Konzept

Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „MRI-Studie zu Nährwertkennzeichnung

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b) ihre Entwicklung ist das Ergebnis der Konsultation einer Vielzahl von Grup- pen betroffener Akteure Weitergehende Informationen hierzu finden sich unter Punkt A c) sie sollen VerbraucherInnen das Verständnis dafür erleichtern, welchen Bei- trag das Lebensmittel für den Energie- und Nährstoffgehalt einer Ernäh- rungsweise leistet oder welche Bedeutung es für sie hat Dieser Anspruch wurde in einer Veröffentlichung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Jahr 2010 so formuliert [41]. Weitergehende Informationen hierzu finden sich unter Punkt H d) es gibt wissenschaftlich haltbare Nachweise dafür, dass diese Formen der Angabe oder Darstellung von DurchschnittsverbraucherInnen verstanden werden Weitergehende Informationen hierzu finden sich unter Punkt H.2 e) sie basieren, im Falle anderer Formen der Angabe, entweder auf den in An- hang XIII genannten harmonisierten Referenzmengen oder, falls es solche nicht gibt, auf allgemein akzeptierten wissenschaftlichen Empfehlungen in Bezug auf die Zufuhr von Energie und Nährstoffen Weitergehende Informationen hierzu finden sich unter Punkt D.4 f) sie sind objektiv und nicht diskriminierend juristisch zu bewerten g) ihre Anwendung beeinträchtigt nicht den freien Warenverkehr juristisch zu bewerten 25
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4.2 Modellgruppe „Positivkennzeichnungen“ 4.2.1    Keyhole® Das Keyhole® (Abb. 5) ist ein NWK-Modell, welches 1989 von der schwedischen Le- bensmittelbehörde „Livsmedelsverket“ entwickelt wurde und mittlerweile in mehreren nordeuropäischen Ländern (u. a. Norwegen, Dänemark, Schweden und Island) genutzt wird. Das NWK-Modell stellt graphisch ein Schlüsselloch auf grünem Grund dar. In Ausnahmefällen kann es auch auf schwarzem Grund dargestellt werden. Es ist mono- chrom und enthält keine Zahlen oder Fakten. Abbildung 5: Keyhole® [43] Zu den einzelnen Kriterien: A Ist die Entwicklung des NWK-Modells das Ergebnis der Konsultation einer Vielzahl von Gruppen betroffener Akteure? Ja, das NWK-Modell wurde initiiert bzw. entwickelt durch Vertreter aus    Regierung und Gesundheitsbehörden    Industrie    Wissenschaft. B     Eignet sich das NWK-Modell zur Kennzeichnung aller vorgefertigten Pro- dukte? Nein, das NWK-Modell kennzeichnet gezielt diejenigen Produkte, die innerhalb einer Produktgruppe als günstig bewertet wurden („best in class“). Somit eignet sich das NWK-Modell nur zur Kennzeichnung ausgewählter vorgefertigter Pro- dukte. Weiterhin können ausgewählte nicht-vorgefertigte Produkte aus den Pro- duktgruppen Fisch, Meeresfrüchte, Obst, nicht prozessiertes Gemüse und Kartof- feln, Brot, Käse und nicht prozessiertes Fleisch gekennzeichnet werden. Generell von der Kennzeichnung ausgeschlossen sind Produkte, welche Süßstoffe, Le- bensmittelzutaten mit Süßungseigenschaften, Phytosterole, Phytosterolester, Phytostanole oder Phytostanolester enthalten oder als neuartiges Lebensmittel (sog. „Novel Food“) zugelassen sind [44]. 26
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C   Differenzierbarkeit und Vergleichbarkeit C.1 Handelt es sich um ein Stufenmodell? Nein, es handelt sich um ein Schwellenwertmodell mit spezifischen Schwellen- werten je Produktgruppe. C.2 Ist die Vergleichbarkeit der Produkte innerhalb derselben Produktgruppen gegeben? Bedingt. Ein Vergleich von Produkten mit und ohne Kennzeichnung ist möglich, ein differenzierter Vergleich beispielsweise zweier gekennzeichneter Produkte oder zweier nicht gekennzeichneter Produkte ist mit diesem NWK-Modell nicht möglich. Da es sich um eine freiwillige Kennzeichnung handelt, können Verbrau- cherInnen darüber hinaus nicht unterscheiden, ob ein Produkt ohne Kennzeich- nung die Anforderungen nicht