Microsoft Word - 12850 Gesamtbericht 1. UA 18. WP_endg (003).docx
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 131 – Drucksache 18/12850 Auch bei den Zeugen A. Sch. und U. P. hat der Ausschuss keinen vollständigen Ausschluss der Öffentlichkeit für angemessen gehalten, aber aus besonderen Gründen des Wohls des Bundes sowohl eine optische als auch eine akustische Anonymisierung als erforderlich angesehen. Daher hat sich der Ausschuss für folgendes Vor- 279 gehen entschieden: Die Zeugen A. Sch. und U. P. sind in nichtöffentlicher Sitzung vernommen worden, die entsprechenden Sitzungsprotokolle aber im Nachgang – mit Ausnahme der als Verschlusssache einge- stuften Vernehmungsteile – auf der Webseite des Ausschusses veröffentlicht worden. Sitzung Datum Zeuge Art der Vernehmung 11 3. Juli 2014 William Binney öffentlich 11 3. Juli 2014 Thomas Drake öffentlich 14 25. September 2014 R. U. öffentlich 14 25. September 2014 J. Z. öffentlich 16 9. Oktober 2014 Dr. H. F. öffentlich 18 16. Oktober 2014 T. B. öffentlich 20 6. November 2014 T. B. öffentlich 20 6. November 2014 G. L. öffentlich 22 13. November 2014 W. K. öffentlich 24 27. November 2014 Dr. Stefan Burbaum öffentlich/ nichtöffentlich 24 27. November 2014 G. L. öffentlich 26 4. Dezember 2014 S. L. öffentlich/ nichtöffentlich 28 18. Dezember 2014 Reinhardt Breitfelder öffentlich 28 18. Dezember 2014 K. L. öffentlich 30 15. Januar 2015 Harald Helfrich öffentlich 30 15. Januar 2015 Wolfgang Alster öffentlich 31 16. Januar 2015 Peter Schaar öffentlich 33 29. Januar 2015 Martin Golke öffentlich 33 29. Januar 2015 A. S. öffentlich 33 29. Januar 2015 Udo Laux öffentlich 33 29. Januar 2015 Dr. Bernd Köbele öffentlich 35 5. Februar 2015 W. K. öffentlich 35 5. Februar 2015 J. F. öffentlich 37 26. Februar 2015 E. B. öffentlich 37 26. Februar 2015 R. S. öffentlich 39 5. März 2015 Dr. Dieter Urmann öffentlich 41 19. März 2015 Dr. Harald Fechner öffentlich 41 19. März 2015 A. F. öffentlich 43 26. März 2015 Klaus Landefeld öffentlich 43 26. März 2015 Dr. Hans de With öffentlich 45 23. April 2015 Dr. Peter Bartodziej öffentlich 47 7. Mai 2015 R. U. öffentlich 47 7. Mai 2015 D. B. öffentlich 47 7. Mai 2015 Dr. M. T. öffentlich 48 20. Mai 2015 W. O. öffentlich 279) Beschluss vom 3. Dezember 2015, Protokoll-Nr. 78, S. 5, Protokoll-Nr. 77 II (A. Sch.); Beschluss vom 22. September 2016, Proto- koll-Nr. 109, S. 7, Protokoll-Nr. 110 I (U. P.).
