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Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „E-Mails vom Kreativbeauftragten Dieter Gorny“
Ich habe einige Ideen mitgenommen und konnte die Gelegenheit gut für einen Austausch mit Kollegen aus anderen Bundesländern nutzen. Technopolis Group, Frankfurt/M Vielen Dank auch von meiner Seite. Ich fand die Konferenz ebenfalls bereichernd und konnte einige alte pflegen und neue Kontakte knüpfen. Ich hoffe mit meinem Kommentar, einen kleinen Beitrag zum Gelingen geleistet zu haben (siehe dazu Anhang) Zusatz zu Innovation: Der Begriff Innovation wird in der wissenschaftlichen und innovationspolitischen Diskussion unterschiedlich weit gefasst. Darüber hinaus werden unterschiedlichste Begrifflichkeiten gerade für „nichttechnische Innovationen“ genutzt. Dies generiert Unschärfen in der wissenschaftlichen und beratenden Diskussion, aber auch in der Praxis der öffentlichen Innovationsförderung. In einem aktuellen Projekt für das BMWi versucht die Technopolis Group mit Partnern diese konzeptionellen Herausforderungen zu adressieren und darauf aufbauend Optionen für eine öffentliche Förderung von nichttechnischen Innovationen zu erarbeiten. Fraunhofer ISI, Karlsruhe Es war eine spannende Veranstaltung und ich habe auch selbst viel positive und interessierte Nachfragen erhalten, die zeigen, dass noch viel Arbeit auf uns wartet! Bitte halte mich über die kommende Veranstaltung auf dem Laufenden. Universität Hamburg Besonders beeindruckend fand ich an der diesjährigen Jahrestagung die "Weltkarte für die Kultur- und Kreativwirtschaft", die internationalen Dachverbands der Verwertungsgesellschaften für Musikurheber (CISAC) vorgestellt hat. Sie liefert eine wichtige Grundlage für internationale Vergleiche. Die anschließenden Fachkommentare und Publikumsdiskussion haben zudem bekräftigt, was Staatssekretärin Brigitte Zypries eingangs unterstrichen hat: Dass es einer verstärkten, auch international vergleichenden wissenschaftlichen Diskussion über den gesellschaftlichen Wert der Kreativwirtschaft und über Kreativität als gesellschaftliche Ressource bedarf. Ein wichtiges Stichwort war hierbei die Frage nach den Narrativen: welche Narrative und Diskurse existieren - in der Fremd- und in der Selbstwahrnehmung? Und wie kann man diese Narrative in einen produktiven Dialog bringen? Damit wurden in meinen Augen Fragen angedeutet, die es künftig weiter auszuloten gilt. 30
Hochschule Mainz Die Fachkonferenz Kultur- und Kreativwirtschaft hat einmal mehr - gerade auch von einem Forschungsfokus aus - deutlich gemacht, welche enorme ökonomische Bedeutung und Dynamik die Kultur- und Kreativwirtschaft weltweit besitzt und wie sich hierbei Deutschland positioniert. Der sehr anspruchsvolle Diskurs im Kontext des internationalen Vergleichs und den Interdependenzen hinsichtlich der Innovationskraft der Branche haben starke Impulse für weitere Forschungsaspekte gegeben. Die Tagung hat aber auch gezeigt, dass es durch die Komplexität des Kultur- und Kreativwirtschaftssektors weiterhin noch zu Begriffsvermischungen und fehlender Trennschärfe zwischen Kunst und Kultur auf der einen Seite und Kultur- und Kreativwirtschaft auf der anderen Seite im wissenschaftlichen Diskurs kommt. Eine mehr interdisziplinäre und fachübergreifende Herangehensweise könnte sehr befruchtend sein, denn ein rein ökonomischer bzw. volkswirtschaftlicher Ansatz greift manchmal zu kurz. Gerade die betriebswirtschaftliche z.B. Innovations- aber auch Kultur-, Management- und Entrepreneurshipforschung haben in den letzten Jahren in diesem Feld wichtige Forschungsarbeit geleistet und neue Erkenntnisse geliefert. Hochschule Bremen Vielen Dank! Es war eine schöne Veranstaltung und ich hoffe, dass Du diese wichtige Arbeit im internationalen wissenschaftlichen Austausch fortsetzen kannst. Hochschule der Medien, Stuttgart Die Tagung hat verdeutlicht, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft auch international als zunehmend wichtiger Wirtschaftssektor und Innovationtreiber anerkannt wird und die Politik den Kreativbranchen vermehrt Aufmerksamkeit schenkt, nun auch in den USA. Die Kreativen selbst sind bereits schon auf vielfach internationaler Ebene aktiv und vernetzt, die Kleinteiligkeit der Branchen und deren Unternehmen scheint keine Internationalisierungsbarriere zu sein. Der Innovationsbeitrag der Kreativbranchen für andere Wirtschaftssektoren, die so genannte Spillover-Effekte, dürfen dabei nicht übersehen werden. Diese noch besser sichtbar zu machen und gezielt zu fördern stellt eine wichtige Fragestellung für künftige Konferenzen dar. Popakademie Baden-Württemberg GmbH, Mannheim 31
