Prävention viraler Erkrankungen und Umgang mit möglichen Infekten und Infektanfälligkeit in Pflegeeinrichtungen usw. Teil I

/ 2
PDF herunterladen
20. Wahlperiode                                                                        Drucksache 20/3339 HESSISCHER LANDTAG                                                                                07. 10. 2020 Kleine Anfrage Claudia Papst-Dippel (AfD) und Arno Enners (AfD) vom 05.08.2020 Prävention viraler Erkrankungen und Umgang mit möglichen Infekten und Infektanfälligkeit in und Antwort Minister für Soziales und Integration Vorbemerkung Fragesteller: Zu Beginn der so genannten Corona-Pandemie wurde in verschiedenen Ländern dazu aufgerufen, sich gegen Influenza impfen zu lassen, da man sich eine gewisse protektive Wirkung versprach. Weiterhin ist bekannt, dass unterschiedliche Vitalstoffe wie z.B. Zink, Selen und besonders die Vitamine D und C eine protektive Wirkung vor Infekten haben. Dazu müssen sie jedoch in mindestens ausreichender Menge vorhanden und ge- gebenenfalls bei erhöhtem Verbrauch oder mangelnder Aufnahme substituiert werden. Des Weiteren gibt es Hinweise darauf, dass ein ausgeglichenes Mikrobiom mit vielen, für den menschlichen Organismus die Gesundheit fördernden Bakterien, auch das Immunsystem gegenüber viralen Erkrankungen stärkt. Die Influenza ist besonders für Senioren und Kinder gefährlich und manche Grippesaison führt zu vielen Todesfällen. Während der Corona-Pandemie waren Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen besonders gefährdet. Eine Prophylaxe sollte schon vor der eigentlichen saisonalen „Grippewelle“ oder den bekannten Verläufen viraler Erkrankungen (z.B. „Sommergrippe“) stattfinden, damit vulnerable Gruppen besser geschützt sind. Diese Vorbemerkung der Fragesteller vorangestellt, beantworte ich die Kleine Anfrage wie folgt: Frage 1.     Wurden in Hessen ebenfalls Empfehlungen zur Grippeimpfung zu Beginn der so genannten Corona- Pandemie gegeben? Hessen unterstützt die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Ein umfassender Impfschutz gemäß den aktuellen STIKO-Empfehlungen kann dazu beitragen, einen guten allge- meinen Gesundheitszustand in der Bevölkerung zu erhalten. Dieser ist in der aktuellen Covid-19- Pandemie besonders wichtig, in der das Gesundheitssystem stark belastet wird. Da besonders Personen über 60 Jahren bzw. Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 haben, sollten diese Personengruppen eine Grippe- und Pneumokokken-Schutzimpfung wahrnehmen. So kann das Risiko einer möglicherweise besonders schwerverlaufenden Mehrfachinfektion mit SARS-CoV-2 reduziert und die Wahrscheinlichkeit für eine stationäre Behandlung im Kranken- haus gesenkt werden. Durch die Nationale Lenkungsgruppe Impfen (NaLI), dessen Vorsitz Hessen innehat, wurden die Vertreter des GKV-Spitzenverbandes und Vertreter der KBV auf den erhöhten Bedarf an Grippe- impfstoff in der kommenden Saison 2020/21 aufmerksam gemacht. Es wurde bei der GKV und KBV angeregt, die Mitglieder auf Landesebene dabei zu bestärken, eine höhere Versorgung mit Grippeimpfstoff in der kommenden Saison bundesweit sicherzustellen. Frage 2.     Wie viele Impfdosen üblicher Grippeimpfstoffe wurden in Hessen in den Monaten Oktober, November und Dezember 2019 und während der ersten Monate 2020 verimpft? Die Grippeimpfung erfolgt über die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Daher kann die Hes- sische Landesregierung keine Aussagen über die Anzahl der verimpften Influenzaimpfstoff-Dosen machen. Eingegangen am 7. Oktober 2020 · Bearbeitet am 7. Oktober 2020 · Ausgegeben am 9. Oktober 2020 Herstellung: Kanzlei des Hessischen Landtags · Postfach 3240 · 65022 Wiesbaden · www.Hessischer-Landtag.de
1

2                                Hessischer Landtag · 20. Wahlperiode · Drucksache 20/3339 Frage 3.  Wie viele Senioren und Bewohner von Pflegeinrichtungen wurden geimpft und wie hat sich die zur Prävention empfohlene Grippe-Impfung ausgewirkt? a) Waren Bewohner von Pflegeeinrichtungen nach verabreichter Impfung geschützt und sind nicht erkrankt? b) Gab es Covid-19-Erkrankungen mit leichtem oder schwerem Verlauf trotz Grippe-Impfung? c) Wenn eine Erkrankung vorlag, wie war der zeitliche Abstand zwischen Impfung und Erkran- kung? Impfungen für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen erfolgen in der Regel durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Angaben zur Anzahl der geimpften Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen liegen der Hessischen Landesregierung nicht vor. Zu Frage 3 a: Siehe Antwort zu Frage 3. Zu Frage 3 b: Ein umfassender Impfschutz gemäß den aktuellen STIKO-Empfehlungen, u.a. der Grippeimpfung kann dazu beitragen, einen guten allgemeinen Gesundheitszustand in der Bevöl- kerung zu erhalten. Dieser ist in der aktuellen Covid-19-Pandemie besonders wichtig, in der das Gesundheitssystem stark belastet wird. Es sind keine wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber bekannt, dass eine Grippeimpfung vor Covid-19 schützt. Zu Frage 3 c: Der Hessischen Landesregierung liegen keine Informationen über den zeitlichen Abstand zwischen Grippeimpfung und Covid-19 Erkrankung vor. Frage 4.  Laut Studien der Psychoimmunologie führen Angst und soziale Isolation zu einer gestörten Gen- expression und darüber zu einer massiven Fehlfunktion des Immunsystems, vielleicht sogar zu dauerhaften Schäden. Welche Studien sind der Landesregierung zu diesem Themenbereich bereits bekannt, werden z.Zt. und aufgrund der verordneten „sozialen Distanzierung“ gemacht oder in Auftrag gegeben? Der Landesregierung liegen die in Fachzeitschriften zu diesem Thema veröffentlichten Studien vor. Die Landesregierung hat hierzu keine Studien in Auftrag gegeben. Wiesbaden, 2. Oktober 2020 Kai Klose
2