Drucksache 18/12850 – 132 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode Sitzung Datum Zeuge Art der Vernehmung 48 20. Mai 2015 W. K. öffentlich 48 20. Mai 2015 D. B. öffentlich 50 21. Mai 2015 Hartmut Pauland öffentlich 50 21. Mai 2015 Gerhard Schindler öffentlich 52 11. Juni 2015 Dr. Thomas Kurz öffentlich 52 11. Juni 2015 Guido Müller öffentlich 52 11. Juni 2015 Hans Josef Vorbeck öffentlich 53 12. Juni 2015 Ernst Uhrlau öffentlich 54 17. Juni 2015 Gerhard Schindler öffentlich 55 18. Juni 2015 Klaus-Dieter Fritsche öffentlich 55 18. Juni 2015 Dr. Thomas de Maiziére öffentlich 57 2. Juli 2015 Günther Heiß öffentlich 57 2. Juli 2015 Ronald Pofalla öffentlich 59 10. September 2015 W. O. öffentlich 59 10. September 2015 T. B. öffentlich 59 10. September 2015 Oliver Matt öffentlich 60 11. September 2015 Günter Heiß öffentlich 62 24. September 2015 K. M. öffentlich 62 24. September 2015 D. B. öffentlich 62 24. September 2015 A. N. öffentlich 64 1. Oktober 2015 A. K. öffentlich 64 1. Oktober 2015 Joachim Mewes öffentlich 65 2. Oktober 2015 Dr. August Hanning öffentlich 67 15. Oktober 2015 Brandon Bryant öffentlich 67 15. Oktober 2015 A. K. öffentlich 69 5. November 2015 Dr. W. A. öffentlich 72 12. November 2015 Gabriele Löwnau öffentlich 72 12. November 2015 Christina Polzin öffentlich 74 25. November 2015 J. S. öffentlich 74 25. November 2015 A. N. öffentlich 76 26. November 2015 Renate Leistner-Rocca öffentlich 76 26. November 2015 Albert Karl öffentlich 77 3. Dezember 2015 H. K. öffentlich/ nichtöffentlich 77 3. Dezember 2015 Jürgen Schulz öffentlich A. Sch. optische und akustische 77 3. Dezember 2015 nichtöffentlich Anonymisierung 80 17. Dezember 2015 H. K. öffentlich 80 17. Dezember 2015 Dr. Michael Koch öffentlich 81 14. Januar 2016 H. K. öffentlich 81 14. Januar 2016 Ernst Uhrlau öffentlich 84 28. Januar 2016 Dirk Brengelmann öffentlich 84 28. Januar 2016 D. B. öffentlich 86 18. Februar 2016 Doreen Delmdahl öffentlich 86 18. Februar 2016 Stefan Sohm öffentlich
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 133 – Drucksache 18/12850 Sitzung Datum Zeuge Art der Vernehmung 86 18. Februar 2016 Hans-Christian Luther öffentlich 89 25. Februar 2016 Dr. Martin Ney öffentlich 89 25. Februar 2016 Christina Polzin öffentlich 89 25. Februar 2016 Monika Genkova öffentlich 91 17. März 2016 Dr. Frank-Walter Steinmeier öffentlich 92 13. April 2016 Dr. Dieter Urmann öffentlich 97 14. April 2016 André Treuenfels öffentlich 94 14. April 2016 Ulrich Berzen öffentlich 96 28. April 2016 Folker Berfuß öffentlich 96 28. April 2016 Dr. Klaus Rogner öffentlich 98 12. Mai 2016 Frank Wingerath öffentlich 98 12. Mai 2016 Wilhelm Dettmer öffentlich 100 2. Juni 2016 Dr. Burkhard Even öffentlich 100 2. Juni 2016 Henrik Isselburg öffentlich 100 2. Juni 2016 Dr. Dieter Romann öffentlich 102 9. Juni 2016 Heinz Fromm öffentlich 102 9. Juni 2016 Dr. Hans- Georg Maaßen öffentlich 104 23. Juni 2016 Andreas Könen öffentlich 104 23. Juni 2016 Martin Schallbruch öffentlich 106 7. Juli 2016 Stefan Kaller öffentlich 110 22. September 2016 R. C. optische Anonymisierung öffentlich U. P. optische und akustische 110 22. September 2016 öffentlich Anonymisierung 112 29. September 2016 D. B. öffentlich 112 29. September 2016 B. R. öffentlich 114 20. Oktober 2016 Gabriele Löwnau öffentlich 114 20. Oktober 2016 Dr. Friederike Nökel öffentlich 114 20. Oktober 2016 Albert Karl öffentlich 116 10. November 2016 R. U. öffentlich 116 10. November 2016 T. P. öffentlich 118 24. November 2016 W. K. öffentlich 118 24. November 2016 Dr. Ansgar Heuser öffentlich 121 1. Dezember 2016 Dr. H. F. öffentlich 121 1. Dezember 2016 Guido Müller öffentlich 124 15. Dezember 2016 Hartmut Pauland öffentlich 126 19. Januar 2017 Gerhard Schindler öffentlich 128 26. Januar 2017 Günter Heiß öffentlich 128 26. Januar 2017 Ronald Pofalla öffentlich 130 13. Februar 2017 Klaus-Dieter Fritsche öffentlich 130 13. Februar 2017 Peter Altmaier öffentlich 130 13. Februar 2017 Steffen Seibert öffentlich 131 16. Februar 2017 Dr. Angela Merkel öffentlich
