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Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Kommunikation Interministerielle Arbeitsgruppe Anpassung“
Deutsche Delegation (BMUB_KI II 6 Dehnen) Berlin, den 12.01.16 mitgetragen. Aufgrund der wesentlichen Querverbindungen zu den parallelen Diskussionen zu den institutionellen Arrangements innerhalb des neuen Übereinkommens wurde der Punkt formal geschlossen und die Entscheidung über die zukünftige Rolle des Anpassungsfonds dem Comite de Paris überlassen. Die finale Entscheidung gibt vor, dass auf der 22. Sitzung der COP (2016) die APA Empfehlungen an die CMP zur zukünftigen Rolle des Anpassungsfonds vorbereiten soll. Bis spätestens November 2019 soll die CMP dann darüber einen Beschluss fassen. f) Programm Budaet UNFCCC 2016 und 2017 Auf der 21. Vertragsstaaterkonferenz sind die UNFCCC-Sekretarlats- Programmhaushaltspläne für 2016 bis 2017 erfolgreich beschlossen und der entsprechende Sekretariatshaushaltsplan des Kyoto-Protokolls im Plenum bestätigt worden. 9) Unter SBI oder SBSTA behandelte Tagesordnungspunkte Weitere Tagesordnungspunkte der CMP, die zuvor in den Gremien der Nebenorgane ‚zur Umsetzung (SBI) oder zu wissenschaftlichen und technischen Themen (SBSTA) behandelt wurden, werden im Teil B dargestellt. Gemeinsame Tagesordnungspunkte beider Nebenorgane werden unter SBI dargestellt. 3) Sonstiges a) Deutsche Initiativen Im Rahmen der LPAA (Lima Paris Action Agenda) waren die Initiativen Deutschlands wesentlich für die Vertrauensbildung: Minderung, Anpassung, Schäden und Verluste sowie der Waldschutz waren dabei die zentralen Themen. Neue Initiativen wurden mit großem Medienecho verkündet. Auch gab es zahlreiche positive Rückmeldungen im Rahmen einer Vielzahl bilateraler Gespräche. aa) Unterstützung der Afrikanischen Initiative zu Erneuerbaren Energien Der Zugang zu nachhaltiger Energie auf dem afrikanischen Kontinent soll gesteigert werden, da momentan über 600 Mio. Afrikaner keinen Zugang zu Elektrizität besitzen. Dazu sollen bis 2020 zusätzlich zehn Gigawatt erneuerbare Energien auf dem afrikanischen Kontinent installiert werden (was in etwa zehn Kohlekraftwerken entspricht). Das BMZ koordinierte die gemeinsame Gebererklärung der G7-Länder, der EU-Kommission, NLD und SWE mit insgesamt 10 Mrd. USD. BM’in Hendricks gab die Unterstützung am 07.12., dem Energietag der LPAA, bekannt. DEU unterstützt als größter Geber mit mindestens 3 Mrd. € in den Jahren 2015 bis 2020. FRA ist mit einem Beitrag von 2 Mrd. € zweitgrößter Geber. Die Gebererklärung für Erneuerbare in Afrika gilt als wichtiges Signal in den Verhandlungen an die Entwicklungsländer und half, die Allianz zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländer für ein ambitioniertes Übereinkommen in Paris vor Ort voranzubringen. 19
ts tion (BM Dehnen i 12.01,16 BMUB kündigte eine Einzahlung in Höhe von 30 Mio. € in den Wechselkursabsicherungsfonds TCX ein mit Orientierung auf Investitionen im Bereich erneuerbarer Energien in Afrika. Damit können private Investitionen in Höhe von bis zu 1,3 Mrd. € mobilisiert werden. bb) G7-Initiative zu Klimarisikoversicherungen („InsuResilience“) DEU sagte 150 Mio. € zu; gemeinsam mit weiteren G7-Ländern belief sich die Ankündigung auf insgesamt 420 Mio. USD, Mit dem Rapid Action Paket werden ca. 180 Mio. Menschen zusätzlich gegen Klimarisiken abgesichert, wobei der Fokus auf Afrika, Pazifik, Karibik und Zentralamerika liegt. Das ist knapp die Hälfte der Gesamtzielsetzung des G7-Beschlusses, laut dem bis 2020 zusätzlich 