erfüllt oder der Hersteller dieses Produktes nicht an der Kennzeichnung teilnimmt. D   Bezugsgröße D.1 Verwendet das NWK-Modell als Bezugsgröße 100 g bzw. 100 ml? Ja, die zur Bewertung angesetzten Schwellenwerte des NWK-Modells beziehen sich alle auf 100 g bzw. 100 ml. D.2 Werden mehrere Nährstoffe zusammenfassend bewertet? Ja, das NWK-Modell nimmt eine zusammenfassende Bewertung vor. D.3 Werden günstige und ungünstige Inhaltsstoffe berücksichtigt? Ja, das NWK-Modell berücksichtigt je nach Produktgruppe Gesamtfett, gesättigte Fettsäuren, Salz, Zucker und Ballaststoffe. D.4 Erfolgt die Bewertung anhand von wissenschaftlich fundierten Referenz- mengen? Ja, die Bewertung erfolgt auf Basis der „Nordic Nutrition Recommendations“ [44]. E   Ist das NWK-Modell interpretativ? Ja, es beinhaltet aggregierte Informationen und Bewertungen zum Gesundheits- wert. F   Richtet sich das NWK-Modell an die Breite der Bevölkerung? Ja, das NWK-Modell setzt kein tiefergehendes Ernährungswissen voraus und richtet sich an die Allgemeinbevölkerung, die ernährungsbedingten Erkrankungen und Übergewicht vorbeugen möchte. Das NWK-Modell ist nicht für spezifische Verbrauchergruppen geeignet, die auf den Energiegehalt oder einzelne Nährwer- te wie Fett, Zucker oder Salz achten müssen bzw. wollen, da es hierzu keine In- formationen enthält. 27
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G   Informationen für VerbraucherInnen und ExpertInnen G.1 Sind die Bewertungen (z. B. Kriterien und Berechnungswege) des NWK- Modells für ExpertInnen/interessierte VerbraucherInnen frei zugänglich? Ja, das NWK-Modell hat seine Bewertung für interessierte VerbraucherInnen und ExpertInnen auf der Internetseite der schwedischen Lebensmittelbehörde offen- gelegt (www.livsmedelsverket.se/globalassets/om-oss/lagstiftning/livsmedelsinfo-till- konsum---markning/livsfs-2015-1-particular-symbol-eng.pdf). G.2 Gibt es Informationsmaterial für VerbraucherInnen? Ja, es wurden Broschüren und Faltblätter herausgegeben. Darüber hinaus kön- nen sich die VerbraucherInnen auf Internetseiten und mittels Videos über das NWK-Modell informieren. H   Verbraucherfreundlichkeit H.1 Wird das NWK-Modell leicht durch VerbraucherInnen wahrgenommen? Ja, Das NWK-Modell wird von der großen Mehrheit der VerbraucherInnen (90 % für Dänemark, über 90 % für Norwegen und über 95 % für Schweden) wahrge- nommen und von 74 % der dänischen VerbraucherInnen mit einer gesünderen Produktauswahl verbunden [45-47]. H.2 Ist das NWK-Modell für die VerbraucherInnen eindeutig und leicht verständ- lich? Ja. 65 % der Befragten aus Schweden finden das NWK-Modell verständlich [48]. Allerdings kann es auch zu Fehlinterpretationen kommen: Produkte, die mit die- sem NWK-Modell gekennzeichnet sind, sind ernährungsphysiologisch günstiger einzustufen im Vergleich zu anderen Produkten der gleichen Produktgruppe. Sie können von den VerbraucherInnen jedoch als gesund im absoluten Sinne fehlin- terpretiert werden [4]. I   Einfluss des NWK-Modells I.1 Hat das NWK-Modell Einfluss auf die Produkt-Auswahl? Bedingt. Zwei Studien aus Norwegen kommen zu unterschiedlichen Ergebnis- sen: Bei einer der Studien wurden Produkte mit Keyhole häufiger gewählt als sol- che ohne Keyhole [49]. Die andere Studie konnte keinen Einfluss des Keyhole auf die Produktauswahl feststellen [47]. Darüber hinaus wurde gezeigt, dass die Kaufabsicht für Produkte, die mit dem Keyhole gekennzeichnet sind, mit Selbstwirksamkeit und einer positiven Wahr- nehmung des NWK-Modells zusammenhängt [50]. I.2 Hat das NWK-Modell Einfluss auf die Nährstoffzufuhr/den Ernährungssta- tus/den Gesundheitsstatus? Ja. In einem theoretischen Szenario wurde basierend auf repräsentativen Ver- zehrsdaten aus Dänemark gezeigt, dass bei konsequenter Auswahl von Keyhole- Produkten anstelle von Produkten ohne Kennzeichnung („best-case-scenario“) 28
