zum jetzigen Zeitpunkt keine mögliche Konflikte
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Maßnahmenkatalog – Klimaschutzkonzept Landkreis Grafschaft Bentheim Maßnahmen- und Handlungsempfehlung Nr. 33 von 48 Nachhaltige Beschaffung Handlungsfeld            Kommunale Einrichtungen und Verwaltung Vorgeschlagen von        Gutachtern Insgesamt: sehr hoch                 CO2-Einsparpotenzial: +++      Umsetzungsreife: + Priorität                 Finanzierung/Förderung: +++          Personalaufwand: +             Wirtschaftlichkeit: +++ Öffentlichkeitswirksam: +++          Notwendigkeit: +++             Beeinflussbarkeit Landkreis: +++ Ziele                    Einführung von Kriterien für eine umweltfreundliche Beschaffung Kurzbeschreibung         Die Berücksichtigung von Umweltaspekten im öffentlichen Beschaffungswesen wird schon lange Zeit in Deutschland praktiziert. Sie ist rechtlich zulässig und birgt enorme ökologische und wirtschaftliche Potenziale. Laut einer Studie des Umweltbundesamts (UBA) umfasst das öffentliche Beschaffungsvolumen in Deutschland pro Jahr (Wert für 2004) mindestens 150 Mrd. Euro. Dies lässt sowohl das Potenzial umweltfreundlicher Beschaffung erahnen als auch die Vorbildwirkung sowie die Nachfragemacht der öffentlichen Beschaffung. Für den Landkreis Grafschaft Bentheim sowie für die kreisangehörigen Kommunen sollte die Berücksichtigung von umweltfreundlichen Kriterien in der Beschaffung verankert und umge- setzt und so technische, ökologische bzw. ökofaire und soziale Mindeststandards für den Kauf von Produkten und die Inanspruchnahme von Dienstleistungen definiert werden. Für die Ver- waltungseinrichtungen spielen insbesondere elektronische Geräte (vgl. Maßnahme 32) , Papier (Druck- und Kopierpapier / Hygienepapier), Lebensmittel (hierbei auch die Regionalität), Möbel, Reinigungsmittel, Transport sowie die Verpackungen von Produkten eine Rolle. Eine Sonderrolle nehmen sowohl der Bezug von Ökostrom als auch der kommunale Fuhrpark (vgl. Maßnahme 27) ein. Weitere Produkte und Dienstleistungen sollten ebenfalls berücksichtigt werden. Zielgruppe               Landkreis, Kommunen, öffentliche Institutionen und Einrichtungen Umsetzungsinstanz        Landkreis und Kommunen Partner                  Klimaschutzagentur oder -manager Beispiele                Es finden sich zahlreiche Leitfäden, Ausschreibungsempfehlungen und Informationsplatt- formen, beispielsweise das Projekt „Buy Smart+ Beschaffung und Klimaschutz” auf der Website www.buy-smart.info oder der Informationsdienst für umweltfreundliche öffentliche Beschaffung des UBA (www.beschaffung-info.de). Kosteneinschätzung       Bei Betrachtung der Kosten über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts, können umweltfreundliche im Vergleich mit herkömmlichen Produkten zu Kosteneinsparungen führen. Dies sollte bei der Neuanschaffung berücksichtigt werden. Förderprogramme /        Entsprechende Mittel sollten im jeweiligen Haushalt vorgesehen werden. Eine Neuanschaffung Finanzierungswege        der meisten Produkte ist jedoch in bestimmten Zyklen ohnehin vorgesehen. Diese Gelegenheiten sollten genutzt werden, um nachhaltige und umweltfreundliche Produkte zu bevorzugen. Indikatoren für          Anzahl der teilnehmenden Kommunen, Anzahl der Bereiche, in denen Kriterien eingeführt Monitoring               und beachtet werden, eingesparte CO2-Emissionen, Energie und Energiekosten Zeitrahmen / Dauer       Mit der Maßnahme kann jederzeit begonnen werden. Offene Fragen und        Zum jetzigen Zeitpunkt keine mögliche Konflikte