400 Mio. arme Menschen gegen Klimarisiken abgesichert werden sollen (derzeit nur 100 Mio.). Die 2014 auf den Weg gebrachte Dürreversicherung für Afrika („African Risk Capacity“ - ARC) hat im Januar 2015 ausgezahlt: Mauretanien, Senegal und Niger bekamen umgehend 26 Mio. US-Dollar. Somit konnte 1,3 Mio. Menschen und 500.000 Stück Vieh geholfen werden. Dieses Modell soll nun ausgeweitet werden. cc) Least Developed Country Fund BM Müller machte am 30.11. eine Zusage von 50 Mio. €, die sich zusammen mit Leistungen anderer Geber insgesamt auf neue Beiträge zum Fonds für die am wenigsten entwickelten Länder (Least Developed Countries Fund, LDCF) i.H.v. 248 Mio. USD belaufen: Damit sollen die ärmsten Ländern bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützt werden. dd) Anpassungsfonds BMiin Hendricks gab am 08.12. einen deutschen Beitrag von ca. 50 Mio. € für den Anpassungsfonds bekannt. Regionen und Menschen, die dem Klimawandel besonders ausgesetzt sind, kommt dieses Geld direkt zu Güte. Der Anpassungsfonds finanziert unter anderem Maßnahmen zum Küstenschutz oder die Umstellung auf neue Anbaumethoden in der Landwirtschaft. Die Beiträge zum LDCF und zum Anpassungsfonds fanden große Beachtung unter den Entwicklungsländern und sorgten für zusätzliches Vertrauen, dass die Industrieländer die Entwicklungsländer auch künftig insb. bei Anpassungsmaßnahmen finanziell unterstützen. ee) Waldschutz durch Finanzierung für REDD+ (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation). Zum Konferenzauftakt am 30.11. kündigte DEU gemeinsam mit NOR und GBR an, die Finanzierung zum Schutz und Wiederaufbau von Tropenwäldern (REDD+) auf insgesamt 5 Mrd. US-Dollar für den Zeitraum 2015 bis 2020 zu steigern. Auf Deutschland entfallen dabei rund 1,1 Mrd. USD, wovon 77% vom BMZ und 23% vom BMUB finanziert werden. Das bedeutet, dass BMZ und BMUB ihre jährliche REDD+- Finanzierung bis 2020 gemessen am Durchschnitt der Jahre 2008-2014 verdoppeln. Diese Ankündigung wurde anschließend durch konkrete Initiativen zu Wald- und Klimaschutz wie z.B. durch eine Wald-Partnerschaft mit Kolumbien (gemeinsame 20
Deutsche Deleaation (BMUB_KI II 6 Dehnen) Berlin, den 12.01.16 Zeichnung eines MoU am 30.11.) oder dem Beitritt zur zentralafrikanischen Waldinitiative (CAFI-Side Event am 08.12.), untermauert. Im Rahmen des Global Landscapes Forums am 6. Dezember machte BMZ- Abteilungsleiterin Ingrid-Gabrieia Hoven zudem eine Ankündigung zur Wiederaufforstung in Afrika: NEPAD (Neue Partnerschaft für die Entwicklung Afrikas der AU) wird bei dem Ziel unterstützt, 100 Mio, Hektar Wald in Afrika bis 2030 wiederaufzuforsten. Dies entspricht in etwa der Fläche Äthiopiens. b) . Weitere Veranstaltungen - Am 8. Dezember fand das hochrangige Treffen der Climate and Clean Air Coalition (CCAC) zur Reduzierung kurzlebiger, klimawirksamer Substanzen (short-lived climate pollutants, SLCP) am Rande der COP statt. DEU war durch die Präsidentin des Umweltbundesamts (UBA), Maria Krautzberger, vertreten. Im Mittelpunkt des Treffens ‚standen die Verabschiedung des. 5-Jahres- Strategieplans der Koalition für die Jahre 2015-2020 sowie eine Reihe von nationalen Ankündigungen zur Reduzierung von SLCP durch zahlreich vertretene Minister der CCAC-Partnerländer. - Am 5. und am 8.12 wurden eine Vielzahl von Veranstaltungen dem Thema Anpassung an den Klimawandel und insbesondere der ökosystembasierten Anpassung (EbA) gewidmet. Die: EbA Vorhaben der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI), immer wieder als wesentlicher Motor und Vorreiter