HTS2025_Reinschrift_konvertiert

Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Hightech-Strategie 2025 - Informationen zum Auswahlprozess der Missionen

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22 (ethische, rechtliche und soziale Aspekte der Technologieforschung) Rahmenprogramm empirische Bildungsforschung                        2018 Futurium … [Ergänzungen Ressorts]                                … III.   Wir etablieren eine offene Innovations- und Wagniskultur. Deutschland ist global vernetzt und profitiert von offenen Märkten, internationalem Wissensaustausch und freiem Handel, ebenso wie von einer EU ohne Schranken. Mit der zunehmenden Globalisierung schreitet auch die internationale Arbeitsteilung voran. Globale Innovations- und Wertschöpfungsketten werden komplexer und Innovationszyklen immer kürzer. Wir wollen diese Dynamik nutzen und mit unserer Forschungs- und Innovationspolitik in Deutschland eine Innovationskultur etablieren, die durch Offenheit, Agilität und Weitsicht geprägt ist. Wir werden nationale und globale Wissens- und Innovationsnetzwerke genauso stärken wie die Handlungs- und Leistungsfähigkeit der einzelnen Akteure. Dort, wo es die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands oder Europas entscheidend verbessert, werden wir übergreifende Infrastrukturen aufbauen und strukturbildende Impulse setzen. Unsere Innovationsförderung: (1)   Offen: Wir sind überzeugt, dass ein modernes Innovationssystem verstärkt Frei- und Experimentierräume bereithalten muss, um neue Technologien zu erproben und neue Modelle für unternehmerisches Handeln und neue Formen des Lernens, Arbeitens und Zusammenlebens zu erkunden. (2) Systemisch: Wir haben ein systemisches Verständnis von Innovation, das Innovation als das Resultat von Kooperation und Interaktion einer Vielzahl unterschiedlicher Akteure begreift. (3) Anwendungsorientiert: Unser Konzept von Innovation reicht von der Grundlagenforschung bis zur Markteinführung. (4) Zukunftsgerichtet: Wir wollen die Entwicklung von Sprunginnovationen fördern, um langfristig international konkurrenzfähig zu bleiben. (5) Umfassend: Wir zielen auf technologische, nicht-technische und Soziale Innovation. Wissen zur Wirkung bringen: Transfer in die Anwendung Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Innovatorinnen und Innovatoren, aber auch potenzielle Nutzerinnen und Nutzer arbeiten im gesamten Innovationsprozess – von der Wissens- bis zur Wertschöpfung – Hand in Hand und bringen Forschungsergebnisse für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes in die Praxis. Den Transfer wollen wir als zentrale Säule unseres Forschungs- und Innovationssystems nachhaltig stärken und substanzielle Steigerungen erreichen. Wir werden den Kulturwandel in Hochschulen und Forschungseinrichtungen hin zu einem effektiveren Transfer ihrer Forschungsergebnisse zum Nutzen von Wirtschaft und Gesellschaft
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23 weiter forcieren und sie in der Wahrnehmung ihrer Rolle im regionalen Innovationssystem unterstützen. Hier wollen wir zum einen dafür sorgen, dass das vorhandene Wissen und vorliegende Forschungsergebnisse in eine breite Anwendung insbesondere beim Mittelstand gelangen. Zum anderen werden wir die Wege eben, dass aus Spitzenforschung schnell innovative Produkte und Geschäftsideen werden. Dazu nutzen wir Querschnittsmaßnahmen - etwa die Förderung einer frühzeitigen Validierung, von Clustern und Forschungscampi - und spezifische Transferansätze in den Fachprogrammen. [Anknüpfungspunkt: Transfer-Initiative BMWi] Wir unterstützen eine offene Innovationskultur Neue Formen der Zusammenarbeit, wie Ideenwettbewerbe, digitale Plattformen oder die Open Source-Bewegung setzen sich in vielen Bereichen durch. Mit digitalen Technologien ist es möglich, in kürzester Zeit große Mengen an Wissen abzurufen und zu teilen. Sie zeigen neue Wege auf, um Wissen in Wertschöpfung zu übersetzen. Und sie ermöglichen es bislang Unbeteiligten, am Innovationsgeschehen