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die Zufuhr an Energie, Fett, gesättigten Fettsäuren und Salz verringert und gleichzeitig die Zufuhr an Ballaststoffen erhöht werden würde [51]. I.3   Hat das NWK-Modell einen Einfluss auf die Produktzusammensetzung? Nicht bekannt. Zu Artikel 35 LMIV: Erfüllt die NWK die Anforderungen des Artikels 35 Absatz 1? a) sie beruht auf fundierten und wissenschaftlich haltbaren Erkenntnissen der Verbraucherforschung und ist für VerbraucherInnen nicht irreführend im Sin- ne des Artikels 7 Inwieweit das NWK-Modell nicht irreführend im Sinne des Artikels 7 ist, ist juristisch zu bewerten. Weitergehende Informationen zur Verbraucherforschung finden sich un- ter den Punkten H und I. b) ihre Entwicklung ist das Ergebnis der Konsultation einer Vielzahl von Grup- pen betroffener Akteure Weitergehende Informationen hierzu finden sich unter Punkt A c) sie sollen VerbraucherInnen das Verständnis dafür erleichtern, welchen Bei- trag das Lebensmittel für den Energie- und Nährstoffgehalt einer Ernäh- rungsweise leistet oder welche Bedeutung es für sie hat Die „Initiatoren“ des NWK-Modells haben diesen Anspruch entsprechend formuliert, jedoch den Beitrag des Lebensmittels insgesamt und nicht der ein- zelnen Nährwerte (z. B. www.altomkost.dk/english/#c41068). Weitergehende Informationen hierzu finden sich unter Punkt H d) es gibt wissenschaftlich haltbare Nachweise dafür, dass diese Formen der Angabe oder Darstellung von DurchschnittsverbraucherInnen verstanden werden Weitergehende Informationen hierzu finden sich unter Punkt H.2 e) sie basieren, im Falle anderer Formen der Angabe, entweder auf den in An- hang XIII genannten harmonisierten Referenzmengen oder, falls es solche nicht gibt, auf allgemein akzeptierten wissenschaftlichen Empfehlungen in Bezug auf die Zufuhr von Energie und Nährstoffen Weitergehende Informationen hierzu finden sich unter Punkt D.4 f)  sie sind objektiv und nicht diskriminierend juristisch zu bewerten g) ihre Anwendung beeinträchtigt nicht den freien Warenverkehr juristisch zu bewerten 29
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4.2.2    Choices Choices (Abb. 6) ist ein NWK-Modell, welches zum internationalen Choices Program- me gehört und in Tschechien, Nigeria und Argentinien genutzt wird. Außerdem wurde es in den Niederlanden zwischen 2007 und 2018 verwendet. Es stellt einen farbigen Haken ohne Zahlen oder Fakten dar. Die Farben sind je nach Land leicht unterschied- lich. Abbildung 6: Choices [52] Zu den einzelnen Kriterien: A     Ist die Entwicklung des NWK-Modells das Ergebnis der Konsultation einer Vielzahl von Gruppen betroffener Akteure? Ja, das NWK-Modell wurde initiiert bzw. entwickelt durch Vertreter aus    Industrie    Regierung    Wissenschaft. B     Eignet sich das NWK-Modell zur Kennzeichnung aller vorgefertigten Pro- dukte? Nein, das NWK-Modell kennzeichnet gezielt diejenigen Produkte, die innerhalb einer Produktgruppe als günstig bewertet wurden („best in class“). Somit eignet sich das NWK-Modell nur zur Kennzeichnung ausgewählter vorgefertigter Pro- dukte. Ausgenommen sind generell alkoholische Getränke, Supplemente, diäteti- sche Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke und Säuglingsnahrung. C     Differenzierbarkeit und Vergleichbarkeit C.1   Handelt es sich um ein Stufenmodell? Nein, es handelt sich um ein Schwellenwertmodell mit spezifischen Schwellen- werten je Produktgruppe. C.2   Ist die Vergleichbarkeit der Produkte innerhalb derselben Produktgruppen gegeben? Bedingt. Ein Vergleich von Produkten mit und ohne Kennzeichnung ist möglich, ein differenzierter Vergleich beispielsweise zweier gekennzeichneter Produkte oder zweier nicht gekennzeichneter Produkte ist mit diesem NWK-Modell nicht 30