Drucksache 18/12850 – 134 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode b) Ton- und Filmaufnahmen sowie Ton- und Bildübertragungen Ton- und Filmaufnahmen sowie Ton- und Bildübertragungen bei der Beweiserhebung sind grundsätzlich nicht zulässig (§ 13 Abs. 1 S. 2 PUAG). Jedoch kann der Untersuchungsausschuss mit einer Mehrheit von zwei Dritteln seiner anwesenden Mitglieder sowie mit der Zustimmung der zu vernehmenden oder anzuhö- renden Personen Ausnahmen von diesem Grundsatz zulassen (§ 13 Abs. 1 S. 3 und 4 PUAG). In Bezug auf Zeugenvernehmungen ist es im Verlauf des Untersuchungsverfahrens nicht zu solchen Ton- und Filmauf- nahmen bzw. Ton- und Bildübertragungen gekommen. c) Berichterstattung aus öffentlichen Beweisaufnahmesitzungen Die öffentlichen Zeugenvernehmungen des Ausschusses sind Gegenstand ausführlicher Berichte und Kom- mentare in klassischen und neuen Medien (insbesondere Internetblogs und sozialen Netzwerken) gewesen. In der sechsten Ausschusssitzung hat sich der Ausschuss darauf verständigt, nicht gegen Bloggen, Twittern, Agenturmeldungen etc. aus der öffentlichen Beweisaufnahme einzuschreiten, solange diese keine Ton- und 280 Bildübertragung enthalten. In der neunten Ausschusssitzung hat der Ausschussvorsitzende dies nochmals 281 in Erinnerung gerufen. Auf besonderes Interesse sind die öffentlichen Beweisaufnahmesitzungen bei der Internetplattform netzpolitik.org gestoßen, die regelmäßig in Echtzeit über deren Inhalt berichtet hat. Diese Berichterstattung in Form einer – teils stichpunktartigen – Protokollierung war so ausführlich, dass einige 282 Zeugen sie nach eigenem Bekunden zur Vorbereitung auf ihre Vernehmung genutzt haben. 5. Keine Veröffentlichung der Stenografischen Protokolle der Beweisaufnahmesitzun- gen Im 1. Untersuchungsausschuss wurde erwogen, die Stenografischen Protokolle seiner Beweisaufnahmesit- zungen im Internet zu veröffentlichen. Hieran hat sich der Ausschuss durch § 24 Abs. 1 PUAG gehindert gesehen. Nach dieser Vorschrift sind Zeugen einzeln und in Abwesenheit der später zu hörenden Zeugen zu vernehmen. § 24 Abs. 1 PUAG stellt damit klar, dass der in der Strafprozessordnung (StPO) geltende Grund- satz der Einzelvernehmung (vgl. § 58 Abs.1 StPO) auch im Untersuchungsausschuss gilt. Dies entspricht auch der rechtlichen Würdigung des Sekretariats des Ausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Ge- schäftsordnung (GO-Ausschuss) vom 1. Oktober 2010 zu einer Prüfbitte des 1. Untersuchungssausschusses der 17. Wahlperiode.283. In dieser rechtlichen Würdigung heißt es, eine generelle Veröffentlichung der Pro- tokolle öffentlicher Sitzungen von Untersuchungsausschüssen widerspreche den Richtlinien des Präsidiums für die Behandlung von Ausschussprotokollen gemäß § 73 Abs. 3 GO-BT und könne im Einzelfall einen Verstoß gegen die Regelung des § 24 Abs. 1 PUAG bedeuten. 284 Mit Schreiben vom 25. November 2014 hat sich der Vorsitzende des 1. Untersuchungsausschusses, Prof. Dr. Patrick Sensburg (CDU/CSU), an den GO-Ausschuss gewandt und gebeten, zu prüfen, ob eine Veröf- fentlichung der Stenografischen Protokolle der Beweisaufnahmesitzungen nach Abschluss eines bestimmten 280) Protokoll-Nr. 6, S. 5. 281) Protokoll-Nr. 9, S. 34. 282) So z. B. Breitfelder, Protokoll-Nr. 28 I, S. 85; Altmaier, Protokoll-Nr. 130 I, S. 107. 283) Auschussdrucksache Geschäftsordnung, 17-G-4 vom 1. Oktober 2010. 