Microsoft Outlook - Memoformat
Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „E-Mails vom Kreativbeauftragten Dieter Gorny“
Profil und Entwicklung des Kölner Werbemarkts Der Werbemarkt zählt in der Kultur- und Kreativwirtschaft zu den größten Teilmärkten. Dies gilt für Umsatz, Werbemarkt Stadt Köln 2016* Beschäftigung und Erwerbstätigkeit, nicht jedoch für die Kernbereich Minibereich Gruppe der Selbstständigen. Auf einen Selbstständigen kommen fast sieben abhängig Beschäftigte. Das verweist auf 6.670 5.811 eine eher gewerbliche Marktstruktur als auf eine Freiberuflerszene. 3.097 3.643 2.165,5 • Der Kölner Werbemarkt zeigt die gleichen 859 546 divergierenden Marktentwicklungen wie im 6,3 Bundesgebiet. Umsatz u. Mini- Selbstständige u. sv-Beschä:igte u. Erwerbstä5ge umsatz in Mio.€ Miniselbstständige Minijobs insgesamt • Die positiven wie die negativen Entwicklungslinien bei der Beschäftigung und bei den Selbstständigen sind hier Werbemarkt Entwicklung Werbemarkt Entwicklung allerdings noch ausgeprägter als im Bundesgebiet. Hohe Stadt Köln - Kernbereich Stadt Köln - Kernbereich Verluste bei den Selbstständigen bei gleichzeitigem 130 130 Aufbau von Beschäftigung deuten darauf hin, dass sich 120 120 Index 2009 = 100 Index 2009 = 100 in diesem Teilmarkt eine starke Marktbereinigung 110 110 vollzieht. 100 100 90 90 • Viele kleine Agenturen ohne Mitarbeiter oder 80 80 Soloselbstständige verlassen den Markt, während die 70 70 gewerblichen Agenturen zumindest ab Mitte des 09 11 13 15 16* 09 11 13 15 16* Vergleichszeitraums auch beim Umsatz zulegen und Selbstständige Umsatz Selbstständige Umsatz ihre Beschäftigung ausbauen können. sv-Beschä:igte sv-Beschä:igte Quelle: Datenreport Kultur- und Kreativwirtschaft 2017 32
Profil und Entwicklung der Kölner Software-/Games-Industrie Die Software-/Games- Industrie zählt bei Umsatz und Selbstständigkeit zu den mittleren Teilmärkten der Kultur- So1ware-/Games-Industrie und Kreativwirtschaft. Im Beschäftigungsmarkt bildet sie die Stadt Köln 2016* größte Teilgruppe, während der Anteil der Minijobs Kernbereich Minibereich wiederum auffallend gering ist. Auf ein Unternehmen kommen zehn abhängig Beschäftigte, das verweist ebenfalls 9.398 10.324 auf eine ausgeprägt gewerbliche Struktur. • Die Software-/Games-Industrie ist eine der 950,4 926 868 698 1.566 wachstumsstärksten Teilmärkte der Kultur- und 8,4 Kreativwirtschaft. Dies zeigt sich im Kölner Teilmarkt Umsatz u. Mini- Selbstständige u. sv-Beschä:igte u. Erwerbstä5ge ebenso, wie es den zahlreichen Monitoring- und umsatz in Mio.€ Miniselbstständige Minijobs insgesamt Kulturwirtschaftsberichten aus nahezu allen anderen Regionen zu entnehmen ist. So1ware-/Games-I. Entwicklung So1ware-/Games-I. Entwicklung Stadt Köln - Kernbereich Stadt Köln - Kernbereich • Alle drei Kategorien Selbstständige, Umsatz und 200 200 Beschäftigung entwickeln sich in einem weit Index 2009 = 100 Index 2009 = 100 180 180 überdurchschnittlichen Maße. Interessant ist der 160 160 Vergleich zum Bundesgebiet. Dort sind die gleichen 140 140 positiven Entwicklungslinien zu beobachten, allerdings 120 120 nicht in der starken Ausprägung wie im Kölner Markt. Zum Beispiel wächst der Umsatz in Köln fast mit 100 100 09 11 13 15 16* 09 11 13 15 16* doppelter Dynamik. Selbstständige Umsatz Selbstständige Umsatz sv-Beschä:igte sv-Beschä:igte Quelle: Datenreport Kultur- und Kreativwirtschaft 2017 33
4.0 Künstlerischer Fokus – die wirtschaftliche Lage 34