des inzwischen hoch anerkannten Ansatzes geriannt, wurden auf durchgängig hochrangig und gut besuchten Events vorgestellt. In der Veranstaltung Seizing the opportunity for Ecosystem Based Adaptation, eröffnet durch BM’in Hendricks, wurden durch die eindringlichen Worte von u.a. Tony A.. de Brum, Außenminister der Marshall Islands, der hohe Stellenwert von ökosystembasierter Anpassung in Küstenregionen und für die kleinen Inselstaaten hervorgehoben. Im Event Building EbA evidence for decision making erläuterte die Umweltministerin von El Salvador Lina Pohl, die Anpassung an den Klimawandel sei in Ihrem Land ohne „grüne“ Ansätze unvorstellbar. Das hohe Interesse der Teilnehmer an den Events zeigte, dass die IKI durch die Aufnahme des Ansatzes 2010 in die Förderrichtlinie eine richtige Entscheidung getroffen hat (Fördervolumen Zusage EbA Vorhaben ca. 100 Mio. Euro). Eine unabhängige Gruppe FEbA „Friends of EbA" vernetzt die zahlreichen Anbieter von EbA Projekten untereinander. Sie traf sich erneut in Paris und soll weiterhin dem freien Wissens- und Erfahrungsaustausch zum Thema dienen. - Das BMBF-Side Event "Science based Climate Policy: From Research to Decision Making" mit hochkarätigen Wissenschaftlern wie Hans Otto-Pörtner und Ottmar Edenhofer stellte die wichtige Rolle der Klimaforschung für den Verhandlungsprozess und deren lokale Anwendbarkeit dar. BMBF- Staatssekretär Dr. Georg Schütte nahm an dem Side Event des BMBF 21
EU D ion 16 Deh in, den „Strengthening Africa's Competence in Combating Climate Change" teil. Gemeinsam mit hochrangigen afrikanischen Vertretern präsentierte er am Beispiel der beiden regionalen Klimaforschungszentren SASSCAL und WASCAL die Zusammenarbeit in Bildung und Forschung zwischen Deutschland und Afrika. c) Subnationale Regierungen Die vielfältigen Aktivitäten lokaler und regionaler Regierungen für den Klimaschutz sowie die Anpassung an dessen Folgen wurden nicht nur während des entsprechenden Thementages der LPAA sondern auch in zahlreichen Side Events (u.a. auch im dt. Pavillon) vorgestellt. Parallel zur COP fand am 4.12. auf Einladung der Stadt Paris der Climate Summit for Local Leaders statt, an dem über 1000 Vertreter lokaler und regionaler Regierungen teilnahmen. In der Abschlusserklärung „Paris City Hall Declaration* sprachen sich viele von ihnen zur Unterstützung der Umsetzung der Paris Ergebnisse aus, zur jährlichen Reduzierung der THG um 3,7 Gigatonnen bis 2030 sowie u.a. zur Unterstützung bei der Erreichung langfristiger Klimaschutzziele wie 100% erneuerbare Energien und THG Minderung von 80% bis 2050. Die Bedeutung der lokalen Ebene zur Umsetzung globaler Klimaziele wurde auch im Übereinkommen und in den Entscheidungen verankert. Nationalregierungen sind aufgerufen, die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen sowie Anreize für die lokale Ebene zu schaffen und den entsprechenden Kapazitätsaufbau zu fördern. d) Bilaterale Gespräche Deutschland hat auf politischer Ebene (BM’in Hendricks, PStS’in Schwarzelühr-Sutter, StS Flasbarth, UBA Präsidentin Krautzberger u.a.) und auf Arbeitsebene eine Vielzahl von bilateralen Gesprächen geführt. Angesprochene Länder waren sowohl die großen Schwellenländer als auch kleine und mittlere Entwicklungsländer sowie Partner in der EU und die USA, Thematische Schwerpunkte waren der Stand der Verhandlungen, die Vorstellungen zum 2015-Übereinkommen sowie die bilaterale Zusammenarbeit (mit dem BMUB (IKT) und dem BMZ). \ e) _Medienarbeit Die Medienarbeit der deutschen Delegation zielte darauf ab, die