mitzuwirken. Die Bundesregierung wird eine offene Innovations- und Wagniskultur unterstützen, die kreative Ideen fördert und ungenutzte innovative Potenziale in Deutschland mobilisiert. Die Öffnung von Wissens- und Innovationsprozessen werden wir mit einer breitangelegten Initiative unterstützen – in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Dafür werden wir die Förderung von innovativen Netzwerken weiter intensivieren und themenoffen junge, hochinnovative Zukunftscluster unterstützen. Wir wollen thematische Lock-ins aufbrechen, branchenübergreifende Ansätze fördern und Zukunftstechnologien erschließen. Wir werden neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft, zwischen unterschiedlichen Disziplinen, zwischen Nutzern, Anbietern und Produzenten, zwischen großen und kleinen Akteuren unterstützen. Offene Innovationsformen bergen große ökonomische und gesellschaftliche Potentiale, sie erfordern aber auch geeignete Rahmenbedingungen und einen Kulturwandel. Für viele Unternehmen, insbesondere mit hohem Spezialisierungsgrad, wird es auch weiterhin darauf ankommen, ihre spezifischen Wissensvorsprünge und Kernkompetenzen zu schützen. Deshalb werden wir Räume schaffen, in denen Unternehmen mit ihren Partnern offen interagieren und neue Schutz- und Verwertungsstrategien erproben können. Demonstrationsvorhaben und Innovationslabore sollen Wissenschaft und Wirtschaft das experimentelle Umfeld bieten, sich für externes Wissen zu öffnen und neue Akteurinnen und Akteure in die Innovationsprozesse einzubinden. Im Rahmen von neuen Campusmodellen sollen Open Innovation, Crowd Sourcing, Open Science, Open Access und Open Data erprobt werden. Open Access und Open Data tragen zur Transparenz und Reproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen bei und befördern die Qualitätssicherung im Forschungsprozess. Wir wollen die Bereitschaft zur Offenlegung von Wissen unterstützen und wir werden mit einer nationalen Open Access-Strategie weiter darauf hinwirken, Open Access als Standard des wissenschaftlichen Publizierens zu etablieren. Wir werden uns in Deutschland und in Europa weiter für ein bildungs- und wissenschaftsfreundliches Urheberrecht einsetzen – eine wesentliche Hürde haben wir mit dem Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz im Juni 2017 genommen. Wir befördern Soziale Innovationen
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24 Unser Innovationsverständnis basiert auf einem umfassenden Innovationskonzept, das technologische, nicht-technische und Soziale Innovationen gleichwertig in den Blick nimmt. Neue Geschäftsmodelle, organisatorische Praktiken oder neue Formen des Lernens, Arbeitens und Zusammenlebens können eine größere Wirkmacht haben als einzelne Technologien. Häufig bedingen sie einander. Deshalb werden wir die Forschungsförderung verstärkt für Soziale Innovationen öffnen und auf wichtige gesellschaftliche Ziele ausrichten. In Experimentierräumen für Soziale Innovationen sollen Innovatorinnen und Innovatoren und potenzielle Nutzerinnen und Nutzer zusammenkommen, um neue Formen der sharing economy, neue Finanzierungsmodelle und Verwertungswege, die Einbeziehung bürgerlichen Engagements oder neues Fach-, Management- und Organisationswissen zu erproben und in die praktische Anwendung zu übertragen. Die Einbeziehung von Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft trägt dazu bei, auf Bedarfe und Verbesserungspotenzial in Lebensumfeldern der Gesellschaft aufmerksam zu machen und Ideen für Lösungsansätze zu entwickeln. Auf diese Weise entstehen Soziale Innovationen, die durch neue Praktiken, Organisationsweisen oder Geschäftsmodelle für einzelne Menschen, besondere Zielgruppen und die gesamte Gesellschaft einen Mehrwert bringen. Wir fördern die Entstehung von Sprunginnovationen Das deutsche Innovationssystem ist sehr gut aufgestellt, um evolutionär Innovationen ausgehend von bestehenden Technologien, Produkten und Dienstleistungen hervorzubringen. Im internationalen Vergleich gibt es aber einen Nachholbedarf bei der Markteinführung von Sprunginnovationen, d.h. bei Innovationen, die sich durch eine radikale technologische Neuheit auszeichnen und/ oder disruptiv marktverändernd sind. Zur Stärkung des Innovations- und Wirtschaftsstandortes wollen wir deshalb neue, an das deutsche Innovationssystem angepasste Instrumente zur Förderung von Forschungsergebnissen mit Sprunginnovationspotential aus der Wissenschaft bis zur Marktreife einführen.           