284) Auschussdrucksache Geschäftsordnung, 17-G-4 vom 1. Oktober 2010.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 135 – Drucksache 18/12850 285 Untersuchungskomplexes zulässig sei. § 24 Abs. 1 PUAG liege der Gedanke zugrunde, dass Zeugen ihr Aussageverhalten nicht an der Aussage anderer Zeugen ausrichten oder gar mit diesen Absprachen treffen sollen. Die Veröffentlichung von Zeugenaussagen widerspreche diesem Ansinnen des Gesetzes nicht, soweit der Untersuchungsausschusskomplex, auf den sich die zu veröffentlichenden Zeugenaussagen bezögen, ab- geschlossen und eine weitere Zeugenaussage zu dem Gegenstand nicht mehr zu erwarten sei. Mit Schreiben vom 26. Januar 2015 hat der Vorsitzende des GO-Ausschusses, Dr. Johann Wadephuhl (CDU/CSU), dem Vorsitzenden des 1. Untersuchungsausschusses mitgeteilt, der GO-Ausschuss habe mehr- heitlich beschlossen, an seiner bisherigen Auffassung festzuhalten, wonach eine generelle Veröffentlichung der Protokolle öffentlicher Untersuchungsausschusssitzungen der geltenden Geschäftsordnungslage wider- 286 spreche. Der Umstand, dass aus den öffentlichen Ausschusssitzungen durch „Bloggen“ und „Twittern“ berichtet werde, gebe eher Veranlassung, diese Art der Berichterstattung möglichst einzuschränken, als eine generelle Veröffentlichung der amtlichen Protokolle zu befürworten. Auch aus der Möglichkeit, im Einzelfall Ausnahmen vom Aufzeichnungs- und Übertragungsverbot nach § 13 Abs. 1 PUAG zuzulassen, folge keine andere Rechtsauffassung. Das Untersuchungsausschussgesetz gehe bei öffentlichen Sitzungen vom Grund- satz der Verhandlungs- oder Saalöffentlichkeit aus, wonach die Öffentlichkeit zunächst auf die im Sitzungs- saal Anwesenden begrenzt sei. Ausnahmen sollten nicht als Grundlage für eine generelle Regelung über die 287 unbegrenzte Verteilung von Protokollen dienen. Die Mitglieder der Fraktionen DIE LINKE. und BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN im GO-Ausschuss hätten demgegenüber die Einstellung von Protokollen öffentlicher Ausschusssitzungen ins Internet für sowohl geboten als auch rechtlich zulässig angesehen und eine diesbe- 288 zügliche Anpassung der Richtlinien des Präsidiums für die Ausschussprotokolle angeregt. Auf telefonische Nachfrage beim GO-Ausschuss ist mitgeteilt worden, die von ihm vertretene Rechtssauf- fassung schließe auch eine Protokollveröffentlichung nach abgeschlossenen Komplexen ein, da nie sicher 289 sei, ob ein Komplex endgültig abgeschlossen sei. Vor diesem Hintergrund hat der 1. Untersuchungsausschuss während der Dauer seiner Beweisaufnahme in der Regel von einer Veröffentlichung der entsprechenden Stenografischen Protokolle abgesehen. 6. Geheimschutz a) Umgang mit als VS-NfD eingestuften Dokumenten und stiller Vorhalt Im Verlauf des Untersuchungsverfahrens ist die Frage aufgekommen, auf welchem Wege vermeintliche Wi- dersprüche zwischen einer in öffentlicher Sitzung getätigten Zeugenaussage und dem Inhalt eingestufter Ak- ten in öffentlicher Sitzung aufgeklärt werden können. Da es unter Geheimschutzaspekten unzulässig wäre, den Inhalt als Verschlusssache eingestufter Akten in öffentlicher Sitzung vorzutragen (offener Vorhalt), um 285) Vgl. Dr. Sensburg, Protokoll-Nr. 32, S. 6; das Schreiben des Vorsitzenden wurde den Obleuten zur Kenntnis gegeben. 286) Schreiben des Vorsitzenden des Ausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung vom 26. Januar 2015, A-Drs. 305, S. 1. 287) Schreiben des Vorsitzenden des Ausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung vom 26. Januar 2015, A-Drs. 305; S. 1 288) Schreiben des Vorsitzenden des Ausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung vom 26. Januar 2015, A-Drs. 305, S. 2. 289) Dr. Sensburg, Protokoll-Nr. 32, S. 6.