Verhandlungen leicht verständlich und nachvollziehbar sowie den Sinn und die Bedeutung der internationalen Klimaschutzbestrebungen erfahrbar zu machen. Von Anfang an wurde auf große Transparenz gesetzt. Mehrere Hauptverhandler wurden während des finalen Verhandlungsprozesses kontinuierlich von Medienteams begleitet - immer in enger Absprache mit den Pressesprechern. Bereits im Vorfeld der Schlussverhandlungen in Paris führte das BMUB-Pressereferat mehrere Pressebriefings durch, mit der BMUB-Hausleitung und weiteren Hauptverhandlern. Während der COP 21 gab es täglich mindestens ein Pressebriefing. Dabei wurde jeweils ein eigenes Klimathema neu gesetzt, z.B. die Klimagaskompensation bei Dienstreisen der Bundesregierung sowie die diversen Erhöhungen bei der deutschen Klimafinanzierung. Insgesamt waren mehr als 100 deutschsprachige Journalisten vor 22
Deutsche Delegation (BMUB_KIII 6 Dehnen) Berlin, den 12.01.16 Ort. Die Pressesprecher stimmten ihre Medienarbeit täglich in der Sprecher- Koordination der EU ab. Das BMUB berichtete über seine eigenen Medienformate wie Twitter, einem eigenem Blog ‘sowie über die . Facebook-Seite der Bundesumweltministerin ausführlich über den Hergang der Verhandlungen. PD Deutscher Pavillon Der 500 qm große und von -BMUB und BMZ je zur Hälfte finanzierte deutsche Pavillon auf der COP21 in Paris teilte sich in eine Exhibition Area und einen Bereich für die Durchführung von Side Events auf. Eröffnet wurde der ‚Pavillon von Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks. Zentraler Punkt der Exhibition Area, eine durch ein Motiv des Pariser Platz gekrönte Kaffee-Bar, wurde zum Treffpunkt der COP 21. Während der Hauptöffnungszeiten des Pavillons täglich von 8.00 bis 18.00 Uhr waren ständig alle verfügbaren Plätze belegt. Mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 30 Minuten besuchten täglich rund 1500 Interessierte den deutschen Pavillon und informierten sich an Infostelen und Videoleinwänden über die deutsche Klimapolitik. Zur Unterstützung und inhaltlichen Begleitung der Klimaverhandlungen sowie zur Präsentation der deutschen Klimapolitik in all ihren Facetten wurden im Laufe der zwei Wochen die Themen Klima und nachhaltige Entwicklung, Finanzierung von Klimaschutz-Projekten, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien, Teilhabe der Zivilgesellschaf, Umsetzung . von _ konkreten Zielen, . die Energiewende, Resilienzbildung, Emissionenreduzierung, lokale und regionale Klimaschutzziele, Berichterstattungssysteme und Risikomanagement ausgiebig besprochen und mit viel Einsatz diskutiert. Hierzu waren die Ressorts sowie Verbände, NGOs, wissenschaftliche Institutionen etc, eingeladen, ihren Beitrag zur Klimaschutzpolitik zu präsentieren. Besonders wichtig war dabei die Kooperation mit internationalen ‚Partnern, um die vielfältige Vernetzung der deutschen Klimaschutzpolitik zu demonstrieren und weiter zu fördern. In dem schallgeschützten Side Events Raum innerhalb des Deutschen Pavillons mit Platz für ca. 120 Personen fanden insgesamt 49 Veranstaltungen mit rund 2400 Teilnehmern statt. Der Deutsche Pavillon wurde international stark beachtet und erhielt zahlreiche lobende Erwähnungen in der Berichterstattung. In den sozialen Medien wurde der Pavillon vielfach als beliebtester Treffpunkt auf der COP21 bezeichnet. 9) Berichte von Side Events Eine Sammlung von Berichten von Side Events ist dem Delegationsbericht beigefügt. h) Mitglieder _des Deutschen Bundestages und Vertreter der Bundesländer Traditionell war wieder eine Reihe von Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen fester Bestandteil der deutschen Delegation. Es nahmen insgesamt die folgenden elf 23