Dazu zählen die Gründung einer auf Sprunginnovationen         spezialisierten  Förderorganisation    („Innovationsagentur“),     die Innovationswettbewerbe zur Lösung konkret definierter Fragestellungen zu gesellschaftlichen Herausforderungen und Spitzenprojekte zur Überführung von Forschungsergebnissen mit Potenzial für Sprunginnovationen in die Anwendung fördert. Der Staat als Innovationspionier Die Bundesregierung selbst wird ihre Rolle als Innovationspionier wahrnehmen. So kann beispielsweise die öffentliche Beschaffung infolge ihres hohen Volumens von mehr als 350 Mrd. Euro pro Jahr wichtige Anreize für mehr Innovationen in der Wirtschaft setzen. Wir wollen daher die Hebelwirkung innovationsorientierter öffentlicher Beschaffung noch besser nutzen und innovativen Unternehmen so den entscheidenden Anschub für eine erfolgreiche Marktdurchdringung geben. Die Weiterentwicklung eines modernen und nutzerfreundlichen E-Governments werden wir intensiv vorantreiben. (Verwaltungs-)daten sind ein wesentlicher Baustein dafür, Entscheidungsprozesse in Staat und Verwaltung transparenter zu machen und eine Beteiligung gut informierter Bürger an Entscheidungsprozessen zu ermöglichen. Dort, wo der Staat über Datenbestände verfügt, wird er einen strukturierten Zugang zu diesen Daten ermöglichen. Zu einem starken Forschungs- und Innovationsstandort gehört auch ein regulatives Umfeld, das Innovationsoffenheit gewährleistet. Hier setzt das Innovationsprinzip an. Es beinhaltet, dass bei
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25 der Ausarbeitung und Überprüfung von Rechtsvorschriften in allen Bereichen immer auch die potentiellen Auswirkungen auf Forschung und Innovation hinreichend berücksichtigt werden. Neue Forschungs- und innovationspolitische Initiativen 2018-2021 Dachprogramm/-konzept „Offene Innovationskultur“                 2019 u. a. mit den neuen Maßnahmen - Zukunftscluster-Initiative                            Ausschreibungen: - Open Innovation-Campus                                      2018 - Forschungscampus                                            2019 2020 Bund-Länder-Förderinitiative „ Innovative Hochschule“   Ausschreibung der 2. Auswahlrunde 2021 Innovationsforen Mittelstand Agentur für Sprunginnovationen Reallabore für Soziale Innovationen (RESI) … [Ergänzungen Ressorts]                            … Unternehmergeist stärken: Aufwind für kleine und mittlere Unternehmen. Unternehmen sind zentrale Akteure des Innovationsgeschehens. Sie tragen wesentlich dazu bei, dass die deutsche Wirtschaft im internationalen Vergleich durch eine hohe Innovationsorientierung gekennzeichnet ist. Jedoch sinkt die Innovatorenquote in Deutschland seit Jahren. Obwohl 2016 wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen war, ist diese Entwicklung angesichts eines wachsenden Anpassungsdrucks durch neue Technologien, Geschäftsmodelle und Dienstleistungen ernst zu nehmen. Innovationskraft des Mittelstands stärken Gerade Mittelständler sind wichtige Treiber der Innovationskraft unseres Landes. Durch ihre Spezialisierung, ihre starke Kundenbindung, ihre Kooperationen mit Großunternehmen und ihre Verankerung in der Region tragen sie einen entscheidenden Anteil an der Innovationsfähigkeit Deutschlands. Der Mittelstand führt neue Ideen in Märkte ein und hat einen wichtigen Anteil am Transfer von Forschung in die Anwendung. Gerade kleine und mittlere Unternehmen können mehr Flexibilität und Agilität zeigen, wenn es darum geht, schnell auf Innovationen zu reagieren. In der Praxis fehlen KMU allein aber oft die notwenigen Kapazitäten, das Innovationsgeschehen kontinuierlich zu verfolgen, neue Technologien auszuprobieren und sie an die eigenen Anforderungen und Arbeitsabläufe anzupassen. Damit wieder mehr KMU am Innovationsgeschehen teilnehmen, werden wir die Möglichkeiten ausbauen, dass Hochschulen und öffentliche Forschungseinrichtungen als zentrale Forschungs- und Innovationspartner für KMU agieren können. Insbesondere die Fachhochschulen spielen mit ihrer anwendungsorientierten Forschung und praxisnahen Ausbildung eine
