Jugend im ländlichen Raum

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der Lebensbedingungen für junge Menschen im sogenannten "Speckgürtel" und in den Berlin fernen Regionen entgegen zu steuern? Im Teil I des 2. Kinder- und Jugendberichts der Landesregierung (Landtagsdrucksache Nr. 2/5664, Ziffer 3.2) werden die ressortübergreifenden Handlungsfelder dargestellt, die für die Lebenssituationen von Kindern und Jugendlichen relevant sind. Dabei werden, soweit er- forderlich, die Besonderheiten der jungen Menschen in ländlichen Regionen berücksichtigt. Da diese Beschreibung der ressortübergreifenden Handlungsfelder nach wie vor aktuell ist, wird auf eine differenzierte Beantwortung verzichtet. Als Schwerpunktbereiche seien hier nur genannt: -        Sicherung einer Schulstruktur, die allen jungen Menschen die Erreichbarkeit von Schulen und den Zugang zu allen Bildungsgängen ermöglicht, -        Sicherung eines ausreichenden Berufsausbildungsangebots, -        Verbesserung der Erwerbschancen insbesondere für junge Menschen, -        Vielfalt kultureller Angebote, die es auch jungen Menschen ermöglichen sollen, das ihren Interessen Entsprechende wahrnehmen zu können, -        Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen, für alle junge Menschen, -        Stärkung der Partizipationsmöglichkeiten insbesondere auf kommunaler Ebene. Die Berücksichtigung der besonderen Bedingungen der jungen Menschen in ländlichen Re- gionen bei der Ausgestaltung der genannten Politikfelder zielt darauf, die Chancen junger Menschen so auszugestalten, dass möglichst keine Differenz zwischen dem äußeren Ent- wicklungsraum und dem engeren Verflechtungsraum entsteht. Dies wird voraussichtlich aber erst dann vollständig zu gewährleisten sein, wenn die wirtschaftliche Situation im äußeren Entwicklungsraum deutlich verbessert ist. Bis dahin zielen die im 2. Kinder- und Jugendbe- richt aufgelisteten Handlungsfelder und Aufgabenschwerpunkte darauf, die Lebenssituation junger Menschen so zu gestalten, dass sie auch unabhängig von den geringeren Erwerbs- möglichkeiten als positiv und attraktiv angesehen wird. Frage 49:         Zu welchen jugendpolitischen Themen verfügt die Landesregierung über eige- ne oder externe Analysen oder Studien? Hält sie es für erforderlich, diesbe- züglich künftig weitere Aufträge zu vergeben? Die Landesregierung verfügt über Untersuchungen zu sehr unterschiedlichen jugendpoliti- schen Themen, die sowohl von bundesweiter als auch von landesweiter allgemeiner und spezieller Relevanz sind. Zu ihnen gehören auf der einen Seite die 13. Shell Jugendstudie „Jugend 2000“, der 10. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung, „Bericht über die Lebenssituation von Kindern und die Leistungen der Kinderhilfen in Deutschland“, der erste Sicherheitsbericht des BMI und BMJ, DJI- Untersuchungen wie z. B. „Unzufriedene Demokra- ten – Politische Orientierungen der 16 bis 29-Jährigen im vereinten Deutschland“, „Taschen- buch der Kinderpresse 2000“, der Sozialbericht 2000 der AWO „Gute Kindheit – schlechte Kindheit, Armut und Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen“ und andere und auf der anderen Seite unmittelbar auf das Land Brandenburg bezogene Untersuchungen wie „Jugend in Ostdeutschland: Lebenssituationen und Delinquenz“ des IFK, „Sozialarbeit an Schulen im Land Brandenburg“ von KORUS und BIUF, „Prozessverläufe und Prozessqualitäten im 610- Stellen-Programm von Camino, „Schwere Gewaltkriminalität durch junge Täter in Branden- burg“ von Camino u. a. Aufgrund der ausdrücklichen gesetzlichen Verpflichtung der Landesregierung in § 15 Satz 1 des Ersten Gesetzes zur Ausführung des Achten Buches Sozialgesetzbuch – Kinder- und Jugendhilfe (AGKJHG), einen Kinder- und Jugendbericht zur Mitte jeder Wahlperiode vor- zulegen, befindet sich die Landesregierung gegenwärtig noch in der Erarbeitung dieses Be- richts. Hierfür liegen zu einigen kinder- und jugendpolitisch relevanten Fragen Studien vor. Ihre Veröffentlichung und daraus zu ziehende Schlüsse wird ggf. im Rahmen des 3. Kinder- und Jugendberichts erfolgen, der Mitte 2002 dem Landtag zugeleitet wird. Dieser Bericht wird
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sich auch auf die Weiterentwicklung der Angebote und Leistungen für Kinder und Jugendliche außerhalb der Handlungsfelder der Jugendhilfe erstrecken. Er wird in Auswahl auch andere Politikfelder u.a. der Bereiche Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik, Schulpolitik, Familien- politik, Gesundheitspolitik, Innere Sicherheit, Verkehrspolitik und Medienpolitik darstellen. Die Landesregierung unterstellt ein Interesse an einer sorgfältig fundierten Antwort auf die ge- stellten Fragen, die erst nach Auswertung der Analysen und Studien erfolgen kann.
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Die vollständige Papierausgabe der Drucksache kann in der Bibliothek eingesehen werden.
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