WD 9 - 008/18 Postoperative Wundinfektionen

Gesundheit, Familie, Senioren, Frauen, Jugend

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Wissenschaftliche Dienste         Dokumentation                                             Seite 11 WD 9 - 3000 - 008/18 Der Abschlussbericht der jüngsten Prävalenzerhebung findet sich in NRZ für Surveillance von nosokomialen Infektionen, Deutsche nationale Punkt-Prävalenzerhebung zu nosokomialen Infektionen und Antibiotika-Anwendung 2016, Abschlussbericht, abrufbar unter http://www.nrz-hygiene.de/fileadmin/nrz/download/pps2016/PPS_2016_Abschlussbe- richt_20.07.2017.pdf (zuletzt abgerufen am 21. Februar 2018). Die Ergebnisse werden auch erörtert in einem Beitrag von Behnke, Michael/Aghdassi, Seven Johannes/Hansen, Sonja und weiteren, Prävalenz von nosokomialen Infektionen und Antibiotika-Anwendung in deutschen Krankenhäusern in: Deutsches Ärzteblatt, 2017, 114 (50), S. 851, abrufbar unter https://www.aerzteblatt.de/archiv/195301/Praevalenz-von-nosokomialen-Infektionen-und-Anti- biotika-Anwendung-in-deutschen-Krankenhaeusern (zuletzt abgerufen am 21. Februar 2018). Die Prävalenz postoperativer Wundinfektionen lag danach bei den teilnehmenden Kranken. häusern bei 1,08 Prozent (vgl. Tabelle 2). Der vorhergehende Bericht Deutsche Nationale Punkt-Prävalenzstudie zu nosokomialen Infektionen und Antibiotika-Anwendung 20011, Abschlussbericht, ist abrufbar unter http://www.nrz-hygiene.de/fileadmin/nrz/download/PPS-Abschlussbericht-Stand05-08-2013fi- nal.pdf (zuletzt abgerufen am 21. Februar 2018). Die Ergebnisse werden auch dargestellt in einem Beitrag von Behnke, Michael/Hansen, Sonja/Leistner, Rasmus und weitere, Nosokomiale Infektionen und Antibiotika-Anwendung Zweite nationale Prävalenzstudie in Deutschland in: Deutsches Ärzteblatt, 2013, 110 (38), S. 627, abrufbar unter file://parlament/daten/DP_wd9- 4/Buero/130920___b_praevalenzstudie.pdf (zuletzt abgerufen am 21. Februar 2018). Die Prä- valenz postoperativer Wundinfektionen lag danach bei den teilnehmenden Krankenhäusern bei 1,31 Prozent (vgl. Tabelle 3). 4.     Risikofaktoren und weitere Strategien zur Prävention postoperativer Wundinfektionen 4.1. Risikofaktoren Das Risiko des Auftretens einer postoperativen Wundinfektion wird von diversen Faktoren beeinflusst. Neben den patienteneigenen Faktoren wie Vorerkrankungen, bestehenden Infektio- nen oder Rauchen, bestehen perioperative (z. B. nicht sachgerechte Hautdesinfektion oder nicht sachgerechte Antibiotikaprophylaxe), operationsspezifische (z. B. Dauer und Art der Operation) und postoperative (z. B. nicht sachgerechte postoperative Wundversorgung oder Art und Dauer einer Drainage) Risikofaktoren. 4.2. Weitere Strategien zur Prävention postoperativer Wundinfektionen 4.2.1.       Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention Vor allem aus den operativen Risikofaktoren abgeleitete Präventionsmaßnahmen sind zu finden in Oldhafer/Jürs/Kramer und weiteren, Prävention postoperativer Infektionen im Operationsge- biet, Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert-Koch-Institut, Bundesgesundheitsblatt 2007, S. 377, abrufbar unter: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Kommission/Down- loads/Empf_postopWI.pdf?__blob=publicationFile (zuletzt abgerufen am 21. Februar 2018). Neben der Teilnahme an KISS werden diverse Maßnahmen wie die OP-Feldabdeckung, das Tragen von Schutzkleidung oder Hinweise zur Belüftung und Klimatisierung empfohlen.