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26 bedeutende Rolle, etwa als Impulsgeber für regionale Forschungs- und Kooperationsnetzwerke mit der forschungsintensiven Wirtschaft. Unmittelbare Kooperation mit der Praxis, Nachwuchsförderung auch durch anwendungsnahe Studiengänge und eine enge Verbindung zum innovativen regionalen Mittelstand sind nur einige Stärken, welche Fachhochschulen besonders machen. Wir werden deshalb die Förderung der Forschung an Fachhochschulen sukzessive ausweiten. Wir haben uns das ambitionierte Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2025 gemeinsam mit der Wirtschaft 3,5 Prozent des BIP für FuE auszugeben. Um die dafür notwendige Intensivierung der FuE-Aktivitäten zu begünstigen, werden wir als Ergänzung zur bewährten Projektförderung eine steuerliche FuE- Förderung einführen. Wir setzen uns für eine unbürokratische Ausgestaltung und für eine rasche Umsetzung ein, damit die steuerliche FuE-Förderung noch in dieser Legislaturperiode ihre Wirkung entfalten kann. Förderfähige Aufwendungen werden neben den FuE-Personalkosten auch Kosten für die Auftragsforschung umfassen. Die Fördersatzhöhe werden wir dabei so wählen, dass damit hinreichende Anreize für Unternehmen gesetzt werden, stärker in Forschung und Entwicklung zu investieren. Eine neue Gründerzeit für eine starke Innovationsbasis Startups sind wichtige Treiber für Innovationen in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen. Sie bringen neue Technologien in die Märkte und tragen zu wirtschaftlicher Dynamik und Strukturwandel bei. Häufig ist zu beobachten, dass etablierte Unternehmen durch neue Wettbewerber den entscheidenden Anreiz erfahren ihre Strategien, Produkte und Geschäftsmodelle zu überdenken und so ihre Innovationsbemühungen zu intensivieren. Wissenschaft und Forschung sind die wichtigsten Impulsgeber für die Weiterentwicklung unserer Volkswirtschaft und für die Erneuerung des Unternehmensbestands. Exzellente Forschung kann ein Grundstein für die Entstehung und den Erfolg innovativer Geschäftsideen sein. Die Förderung von Startups und Gründungen aus der Forschung heraus und die Vermittlung unternehmerischer Kompetenz stehen daher im Fokus. Wir wollen zu einer stärkeren Gründungs- und Verwertungskultur in der Wissenschaft beitragen. In den kommenden Jahren wird es entscheidend sein, neue Ideen aus der anwendungsorientierten Grundlagenforschung noch mehr als bisher zur praktischen Verwertbarkeit zu bringen und so auch unsere ökonomische Basis zu verbreitern. Mit einer gezielten Gründungsunterstützung wollen wir den komplexen Anforderungen der verschiedenen Entwicklungsphasen der jungen innovativen Unternehmen gerecht werden und komplementäre Instrumente anbieten, die optimal ineinandergreifen. Wir werden uns auch dafür einsetzen, die steuerlichen Rahmenbedingungen für die Mobilisierung von Wagniskapital zu verbessern. Zudem werden wir die Zugangshürden zu unseren Förderprogrammen insbesondere für sehr junge innovative Unternehmen weiter abbauen. Potenziellen Unternehmensgründern mit guten Ideen fehlt es häufig am Zugang zum notwendigen technischen Equipment. Wesentliche Bestandteile unserer Technologieförderung sind daher die Förderung von Gründungsinkubatoren, die Schaffung von Experimentierräumen und Testlaboren sowie die Entwicklung von Technologie-Bausteinen für den niederschwelligen Einstieg. Damit wollen wir auch die aufkommende Maker-Bewegung stärken und ihre Potenziale für das Innovationsgeschehen heben.