Ich möchte Ihnen für die sehr gelungene Tagung am vergangenen Freitag danken. Ich habe die Vorträge sehr genossen und viele interessante Anregungen für unseren Studiengang mitnehmen können. Komponist für film / tv / radio, Köln Ich glaube, das war ein sehr gelungener Tag! Auch ich habe die Beteiligung als rege, engagiert und interessiert erlebt, und ich würde nicht sagen, dass das in diesem Umfang selbstverständlich ist. Landeshauptstadt München, Es war wirklich eine sehr interessante und reichhaltige Veranstaltung. Und trotz des straffen Zeitplans war ich keine Sekunde der Informationen oder Diskussionen müde - im Gegenteil: Die moderierten Podien mit den kurzen Einschätzungen zum Vorgetragenen haben die Tragweite des Inputs jeweils noch deutlicher gemacht und vor allem auch die außenwirtschaftswissenschaftlichen Anschlussdiskurse verdeutlicht. Landeshauptstadt Dresden Vielen Dank noch einmal aus Dresden für die wirklich gelungene Veranstaltung am vergangenen Freitag. Neue Sichtweisen und Tools zur Messung der Kultur- und Kreativwirtschaft und die Relevanz der Kultur- und Kreativwirtschaft im internationalen Diskurs lassen darauf hoffen, dass das Thema weiter vorankommt und entsprechende Früchte trägt. Ich wollte anfragen, ob es kurzfristig möglich einen Teil der Fachvorträge als pdf zur Verfügung zu stellen resp. einen Factsheet der VA zusammenzustellen, da wir morgen eine Fishbowl-Diskussion zur Kulturhauptstadtbewerbung Dresden für 2025 unternehmen und hier ganz besonders die Kultur- und Kreativwirtschaft als Treiber dieses Prozesses verstanden wissen wollen. DesignersBusiness®, Berlin Sehr interessant war der Einblick in die US-amerikanische Kulturforschung und deren Bewertungsansätze. Ebenso die globale Übersicht zur Relevanz der Kultur- und Kreativwirtschaft und der globale Innovations-Index. Die an den Vorträgen anschließenden Podiumsdiskussionen haben wesentlich zum Verständnis beigetragen. 32
Das im letzten Vortrag am Nachmittag vorgestellte EFI-Gutachten zur Innovation durch Kultur- und Kreativwirtschaft ist – aus meiner Sicht – ein guter Ansatz. Allerdings ist im Vortrag und in der anschließenden Diskussion deutlich geworden, dass es noch Probleme mit den begrifflichen Abgrenzungen und Interpretationen gibt. CultureConsult Leipzig Auf der Konferenz wurde eindrücklich deutlich, dass die Branche mittlerweile international eine feste Wirtschaftsgröße ist. Deutlich wurde aber auch, dass es weit mehr als reine ökonomische Aspekte sind, die dazu geführt haben. Die Messung des gesamtgesellschaftlichen Nutzens wird die nächste große Herausforderung - von monetären Spillover-Effekten auf andere Branchen, dem Innovationsgehalt auf technischer und nicht- technischer Ebene aber auch der Messung weicher Faktoren, wie Image- oder Lebensqualitätssteigerung, durch die vielfältigen Produkte und Dienstleistungen der Branche. Darauf bin ich sehr gespannt und komme gerne wieder. Initiative Urheberrecht Berlin Vielen Dank für die äußerst vielseitigen und absolut notwendigen Vorträge und Diskussionen bei der „Fachkonferenz Kultur- und Kreativwirtschaft 2016“ – wir freuen uns schon auf die Fortsetzung! Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH Herzlichen Dank für die Einladung zu der interessanten Konferenz! Ich würde mich sehr für die Konferenzdokumentation interessieren. 33
5 Medienresonanz 5.1 GEMA 27. September 2016, CISAC präsentiert globale Studie zur Kultur- und Kreativwirtschaft auf internationaler Wissenschaftskonferenz Die Frage, welche neueren Konzeptionen zur Kultur- und Kreativwirtschaft es im internationalen Raum gibt und welche Erkenntnis die Fachgemeinschaft in Deutschland insbesondere zu den Schlüsselthemen Digitalisierung und Innovation daraus ziehen kann, stand im Mittelpunkt einer Konferenz am 23. September, zu der das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes ins Bundeswirtschaftsministerium eingeladen hatte. Vorgestellt wurden die international wichtigsten Studien zur Kultur- und Kreativwirtschaft, welche Wissenschaftler, Regierungs- und