Drucksache 18/12850 – 136 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode einen Zeugen mit einem vermeintlichen Widerspruch zu seiner Aussage zu konfrontieren, ist im Ausschuss wie folgt vorgegangen worden: b) Umgang mit als VS-NfD eingestuften Dokumenten Die Bundesregierung hat grundsätzlich zugestimmt, dass Mitglieder des Ausschusses aus als VS-NfD einge- stuften Dokumenten Vorhalte in öffentlicher Sitzung machen. Im Einzelfall müsse die Sitzung nichtöffentlich 290 fortgesetzt werden. Eine Herabstufung der betreffenden Dokumente sei damit aber nicht verbunden. c) Stiller Vorhalt Hinsichtlich höher als VS-NfD eingestufter Dokumente hat sich der Ausschuss auf folgendes Vorgehen ver- 291 ständigt: Mache ein Ausschussmitglied geltend, dass eine Zeugenaussage in öffentlicher Sitzung von dem in einer solchen Sitzung nicht vortragbaren Inhalt einer Akte abweiche, so solle die betreffende Akte dem Zeugen unter öffentlicher Nennung der Fundstelle zur Lektüre vorgelegt werden (stiller Vorhalt). Nach er- folgter Lektüre solle der Zeuge gefragt werden, ob er bei seiner Aussage bleibe oder sich korrigieren wolle. Ein verbleibender Widerspruch solle in der Regel später in nichtöffentlicher Sitzung geklärt werden. Sofern die spätere Klärung des Widerspruchs nach Auffassung des betreffenden Ausschussmitglieds nicht ausreiche, solle ausnahmsweise die Öffentlichkeit vorübergehend ausgeschlossen und die Klärung sofort – gegebenen- falls in eingestufter Sitzung – herbeigeführt werden. In der fortgesetzten öffentlichen Sitzung solle der Vor- sitzende sodann vortragen, ob der Zeuge bei seiner Aussage geblieben sei. Von der Technik des stillen Vor- halts ist bei Zeugenvernehmungen regelmäßig Gebrauch gemacht worden. d) Einstufung der Zeugenvernehmung In vielen Fällen hat der Ausschuss von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, eine Zeugenvernehmung oder Teile davon gemäß § 15 Abs. 1 und 2 PUAG i. V. m. der GSO-BT aus Geheimschutzgründen mit einem Geheimhaltungsgrad zu versehen: Sitzung Datum Zeuge(n) Geheimhaltungsgrad R. U. 14 25. September 2014 GEHEIM J. Z. 16 9. Oktober 2014 Dr. H. F. GEHEIM 22 13. November 2014 W. K. GEHEIM Dr. Stefan Burbaum 24 27. November 2014 T. B. GEHEIM G. L. 26 4. Dezember 2014 S. L. GEHEIM Wolfgang Alster 30 15. Januar 2015 Reinhardt Breitfelder GEHEIM K. L. 290) Akmann, Protokoll-Nr. 15, S. 8. 291) Protokoll-Nr. 27, S. 5.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 137 – Drucksache 18/12850 Sitzung Datum Zeuge(n) Geheimhaltungsgrad 31 16. Januar 2015 Peter Schaar GEHEIM A. S. 33 29. Januar 2015 GEHEIM Dr. Bernd Köbele 5. Februar 2015 W. K. 35 GEHEIM J. F. E. B. 37 26. Februar 2015 GEHEIM R. S. 39 5. März 2015 Dr. Dieter Urmann GEHEIM Klaus Landefeld 43 26. März 2015 GEHEIM Dr. Hans de With D. B. 47 7. Mai 2015 GEHEIM Dr. M. T. 48 20. Mai 2015 W. O. GEHEIM Dr. Thomas Kurz 52 11. Juni 2015 Guido Müller GEHEIM Hans Josef Vorbeck 53 12. Juni 2015 Ernst Uhrlau GEHEIM 54 17. Juni 2015 Gerhard Schindler GEHEIM Klaus-Dieter Fritsche 55 18. Juni 2015 GEHEIM Dr. Thomas de Maizière W. O. 59 10. September 2015 GEHEIM Oliver Matt 60 11. September 2015 Günter Heiß GEHEIM 74 25. November 2015 A. N. GEHEIM 