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27 Neue Forschungs- und innovationspolitische Initiativen 2018-2021 Steuerliche FuE-Förderung                            20xx Zehn-Punkte-Programm „Vorfahrt für den                      2016 Mittelstand“ Konzept „5 Punkte für eine neue Gründerzeit“           Laufend seit 2017 … [Ergänzungen Ressorts]                              … Wissens- und Innovationsnetzwerke nutzen: In nationaler und internationaler Zusammenarbeit. Die Entstehung von Innovationen unterstützen wir von der Grundlagen- über die angewandte Forschung bis zur Umsetzung in nutzbringende Anwendungen. Die Basis für gute Ideen „Made in Germany“ ist unser starkes Wissenschaftssystem mit seinen leistungsstarken Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Mit dem Pakt für Forschung und Innovation gewähren Bund und Länder den Wissenschaftsorganisationen Planungssicherheit durch jährliche Steigerungen in der institutionellen Förderung: Den vereinbarten Aufwuchs von 3 Prozent trägt die Bundesregierung bis 2020 alleine. Gleichzeitig verpflichten sich die Paktpartner auf wissenschaftspolitische Ziele, die sie voranbringen wollen (z.B. das Aufgreifen neuer Themenfelder, die Gewinnung der besten „Köpfe“ für Wissenschaft und Forschung, die Bereitstellung exzellenter Infrastrukturen oder zum Wissens- und Technologietransfer). Die zuständigen Ministerinnen und Minister von Bund und Ländern bewerten die im Rahmen des Paktes für Forschung und Innovation erzielten Ergebnisse jährlich in der gemeinsamen Wissenschaftskonferenz. Auch weitere große Bund/Länder-Programme werden wir in den kommenden Jahren gemeinsam mit den Ländern weiterentwickeln. Gewichtige Beispiele reichen von der Nachfolge des Hochschulpakts 2020 und des Qualitätspakts Lehre, über die Personalgewinnung und – entwicklung an Fachhochschulen, bis hin zur Förderung von Forschungsbauten an Hochschulen oder dem Nationalen Hochleistungsrechnen. Hinzu kommt die Exzellenzstrategie, mit der Bund und Länder an die erfolgreiche Exzellenzinitiative anknüpfen und Universitäten erstmals dauerhaft durch die Förderung von wissenschaftlichen Spitzenleistungen, Profilbildung und Kooperationen im Wissenschaftssystem stärken. Die Dynamik in Wissenschaft, Forschung und Entwicklung treiben wir mit der strategischen und inhaltlichen Verknüpfung von institutioneller Förderung und Projektförderung voran. Verbundprojekte sind zentrale Instrumente unserer Forschungsförderung, wenn es darum geht, Forschungsergebnisse in Wertschöpfung und Lebensqualität zu übersetzen: Durch Kooperationsprojekte von Wissenschaft und Wirtschaft bringen wir Innovationen effektiver und effizienter auf den Markt und zu den Menschen – die Beteiligung von Universitäten und Fachhochschulen sichert gleichzeitig den Bedarf an Spitzenkräften in innovativen Forschungs- und Wirtschaftsbereichen. Das Zusammenspiel der Akteure im Innovationsgeschehen mit ihren spezifischen Stärken und Profilen werden wir fördern und durch strukturbildende Maßnahmen wie Cluster, Netzwerke, Kompetenzzentren oder Innovationslabore weiter stärken.