Branchenvertreter anschließend gemeinsam diskutierten. Kultur- und Kreativwirtschaft als Wachstumsmotor Der internationale Dachverband der Autoren-Verwertungsgesellschaften CISAC (Confédération Internationale des Sociétés d’Auteurs et Compositeurs) war als einzige Nichtregierungsorganisation mit einem Vortrag vertreten. präsentierte die gemeinsam mit EY erstellte Studie Cultural Times (2015), die erste Weltkarte zur Kultur- und Kreativwirtschaft. In geographische Zonen unterteilt zeigt die Studie auf, dass die Kultur- und Kreativwirtindustrie mit ihren Sektoren Bildende Kunst, AV/Film, Presse, Medien, Literatur, Design, Architektur, Videospiele und Werbung einen massiven Beitrag zur Weltwirtschaft leistet und eine zentrale Antriebskraft für die digitale Wirtschaft ist: Der Studie zufolge beträgt der Anteil der Kultur- und Kreativindustrie an der globalen Wirtschaftstätigkeit drei Prozent (2250 Mrd. US$) im Jahr 2014 und übersteigt damit das Bruttoinlandprodukt von Indien (1900 Mrd. US$). Das entspricht dem anderthalbfachen der Telekommunikationsdienste (1570 Mrd US$). Die Branche generiert weltweit 29,5 Mio. Arbeitsplätze. Dies entspricht einem Prozent der globalen Erwerbsbevölkerung und übertrifft die Gesamt-Beschäftigtenzahl der Automobilindustrie in Europa, Japan und den USA zusammen (25 Mio.). Die Beschäftigung von Frauen liegt in der Kultur- und Kreativwirtschaft tendenziell höher als in anderen Branchen. Kulturelle und kreative Inhalte fördern darüber hinaus neue Geschäftsmodelle und Innovationen im Online-Bereich. Ihr direkter Beitrag zum weltweiten Internet-Handel belief sich im Jahr 2013 auf fast 200 Mrd. US$. 34
Strategieziele zur Förderung der weltweiten kreativen Gemeinschaft Im Ergebnis zeigt die Studie die Korrelation zwischen Urheberschutz, Kultur- und Kreativindustrie und wirtschaftlicher Entwicklung auf. Laut CISAC ergeben sich daraus entsprechende Schlussfolgerungen: Erstens seien rechtliche Rahmenbedingungen zum Schutze des Urheberrechts und Sicherung einer gerechten Urhebervergütung als Grundlage zur Förderung des Weltwirtschaftswachstums und zur Schaffung von Arbeitsplätzen essentiell. Zweitens sei es notwendig, eine bessere Partizipation von Kreativen an der Wertschöpfung in der digitalen Wirtschaft zu ermöglichen, indem das Ungleichgewicht ausbalanciert wird, das durch den Wertetransfer als Folge der Privilegierung von Online- Plattformen zu Lasten der Kulturschaffenden entstehe. Drittens sei eine umfassende Talentförderung wesentlich, damit die kreative Gemeinschaft auch weiterhin Innovationen liefern und Antrieb für zukunftsfähige Entwicklungen bleibe. Internationales Umfeld Die internationale Sicht auf die Kultur und Kreativwirtschaft wurde ergänzt durch zwei Vorträge von Vertreterinnen aus den Vereinigten Staaten. Bonnie Nichols (National Endowment for the Arts) stellte den NEA Guide to the U.S. Arts and Cultural Production Satellite Account (2013) und den Arts Data Profile #9. The U.S. Arts and Cultural Production Satellite Account: 1998-2013 (2016) vor. Elizabeth Colger (U.S. Bureau of Economic Analysis) präsentierte eine Auswertung mit dem Titel Arts and Culture Grow at Faster Pace as BEA Takes its First Inflation-Adjusted Look (2016). Mit diesen Erhebungen wurde der Sektor in den USA erstmals statistisch erfasst. Zum Thema Innovation in der Kultur- und Kreativwirtschaft stellte Sacha Wunsch-Vincent von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) den von der Cornell University, INSEAD and WIPO gemeinsam erstellten Global Innovation Index 2016 vor. (2016). In das Jahresgutachten der Expertenkommission für Forschung und Innovation (EFI) führte Christian Handke von der Erasmus-Universität Rotterdam ein. Die Kommission besteht aus sechs Wissenschaftlern, die im Auftrag der Bundesregierung einmal im Jahr ein Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leitungsfähigkeit Deutschlands vorlegt. Ein Bericht in englischer Sprache befindet sich auf der Website der CISAC. 5.2 CISAC CISAC Presents Landmark Cultural Times Study at 2016 Berlin Research Symposium on Cultural and Creative Industries. Hosted by the German Ministry of Economics, the Event Debated the Role of Culture in the Global and Domestic Economy On 23 September, CISAC Director General Gadi Oron presented the results of the EY- prepared study “Cultural Times – The First Global Map of Cultural and Creative Industries” at the 2016 Berlin Research Symposium on Culture and Creative Industries (CCIs) upon the 35
