WD 1 - 023/20 Ausgewählte Aussagen der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG)
Geschichte, Zeitgeschichte, Politik
Wissenschaftliche Dienste Dokumentation Seite 11 WD 1 - 3000 - 023/20 „Der sogenannte Friedensplan versucht, das Recht des Stärkeren durchzusetzen und torpediert die Friedensbemühungen. Die Region braucht eine Politik der Vernunft, Weitsicht und des Kon- senses und kein einseitiges Diktat“, erklärt Kemal Ergün, Vorsitzender der Islamischen Gemein- schaft Millî Görüş (IGMG). Anlass ist der sogenannte „Friedensplan“ im Nahost-Konflikt, den US-Präsidenten Donald Trump vorgelegt hat. Kemal Ergün weiter: „Dass Trumps Plan einseitig sein würde, war zu erwarten. Dass er dem Friedensprozess aber ei- nen derart großen Schaden zufügen würde, überrascht dann doch. Der Plan ist einseitig und be- dient die Interessen nur einer Partei. So löst man keine Konflikte. Das ist keine vernünftige Poli- tik. Es dient nicht der Befriedung der Region. Im Gegenteil, er provoziert, weil er versucht, einen völkerrechtswidrigen Zustand durch ein Diktat zu legitimieren. Die Weltgemeinschaft und allen voran die EU und Deutschland dürfen nicht zulassen und zuse- hen, dass im Nahost-Konflikt das Recht des Stärkeren gilt. Wer Frieden und Ruhe in die Region bringen will, muss sich für eine faire und für beide Seiten akzeptable Lösung starkmachen. Wir brauchen eine Politik der Vernunft, des Konsenses und der Weitsicht. Am Ende ist es die Zivilbevölkerung, die unter dieser unverantwortlichen Wild-West-Politik lei- det. Möge Gott ihnen Kraft und Geduld geben, diese schwierige Zeit zu überstehen, und ihnen dauerhaften Frieden bescheren.“ 2.11. Pressemitteilung vom 16. Januar 2020 „IGMG: Auch in Moscheen für Organspende werben“ „Wir begrüßen die Zustimmungslösung. Sie ist ethisch und theologisch richtig, bürgt uns allen aber auch Verantwortung auf, Menschen zu überzeugen – auch in Moscheen“, erklärt Celil Yalınkılıç, Vorsitzender der Abteilung für religiöse Wegweisung (Irschad) der Islamischen Ge- meinschaft Millî Görüş (IGMG). Anlass ist die Entscheidung des Parlaments zur Organspende. Celil Yalınkılıç weiter: „Wir begrüßen die Entscheidung des Bundestags zur Organspende. Die Organspende ist aus isla- mischer Sicht erwünscht. Die Hilfe und Unterstützung von Notleidenden, Bedürftigen und Kran- ken gehört zu den obersten Geboten im Islam. Zugleich gilt aber auch, dass der menschliche Kör- per unantastbar ist. Das gilt auch nach dem Tod, sofern der Betroffene der Organspende nicht ausdrücklich zugestimmt hat. Deshalb ist die jetzt beschlossene Zustimmungslösung richtig – nicht nur aus medizinethischer Sicht und aus Verfassungsgründen, sondern auch theologisch. Die jetzt gefundene Lösung bietet den Menschen die aktive Entscheidungsfreiheit. Nun muss es darum gehen, die Menschen zu überzeugen. Dazu muss zunächst einmal das Infor- mationsangebot ausgebaut werden, sowohl kultur- als auch religionssensibel. Schließlich ist dies eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir müssen alle Menschen ansprechen und überzeugen. Das muss unter anderem auch in Moscheen geschehen.“ 3. Auswahl Presseartikel (siehe Anhang) ***