524-BMn-LV Stellungnahme Leopoldina Bioenergie
Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Bioenergie“
SEITE 3 VON 4 zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit leicht vermieden werden können. Die Notwendigkeit der Pflanzenzüchtung, die die einzige Chance eröffnet, zu leistungsfähigeren Nutzpflanzen zu gelangen, und deren hoher ökonomischer Nutzen hinlänglich belegbar ist, wird regelrecht verkannt. Deshalb wundert es nicht, dass auch insgesamt ökonomische Aspekte und dabei vor allem der Marktmechanismus und die Wettbewerbssituation völlig außer Acht gelassen werden. Dabei ist die verwendete Biomasse-Bezugseinheit „Nettoprimärproduktion (NPP)“ viel zu undifferenziert, um damit unterschiedlichen Produktivitäts- und Verbrauchsentwicklungen in den verschiedenen Biomasse-Verwendungsbereichen angemessen Rechnung tragen zu können. Die Nutzung von Kuppelprodukten der Bioenergie als Futtermittel wird sogar gänzlich ausgeklammert. Die NPP-Schätzwerte für Deutschland können mit Blick auf die globale Ernährungs- sicherung wenig über die Verfügbarkeit von Biomasse als Energiequelle aussagen. Während die Leopoldina kaum von der Verfügbarkeit globaler Bioenergiepotenziale ausgeht, weisen andere Studien auch nach Sicherstellung der Ernährung einer wachsen- den Weltbevölkerung noch nutzbare Bioenergiepotenziale aus. Daneben führen die vorgenommenen Kalkulationen zur CO2-Bilanzierung von Wald und Holz auf Grund von groben Vereinfachungen zu falschen Rückschlüssen. So lassen die Autoren zum Beispiel die vermiedenen CO2-Emissionen aus fossilen Quellen durch die stoffliche Verwendung von Holz völlig außer Acht, die fast doppelt so hoch sind wie die vermiedenen Emissionen durch die energetische Verwendung von Holz. Die mehrfachen Aussagen zur Gefährdung der Nachhaltigkeit der deutschen Forst- wirtschaft durch zu hohe Holznutzungen sind falsch oder irreführend. Sie beruhen nicht auf den Daten der Bundeswaldinventur, sondern auf irreführenden Vergleichen von Einschlagsstatistik und Bundeswaldinventur oder sind hinsichtlich Quellenlage unklar. Viele Schlussfolgerungen hinsichtlich der Forstwirtschaft entbehren damit der Grundlage. Weiteres Vorgehen: o Die Ergebnisse der Leopoldina-Stellungnahme sollen in das BMU-Projekt „Meilensteine 2030“ zur Entwicklung einer tragfähigen nachhaltigen Bioenergie- strategie, welches vom DBFZ erarbeitet wird, einfließen. BMELV ist hier über den Begleitausschuss mit Vertretern der Abteilungen 4 und 5 eingebunden und kann die hier dargelegte Haltung vertreten. o Das BMELV erarbeitet derzeit ein Positionspapier, das Wege zur Erschließung nachhaltiger Biomassepotentiale im Bereich der energetischen und stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe bestimmen soll. Daneben soll auch der künftige Forschungsbedarf ausgewiesen werden. o Das vTI wurde um Stellungnahme zu ausgewählten Aspekten der Leopoldina- Stellungnahme gebeten.
SEITE 4 VON 4 III. Vorschlag Kenntnisnahme. UAL 535 525 521 524 52 BF St Fr. Erg. Vir eingef. 8/8 De 6/8 i.A. Bö 7/8 CH 6/8 6/8 Neumann 8/8 AL 5