h atio B U ehn Berlin, de Abgeordneten — überwiegend Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit - an der Konferenz teil: Ausschussvorsitzende Bärbel Höhn (Die Grünen), Herr Andreas Jung (CDU/CSU), Herr Thomas Gebhard (CDU/CSU), Herr Mattern von Marschall (CDU/CSU), Frau Anja Weisgerber (CDU/CSU), Herr Matthias Miersch (SPD), Herr Frank Schwabe (SPD), Herr Klaus Mindrup (SPD), Frau Eva Bulling-Schröter (Die Linke), Herr Anton Hofreiter (Die Grünen), Frau Annalena Bärbock (Die Grünen). Die Abgeordneten nahmen an den Besprechungen der deutschen Delegation teil und hatten daneben ein umfangreiches eigenes Programm. Dies erstreckte sich von einer Vielzahl bilateraler Gespräche mit Parlamentariern und Vertretern anderer Staaten (u.a. Dänemark, Schweden, Norwegen, Island, Guatemala, Brasilien, Italien Australien, Neuseeland, Malaysia, Taiwan und Kanada) über Treffen mit verschiedenen deutschen und internationalen Nichtregierungsorganisationen, mit vom Klimawandel unmittelbar betroffenen Personen („Klimazeugen“) und Jugendgruppen über die Teilnahme an Side Events, einem Treffen mit dem deutschen Botschafter bis hin zur Teilnahme an den Plenarsitzungen der Konferenz. Auch länderseitig gab es ein großes Interesse an der Konferenz. Insgesamt nahmen neben MP Kretschmann (BaWü) fünf Minister aus verschiedenen Bundesländern teil: Frau Hinz (Hessen), Frau Höfken (Rheinland Pfalz), Frau Scharf (Bayern), Herr Untersteller (BaWü) und Herr Wenzel (Niedersachsen). Diese nahmen teilweise an den Besprechungen der deutschen Delegation und auch den Terminen der Bundestagsabgeordneten teil. Daneben hatten sie jeweils ein umfangreiches eigenes Programm u.a. mit vielen bilateralen Gesprächen und eigenen Side Events. Hervorzuheben sind die vielfältigen internationalen Kooperationen der einzelnen Bundesländer, die zur Umsetzung der Klimaschutzziele beitragen. D Ausblick 2016 Nachdem das Übereinkommen von der COP angenommen wurde, ist der nächste Schritt nun die Unterzeichnungszeremonie, die am 22.04. in New York oder Paris stattfinden wird. Der tatsächliche Beitritt der Länder zum Übereinkommen erfolgt dann bei Ratifikation. Es wird erwartet, dass die USA und evtl. auch China relativ schnell ratifizieren werden. Für die EU wird es etwas länger dauern, bis alle Parlamente zugestimmt haben. Auch auf der internationalen Ebene gibt es noch viel zu tun: Im Pariser Übereinkommen und den begleitenden Entscheidungen wurde eine Vielzahl neuer Arbeitsprogramme beschlossen, um Details des neuen Klimaregimes auszuarbeiten. Die Ad Hoc Working Group on the Paris Agreement (APA) wird das In-Kraft-treten des Übereinkommens vorbereiten und trifft sich dazu zum ersten Mal gemeinsam mit den Nebenorganen SBI und SBSTA im Mai in Bonn. In der ersten Jahreshälfte 2016 wird wahrscheinlich erneut der Petersberger Klimadialog stattfinden. Die nächste COP wird vom 07. - 18. November 2017 in Marrakesch, Marokko stattfinden. 24