77 3. Dezember 2015 A. Sch. GEHEIM 80 17. Dezember 2015 H. K. GEHEIM 84 28. Januar 2016 D. B. GEHEIM 86 18. Februar 2016 Doreen Delmdahl GEHEIM 87 25. Februar 2016 H. K. GEHEIM André Treuenfels 94 14. April 2016 GEHEIM Ulrich Berzen 96 28. April 2016 Dr. Klaus Rogner GEHEIM 98 12. Mai 2016 Frank Wingerath GEHEIM 100 2. Juni 2016 Henrik Isselburg GEHEIM Andreas Könen 104 23. Juni 2016 GEHEIM Dr. Burkhard Even 106 7. Juli 2016 Stefan Kaller GEHEIM R. C. 110 22. September 2016 GEHEIM U. P. Gabriele Löwnau 114 20. Oktober 2016 STRENG GEHEIM Dr. Friederike Nökel 116 10. November 2016 R. U. STRENG GEHEIM
Drucksache 18/12850 – 138 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode Sitzung Datum Zeuge(n) Geheimhaltungsgrad T. P. W. K. 118 24. November 2016 Dr. Ansgar Heuser STRENG GEHEIM D. B. Dr. H. F. 121 1. Dezember 2016 STRENG GEHEIM Guido Müller 124 15. Dezember 2016 Hartmut Pauland STRENG GEHEIM Gerhard Schindler 126 19. Januar 2017 K. M. STRENG GEHEIM B. R. Günther Heiß 128 26. Januar 2017 STRENG GEHEIM Ronald Pofalla e) Nachträgliche Herabstufung von Vernehmungsprotokollen Im Nachgang zu eingestuften Zeugenvernehmungen hat der Ausschuss geprüft, inwieweit eine Herabstufung der entsprechenden Stenografischen Protokolle der Vernehmung in Betracht kommt. Dazu hat er zunächst der Bundesregierung Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Diese hat die ihres Erachtens geheimhaltungs- bedürftigen Passagen in den Protokollen markiert und sich im Übrigen mit der Aufhebung des Geheimhal- tungsgrades einverstanden erklärt. Daraufhin hat der Auschuss die Verschlusssacheneinstufung im entspre- 292 chenden Umfang aufgehoben. Anfänglich sind diese Aufhebungen mittels gesonderter Beschlüsse erfolgt. In der 51. Sitzung am 11. Juni 2015 hat der Ausschuss sodann den folgenden allgemeinen Beschluss gefasst: „Soweit der Ausschuss im Einzelfall nichts Abweichendes beschlossen hat, werden die mit einem Geheimhaltungsgrad versehenen Stenographischen Protokolle über die Beweisaufnahme des Ausschusses in dem Umfang auf offen herabgestuft, wie die 293 hierfür einzuholenden Stellungnahmen dies vorsehen.“ Folgende Vernehmungsprotokolle sind auf die geschilderte Weise nachträglich in Teilen herabgestuft wor- den: Protokoll-Nr. Datum der Vernehmung Zeugen(n) Behörde / Arbeitgeber R. U. 14 25. September 2014 BND J. Z. 16 9. Oktober 2014 Dr. H. F. BND 22 13. November 2014 W. K. BND Dr. Stefan Burbaum BMI 24 27. November 2014 T. B. BND G. L. 26 4. Dezember 2014 S. L. BND Wolfgang Alster Deutsche Telekom AG 30 15. Januar 2015 Reinhardt Breitfelder BND K. L. 292) Siehe Protokoll-Nr. 44 S. 6, Protokoll-Nr. 51 S. 7. 293) Protokoll-Nr. 51, S. 7.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 139 – Drucksache 18/12850 Protokoll-Nr. Datum der Vernehmung Zeugen(n) Behörde / Arbeitgeber 33 29. Januar 2015 A. S. BND W. K. 35 5. Februar 2015 BND J. F. E. B. 37 26. Februar 2015 BND R. S. 39 5. März 2015 Dr. Dieter Urmann BND Klaus Landefeld 43 26. März 2015 BK Dr. Hans de With R. U. 47 7. Mai 2015 D. B. BND Dr. M. T. 48 20. Mai 2015 W. O. BND Dr. Thomas Kurz BK 52 11. Juni 2015 Guido Müller BND Hans Josef Vorbeck BK 53 12. Juni 2015 Ernst Uhrlau BND 54 