Integriertes Klimaschutzkonzept Stegen
Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepte“
I NT E G R I E R T E S K L I M A SC H U T Z K O N Z E P T L AN D K R E I S B R E I S G A U - H O C H S C H W AR Z W A L D Nahrungsmittel: Die Kantine der Hauptverwaltung in Freiburg wird von einem Caterer beliefert, der vorwiegend regionale Produkte verwendet. Für die Schulkantinen gibt es in der Regel Pachtver- hältnisse. Im Pachtvertrag wird auf die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. verwiesen. Streugut: Das Land Baden-Württemberg beschafft Material für den Winterdienst zentral und defi- niert auch die Ausschreibungs- und Zuschlagskriterien. Die Landkreise rufen die benötigten Men- gen auf Grundlage der Ausschreibung ab. Informationstechnologie (IT) / Fachbereich 130: Auch bei der Beschaffung der IT gibt es bisher keine verbindlichen Qualitätsanforderungen. Bei der Ausschreibung werden ökologische Pro- dukteigenschaften nach den geltenden Standards wie Blauer Engel etc. abgefragt und bei der Be- wertung berücksichtigt. Es werden vor allem Geräte gekauft, die langfristig leistungsfähig sind und eine entsprechende Laufzeit haben. Bei der Beschaffung von PCs und Laptops wird auf eine hohe Recyclingquote geachtet. Drucker werden gemietet, in der Regel für 5 Jahre. Bei Druckern ist der Energieverbrauch ein wesentliches Kriterium. Weitere Fachbereiche mit klimarelevanten Aufgaben Über die eigenen Zuständigkeiten hinaus gibt es weitere Fachbereiche, die inhaltliche Berührungs- punkte mit den Themen Klimaschutz und Klimaanpassung haben. Diese Fachbereiche sind in der AG Klima der Verwaltung vertreten und haben bei der Akteursbeteiligung folgende Berührungs- punkte genannt. FB 440 - Wasser und Boden: In diesem Fachbereich erfolgen die Beratung und die fachli- che Beurteilung bei der Genehmigung von Grundwasserwärmepumpen, Geothermie- und Wasserkraftanlagen. FB 430 - Umweltrecht: Hier laufen Genehmigungen für Anlagen, die unter das Bun- desimmissionsschutzgesetz fallen wie z.B. Biogasanlagen und Feuerungsanlagen (z.B. Heizzentralen für Nahwärmenetze), aber auch Genehmigungen für Erdwärmesonden. FB 510 - Forst: Der Fachbereich Forstwirtschaft unterstützt die Produktion und Vermark- tung von Hackschnitzeln und Brennholz aus Kommunalwäldern und von privaten Waldbe- sitzern, z.B. über die Forstbetriebsgemeinschaft Belchen-Neumagen. Weiterhin bieten die Mitarbeiter des Forstes Fortbildungen an: für Architekten zum Thema Holz als Baustoff. für private Waldbesitzer zum Thema Wald und Holz als CO2-Speicher. 13
I NT E G R I E R T E S K L I M A S C H U T Z K O N Z E P T L AN D K R E I S B R E I S G A U - H O C H S C H W AR Z W A L D Abbildung 7: Organigramm der Kreisverwaltung (eigene Darstellung) FB 580 - Landwirtschaft: Der Fachbereich Landwirtschaft bietet individuelle Vor-Ort-Bera- tungen für Landwirte im Landkreis an zu Themen wie energiesparende Verfahren im Ge- wächshaus, emissionsarme Verfahren zur Ausbringung organischer Dünger sowie Stall- baumaßnahmen. Mitarbeiter des Fachbereichs identifizieren große Stromfresser wie veral- tete Kühlgeräte und beraten zu effizienteren Alternativen. Bei einzelbetrieblichen Maßnah- men wird die Energieeinsparquote dokumentiert. Bestimmte Fördergelder gibt es nur bei Beachtung der Energieeffizienz. Das Forum ebb (ernähren, bewegen, bilden) bietet Kurse zu den Themen nachhaltige Ernährung sowie regionale und saisonale Produkte für Schüler, Lehrer und Eltern an. Obst aus dem Lehrgarten wird wöchentlich in der Stadtstraße 3 ver- kauft und bei der Belegschaft beworben. FB 120 - ÖPNV: Der Landkreis ist zusammen mit dem Landkreis Emmendingen und der Stadt Freiburg Träger des Zweckverbandes Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF). Ein Groß- projekt der letzten Jahre, das einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz geleistet hat, war die Elektrifizierung der Breisgau S-Bahn. Diese ist von Breisach über den Kaiserstuhl bis nach Villingen-Schwennigen sowie im Münstertal bereits realisiert. Die Elektrifizierung der Elztalbahn befindet sich im Verfahren. Mit der aktuellen Fortschreibung des Nahverkehrs- plans wird das Ziel verfolgt, Formen der Intermodalität zu fördern, z.B. durch Fahrradmit- nahme, das Angebot von Anrufsammeltaxis und die räumliche Verknüpfung mit Car-Sha- ring und Ausleihmöglichkeiten von E-Fahrzeugen. FB 130 – Digitalisierung und IT: In diesem Fachbereich laufen die Planung, teilweise die Beschaffung und die Betreuung der IT sowie von IT-Dienstleistungen (z. B. Erstellung von digitalen Formularen und Umfragen). 14
I NT E G R I E R T E S K L I M A SC H U T Z K O N Z E P T L AN D K R E I S B R E I S G A U - H O C H S C H W AR Z W A L D FB 140 – Zentrale Dienste & Vergabemanagement: Dieser Fachbereich ist für das Gebäu- demanagement der Verwaltungsgebäude, für den zentralen Fahrzeug-Pool und für die Be- schaffung sowie Ausschreibungen zuständig. FB 150 – Schulen & Bildung: Der Fachbereich Schulen & Bildung sorgt durch den Betrieb und den Unterhalt sowie das Herbeiführen von nötigen Investitionen für den reibungslosen Alltagsbetrieb der Schulen. In fast allen Schulen ist eine Gebäudeleittechnik eingebaut, die die Energieverbräuche mit Sensortechnik steuert und möglichst effizient und an den örtli- chen Bedarf angepasst steuert. Neben den üblichen Nacht- und Wochenendabsenkungen werden jährlich alle Stundenpläne einprogrammiert, so dass insbesondere die Fachräume nach Bedarf beheizt werden können. Die GLT wird nur zur Steuerung genutzt, nicht zur Erfassung und Bewertung von Verbräuchen. Bisher wurde nur beim Neubau der beruflichen Schulen in Bad Krozingen ein Energiestandard realisiert, der über die gesetzlichen Grund- lagen hinausgeht (KFW 55 – Nahwärmeanschluss). Die Schulen haben ihre eigenen Haus- meister und beauftragen selbst ihre Gebäudereinigung sowie ggf. den Kantinenbetrieb. FB 160 - Hochbau: Der Fachbereich Hochbau ist für die fachliche Begleitung aller Baumaß- nahmen zuständig - von der Planung bis zur Abnahme. Insgesamt gibt es innerhalb des Landratsamtes vielfältige Bezüge zu den Themen Klimaschutz und Klimaanpassung. Fachbereichsübergreifende Organisationsstrukturen und Prozesse gibt es bei diesen Querschnittsthemen bisher nur vereinzelt. Bei einigen Themen wie Liegenschaften und Fuhrpark sind die Zuständigkeiten auf viele Fachbereiche verteilt, so dass es mit Blick auf die Or- ganisation Parallelstrukturen gibt. 15