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Maßnahmenkatalog – Klimaschutzkonzept Landkreis Grafschaft Bentheim Maßnahmen- und Handlungsempfehlung Nr. 34 von 48 Stromsparkampagne für private Haushalte Handlungsfeld            Kommunikation und Vernetzung Vorgeschlagen von        Gutachtern Insgesamt: mittel                    CO2-Einsparpotenzial: +++    Umsetzungsreife: ++ Priorität                 Finanzierung/Förderung: -            Personalaufwand: +           Wirtschaftlichkeit: + Öffentlichkeitswirksam: +++          Notwendigkeit: +             Beeinflussbarkeit Landkreis: ++ Ziele                    Motivation und Information privater Haushalte zum Thema Stromverbrauch und Stromeinsparung Kurzbeschreibung         In Deutschland sind die privaten Haushalte für 27 % der durch die Stromerzeugung verursach- ten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Seit mehreren Jahren wird bundesweit sehr erfolgreich das Projekt Stromspar-Check in einkommensschwachen Haushalten durchgeführt. Die Ansprache dieser Zielgruppe ist besonders wichtig, da insbesondere einkommensschwache Haushalte von steigenden Energiekosten betroffen sind. Bei einem Stromspar-Check wird ein Haushalt von einem geschulten Team bestehend aus zwei Stromsparhelfern beraten. Es werden Einsparmöglichkeiten für Strom und Wasser aufgezeigt sowie Informationsmaterialien bereitgestellt. Es sollten Kooperationen gebildet und Synergien gesucht werden zu laufenden Projekten und Einrichtungen, die diese Beratung in anderen Kommunen bereits anbieten (z. B. Caritas, AWO) sowie zu Jobcentern, da Langzeitarbeitslose als Berater geschult werden könnten. Auch die Zusammenarbeit mit Migranenvereinen ist möglich: So können beispielsweise deren Mitglieder geschult werden, um speziell eine Beratung von Migranten für Migranten anzubieten. Zielgruppe               Einkommensschwache Haushalte Umsetzungsinstanz        Klimaschutzagentur oder -manager Partner                  Mögliche Partner sind Jobcenter, Vereine (beispielsweise Caritas, AWO), Elektrofachhandel, Energieversorgungsunternehmen Beispiele                Das bundesweite Projekt Stromspar-Check (www.stromspar-check.de) – eine gemeinsame Aktion des Deutschen Caritasverbandes e. V. und des Bundesverbands der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands e. V. – sowie die Kampagne „Strom abwärts” der Klimaschutzagentur Region Hannover gGmbH und der AWO Region Hannover (www.klimaschutz-hannover.de/Strom-abwaerts) und das Projekt „Energieberatung für Migranten von Migranten” des Vereins Migranten für Agenda 21 e. V. im Hannover Im Landkreis Schaumburg wird ein solches Projekt von der Schaumburger Initiative gegen Arbeitslosigkeit e. V. mit Unterstützung der E.ON Westfalen Weser AG durchgeführt. Kosteneinschätzung       Eine detaillierte Kostenabschätzung ist erst mit der Erarbeitung eines Projektkonzepts möglich. Förderprogramme /        Unterstützung durch das Bundesprogramm, Sponsoring durch EVU Finanzierungswege Indikatoren für          Anzahl der durchgeführten Beratungen, eingesparte Energie und Energiekosten Monitoring Zeitrahmen / Dauer       Es existieren bereits vielfach Konzepte, die für den Landkreis angepasst werden könnten. Offene Fragen und        Identifizierung möglicher Partner mögliche Konflikte
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Maßnahmenkatalog – Klimaschutzkonzept Landkreis Grafschaft Bentheim Maßnahmen- und Handlungsempfehlung Nr. 35 von 48 Bürgerinformation und Öffentlichkeitsarbeit zu erneuerbaren Energien Handlungsfeld            Kommunikation und Vernetzung, Ausbau erneuerbare Energien Vorgeschlagen von        Gutachtern Insgesamt: mittel                      CO2-Einsparpotenzial: +     Umsetzungsreife: +++ Priorität                 Finanzierung/Förderung: -              Personalaufwand: -          Wirtschaftlichkeit: 0 Öffentlichkeitswirksam: +++            Notwendigkeit: +            Beeinflussbarkeit Landkreis: + Ziele                    Akzeptanzbildung durch gezielte Bürgerinformation zum Ausbau erneuerbarer Energien Kurzbeschreibung         Der Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere der Windenergie- und der Biogasnutzung, trifft – trotz der realisierten Erfolge – zum Teil auf Widerstände bei Bürgerinnen und Bürgern. Gründe für eine ablehnende Haltung können u. a. sein: Naturschutzaspekte, die Beeinträchti- gung des Landschaftsbilds als auch die Verteuerung der Stromkosten, die häufig fälschlicher- weise dem Erneuerbare-Energien-Gesetz angelastet wird. Wenn der Ausbau erneuerbarer Energien weiterhin erfolgreich verlaufen soll, muss die Akzeptanz in der Bevölkerung gegeben sein. In der Maßnahme 13 wurden bereits Ansätze beschrieben. Die vorliegende Maßnahme hat zum Ziel, Bürgerinnen und Bürger gezielt zu kritischen Punkten und Fragen zu informieren. Ansätze sind Exkursionen zu beispielhaften Anlagen im Landkreis, Tage der offenen Tür oder Informationsveranstaltungen zu Fragen des Bioenergie- und des Windenergieausbaus. Die Informationsveranstaltungen sollten mit Pressearbeit ergänzt werden. Zielgruppe               Umwelt- und Naturschutzverbände, Bürgerinnen und Bürger Umsetzungsinstanz        Klimaschutzagentur oder -manager in Zusammenarbeit mit der Regionalplanung des Landkreises und dem LEADER-Prozess Partner                  Naturschutzverbände, Anbieter und Projektentwickler, Dachverbände der Erneuerbare- Energien-Wirtschaft Beispiele                Das Windfest, das jährlich in Kooperation mit der Klimaschutzagentur Region Hannover gGmbH stattfindet Kosteneinschätzung       Eine detaillierte Kostenabschätzung ist erst mit der Erarbeitung eines Projektkonzepts möglich. Förderprogramme /        Die Organisation erfolgt durch den Klimaschutzmanager. Finanzierungswege Indikatoren für          Kampagnenindikatoren, Anteil der Bio- und Windenergie am Gesamtenergieverbrauch Monitoring Zeitrahmen / Dauer       Es existieren bereits vielfach Konzepte, die für den Landkreis angepasst werden könnten. Offene Fragen und        Zum jetzigen Zeitpunkt keine mögliche Konflikte
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Maßnahmenkatalog – Klimaschutzkonzept Landkreis Grafschaft Bentheim Maßnahmen- und Handlungsempfehlung Nr. 36 von 48 Information und Kommunikation zu klimafreundlicher Mobilität Handlungsfeld            Kommunikation und Vernetzung, Klimafreundliche Mobilität Vorgeschlagen von        AG Klimafreundliche Mobilität Insgesamt: mittel                    CO2-Einsparpotenzial: ++     Umsetzungsreife: + Priorität                 Finanzierung/Förderung: +            Personalaufwand: -           Wirtschaftlichkeit: 0 Öffentlichkeitswirksam: +++          Notwendigkeit: +++           Beeinflussbarkeit Landkreis: +++ Ziele                    Verbesserung der Kommunikation und Benutzungsfreundlichkeit des ÖPNV Kurzbeschreibung         Um den Verkehr zunehmend auf den ÖPNV zu verlagern und eine intermodale Vernetzung der Verkehrsmittel zu fördern, sind ein umfassendes Beratungsangebot sowie öffentlich- keitswirksame Kampagnen und eine Erhöhung der Medienpräsenz notwendig. Dies umfasst im Wesentlichen die folgenden Handlungsansätze: 1. Entwicklung einer ganzheitlichen Kommunikationsstrategie, beispielsweise zur Förderung der Benutzung des ÖPNV sowie des Vor- und Nachverkehrs durch z. B. Rad, Fuß oder auch Car-Sharing und Car-Pooling 2. Einführung von stationären Fahrgastinformationen an zentralen Haltestellen und Verkehrsknotenpunkten (Information über weiterführende Verbindungen, Verspätungen, nächste Fahrradverleihstation bzw. Car-Sharing-Station) 3. Einführung von Fahrkartenautomaten und der Aufbau eines Vertriebsnetzes, um die Verzögerungen im Fahrplanablauf durch den Verkauf von Fahrscheinen zu minimieren 4. Einführung eines Mobilitätsmanagements 5. Verbesserung der Fahrgastinformation im Internet (Verlinkung mit anderen relevanten Websites, z. B. Car-Sharing, Fahrradverleihstationen, Echtzeitinformationen) Zielgruppe               Bürgerinnen und Bürger Umsetzungsinstanz        Landkreis, Klimaschutzmanager, Klimaschutzmanager „Klimafreundliche Mobilität“ Partner                  Planungsgesellschaft Grafschaft Bentheim mbH Beispiele                Es finden sich zahlreiche Kampagnen und Vorbilder. Kosteneinschätzung       Eine detaillierte Kostenabschätzung ist erst mit der Erarbeitung eines Projektkonzepts möglich. Förderprogramme /        Die Finanzierung erfolgt über die Förderung der Klimaschutzmanager. Finanzierungswege Indikatoren für          Anzahl der Maßnahmen, Anteil ÖPNV / SPNV am Modal Split Monitoring Zeitrahmen / Dauer       Kurzfristig umsetzbar, in Abstimmung mit dem Aufgabenprofil des Klimaschutzmanagers Offene Fragen und        Zuständigkeit, Details des Kommunikationskonzepts mögliche Konflikte