17. Juni 2015 Gerhard Schindler BND Klaus Dieter Fritsche BK 55 18. Juni 2015 Dr. Thomas de Maizière BMI 59 10. September 2015 W. O. BND 60 11. September 2015 Günther Heiß BK 74 25. November 2015 A. N. BND 77 3. Dezember 2015 A. Sch. BND 80 17. Dezember 2015 H. K. BND 84 28. Januar 2016 D. B. BND 86 18. Februar 2016 Doreen Delmdahl BfV 87 25. Februar 2016 H. K. BND André Treuenfels 94 14. April 2016 BfV Ulrich Berzen 96 28. April 2016 Dr. Klaus Rogner BfV 98 12. Mai 2016 Frank Wingerath BfV 100 2. Juni 2016 Henrik Isselburg BfV Andreas Könen BSI 104 23. Juni 2016 Dr. Burkhard Even BfV 106 7. Juli 2016 Stefan Kaller BMI R. C. 110 22. September 2016 BND U. P. Gabriele Löwnau BfDI 114 20. Oktober.2016 Dr. Friederike Nökel BK R. U. 116 10. November 2016 BND T. P. W. K. 118 24. November 2016 Dr. Ansgar Heuser BND D. B. Dr. H. F. 121 1. Dezember 2016 BND Guido Müller
Drucksache 18/12850 – 140 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode Protokoll-Nr. Datum der Vernehmung Zeugen(n) Behörde / Arbeitgeber 124 15. Dezember 2016 Hartmut Pauland BND Gerhard Schindler 126 19. Januar 2017 B. R. BND K. M. Günther Heiß 128 26. Januar 2017 BK Ronald Pofalla f) Nutzung von VS-Laptops und VS-Notizbüchern während der Zeugenvernehmung Entsprechend den für das Chausseestraßenverfahren aufgestellten Maßgaben [siehe dazu B.III.5.b)bb)] hat das Bundeskanzleramt dem Ausschuss für die als STRENG-GEHEIM eingestuften Zeugenvernehmungen die im BND lagernden VS-Laptops und VS-Notizbücher zur Verfügung gestellt. 7. Aussagegenehmigungen Gemäß § 23 Abs. 1 PUAG i. V. m. § 54 Abs. 1 StPO und § 67 Abs. 3 Bundesbeamtengesetz dürfen Beam- tinnen und Beamte des Bundes ohne Genehmigung über die ihnen bei oder bei Gelegenheit ihrer amtlichen Tätigkeit bekannt gewordenen dienstlichen Angelegenheiten nicht vor einem Untersuchungsausschuss aus- sagen. Die entsprechende Genehmigung erteilt der Dienstvorgesetzte oder, wenn das Beamtenverhältnis be- endet ist, die oder der letzte Dienstvorgesetzte. Hat sich der Vorgang, der den Gegenstand der Äußerung bildet, bei einem früheren Dienstherrn ereignet, darf die Genehmigung nur mit dessen Zustimmung erteilt werden. Gemäß § 23 Abs. 2 Hs. 1 PUAG hat die Bundesregierung die erforderlichen Aussagegenehmigun- gen zu erteilen. Gleiches gilt gemäß § 23 Abs. 1 PUAG i. V. m. § 54 StPO, § 3 Abs. 1 des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst und § 67 Abs. 3 Bundesbeamtengesetz für Tarifbeschäftigte des Bundes. a) Erteilte Genehmigungen Die zuständigen Dienstvorgesetzten haben sämtlichen vom Ausschuss geladenen Zeugen, die einer Aussa- gegenehmigung bedurften, eine solche erteilt. b) Beschränkung der Genehmigungen Die erteilten Aussagegenehmigungen sind mit bestimmten Beschränkungen versehen worden. Zu diesen hat anfangs die Folgende gezählt: „2. Die Aussagegenehmigung erstreckt sich nur auf Vorgänge, die bei Einsetzung des Untersuchungsausschusses bereits abgeschlossen waren. Sie ist beschränkt auf den durch den Einsetzungsbeschluss vom 20. März 2014 konkretisierten Untersuchungs- gegenstand (siehe Beschlussempfehlungen). Zu Themen, die vom Untersuchungsge- genstand nicht umfasst sind, dürfen Sie keine Angaben machen.“