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28 Wir schaffen die Grundlagen für die Zusammenarbeit in innovativen Netzwerken Durch Digitalisierung und Globalisierung verändern sich die Art und die Geschwindigkeit von Forschung und Innovation, Kommunikation und Kooperation. Für die einzelnen Forscherinnen und Forscher, Unternehmerinnen und Unternehmer wird es immer wichtiger, ihre Position in komplexen, globalen Wissens- und Wertschöpfungsnetzwerken zu definieren und zu behaupten. Dabei sind regionale, vertrauensbasierte Beziehungen und die globale Vernetzung und Arbeitsteilung zwei Seiten derselben Medaille: Innovation ist heute Gemeinschaftsarbeit. In der digital vernetzten Welt ist der kontrollierte Austausch von Daten, Informationen und Wissen eine Grundvoraussetzung für das wissenschaftliche Arbeiten. Die umfassende Nutzung von Forschungsdaten ermöglicht die Beantwortung neuer, auch multidisziplinärer wissenschaftlicher Fragen. Für die Nutzung von Daten müssen international anschlussfähige Lösungen gefunden werden. Um unsere Wettbewerbsfähigkeit in einer datengetriebenen Wissenschaft und Wirtschaft zu sichern, ergänzen wir unsere Förderung durch übergreifende Infrastruktur-Ansätze wie den Aufbau einer nationalen Forschungsdateninfrastruktur und den Aufbau einer European Open Science Cloud. Der Zugang zu Forschungsinfrastrukturen und Technologien ist eine der zentralen Voraussetzungen für exzellente Grundlagenforschung, technologischen Fortschritt und die Erschließung von neuen Forschungsgebieten. Mit tragfähigen, vernetzten Infrastrukturen werden wir     den     institutionenübergreifenden      Zugang     zu     Rechnerkapazitäten,   großen Forschungsinfrastrukturen und den jeweils neusten Technologien sicherstellen. Damit wollen wir auch zur Qualitätssicherung, Standardisierung und zur Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses beitragen. Die Einbindung der Nutzer in die Weiterentwicklung von Forschungsinfrastrukturen,       insbesondere      Hochschulen       sowie    Industrie-    und Wirtschaftsunternehmen, fördert die optimale Ausnutzung der Infrastrukturen, bietet einen hervorragenden Rahmen für hochqualifizierte Aus- und Weiterbildung und gewährleistet eine innovative Instrumentierung und Methodik. Mit dem Instrument des nationalen Roadmap- Prozess zur Priorisierung von Forschungsinfrastrukturen und in internationaler Zusammenarbeit werden wir den Aufbau komplexer und kostenintensiver Forschungsinfrastrukturen für alle Wissenschaftsgebiete ermöglichen. Unsere Maßstäbe dafür sind hohe wissenschaftliche Qualität, eine wirtschaftlich belastbare Planung und große gesellschaftliche Bedeutung. Wir setzen auf europäische und internationale Innovationspartnerschaften Als Forschungs- und Innovationsstandort ist es für Deutschland essentiell, in weltweite Wissensströme und Wertschöpfungsketten integriert zu sein. Eine gelungene internationale Vernetzung bedeutet einen unmittelbaren Wettbewerbsvorteil. Mit der Strategie zur Internationalisierung von Bildung, Wissenschaft und Forschung gestaltet die Bundesregierung diesen Weg aktiv. Mit der Internationalisierung der Hightech-Strategie 2025 fördert die Bundesregierung Exzellenz durch weltweite Kooperation und stärkt Deutschlands Innovationskraft. In Europa werden wir die Bildungs- und Forschungszusammenarbeit stärker verknüpfen, um die Basis des Zusammenlebens in einer friedlichen und leistungsfähigen Europäischen Union zu stärken. Wir werden neue Akzente für den Europäischen Forschungsraum und die Innovationsunion setzen und den Aufbau eines Europäischen Innovationsrates unterstützen. Forschungsthemen von europäischem Mehrwert werden wir gemeinsam voranbringen. Wir werden neue Instrumente entwickeln, um die Unterschiede in der Innovationskraft der
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29 europäischen Mitgliedstaaten zu verringern und um die (potentiellen) EU-Beitrittskandidaten an den Europäischen Forschungsraum heranzuführen. Hier setzen wir vor allem auf den Ausbau wissenschaftlicher Exzellenz und die Stärkung der Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. So wollen wir Zusammenhalt, Wettbewerbsfähigkeit und Reformbereitschaft der Forschungs- und Innovationssysteme Europas steigern. Die Bundesregierung setzt sich für ein starkes und finanziell nachhaltig ausgestattetes 9. EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation als zentralen Baustein eines konsistenten und ambitionierten Zukunftsentwurfs der europäischen Politik ein. Darüber hinaus wollen wir gemeinsam mit Innovationsführern und starken Partnern in Europa, wie z. B. Skandinavien, Frankreich und den Niederlanden, Zukunftsthemen vorantreiben, insbesondere im Bereich der Digitalisierung und den Schlüsseltechnologien. Wir nehmen unsere globale Verantwortung durch Wissens- und Innovationspartnerschaften mit führenden Wissenschaftsnationen und internationalen Organisationen wahr, um kreative Potenziale zum gemeinsamen Nutzen weiter zu entfalten. Wir