Warum eine Künstlerperspektive? • Die Künstler- und Kulturberufe sind das Herzstück der • Darüber hinaus verfügen Kunstschaffende vielfach über Kultur- und Kreativwirtschaft. Denn sie stehen im keine geeigneten organisatorischen Strukturen, um den Zentrum der Kultur- und Kreativwirtschaft. Verwertern als eigenständiger, respektierter und vor allem gleichberechtigter Verhandlungspartner entgegen • Ihre Tätigkeit - der so genannte schöpferische Akt - zu treten. bildet den Ausgangspunkt für alle weiteren Aktivitäten der Kultur- und Kreativwirtschaft und ihrer • Nicht zuletzt zeichnet sich die Kunst-, Kultur- oder verschiedenen Teilmärkte. Kreativszene vielfach durch eine schwer überschaubare kreative Vielfalt aus. • Als originäre Produzenten und Urheber, als Kunstschaffende oder Dienstleister stellen sie das • Die damit verbundene „Überproduktion“ (oder auch Potenzial, ohne das keine Filmfirma, kein Kannibalisierung) speist sich aus den Aktivitäten von Musikkonzern, kein Buchverlag und ebenso kein unterschiedlich befähigten Kunstschaffenden und Galerist etwas zu verwerten und zu verbreiten hätte. Kreativen mit differenziertem und diversifiziertem Ausbildungshintergrund, die wiederum mit • Ihre besondere Stellung wird allerdings nicht ohne unterschiedlichen Preisen miteinander konkurrieren. weiteres akzeptiert. Oft wird ihnen nur die Rolle von Zulieferern zugestanden – wenn sie denn überhaupt als eigenständige Akteursgruppe wahrgenommen werden. • Eine entscheidende Ursache hierfür dürfte darin liegen, dass die Gruppe der Kunstschaffenden und Kreativen innerhalb der Wertschöpfungskette der Kultur- und Kreativproduktion nach ökonomischen Maßstäben in aller Regel zu den kleinsten Akteuren zählt. 35
Auswahl der Künstlergruppen nach statistischen Kriterien • „Der wirtschaftlich verbindende Kern jeder kultur- und Sta5s5sche Abgrenzung der selbstständigen kreativwirtschaftlichen Aktivität ist der sogenannte Künstler- und Kulturberufe schöpferische Akt. Damit sind alle künstlerischen, literarischen, kulturellen, musischen, architektonischen oder kreativen Inhalte, Werke, Produkte, Produktionen oder Dienstleistungen gemeint, die als wirtschaftlich relevanter Ausgangskern den elf Teilmärkten zugrunde liegen.“ (WMK 2016) • Zu den statistisch erfassbaren selbstständigen Künstler- und Kulturberufen zählen alle tätigen Künstler- und Kulturberufe, die steuerpflichtig sind und vorwiegend freiberufliche Einkünfte erzielen. • Dazu dürften vor allem die künstlerisch oder literarisch orientierten Musiker/innen, Schriftsteller/innen, bildenden Künstler/innen, Bühnenkünstler/innen und die Journalisten/innen zählen. Quelle: Wirtschaftszweigklassifikation für Steuerstatistiken 36
Die wirtschaftliche Lage der Künstler/innen im Spiegel der Statistik Künstlergruppen in der Stadt Köln 2016* Die zentrale Erkenntnis für Köln ergibt ein Selbstständige Künstler/innen beim Finanzamt gespaltenes Bild. gemeldet (insgesamt 6.179) Freiberufliche Künstler/innen in der Künstlersozialkasse (insgesamt 9.337) • Die eine Gruppe der Künstler- und Kulturberufe können nach der Umsatzsteuerstatistik als 3.384 3.065 2.782 „wirtschaftsstarke“ Akteure betrachtet werden – 1.862 dafür gibt es in Köln in allen Kunstsparten 1.550 1.628 847 herausragende Exponenten. Diese Sicht ist 398 jedoch nur die eine Seite. • Nach der Statistik der Künstlersozialkasse werden den Künstler/innen regelmäßig geringe Gesamteinkünfte attestiert. 207,1 Umsatz Selbstständige in Tsd. € • Nach der Einkommensteuerstatistik existiert ein Umsatz Miniselbstständige in Tsd. € großer Kreis an Künstler/innen, die extrem 131,1 geringe Jahreseinkommen aus freiberuflicher 90,8 97,7 Tätigkeit beziehen, und ebenso ein großer Kreis 71,8 derer, die erhebliche zusätzliche Einkommen erzielen. 11,5 8,6 4,7 6,9 7,5 Quelle: Datenreport Kultur- und Kreativwirtschaft 2017 37
Wirtschaftliche Lage der Musikberufe (Bundesgebiet) Befunde aus der Einkommensteuerstatistik Musikberufe - Bundesgebiet • Danach erzielte im Jahr 2012 im Bundesdurchschnitt ein/e Komponist/in/ Musikbearbeiter/in aus freiberuflicher Jahreseinkommen in €, 2012 Tätigkeit ein durchschnittliches Jahreseinkommen in Höhe 33.800 von rund 19.000 Euro. Das entspricht einem geschätzten 28.900 Medianeinkommen von gerade einmal 6.500 Euro im Jahr. 19.000 Das Medianeinkommen ist ein realistischeres Maß für die Einkünfte von Künstler/innen, weil dadurch die 6.500 Verzerrungen von Spitzeneinkünften ausgeklammert werden können. Durchschnij Median* Durchschnij* Median* • In Köln wird es einzelne Musikberufe geben, Einkün:e aus freiberuflicher Einkün:e aus Tä5gkeit nichtselbstständiger Arbeit die insbesondere für den Rundfunk Werke erbringen, die weit überdurchschnittlich vergütet werden. Anteil der Musikberufe 2012 • Aber es wird ein erheblicher Teil der Musikberufe 120% möglicherweise nicht mehr als das Medianeinkommen 100% erzielen können. Wie hoch dieser Anteil in Köln ist, kann 100% derzeit noch nicht ermittelt werden. 