I NT E G R I E R T E S K L I M A S C H U T Z K O N Z E P T L AN D K R E I S B R E I S G A U - H O C H S C H W AR Z W A L D 4. Energie- und Treibhausgasbilanz Die Energie- und Treibhausgasbilanz ist neben der Potentialanalyse eine wichtige Grundlage für alle anderen Bausteine eines Klimaschutzkonzeptes und erfüllt verschiedene Funktionen. Sie mar- kiert quasi die Startlinie, von der aus sich der Landkreis bewegt. Sie gibt erste Hinweise darauf, welche Verbrauchssektoren die meiste Energie verbrauchen und welche die größten Mengen an Treibausgasen ausgestoßen. Diese dienen der Formulierung geeigneter Reduktionsmaßnahmen in diesen Sektoren. In Verbindung mit der Potentialanalyse lassen sich mithilfe der Energie- und Treibhausgasbilanz Szenarien ableiten, die zeigen, welche Ziele im Landkreis erreichbar sind. Eine Energie- und Treibhausgasbilanz stellt den Energieverbrauch nach Energieträgern (Strom, Gas, Öl, Treibstoffe etc.) und die daraus resultierenden Treibhausgasemissionen dar. Damit wird deutlich, wie hoch die Anteile der verschiedenen Verbrauchssektoren (private Haushalte, Handel / Dienstleistungen, Industrie, kommunale Liegenschaften, Verkehr) am Energieverbrauch und an den Treibhausgasemissionen sind. Weiterhin zeigt eine Energie- und Treibhausgasbilanz die Ver- teilung der verschiedenen Energieträger auf, beispielsweise wie hoch der Anteil erneuerbarer Energien bereits ist. Dies erlaubt im Rahmen eines Benchmarkings den Vergleich mit Durch- schnittswerten auf Bundes- und Landesebene oder auch mit anderen Kommunen. Schließlich dienen Energie- und Treibhausgasbilanzen als Monitoring-Instrument für die Entwick- lung der Treibhausgasemissionen, wenn sie regelmäßig fortgeschrieben werden (vgl. Kapitel 12.1). Der Beurteilung, ob der Landkreis sich auf dem richtigen Weg befindet, dienen Meilensteine auf dem Entwicklungspfad bis 2050 (vgl. Kapitel 9.1). 4.1 Endenergieverbrauch und CO2e-Emissionen der Gemarkung Die Energieverbräuche im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sind für das Bilanzjahr 2017 er- fasst und bilanziert worden. Diese werden auf Basis der Endenergie und die CO2e-Emissionen auf Basis der Primärenergie anhand von Life Cycle Assessment-Faktoren beschrieben (siehe Metho- dik im Anhang). Im Folgenden werden die Endenergieverbräuche und die CO2e-Emissionen des Landkreises Breis- gau-Hochschwarzwald dargestellt und beschrieben. Hierbei erfolgt eine Betrachtung des gesam- ten Kreisgebietes sowie der einzelnen Sektoren Private Haushalte, Gewerbe und sonstiges (GHD), Industrie, Verkehr und Kommunale Liegenschaften. Zwar macht der Sektor Kommunale Liegen- schaften in der Regel nur einen Anteil von 2 bis 4 % aus, jedoch kann dieser von der Kommune direkt beeinflusst werden und ist daher wichtig für ihre Vorbildfunktion. Endenergieverbrauch im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Die Abbildung 8 und die Tabelle 1 zeigen, dass insgesamt 7.096.654 Megawattstunden (MWh) Endenergie im Bilanzjahr 2017 im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald verbraucht worden sind. 16