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möglich. Da es sich um eine freiwillige Kennzeichnung handelt, können Verbrau- cherInnen darüber hinaus nicht unterscheiden, ob ein Produkt ohne Kennzeich- nung die Anforderungen nicht erfüllt oder der Hersteller dieses Produktes nicht an der Kennzeichnung teilnimmt. D   Bezugsgröße D.1 Verwendet das NWK-Modell als Bezugsgröße 100 g bzw. 100 ml? Ja, die zur Bewertung angesetzten Schwellenwerte des NWK-Modells beziehen sich alle auf 100 g bzw. 100 ml. D.2 Werden mehrere Nährstoffe zusammenfassend bewertet? Ja, das NWK-Modell nimmt eine zusammenfassende Bewertung vor. D.3 Werden günstige und ungünstige Inhaltsstoffe berücksichtigt? Ja, das NWK-Modell berücksichtigt unterschiedliche Inhaltsstoffe. In die Bewer- tung fließen je nach Produktgruppe die Energiedichte sowie die Anteile gesättig- ter Fettsäuren, trans-Fettsäuren, Salz, zugesetzter Zucker und Ballaststoffe ein. D.4 Erfolgt die Bewertung anhand von wissenschaftlich fundierten Referenz- mengen? Ja, die der Bewertung zugrunde liegenden Kriterien sind an die WHO- Nährstoffempfehlungen zur Prävention nicht-übertragbarer Krankheiten ange- lehnt [53, 54]. E   Ist das NWK-Modell interpretativ? Ja, es beinhaltet aggregierte Informationen und Bewertungen zum Gesundheits- wert. F   Richtet sich das NWK-Modell an die Breite der Bevölkerung? Ja, das NWK-Modell setzt kein tiefergehendes Ernährungswissen voraus und richtet sich an die Allgemeinbevölkerung. Das NWK-Modell ist nicht für spezifische Verbrauchergruppen geeignet, die auf den Energiegehalt oder einzelne Nährwerte wie Fett, Zucker oder Salz achten müssen bzw. wollen, da es hierzu keine Informationen enthält. G   Informationen für VerbraucherInnen und ExpertInnen G.1 Sind die Bewertungen (z. B. Kriterien und Berechnungswege) des NWK- Modells für ExpertInnen/interessierte VerbraucherInnen frei zugänglich? Ja, das NWK-Modell hat seine Bewertung für interessierte VerbraucherInnen und ExpertInnen auf seiner Internetseite offengelegt: www.choicesprogramme.org G.2 Gibt es Informationsmaterial für VerbraucherInnen? Ja, die Internetseite www.choicesprogramme.org richtet sich zwar nicht direkt an die VerbraucherInnen, jedoch sind die dort enthaltenen Informationen frei zu- gänglich. Im Internet (z. B. auf YouTube) verfügbare Videos richten sich an die Industrie. Die niederländische Internetseite www.hetvinkje.nl/ liefert Informationen über das NWK-Modell und bietet auch die Möglichkeit, sich mit Fragen an die 31
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Stiftung ‚Ik Kies Bewust‘ (‚Ich wähle bewusst‘) zu wenden. Ob in den jeweiligen Ländern, in denen das NWK-Modell eingeführt wurde, Broschüren für die Bevöl- kerung vorhanden sind, ist nicht bekannt. H   Verbraucherfreundlichkeit H.1 Wird das NWK-Modell leicht durch VerbraucherInnen wahrgenommen? Ja, ca. 90 % der niederländischen Bevölkerung erkennen das NWK-Modell. Au- ßerdem achten die Hälfte der VerbraucherInnen beim Einkauf auf das NWK- Modell [55, 56]. Im Vergleich zur Nährwertampel zieht es jedoch weniger Auf- merksamkeit auf sich[57]. H.2 Ist das NWK-Modell für die VerbraucherInnen eindeutig und leicht verständ- lich? Nein, ca. 90 % der niederländischen VerbraucherInnen sind zwar mit dem NWK- Modell vertraut [56, 58], allerdings missverstehen ca. 65-70 % der Verbrauche- rInnen die Bedeutung des NKW-Modells, ca. 7-12 % wussten nicht, was das NWK-Modell bedeutet [56]. Deshalb wurde das NWK-Modell in den Niederlanden zwischen 2011 und 2013 sukzessive geändert [55], wobei zwischen Grundnahrungsmitteln (Grün) und wei- teren Lebensmittelgruppen, die für die Versorgung mit Nährstoffen nicht notwen- dig sind, aber die Ernährung abwechslungsreicher machen (Blau), unterschieden wurde. Allerdings ist dieser Unterschied entweder nicht bekannt oder wird falsch interpretiert [55, 56]. In Folge dessen, aber auch aufgrund anderer Kritikpunkte, wurde das NWK-Modell in den Niederlanden mit Gültigkeit ab dem 19.10.2018 als