Deutsche Delegation (BMUB_KIII6 Dehnen) Berlin, den 12.01.16 TeilB (Technischer Teil) Subsidiary Body for Implementation (SBI 43) Subsidiary Body for Scientific and Technological Advice (SBSTA 43) Die. Zeit für die Arbeit unter den beiden Nebenorganen ‚war angesichts der Verhandlungen zum Übereinkommen ‚von Paris sehr knapp bemessen: es standen lediglich zweieinhalb Tage Verhandlungszeit zur Verfügung. Diese Zeit haben die Staaten sehr effizient genutzt und technische Punkte behandelt und gelöst, vor allem solche, die nicht im direkten Zusammenhang mit den Vertragsverhandlungen standen. Dazu zählt der Beschluss der Umsetzungsregeln für die 2. VP unter dem Kyoto-Protokoll. Punkte hingegen, die direkten inhaltlichen Bezug zu den ADP- Verhandlungen hatten wie z.B. ’Kapazitätsaufbau, Response Measures oder die Überprüfung des Langfristziels von 2013 bis 2015 konnten unter den Nebenorganen noch nicht geklärt werden, sondern erst im Kontext des Übereinkommens von Paris, I SBI 43 - Umsetzung der Konvention 1) Multilaterale Bewertung (Weißrussland, Kasachstan) Einordnung. In diesem Jahr fand der dritte Teil der ersten Runde der multilateralen Begutachtung und Überprüfung statt. Sie. ist Teil des sogenannten internationalen Bewertungs- und Überprüfungsprozesses, dem sich alle Annex I Staaten zusätzlich zur schon bestehenden Berichtserstattung und Überprüfung unterwerfen müssen. Im Mittelpunkt steht der Status in Bezug auf das jeweilige Minderungsziel für das Jahr 2020. Weißrussland und Kasachstan waren die letzten beiden Länder, für die die mündliche Befragung in Paris im Plenum nach einer vorausgegangen schriftlichen Frage- und Antwortrunde durchgeführt wurde. Ergebnis: Die multilaterale Bewertung von Weißrussland und Kasachstan beschließt die erste Runde dieses neuen Prozesses. Das Interesse an der Teilnahme an der Bewertung war eher gering, die Präsentationen der Länder enthielten einige interessante Infos, aber die Antworten der beiden befragten Länder .blieben vage. Die Schwächen einer Bewertung ohne jegliche Kriterien und ohne Erfüllungskontrolle wurden erneut deutlich.’ 2) Berichte und Überprüfung von Annex I Parteien der Konvention a) Status zu den sechsten Nationalberichten_ und _den ersten Zweilährigen Berichten AI Einordnung: Annex I-Staaten waren dazu aufgefordert, am 1. Januar 2014 ihre sechsten (vierjährigen) Nationalberichte und ersten zweijährigen Berichte einzureichen. Bis zum 28. September 2015 hat das Sekretariat 44 Nationalberichte, 43 zweijährige Berichte und 43 gemeinsame Berichterstattungsformate (CTF) erhalten und die Überprüfung aller eingereichten Berichte koordiniert. Ergebnis: SBI 43 hat ohne weitere Diskussion den ‚aktuellen Stand der Vorlage und Überprüfung der Berichte zur Kenntnis genommen, 25
he ion U n erli 12.0 b) Ergebnis der ersten Runde des JAR Prozesses Einordnung: COP17 führte für die Berichterstattung der Annex I Staaten (sechster Nationalbericht und erster zweijähriger Bericht) einen internationalen Bewertungs- und Überprüfungsprozess ein. Die technische Überprüfung erfolgt durch internationale Experten/innen gefolgt durch ein Bewertungsverfahren der Vertragsstaaten. Der Prozess wird mit Schlussfolgerungen der Vertragsstaaten beschlossen. Bei SBI 42 konnte keine Einigung zu diesem Punkt erzielt werden. Ergebnis: Die Vertragsstaaten haben beschlossen, die Verhandlungen zum Ergebnis des ersten internationalen Bewertungs- und Überprüfungsprozesses während SBI 44 fortzuführen. Es fanden keine substantiellen Diskussionen zu diesem Agendapunkt statt. Ohne Mandat von SBI 43 wird in 2016 auch keine Revision des Bewertungs- und Überprüfungsprozesses stattfinden (wie in Entscheidung 2/CP.17 vorgesehen). Eine solche Revision kann somit erst in 2017 stattfinden, wenn auch der parallele Prozess für nicht-Annex I Länder überarbeitet werden soll. c) Überarbeitung der Richtlinien für AI Nationalberichte Einordnung: SBI 40 wurde von COP17 beauftragt, mit der Überarbeitung der Berichterstattungsrichtlinien für Nationalberichte von Annex. I-Staaten