I NT E G R I E R T E S K L I M A SC H U T Z K O N Z E P T L AN D K R E I S B R E I S G A U - H O C H S C H W AR Z W A L D Endenergieverbrauch nach Verbrauchssektoren in MWh Breisgau-Hochschwarzwald 2017 2.500.000 2.306.083 MWh 2.212.143 MWh Gesamt: 7.096.654 MWh 2.000.000 Kraftstoffe Wärme aus EEQ 1.500.000 Kohle 1.310.170 MWh 1.176.602 MWh Fernwärme 1.000.000 Erdgas Heizöl 500.000 Strom 89.656 MWh - Private Haushalte Gewerbe und Industrie Kommunale Verkehr Sonstiges (GHD) Liegenschaften 32 % 17 % 18 % 1% 31 % Abbildung 8: Endenergieverbräuche nach Verbrauchssektoren in Megawattstunden (MWh) 2017 (Darstellung energielenker) Tabelle 1: Endenergieverbräuche nach Verbrauchssektoren in Megawattstunden (MWh) 2017 (Darstellung ener- gielenker) Endenergie- Fern- Wärme Kraft- verbrauch Strom Heizöl Erdgas Kohle Summe wärme aus EEQ stoffe (MWh) Private Haus- 312.642 624.477 756.562 21.557 1.244 589.600 2.306.083 halte Gewerbe und Sonstiges 182.338 58.854 291.409 8.455 533 637.013 1.178.602 (GHD) Industrie 499.433 - 799.362 263 - 11.112 1.310.170 Kommunale Liegenschaf- 28.063 277 48.933 12.384 - - 89.656 ten Verkehr 35.219 2.176.924 2.212.143 Summe 1.057.695 683.608 1.896.265 42.659 1.778 1.237.725 2.176.924 7.096.654 Der größte Anteil am Endenergieverbrauch im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald entfällt mit 32 % auf die privaten Haushalte. Die beiden Sektoren Verkehr und Industrie folgen mit 31 % bez. 18 % Verbrauchsanteil. An vierter Stelle liegt der Sektor Gewerbe und Sonstiges (GHD) mit 17 % Anteil an der verbrauchten Endenergie. Die kommunalen Liegenschaften sind mit 2 % der ver- 17
I NT E G R I E R T E S K L I M A S C H U T Z K O N Z E P T L AN D K R E I S B R E I S G A U - H O C H S C H W AR Z W A L D brauchärmste Sektor. Damit liegt der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in einer typischen Grö- ßenordnung. Dennoch darf dieser Sektor nicht vernachlässigt werden, da der Landkreis direkten Einfluss auf ihn hat und hier seiner Vorbildfunktion nachkommen kann. THG-Emissionen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald TGH-Emissionen nach Verbrauchssektoren im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald 2017 Tonnen CO2- Äquivalente Gesamt: 1.997.912 Tonnen 800.000 707.610 Tonnen Kraftstoffe 700.000 578.753 Tonnen Wärme aus EEQ 600.000 474.583 Tonnen Kohle 500.000 Fernwärme 400.000 Erdgas 300.000 207.396 Tonnen Heizöl 200.000 Strom 100.000 29.569 Tonnen - Private Haushalte Gewerbe und Industrie Kommunale Verkehr Sonstiges (GHD) Liegenschaften 29% 10% 24% 2% 35% Abbildung 9: TGH-Emissionen nach Verbrauchssektoren 2017 (Darstellung energielenker) 18
I NT E G R I E R T E S K L I M A SC H U T Z K O N Z E P T L AN D K R E I S B R E I S G A U - H O C H S C H W AR Z W A L D Tabelle 2: TGH-Emissionen in Tonnen nach Verbrauchssektoren 2017 (Darstellung energielenker) THG-Emissio- Fern- Wärme Kraft- Strom Heizöl Erdgas Kohle Summe nen (Tonnen) wärme aus EEQ stoffe Private 173.204 198.584 186.871 3.217 528 16.350 578.753 Haushalte Gewerbe und Sonsti- 101.015 18.716 71.978 1.262 226 14.200 207.396 ges (GHD) Industrie 276.686 - 197.442 39 - 416 474.583 Kommunale Liegen- 15.547 88 12.086 1.848 - - 29.569 schaften Verkehr 19.512 688.098 707.610 Summe 585.963 217.387 468.377 6.365 755 30.966 688.098 1.997.912 Die Abbildung 9 und die Tabelle 2 zeigen die Treibhausgasemissionen nach Verbrauchssektoren im Bilanzjahr 2017 im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Insgesamt 1.997.912 Tonnen CO2- Äquivalent wurden emittiert. Der größte Emissionssektor ist mit 37 % der Verkehrsbereich. Die beiden Sektoren Private Haushalte und Industrie folgen mit 29 % bez. 23 % Emissionsanteil. Ge- werbe und Sonstiges (GHD) (1 %) sowie Kommunale Liegenschaften (2 %) gehören zu den emis- sionsärmeren Sektoren. Regenerative