stärken die Forschung zur globalen Gesundheit, sowohl in Entwicklungs- als auch Industrieländern. Wir bauen die internationale Forschung zur nachhaltigen Landnutzung und zum Klimaschutz aus, um gemeinsam Lebensbedingungen in verschiedenen Weltregionen zu verbessern. Fluchtursachen müssen vor Ort bekämpft werden. Wir unterstützen den Aufbau moderner Berufsbildungs- und Wissenschaftssysteme, insbesondere in afrikanischen Ländern. Wir werden mit unseren Partnern in Entwicklungsländern verstärkt Wissenstransfer und Innovation an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft fördern, Netzwerk- und Clusterinitiativen ausbauen. Deutschland wird internationale Initiativen vorantreiben und sich in angemessenem Umfang beteiligen. Dabei werden wir Kooperationsinteressen internationaler Partner und die Arbeitsmöglichkeiten und Interessen deutscher Unternehmen und zivilgesellschaftlicher Akteure in einer angemessenen Balance halten. Neue Forschungs- und innovationspolitische Initiativen 2018-2021 Neues Rahmenprogramm Europäischer Forschungsraum Neue Strategie zur internationalen                      Ende 2018 Berufsbildungszusammenarbeit Neue Strategie für die Zusammenarbeit in Bildung,               Ende 2018 Forschung und Innovation mit den Staaten Afrikas Aktionsplan für die Einbindung von Hochschulen in die             Ende 2018 Weiterentwicklung von physikalischen Forschungsinfrastrukturen („ErUM-Pro“) GO FAIR                                   Oktober 2020 … [Ergänzungen Ressorts]                                …
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30 D. UMSETZUNG Unsere forschungs- und innovationspolitischen Ziele sind nur durch gemeinsame Anstrengung verschiedener Akteurinnen und Akteure zu erreichen. Voraussetzungen für den Erfolg sind eine gemeinsame Problemeinsicht, klare Aufgabenverteilungen, transparente und gerechte Beteiligungsprozesse und funktionierende Koordinationsgremien. Unsere Strategie ist eine lernende. Wir werden sie im Dialog mit den Akteurinnen und Akteuren im Innovationsgeschehen und mit den Bürgerinnen und Bürgern weiterentwickeln und umsetzen. Eine koordinierte Forschungs- und Innovationspolitik Die Stärkung der ressortübergreifenden Zusammenarbeit bei der Programmentwicklung und – umsetzung ist ein zentrales Element der Hightech-Strategie 2025. Viele unserer Ziele sind nur durch das enge Zusammenwirken verschiedener Politikfelder zu erreichen. Für die regierungsinterne Koordinierung innerhalb der Bundesregierung wird eine Runde der Staatssekretärinnen und –sekretäre eingerichtet. Ihre Aufgabe wird es sein, entlang der Schwerpunkte der HTS 2025 innovationspolitische Agenden zu definieren, zu steuern und auszugestalten. Dabei können gemeinsame Missionen, neue Initiativen in prioritären Handlungsfeldern, aber auch neue Themen definiert und verankert werden. Um die Anschlussfähigkeit von Forschungsergebnissen zu erhöhen, sollen Bedarfe und Anforderungen an Forschungs- und Innovationspolitik aus Sicht der verschiedenen Politikfelder diskutiert werden. Es sollen Schnittstellen zwischen den Ressorts adressiert und Maßnahmen festlegt werden, die das Zusammenwirken an diesen Schnittstellen verbessern. So können unter Beachtung des Ressortprinzips Lösungsstrategien aufeinander abgestimmt und mögliche Defizite bei den bestehenden Innovationsansätzen gemeinsam behoben werden. Eine lernende Forschungs- und Innovationsstrategie Mit der HTS 2025 setzen wir uns ambitionierte Ziele – für den Innovationsstandort Deutschland und in den einzelnen Forschungs- und Anwendungsfeldern. Für den Erfolg der Strategie ist die Zusammenarbeit aller innovationspolitisch verantwortlichen Akteurinnen und Akteure von besonderer Bedeutung. Die Bundesregierung wird den kontinuierlichen, strategischen Dialog zwischen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ausbauen. Die Umsetzung und Weiterentwicklung der Hightech-Strategie 2025 wird inhaltlich und strategisch durch ein Begleitgremium aus Vertreterinnen und Vertretern von Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft unterstützt. Es soll komplementär zu existierenden Beratungsgremien die für die Zukunftsfähigkeit des Forschungs- und Innovationsstandorts Deutschland wichtigen Themen analysieren und Impulse für die Umsetzung und Weiterentwicklung der Strategie erarbeiten. Bei Bedarf können im Sinne einer „lernenden Strategie“ Anpassungen an aktuelle technologische oder gesellschaftliche Entwicklungen vorgenommen und neue Themen und Missionen vorgeschlagen werden. Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, größtmögliche Transparenz über die Ziele, die Umsetzung und die Wirkung der HTS 2025 zu erreichen. Die gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft und Forschung und die öffentliche Förderung von Forschung und Innovation verpflichten zur Kommunikation und zum Dialog. Dazu werden wir ein Kommunikationskonzept zur HTS 2025 entwickeln, das umfassend informieren und auch neue Zielgruppen ansprechen soll.