zu 'beginnen. Diese wurden im Jahr 1999 verabschiedet, und sind seither nicht überarbeitet worden. Bei SBI 42 wurden die Harmonisierung einiger Tabellen des gemeinsamen Berichterstattungsformats (CTF) und die Aktualisierung von veralteten Jahresangaben für Projektionen der Länder konstruktiv diskutiert. Ergebnis: Bei SBI 43 fanden keine Verhandlungen zu diesem Agendapunkt statt. ES wurde beschlossen, die Überarbeitung der Richtlinien in einem Workshop vor SBI 44 und während SBI 44 weiter zu verhandeln. Somit können die Ergebnisse von Paris für die weiteren Verhandlungen über die Berichterstattung berücksichtigt werden, was von der EU angestrebt worden war. d) Bericht zu den Al Inventar Daten Einordnung: Das UNFCCC-Sekretariat hat den Vertragsstaaten den Bericht zu nationalen Treibhausgasinventardaten für den Zeitraum 1990-2013 vorgelegt. Ergebnis: SBI 43 hat den Bericht ohne weitere Diskussion zur Kenntnis genommen e) Anrechnungsbericht für Annex B Parteien KP Einordnung: Das UNFCCC-Sekretariat hat den Vertragsstaaten den jährlichen Auswertungs- und Bilanzierungsbericht für 2015 zu Annex B Parteien unter dem Kyoto Protokoll vorgelegt. Ergebnis: SBI 43 hat den Bericht ohne weitere Diskussion zur Kenntnis genommen 3) Berichte von Nicht-Annex I Parteien unter der Konvention a) Arbeit der Consultative Group of Experts .(CGE) Einordnung: Die Consultative Group of Experts (CGE) ist eine 24-köpfige Expertengruppe, die Entwicklungsländer durch Kapazitätsaufbau bei der Erarbeitung 26
. Deutsche Delegation (BMUB_KIII 6 Dehnen) Berlin, den 12.01.16 der Nationalberichte und zweijährigen Aktualisierungsberichte unterstützt sowie Experten trainiert und zertifiziert, die den internationalen Beratungs- und Analyse- Prozess (ICA) durchführen. In den Verhandlungen soll sichergestellt werden, dass die CGE ihr Mandat beachtet und Nicht Annex I-Staaten gemäß den vereinbarten (ambitionierten) Prinzipien bei der Erstellung ihrer Nationalberichte und zweijährigen Aktualisierungsberichte unterstützt : sowie die technischen Experten des internationalen Beratungs- und Analyse-Prozesses (ICA) dementsprechend trainiert. Ergebnis: SBI 43 hat die Umsetzung des Arbeitsplans der CGE für 2015 diskutiert, den Start eines Training Programms für Expert/innen in der UNFCCC Expertenliste zur Analyse der zweijährigen Bericht für nicht-Annex I Staaten begrüßt und die Planung weiterer Trainings-Workshops zur Erstellung solcher Berichte in 2016 zur Kenntnis genommen. Annex II Staaten sind weiterhin aufgerufen, finanzielle Mittel zur Unterstützung der Arbeit der CGE bereit zü stellen. Außerdem hat SBI 43 die CGE ermutigt, Teile ihres Arbeitsprogramms für 2015 zu. priorisieren, die bisher noch nicht angegangen wurden. b) Bereitstellung von Unterstützung (GEF) Einordnung: Die Global Environmental Facility (GEF) stellt finanzielle Mittel bereit, mit denen UNEP und UNDP im Rahmen ihres Global Support Programme (GSP) technische Unterstützung zur Vorbereitung von Nationalberichten, zweijährigen Aktualisierungsberichten und INDCs anbietet. Die technische Unterstützung von UNEP und UNDP trifft die Bedarfe der Nicht Annex I-Staaten, aber die administrative Abwicklung und Bereitstellung der finanziellen Mittel dafür durch GEF benötigt oft zu viel Zeit. Dies wird von vielen Nicht Annex I-Staaten bemängelt. Ergebnis: Die Staaten haben die Informationen, die vom Sekretariat der GEF präsentiert wurden, zur Kenntnis genommen. GEF wurde aufgefordert, Informationen über die Unterstützung der Erstellung von nationalen und zweijährigen Berichten