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Maßnahmenkatalog – Klimaschutzkonzept Landkreis Grafschaft Bentheim Maßnahmen- und Handlungsempfehlung Nr. 37 von 48 Website Klimaschutz in Landkreis Grafschaft Bentheim: Bürgerinformation und Service Handlungsfeld            Kommunikation und Vernetzung Vorgeschlagen von        Gutachtern Insgesamt: mittel                    CO2-Einsparpotenzial: 0    Umsetzungsreife: +++ Priorität                 Finanzierung/Förderung: -            Personalaufwand: -         Wirtschaftlichkeit: 0 Öffentlichkeitswirksam: +++          Notwendigkeit: +           Beeinflussbarkeit Landkreis: ++ Ziele                    Information und Transparenz sowie Serviceangebote zu Klimaschutzthemen bei Bürgern, Unternehmen und Kommunen Kurzbeschreibung         Die Einrichtung einer Klimaschutz-Website ist ein fester und zentraler Bestandteil in allen Regionen und Kommunen, die Klimaschutzprojekte realisieren. Die Website bietet fachliche Informationen zu den unterschiedlichen Klimaschutzthemen, gibt Hinweise zu Förderpro- grammen und weiterführende Informationen. Die Hauptaufgabe besteht darin, die Klima- schutzaktivitäten auf Landkreisebene zu begleiten und zu erläutern. Die Umsetzung des Konzepts wird über die Website transparent und aktuell kommuniziert. Die Website sollte einen Servicebereich haben, der Termine zu Fortbildungen und Veranstaltungen sowie Expertenlisten und Förderprogramme etc. bereitstellt. Zusätzlich kann ein Tool zur Erstellung eines eigenen ökologischen Fußabdrucks bzw. einer CO2-Bilanz für die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises eingerichtet werden: beispielswie- se zu den CO2-Emissionen aufgrund des Konsumverhaltens oder für Hausbesitzer und Mieter zur Verbrauchserfassung und -überwachung ihrer Häuser / Wohnungen. So kann jede Person ihren CO2-Fußabdruck mit anderen vergleichen, kontrollieren und Anregungen zur Reduzie- rung der Emissionen erhalten. Solche Rechner sind mittlerweile im Internet weit verbreitet. Die Website sollte über ein Content Management System verfügen, die Aktualisierung fällt in den Aufgabenbereich des Klimaschutzmanagers. Zusammen mit dem Aufbau und der Gestal- tung der Website sollte ein einheitliches Erscheinungsbild (Corporate Design) der Klimaschutz- aktivitäten entworfen werden. Zielgruppe               Bürgerinnen und Bürger Umsetzungsinstanz        Klimaschutzagentur oder -manager Partner                  Agentur / Büro für Grafik- / Kommunikationsdesign Beispiele                Energieagentur Göttingen (www.energieagentur-goettingen.de); Klimaschutzagentur Weserbergland gGmbH (www.klimaschutzagentur.org) Zahlreiche Ratgeber und Online-Checks: www.co2online.de; http://klimaktiv.klimaktiv-co2- rechner.de oder www.klima-sucht-schutz.de/energiesparen/energiespar-ratgeber Kosteneinschätzung       Kosten für Design und Einrichtung der Website, Entwurf des Corporate Designs und zusätzlich laufende Kosten für die Pflege und Aktualisierung der Inhalte Förderprogramme /        Budget muss im Rahmen der Organisationsstruktur bereitgestellt werden; Finanzierungswege        mögliche Beteiligung von Sponsoren Indikatoren für          Auswertung der Webstatistik, Anzahl von Downloads Monitoring Zeitrahmen / Dauer       Kurzfristig umsetzbar, in Abstimmung mit dem Aufgabenprofil des Klimaschutzmanagers Offene Fragen und        Zum jetzigen Zeitpunkt keine mögliche Konflikte
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