Kennzeichnungsmodell auf Verpackungen verboten [59]. I   Einfluss des NWK-Modells I.1 Hat das NWK-Modell Einfluss auf die Produkt-Auswahl? Bedingt. Zwei Studien aus den Niederlanden kommen zu unterschiedlichen Er- gebnissen: Bei einer von der Choices Foundation finanzierten Studie wurden je nach Motiv für die Produktauswahl mehr Produkte (Motive: Achten auf das Kör- pergewicht oder auf Produktinformationen) oder weniger Produkte (Motiv: Ge- nuss) mit dem NWK-Modell gekauft [60]. In dieser Studie aus dem Jahr 2010 wurde das damals aktuelle niederländische Choices-Modell verwendet, das zwi- schenzeitlich von einer neuen Version abgelöst wurde (s. Kriterium H.2). Die an- dere Studie untersuchte die neue Version des NWK-Modells und konnte keinen Einfluss des NWK-Modells auf die Produktauswahl feststellen [61]. I.2 Hat das NWK-Modell Einfluss auf die Nährstoffzufuhr/den Ernährungssta- tus/den Gesundheitsstatus? Ja. In einem theoretischen Szenario wurde basierend auf Verzehrsdaten mehre- rer Länder (u. a. Niederlande, Spanien, USA) gezeigt, dass eine konsequente Wahl von Choices-Produkten anstelle vergleichbarer Produkte ohne Kennzeich- nung zu einer reduzierten Zufuhr von Energie, gesättigten Fettsäuren, trans- 32
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Fettsäuren, Salz und zugesetzten Zuckern bei gleichzeitig höherer Zufuhr an Bal- laststoffen führen würde [62]. I.3   Hat das NWK-Modell einen Einfluss auf die Produktzusammensetzung? Ja. Basierend auf Daten von Herstellern vorgefertigter Produkte aus den Nieder- landen, welche die Choices-Kennzeichnung nutzten, zeigte eine Studie einen Einfluss dieses NWK-Modells auf bestehende wie neu entwickelte Produkte. Um die Kriterien der Choices-Kennzeichnung zu erfüllen, wurden bei den bestehen- den Produkten die Gehalte an gesättigten Fettsäuren, zugesetzten Zuckern und Salz reduziert sowie die Gehalte an Ballaststoffen erhöht. Neu entwickelte Pro- dukte wurden in Anlehnung an die Choices-Kriterien entwickelt, um eine entspre- chende Kennzeichnung vergeben zu können [63]. Zu Artikel 35 LMIV: Erfüllt die NWK die Anforderungen des Artikels 35 Absatz 1? a) sie beruht auf fundierten und wissenschaftlich haltbaren Erkenntnissen der Verbraucherforschung und ist für VerbraucherInnen nicht irreführend im Sin- ne des Artikels 7 Inwieweit das NWK-Modell nicht irreführend im Sinne des Artikels 7 ist, ist juristisch zu bewerten. Weitergehende Informationen zur Verbraucherforschung finden sich un- ter den Punkten H und I. b) ihre Entwicklung ist das Ergebnis der Konsultation einer Vielzahl von Grup- pen betroffener Akteure Weitergehende Informationen hierzu finden sich unter Punkt A c) sie sollen VerbraucherInnen das Verständnis dafür erleichtern, welchen Bei- trag das Lebensmittel für den Energie- und Nährstoffgehalt einer Ernäh- rungsweise leistet oder welche Bedeutung es für sie hat Die „Initiatoren“ des NWK-Modells haben diesen Anspruch auf ihrer Internet- seite formuliert: www.choicesprogramme.org. Weitergehende Informatio- nen hierzu finden sich unter Punkt H d) es gibt wissenschaftlich haltbare Nachweise dafür, dass diese Formen der Angabe oder Darstellung von DurchschnittsverbraucherInnen verstanden werden Weitergehende Informationen hierzu finden sich unter Punkt H.2 e) sie basieren, im Falle anderer Formen der Angabe, entweder auf den in An- hang XIII genannten harmonisierten Referenzmengen oder, falls es solche nicht gibt, auf allgemein akzeptierten wissenschaftlichen Empfehlungen in Bezug auf die Zufuhr von Energie und Nährstoffen 33
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Weitergehende Informationen hierzu finden sich unter Punkt D.4 f) sie sind objektiv und nicht diskriminierend juristisch zu bewerten g) ihre Anwendung beeinträchtigt nicht den freien Warenverkehr juristisch zu bewerten 34
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