von nicht-Annex I Staaten bis SBI 44 zur Verfügung zu stellen. . Trotz Unterstützungsmöglichkeiten durch die GEF haben bisher erst 16 nicht-Annex I Staaten einen zweijährigen Bericht vorgelegt, Nicht-Annex I Staaten wurden dazu aufgerufen, die Unterstützungsmöglichkeiten der GEF zu nutzen. c) Zusammenfassung _der technischen Analyse zu den zweijährigen Berichten von NAI Parteien Einordnung: Im Rahmen des Konsultations- und Analyseprozesses (ICA) von zweijährigen Berichten von NAI Parteien werden zusammenfassende Berichte über die technische Analyse der. dort bereitgestellten Informationen erstellt. Bisher liegen erst vier zusammenfassende Bericht und ein technischer Bericht vor. Ergebnis: SBI 43 hat die bisher vorliegenden Zusammenfassungen der technischen Analyse ohne weitere Diskussion zur Kenntnis genommen. 27
ion B KITI6 De in, den 12.01,1 4) KP Mechanismen a) Überarbeitung der Regelungen zum Clean Development Mechanism (CDM) Finordnung: Seit 2013 steht die erste turnusmäßige Überarbeitung der Regelungen (Modalities and Procedures) zum CDM auf der Agenda. Die Diskussionen verliefen bisher wegen potenzieller möglicher Auswirkungen auf die Marktmechanismen unter dem neuen Klimaübereinkommen in den letzten Jahren bereits sehr kontrovers, so dass auch auf dieser Sitzung keine Fortschritte erwartet werden konnten. Ergebnis: Es erfolgte eine Vertagung auf SBI 44. b) Überprüfung der Richtlinien für Joint Implementation (JI) Einordnung: Die Richtlinien für Klimaschutzprojekte in Industriestaaten im Rahmen der Joint Implementation (JT) werden überarbeitet. JI ermöglicht es Annex 1-Staaten oder von diesen autorisierten Unternehmen, Gutschriften aus Emissionsminderungsprojekten in anderen Annex I-Staaten zu erwerben und zur Verpflichtungserfüllung unter dem Kyoto-Protokoll zu nutzen. Insgesamt ist JI derzeit als Mechanismus praktisch verschwunden, da kaum Nachfrage im globalen Kohlenstoffmarkt besteht und die zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls noch nicht in Kraft getreten ist. Damit gibt es derzeit keine Besitzstände, zu deren Wahrung sich die insbesondere die Transformationsstaaten einer Reform widersetzen könnten. Der Reformtext konnte daher konstruktiv weiterentwickelt werden. Ergebnis: Die Änderungen stärken den Mechanismus institutionell und setzen die auch in Deutschland gemachten Erfahrungen mit dem ProMechG (Projektmechanismengesetz) sowie die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien für alle Staaten um. Sie spiegeln die Wünsche der EU für künftige Marktmechanismen, etwa durch programmatische oder sektorale Baselines und Kriterien für deren Standardisierung. Wenige, aber für die Umweltintegrität wichtige Fragen sind noch offen, insbesondere zur Tiefe der internationalen Prüfung und zur Anwendung der neuen Regeln auf bestehende Projekte. c) Modalitäten für die Beschleunigung der Ausgabe, des Transfers _ und den Erwerb von Gutschriften aus Joint Implementation Einordnung: Vorgeschlagen wurde, mit einer Ausnahmeregelung Gutschriften für Joint Implementation (sog. Emission Reduction Units, ERUs) in begrenztem Umfang ausstellbar zu machen, bevor die zugeteilten Mengen für die 2. Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls formal zur Verfügung stehen. Dies hatte die EU mit Blick auf Umweltintegrität und potentielle Budgetauswirkungen kritisch beurteilt. Ergebnis: Da die Ukraine als entscheidende Partei diese Angelegenheit nicht weiter verfolgte, konnte der dieser Tagesordnungspunkt geschlossen und von der Tagesordnung gestrichen werden. 28