Bestandsaufnahme der kulturellen Bildung an hessischen Schulen Teil II

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20. Wahlperiode                                                                    Drucksache 20/746 HESSISCHER LANDTAG                                                                          23. 07. 2019 Kleine Anfrage Elisabeth Kula (DIE LINKE) vom 04.06.2019 Bestandsaufnahme der kulturellen Bildung in hessischen Schulen – Teil II und Antwort Kultusminister Vorbemerkung Kultusminister: Das Hessische Kultusministerium hat in den vergangenen Jahren vielfältige Formate kultureller Bildung an hessischen Schulen etabliert. Diese Formate erweitern die schulischen Angebote, wirken fachlich-inhaltlich sowie systemisch und fördern in besonderer Weise die Lehr- und Lernhaltung. Im Sinne eines ganzheitlichen Bildungskonzepts haben die Künste einen besonde- ren Stellenwert. Sie sensibilisieren und ermöglichen zusätzlich zur Vermittlung von Wissen und Inhalten eine Aktivierung der Schülerinnen und Schüler. Zugleich leisten sie einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen und zur Erfahrung der Selbstwirksamkeit. Aus diesem Grunde ist es der Landesregierung ein besonderes Anliegen, die künstlerischen Fächer mit entsprechendem Fachpersonal auszustatten und Programme kultureller Bildung an hessi- schen Schulen fest im Bildungssystem zu verankern. Dabei sollen möglichst viele Schülerinnen und Schüler Zugänge zu den Künsten erhalten und die Zusammenarbeit von Schule mit Thea- tern, Musikschulen, Museen sowie freien Künstlerinnen und Künstlern gestärkt werden. Bei „Primacanta“ und „ZusammenSpiel Musik“ handelt es sich beispielsweise um zwei der bereits fest etablierten Formate. Sie liefern Impulse für einen modernen Musikunterricht und fördern das aktive Musizieren und Singen. Diese Vorbemerkung vorangestellt, beantworte ich die Kleine Anfrage wie folgt: Frage 1.     In der ersten Phase des Projekts „Zusammenspiel Musik" werden 68 Schulen von 2016 bis 2019 gefördert. Wie viele Schülerinnen und Schüler werden mit den geförderten Projekten er- reicht? Nach Auswertung der Sachberichte 2017/2018 wurden im Projekt ca. 5.100 Schülerinnen und Schüler hessenweit gefördert. Die Abfrage für das Jahr 2018/2019 läuft aktuell. Eine vergleich- bare Zahl wird erwartet. Der Förderschwerpunkt liegt im Bereich der Grundschulen, der För- derschulen sowie der Sekundarstufe I mit besonderem Fokus auf Breitenförderung an Schulen mit erschwertem Zugang zu kultureller Bildung. Frage 2.     Wie viele Anträge waren für das Projekt „ZusammenSpiel Musik" eingegangen? Falls Anträge nicht berücksichtigt wurden: Aus welchen Gründen wurden sie zurückgewiesen? Es haben sich 90 Schulen für das Landesprogramm beworben: 38 Schulen aus dem Vorläufer- programm „Jedem Kind ein Instrument“ (JeKi), 20 Schulen aus dem Vorläuferprogramm „Ko- operation Schule – Musikschule“ und 32 Schulen, die sich neu beworben haben. Der Auswahl lagen folgende Kriterien zugrunde:  Kontinuität der Vorläuferprogramme (Ausnahme: begründete Einzelfälle),  Förderung von Förderschulen und neuen Schulen (Sozialindex, bestehende musikdidaktische Strukturen und Qualität als Kriterien) und  eine regionale Verteilung von allgemein bildenden Schulen und Musikschulen. Unter Beteiligung des Verbands deutscher Musikschulen Hessen wurden nach oben genannten Kriterien 68 Schulen ausgewählt. Eingegangen am 23. Juli 2019 · Bearbeitet am 23. Juli 2019 · Ausgegeben am 26. Juli 2019 Herstellung: Kanzlei des Hessischen Landtags · Postfach 3240 · 65022 Wiesbaden · www.Hessischer-Landtag.de
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2                                   Hessischer Landtag · 20. Wahlperiode · Drucksache 20/746 Frage 3.   In welcher Form und wann sollen die Erfahrungen ausgewertet werden? Von den teilnehmenden Schulen werden jährlich Sachberichte erstellt, die jeweils zeitnah von der Projektkoordination ausgewertet werden. Frage 4.   Welchen Förderbedarf erwartet die Landesregierung für die neue Förderperiode 2019 – 2022? Wie in der ersten Phase liegt die Fördersumme bei 300.000 € pro Haushaltsjahr. Frage 5.   Wie viele Lehrerinnen und Lehrer in Hessen haben eine Zertifizierung als „Primacanta“ er- worben? Es wurden 35 Lehrkräfte zertifiziert. Frage 6.   An welchen Schulen kommt der Aufbauende Musikunterricht zum Einsatz? Da es sich um kein verbindliches Unterrichtskonzept handelt, liegen entsprechende Zahlen nicht vor. Auf eine Abfrage bei den Schulen wurde zur Vermeidung von Verwaltungsaufwand im In- teresse der Konzentration auf die pädagogischen Aufgaben der Lehrkräfte verzichtet. Frage 7.   Welche Schulen in Hessen haben bisher ein Zertifikat als Primacanta-Schule erhalten? (bitte vollständige Auflistung) Ein Zertifizierungsverfahren für Primacanta-Schulen wird aktuell entwickelt. Voraussichtlich ab dem Schuljahr 2020/2021 können sich Schulen für den Zertifizierungsprozess bewerben. Wiesbaden, 19. Juli 2019 In Vertretung: Dr. Manuel Lösel
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