80% Einkün:e aus 60% 45% freiberuflicher Tä5gkeit • Aus der Bundesstatistik kann abgeleitet werden, dass von den 40% bundesweit erfassten rund 13.200 Komponisten/innen/ Einkün:e aus 20% Musikbearbeiter/innen nur etwas mehr als die Hälfte ein nichtselbstständiger 0% Arbeit zusätzliches Einkommen aus nichtselbstständiger Tätigkeit Einkün:e aus Einkün:e aus beziehen. freiberuflicher nichtselbstständiger Tä5gkeit Arbeit 38 Quelle: Datenreport Kultur- und Kreativwirtschaft 2017
Wirtschaftliche Lage der bilden. Künstler/innen (Bundesgebiet) Befunde aus der Einkommensteuerstatistik Bildende Künstlerberufe – BG • Danach erzielten die bildenden Künstler/innen Jahreseinkommen in €, 2012 im Jahr 2012 ein Durchschnittseinkommen aus 26.300 freiberuflicher Tätigkeit in Höhe von rund 20.600 11.500 Euro. Das entspricht einem Medianeinkommen von geschätzten 4.200 11.500 Euro. 4.200 • Unter den bundesweit erfassten rund 42.700 Durchschnij Median* Durchschnij* Median* Künstler/innen können nur weniger als ein Einkün:e aus freiberuflicher Einkün:e aus nichtselbstständiger Drittel ein zusätzliches Einkommen aus Tä5gkeit Arbeit abhängiger Tätigkeit erzielen. Bildende Künstlerberufe 2012 120% 100% 100% 80% Einkün:e aus 60% freiberuflicher Tä5gkeit 40% 30% Einkün:e aus 20% nichtselbstständiger Arbeit 0% Einkün:e aus Einkün:e aus freiberuflicher nichtselbstständiger Tä5gkeit Arbeit 39 Quelle: Datenreport Kultur- und Kreativwirtschaft 2017
Wirtschaftliche Lage der Literaturberufe (Bundesgebiet) Befunde aus der Einkommensteuerstatistik • Danach erzielten die Literaturberufe im Jahr 2012 Literaturberufe - Bundesgebiet ein Durchschnittseinkommen aus freiberuflicher Jahreseinkommen in €, 2012 Tätigkeit in Höhe von rund 15.400 Euro. Das 54.100 46.200 entspricht einem Medianeinkommen von geschätzten 2.500 Euro. 15.400 • Unter den bundesweit erfassten rund 47.300 2.500 Literaturberufen können mehr als zwei Drittel ein zusätzliches Einkommen aus abhängiger Tätigkeit Durchschnij Median* Durchschnij* Median* erzielen. Einkün:e aus freiberuflicher Einkün:e aus nichtselbstständiger Tä5gkeit Arbeit Anteil der Literaturberufe 2012 120% 100% 100% 80% 64% Einkün:e aus 60% freiberuflicher Tä5gkeit 40% Einkün:e aus 20% nichtselbstständiger Arbeit 0% Einkün:e aus Einkün:e aus freiberuflicher nichtselbstständiger Tä5gkeit Arbeit 40 Quelle: Datenreport Kultur- und Kreativwirtschaft 2017
Wirtschaftliche Lage der Journalist/innen (Bundesgebiet) Befunde aus der Einkommensteuerstatistik Wortberufe - Bundesgebiet • Danach erzielten die Journalist/innen im Jahr 2012 ein Durchschnittseinkommen aus Jahreseinkommen in €, 2012 37.800 freiberuflicher Tätigkeit in Höhe von rund 28.900 16.900 Euro. Das entspricht einem Medianeinkommen von geschätzten 6.800 Euro. 16.900 6.800 • Unter den bundesweit erfassten rund 60.600 Journalist/innen können nur etwas mehr als die Durchschnij Median* Durchschnij* Median* Hälfte ein zusätzliches Einkommen aus Einkün:e aus freiberuflicher Einkün:e aus nichtselbstständiger nichtselbstständiger Tätigkeit beziehen. Über die Tä5gkeit Arbeit Einkommensarten der restlichen Journalist/ innen sagen die vorliegenden Befunde nichts. Anteil der Journalist/innen 2012 120% 100% 100% 80% Einkün:e aus 60% freiberuflicher Tä5gkeit 45% 40% Einkün:e aus 20% nichtselbstständiger Arbeit 0% Einkün:e aus Einkün:e aus freiberuflicher nichtselbstständiger Tä5gkeit Arbeit 41 Quelle: Datenreport Kultur- und Kreativwirtschaft 2017