Strom- und Wärmeerzeugung Die regenerative Strom- und Wärmeerzeugung im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald wird in den nachfolgenden Abbildungen dargestellt und beschrieben. Bei der Betrachtung werden nicht nur die regenerativen Energien einbezogen, sondern zusätzlich die primärenergieschonende Ener- gieerzeugung aus der Kraft-Wärme-Kopplung (v.a. aus Blockheizkraftwerken). Diese trägt erheb- lich dazu bei, die vorhandenen Ressourcen so effizient wie möglich zu nutzen, Primärenergie zu sparen und somit CO2e-Emissionen zu vermindern. 19
I NT E G R I E R T E S K L I M A S C H U T Z K O N Z E P T L AN D K R E I S B R E I S G A U - H O C H S C H W AR Z W A L D Deckung des Strombedarfs durch MWh primärenergieschonende Stromerzeugung (2017) 1.200.000 1.000.000 KWK 800.000 PV-Anlagen 600.000 Wasserkraft 400.000 Windenergie 200.000 Stromverbrauch lokal 0 Primärenergieschonende Lokaler Stromverbrauch Anteil Erneuerbare Stromerzeugung Energien am Anteil: 25 % Stromverbrauch: 20 % Abbildung 10: Primärenergieschonende Stromerzeugung und Stromverbrauch 2017 in Megawattstunden (MWh) (Darstellung energielenker) Tabelle 3: Verhältnis von primärenergieschonender Stromerzeugung zu lokalem Stromverbrauch 2017 (Darstel- lung energielenker) Primärenergie- Anteil Erzeugung/Verbrauch Strom in Megawatt- schonende Lokaler Strom- Anteil stunden [MWh] Stromerzeu- verbrauch [%] gung Stromverbrauch lokal 1.057.695 Windenergie 20.667 2% Wasserkraft 13.392 1% PV-Anlagen 122.446 12 % KWK (inkl. Erneuerbare Energien) 106.305 10 % Gesamt 262.810 1.057.695 25 % Erneuerbar 212.359 20 % Abbildung 10 und Tabelle 3 zeigen das Verhältnis von lokaler Stromerzeugung zu lokalem Strom- verbrauch im Jahr 2017. Mit einem Anteil von rund 25 % erzeugten die regenerativen und primär- energieschonenden Anlagen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald ein Viertel des lokalen Stromverbrauchs. Dabei hatten die erneuerbaren Energien einen Anteil von rund 20 %. Zum Teil werden diese durch KWK-Anlagen produziert, die mit regenerativen Energieträgern betrieben wer- den. Den größten erneuerbaren Anteil übernahmen dabei die Photovoltaikanlagen mit 122.446 Megawattstunden (rund 12 %). Die Windenergie mit 20.667 Megawattstunden (rund 2 %) und die Wasserkraft mit 13.392 MWh (1 %) sind hier mit weitaus geringeren Anteilen beteiligt. Mit rund 10 % (106.305 Megawattstunden) stellt die Kraft-Wärme-Kopplung einen erheblichen An- teil an der Stromerzeugung. Die zahlreichen Nahwärmenetze und insbesondere die Müllverbren- nungsanlage in Eschbach tragen durch die gleichzeitige Gewinnung von elektrischer Energie und Wärme zur primärenergieschonenden Energiegewinnung bei. 20
I NT E G R I E R T E S K L I M A SC H U T Z K O N Z E P T L AN D K R E I S B R E I S G A U - H O C H S C H W AR Z W A L D Deckung des Wärmebedarfs durch MWh primärenergieschonende Wärmeerzeugung (2017) 4.500.000 Heizwerke 4.000.000 KWK 3.500.000 3.000.000 Sonstige Erneuerbare Wärme 2.500.000 Umweltwärme 2.000.000 Solarthermie 1.500.000 Biomasse 1.000.000 Wärmeverbrauch lokal 500.000 0 Primärenergieschonende Lokaler Wärmeverbrauch Anteil Erneuerbare Wärmebereitstellung Energien am Anteil: 34 % Wärmeverbrauch: 33 % Abbildung 11: Primärenergieschonender Wärmebereitstellung zu lokalem Wärmeverbrauch 2017 (Darstellung energielenker) Tabelle 