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31 Die Internetseite [link] gibt einen Überblick über laufende Förderprogramme und Maßnahmen der Bundesregierung unter dem Dach der HTS 2025. Evaluation und Vorausschau Evaluationen sind ein wichtiges Instrument unserer Forschungs- und Innovationspolitik. Sie helfen, effiziente Programme, Instrumente und Verfahren der Förderung von Forschung und Innovation zu gestalten. Die Bundesregierung wird alle großen Fördermaßnahmen der Forschungs- und Innovationsstrategie evaluieren und die Evaluierungspraxis kontinuierlich weiterentwickeln. Über die Umsetzung und Weiterentwicklung der Forschungs- und Innovationsstrategie wird in regelmäßigen Zeitabständen berichtet. Die Wirkungsanalyse werden wir durch Instrumente der strategischen Vorausschau ergänzen. Diese können Impulse geben, wie für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft besonders relevante Zukunftstechnologien und Innovationsfelder identifiziert werden können. Davon ausgehen können erforderliche Kompetenzen antizipiert und strategisch aufgebaut werden. Wir werden einen neuen Foresight-Prozess zu Zukunftsthemen in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft starten. Er soll künftige technologische und gesellschaftliche Entwicklungen mit einem langen Zeithorizont identifizieren und der Bundesregierung so rechtzeitig wichtige Impulse für die Bildungs-, Forschungs- und Innovationspolitik geben. Die Innovations- und Technikanalyse untersucht und bewertet neue fachübergreifende Themen von gesellschaftlicher Relevanz hinsichtlich ihrer Herausforderungen, Chancen und Risiken. Analysen im Spannungsfeld technologischer Möglichkeiten, gesellschaftlicher Wertvorstellungen und wirtschaftlicher Anforderungen verstehen wir als wichtigen Teil der staatlichen Zukunftsvorsorge. Die Bundesregierung wird die Kompetenzen und Kapazitäten der strategischen Vorausschau in den Ressorts stärken, um Chancen und Risiken mittel- und langfristiger Entwicklungen besser erkennen zu können. Wissenschaftskommunikation und Partizipation In der Umsetzung und Weiterentwicklung der Hightech-Strategie 2025 wird die Bundesregierung die Gesellschaft intensiv einbeziehen. Neben den innovationstreibenden Aktivitäten von Wissenschaft und Wirtschaft entstehen Innovationen mehr und mehr aus der Mitte der Gesellschaft und unter Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern. Die Möglichkeiten der Beteiligung sind durch die Digitalisierung erheblich gewachsen. Die Bundesregierung wird dazu beitragen, Wissenschaft und Forschung in die Breite zu tragen und die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger sowie der organisierten Zivilgesellschaft voranzubringen. Mit den Wissenschaftsjahren werden wir aktuelle Themen, wie die „Arbeitswelten der Zukunft“, in den Fokus rücken. Die Wissenschaftskommunikation selbst ist durch die neuen Technologien einem tiefgreifenden Wandel unterworfen. So sind unsere Aktivitäten auf diesem Gebiet in den vergangenen Jahren intensiver und vielfältiger geworden. Wir werden daher ein Grundsatzpapier zur Wissenschaftskommunikation veröffentlichen. Die Tradition des Dialogs setzen wir konsequent fort und bauen sie mit neuen, partizipativen Formaten aus: von der Einbindung der Zivilgesellschaft in das Agendasetting und in Dialogformate bis hin zu eigenständigen Forschungsaktivitäten und -vorhaben aus der Zivilgesellschaft heraus. Mit den ZukunftsForen werden wir den strategischen Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern
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