Erhaltung eines wohnortnahen Angebots von Berufsschulbildung

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20. Wahlperiode                                                                      Drucksache 20/904 HESSISCHER LANDTAG                                                                            29. 11. 2019 Kleine Anfrage Stephan Grüger (SPD) vom 02.07.2019 Erhaltung eines wohnortnahen Angebots von Berufsschulbildung und Antwort Kultusminister Vorbemerkung Fragesteller: Der Kreistag des Lahn-Dill-Kreises hat am 24.06.2019 eine Resolution zur Sicherung eines breiten Ausbil- dungsangebotes im Lahn-Dill-Kreis beschlossen. Der Kreistag sprach sich nachdrücklich für die Erhaltung eines wohnortnahen Angebots von Berufsschulbildung im Lahn-Dill-Kreis aus und stellte fest, dass das Land Hessen die wesentlichen Rahmenbedingungen setzte, die am Ende darüber entscheiden, ob das Fächerspek- trum in den Berufsschulen des Lahn-Dill-Kreises gesichert werden kann. Vorbemerkung Kultusminister: Wesentliche Voraussetzung für eine gelingende Berufsausbildung ist ein qualitativ hochwertiger Berufsschulunterricht. Ziel ist es, dieses Angebot jeweils möglichst wohnortnah und umfassend zu realisieren. Ist eine Beschulung aufgrund der Anzahl der geschlossenen Ausbildungsverträge nicht in jedem Schulträgerbezirk möglich, werden schulträgerübergreifende Fachklassen und Landesfachklassen gebildet. Diese Fachklassen sollen vorwiegend im ländlichen Raum angesie- delt werden. Diese Vorbemerkungen vorangestellt, beantworte ich die Kleine Anfrage wie folgt: Frage 1.     Spricht sich die Landesregierung für die Erhaltung eines wohnortnahen und breit gefächerten An- gebots von Berufsschulbildung im ländlichen Raum in Hessen aus? Eine möglichst wohnortnahe berufliche Bildung wird befürwortet. Die Berufsschulstandorte sol- len gesichert werden. Wenn in bestimmten Berufen selbst bei einem reduzierten Klassenteiler und nach Berücksichtigung sogenannter Affinitäten die niedrigen Auszubildendenzahlen die Ein- richtung von jahrgangsbezogenen Klassen nicht mehr zulassen, soll die Unterrichtsqualität durch die Bildung von Landes- und Bezirksfachklassen gewährleistet werden. Landes- und bezirks- übergreifende Fachklassen sollen nach Möglichkeit vorwiegend im ländlichen Raum gebildet werden. Frage 2.     Welche Anstrengungen unternimmt die Landesregierung, um die Berufsschulstandorte im ländli- chen Raum zukunftssicher zu machen und ein möglichst breites, profiliertes und qualifiziertes Angebot an allen Berufsschulen im ländlichen Raum vorzuhalten? Die Landesregierung setzt sich für die Stärkung der dualen Berufsausbildung sowie die flächen- deckende Versorgung mit beruflichen Schulen bei einem möglichst breiten Berufsangebot ein. Die Notwendigkeit guten Unterrichts in modern ausgestatteten Berufsschulen ist eine wesent- liche Voraussetzung dafür. Weiterhin befürwortet die Landesregierung eine möglichst wohnort- nahe berufliche Ausbildung und damit eine Stärkung des ländlichen Raums. Frage 3.     Wie will die Landesregierung die Erhaltung eines wohnortnahen und breit gefächerten Berufs- schulangebots im Lahn-Dill-Kreis sicherstellen? Das Kultusministerium erarbeitet derzeit unterschiedliche Maßnahmen, die einerseits eine Si- cherung der Unterrichtsqualität durch eine fachgerechte Beschulung und andererseits die Siche- rung der Berufsschulen im ländlichen Raum im Fokus haben. Schon in der vergangenen Legis- laturperiode wurde gemeinsam mit den an der Berufsausbildung beteiligten Akteurinnen und Eingegangen am 29. November 2019 · Bearbeitet am 29. November 2019 · Ausgegeben am 6. Dezember 2019 Herstellung: Kanzlei des Hessischen Landtags · Postfach 3240 · 65022 Wiesbaden · www.Hessischer-Landtag.de
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