invitation by the German government and CISAC member society GEMA. Hosted by the Federal Government’s Centre for Excellence for the Cultural and Creative Industries as part of the Initiative for Cultural and Creative Industries at the Federal Ministry for Economic Affairs and Energy, the symposium united creative industry, media, economic and scientific experts and professionals. The day was organised into two sections; theoretical concepts and reports in the morning with the effect on cultural industries in the afternoon. During opening remarks, cultural research expert Michael Söndermann declared, “Government needs scientific input when we have to make decisions.” He noted that CCIs are underestimated sectors with an importance that needs increased visibility and a strengthened international component. More specifically, he stated, “We need to establish a link between the creative industries and established sectors.” The Federal Commissioner for Culture and Media Head of Office Günter Winands then put protection to the centre of the discussion, particularly with the challenges of technology, saying, “What we can do is come up with the right framework to make sure that [creation] is possible and creators are remunerated the right way.” When Söndermann introduced the agenda, he underscored the importance of CISAC’s fact- based study “in order to provide an impetus internationally”. The international confederation “shows that the developed and developing world are faced with the same challenges.” Providing the global view, Gadi Oron addressed attendees by providing the economic the evidence measured at a worldwide scale in the Cultural Times study. The 120-page study, launched in December 2015 at a press conference with UNESCO, established the data that explained the scope and value of the global creative industries. The results convey to policy- makers the importance of copyright-driven industries and the necessity to have strong laws to protect creation. Gadi Oron noted that in today’s challenging market conditions “a lot of value is captured by intermediaries but is not shared. In that context, it is important to show the economic importance of the creative sector, in order to promote supportive policies.” Drawing the link regarding the economic benefit of CCIs, Gadi Oron underscored that “protecting creators is also about stimulating the economy” while drawing attention to the issue of transfer of value in the digital market and its negative effects. He declared, “We face powerful forces that constantly try to lower copyright protection to better serve their interests. We are witnessing a systemic and coordinated attack on copyright and creators’ rights that are portrayed as a ‘hindrance to innovation’ when in reality, creation is innovation.” Oron underscored that the nature of the study was unprecedented in scope, coverage, integration of “enormous amounts of data, with personal stories” and its attempt to estimate the impact of CCIs to the global economy for the first time. “The results of this research was astounding, with CCIs providing jobs for almost 30 million people while generating 2,215 billion euros in revenues. This study showed the direct correlation between copyright protection, CCIs and economic development as well as the necessity for legal frameworks to protect and support them. Doing so would build an environment where investors know they can invest in culture and receive a return on investment.” Starting the panel discussion on the study’s implications in Germany, Cornelia Dümcke of Culture Concepts reinforced the presentation, “We have to establish a framework where the diversity of culture is preserved. We have to overcome any inequality in the markets to 36