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Wissenschaftliche Dienste                 Dokumentation                                                         Seite 12 WD 9 - 3000 - 008/18 4.2.2.        Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften Ebenso empfiehlt die AWMF in ihrer im Jahr 2014 überarbeiteten S1-Leitlinie, Strategien zur Prävention von postoperativen Wundinfektionen, neben der Teilnahme an freiwilligen Surveillancesystemen, abrufbar unter http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/029- 031l_S1_Postoperative_Wundinfektionen_Praevention_2014-01.pdf (zuletzt abgerufen am 21. Februar 2018) auch folgende Maßnahmen:     Präoperatives Screening mit ggf. nachfolgenden Dekolonisationsmaßnahmen Antibiotikaprophylaxe     Hautantiseptik     Kontrolle der Blutglukose-Konzentration und der Körpertemperatur     Tragen von grundsätzlich zwei Paar Handschuhen und OP-Kleidung     Alkoholische Händedesinfektion     nur kurzzeitige Drainagen     Schulungen des Personals 4.2.3.        Neue Qualitätssicherungsmaßnahmen des Gemeinsamen Bundesausschusses Nach § 136 Absatz Nummer 1 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch – Gesetzliche Krankenversicherung 12                                                                 13 (SGB V) bestimmt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) verpflichtende Maßnahmen der Qualitätssicherung. Das zum 1. Januar 2017 begonnene Qualitätssicherungsverfahren „Vermei- dung nosokomialer Infektionen – Postoperative Wundinfektionen“ hat zum Ziel, die Anzahl vermeidbarer Wundinfektionen zu verringern sowie das Hygiene- und Infektionsmanagement zu verbessern. Hierfür werden in Krankenhäusern und Arztpraxen entsprechende Daten erhoben und ausgewertet, indem fallbezogen postoperative Wundinfektionsraten und einrichtungsbezo- gen das Hygiene- und Infektionsmanagement sowie der Händedesinfektionsmittelverbrauch betrachtet werden. Aufgrund des innovativen Charakters des QS-Verfahrens dienen die ersten fünf Jahre der Verfahrensdurchführung als Erprobungszeitraum. Die Krankenhäuser und Arztpra- xen erhalten Rückmeldeberichte über ihre jeweiligen Ergebnisse, insbesondere die Anzahl der Wundinfektionen nach dort durchgeführten Operationen und Informationen zu der Qualität des Hygienemanagements. Diese Auswertungen sollen zur konkreten Qualitätsverbesserung genutzt werden. Die wichtigsten Ergebnisse der Qualitätssicherung werden in den Bundesauswertungen und im Qualitätsreport des G-BA veröffentlicht. Die Ergebnisse der einzelnen Krankenhäuser werden außerdem in den Qualitätsberichten der Krankenhäuser veröffentlicht. Näher dazu: Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 13 i. V. m. § 136 Abs. 1 Nr. 1 SGB V über die einrichtungs- und sektorenübergreifenden Maßnahmen der 12     Das Fünfte Buch Sozialgesetzbuch – Gesetzliche Krankenversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes vom 20. Dezem- ber 1988, BGBl. I S. 2477, 2482), das zuletzt durch Artikel 4 des Gesetzes vom 17. August 2017 (BGBl. I S. 3214) geändert worden ist. 13     Der G-BA ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psycho- therapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Er bestimmt in Form von Richtlinien den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Darüber hinaus beschließt der G-BA Maßnahmen der Qualitätssicherung für den ambulanten und stationären Bereich des Gesundheitswesens.
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Wissenschaftliche Dienste                 Dokumentation                                                       Seite 13 WD 9 - 3000 - 008/18 Qualitätssicherung (Richtlinie zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitäts- sicherung – Qesü-RL), ab S. 44, abrufbar unter https://www.g-ba.de/downloads/62-492- 1447/Qesue-RL_2017-06-15_iK-2018-01-01.pdf (zuletzt abgerufen am 21. Februar 2018). Weitere Informationen, insbesondere zum Verfahren wie Dokumentation und Datenübermittlung, sind erhältlich über das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen 14 (IQTIG) , Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen (QS WI), abrufbar unter https://iqtig.org/qs-verfahren/qs-wi/ (zuletzt abgerufen am 21. Februar 2018). Als weitere Maßnahme zur Qualitätssicherung ist ab diesem Jahr eine jährliche Einrichtungsbe- fragung zum Hygiene- und Infektionsmanagement vorgesehen. Informationen finden sich bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Informationen für die Praxis, QS-Verfahren Wund- infektionen, 2017, abrufbar unter http://www.kbv.de/media/sp/Praxisinformation_sQS_Wundin- fektionen.pdf (zuletzt abgerufen am 21. Februar 2018) sowie im Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Spezifikation der einrichtungsbezogenen Qualitätssicherungs-Doku- mentation in Verfahren 2 (QS WI) der Richtlinie zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung für das Erfassungsjahr 2017, S. 206 ff, abrufbar unter https://www.g- ba.de/downloads/39-261-2818/2016-12-15_Qesue-RL_QS-WI-Spezfikation-QS-Doku.pdf (zuletzt abgerufen am 21. Februar 2018). *** 14    Das IQTIG ist das zentrale Institut für die gesetzlich verankerte Qualitätssicherung im Gesundheitswesen (§ 136 ff SGB V). Entsprechend seinen Statuten ist es wissenschaftlich unabhängig und arbeitet insbesondere dem G-BA, aber auch dem Bundesministerium für Gesundheit mit seiner Expertise bei verschiedensten Aufga- ben der Qualitätssicherung in der medizinischen Versorgung zu.
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