4: Verhältnis von primärenergieschonender Wärmebereitstellung zu lokalem Wärmeverbrauch 2017 (Darstellung energielenker) Primärenergie- Anteil Erzeugung/Verbrauch Wärme in Lokaler Wär- schonende Wärme- Anteil [%] Megawattstunden [MWh] meverbrauch bereitstellung Wärmeverbrauch lokal 3.862.035 Biomasse 1.155.645 29,9 % Solarthermie 48.342 1,3 % Umweltwärme 22.626 0,6 % Sonstige Erneuerbare Wärme 11.112 0,3 % KWK (inkl. Erneuerbare Energien) 44.612 1,2 % Heizwerke 15.670 0,4 % Gesamt 1.298.006 3.862.035 34 % Erneuerbar 1.280.221 33 % Abbildung 11 und Tabelle 4: Verhältnis von primärenergieschonender Wärmebereitstellung zu lo- kalem Wärmeverbrauch 2017Tabelle 4 zeigen das Verhältnis von primärschonender Wärmeerzeu- gung zu lokalem Wärmeverbrauch im Jahr 2017. Rund ein Drittel des lokalen Wärmeverbrauchs (34 %) konnte im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald mit regenerativen und primärenergiescho- nenden Anlagen (Blockheizkraftwerke) erzeugt werden. Dabei hatten die erneuerbaren Energien einen Anteil von 33 %. Der größte Anteil entfällt hier auf den Energieträger Biomasse mit rund 21
I NT E G R I E R T E S K L I M A S C H U T Z K O N Z E P T L AN D K R E I S B R E I S G A U - H O C H S C H W AR Z W A L D 29,9 % (1.155.645 Megawattstunden). Insbesondere die große Anzahl an Holzfeuerungsanlagen (inkl. Nahwärmenetze) im Kreisgebiet ist ein Grund für die überdurchschnittlich hohe Wärmebereit- stellung aus Biomasse. Zum Vergleich: Der prozentuale Anteil erneuerbarer Energien am Wärme- verbrauch beträgt im Land Baden-Württemberg 15,7 % und im Bund 13,8 %. Die Kraft-Wärme-Kopplung trägt mit rund 1,2 % (44.612 Megawattstunden) primärenergiescho- nender Wärmeerzeugung zur CO2e-Minderung im Wärmebereich bei. Hier müssen die zahlreichen Nahwärmenetze und insbesondere die Müllverbrennungsanlage in Eschbach genannt werden, die durch die gleichzeitige Gewinnung von elektrischer Energie und nutzbarer Wärme primärenergie- schonend Energie produzieren. Zahlreiche KWK-Anlagen werden mit regenerativen Energieträ- gern betrieben. Verkehrssektor Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald liegt im Südwesten des Bundeslandes Baden-Württem- berg und ist regionalplanerisch dem Regierungsbezirk Freiburg zugeordnet. Das Kreisgebiet um- schließt die kreisfreie Stadt Freiburg im Breisgau, in der sich der Sitz des Landkreises befindet. Das Kreisgebiet grenzt im Norden an den Landkreis Emmendingen, im Nord-Osten an den Schwarzwald-Baar-Kreis, im Süd-Osten an den Landkreis Waldshut und im Süden an den Land- kreis Lörrach. Im Westen bildet der Rhein die Staatsgrenze zu Frankreich. Motorisierter Individualverkehr Der westliche Teil des Landkreises ist verkehrsgünstig an die Bundesautobahn 5 Frankfurt – Basel angebunden, die den Kreis auf einer gekippten Nord-Süd-Achse durchläuft. Östlich der Autobahn verläuft annähernd parallel die Bundesstraße 3. In Freiburg kreuzen sich die A5 und die B3 mit der B31 die den Landkreis von Nordwesten nach Südosten durchquert. Die Kraftfahrzeugdichte liegt im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald mit 198.000 zugelassenen Kraftfahrzeugen und 262.000 Einwohnern (Stand 2019) bei 759 Kfz/1.000 Einwohner und somit deutlich über dem bundesdeutschen Schnitt von 701 Kfz/1.000 Einwohner (vgl. (Kraftfahrtbundesamt, 2021). 22