establish a level playing field.” The conversation in Germany had overlooked the value of CCIs, yet this trend has reversed with a newfound economic focus on these industries in recent years. Andreas Johannes Wiesand of Cultural Compendium continued discussing protection of creators. He stated, “There is an unequal situation in regards to employees in these various areas of cultural industries. What we can learn from this is that the share of employees in precarious job situations is much higher as compared to the rest of society. This should be reason for us to work harder and to deal with this to find solutions.” Finally, composer brought up disruption in the industries, confirming that “Value is created but not fed back. We have to urgently act and create a regulatory framework. We need to develop legal tools and instruments that go across boundaries.” The presentation and panel discussion concluded with a Q&A session. During the session, several comments surrounded the surprise of learning that Asia-Pacific was measured as larger than Europe in size. In recent years, China had changed their approach to copyright protection after learning that the country has a local interest. reinforced China’s call to reinforce and protect domestic-produced creation. echoed this, saying the “rethinking” process had taken place in the United States in the past. Concluding, provided attendees in Berlin with one key takeaway, “You see what supportive government legislation can do for the economics of cultural industries. When the government decides to support these industries, there are rewards not only in terms of culture, but also economic.” Read the “Cultural Times – The First Global Map of Cultural and Creative Industries” study at worldcreative.org. 5.3 Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft (kultur-kreativ-wirtschaft.de, Text PID/ ) 26.9.2016, Internationale Konferenz zur Kultur- und Kreativwirtschaft Welche Konzepte zur Kultur- und Kreativwirtschaft gibt es aktuell auf internationaler Ebene und welche Erkenntnisse kann die Fachgemeinschaft in Deutschland daraus gewinnen? Welche Ansätze bieten sich, um die eigenständige Innovationsrolle des Wirtschaftszweiges zu verdeutlichen? Und: Ist es möglich, im Rahmen kreativer Produktionsprozesse innovativ zu sein oder bleibt dies allein Technologieunternehmen überlassen? Diese Fragen standen bei einer internationalen Fachkonferenz im Mittelpunkt, zu der das Kompetenzzentrum der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung am 23. September geladen hatte. Im Rahmen der Veranstaltung tauschten sich Angehörige von Regierungsorganisationen, Wissenschaftler und Branchenvertreter rund um den Status Quo und die Chancen der "Creative Industries" im 21. Jahrhundert aus. Die Konferenz fand im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Berlin statt. Kultur- und Kreativwirtschaft als Wachstumsmotor 37
Selbstverständlich fanden auf der Fachkonferenz in Berlin auch die Stimmen der Urheber Gehör. internationalen Dachverbands der Verwertungsgesellschaften für Musikurheber (CISAC, International Confederation of Societies of Authors and Composers) stellte die Studie "Kulturzeit - Die erste Weltkarte für die Kultur- und Kreativwirtschaft" vor. In der von CISAC und der Beratungsgesellschaft EY erarbeiteten Analyse wurden erstmals globale Daten zur Wirtschaftskraft aus allen Sektoren der Kultur- und Kreativbranche umfassend aufgeschlüsselt. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft einen massiven Beitrag zur Weltwirtschaft leistet. Sie stellt zudem eine zentrale Antriebskraft für Wachstum und Beschäftigung dar, macht Städte attraktiver und verbessert die Lebensqualität sowohl in Industrieländern als auch in Schwellenländern. Die Gesamteinnahmen des Wirtschaftszweigs beziffert "Kulturzeit" mit 2.250 Milliarden US-Dollar - das entspricht 3 Prozent des Weltwirtschaftsprodukts. Durch ihre enorme Wirtschaftskraft sorgt die Kultur- und Kreativwirtschaft weltweit für 29,5 Millionen Arbeitsplätze. Das sind mehr Stellen, als die Automobilindustrie in Europa, Japan und den Vereinigten Staaten zur Verfügung stellt. Darüber hinaus stellt die Studie fest, dass die von der Branche erschaffenen kulturellen und kreativen Inhalte neue, innovative Geschäftsmodelle im Online-Sektor begünstigen. Der direkte Beitrag zum globalen Internet-Handel wird mit rund 200 Milliarden US-Dollar beziffert. Um den wichtigen Wirtschaftsfaktor Kultur- und Kreativwirtschaft auch zukünftig zu unterstützen, formuliert "Kulturzeit" zudem eine Reihe von Strategiezielen. Dazu gehören die Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen zur Sicherung einer gerechten Urhebervergütung, eine bessere Beteiligung von Kreativen an der Wertschöpfung in der digitalen Wirtschaft sowie eine umfassendere Talentförderung. 38