Einsatz von Building Information Modeling (BIM) in Hessen

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20. Wahlperiode                                                                        Drucksache 20/3408 HESSISCHER LANDTAG                                                                                05. 11. 2020 Kleine Anfrage Jürgen Lenders (Freie Demokraten) und Oliver Stirböck (Freie Demokraten) vom 17.08.2020 Einsatz von Building Information Modeling (BIM) in Hessen und Antwort Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen Vorbemerkung Fragesteller: Building Information Modeling (BIM) ist eine kollaborative Methode für die Planung, den Bau und den Betrieb von Bauwerken. Die Grundlage von BIM ist ein umfassendes digitales Bauwerksmodell (3D-Computermodell), das um weitere Informationen ergänzt und von allen beteiligten Akteuren genutzt werden kann. Der Einsatz der BIM-Methodik stellt einen wichtigen Schritt für die digitale Transformation der Baubranche dar. So erlaubt es die Nutzung von BIM-Modellen, Bauwerke besser, effizienter und kostengünstiger zu planen und zu reali- sieren. Alle relevanten Daten zum Bauwerk stehen unmittelbar und für alle Projektteilnehmer transparent zur Verfügung. Um den flächendeckenden Einsatz von BIM zu ermöglichen, benötigen alle beteiligten Stellen ausreichend BIM-taugliche Soft- und Hardware und müssen über ausreichende Kompetenzen in der BIM- Methodik verfügen. Aus Sicht der Fragesteller, sollte die Landesregierung den Einsatz der BIM-Methodik in Hessen entschieden vorantreiben. Diese Vorbemerkung der Fragesteller vorangestellt, beantworte ich die Kleine Anfrage im Ein- vernehmen mit dem Minister der Finanzen und der Ministerin für Digitale Strategie und Entwick- lung wie folgt: Frage 1.     Ist Hessen Mobil Mitglied im BIM-Cluster-Hessen? Hessen Mobil ist kein Mitglied des BIM-Clusters, steht aber in Kontakt mit dem BIM-Cluster- Hessen und nimmt regelmäßig an den Veranstaltungen des BIM-Clusters sowie bei Bedarf an den Sitzungen der dortigen Arbeitsgruppen teil. Frage 2.     Bis wann ist ein Volleinstieg in die BIM-Methodik geplant? Ein Regelbetrieb der BIM-Methodik für Bundesfernstraßenmaßnahmen wird durch den derzeit beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in Aufstellung befindli- chen „Masterplan BIM“ ab dem Jahr 2027 vorgesehen. Ob und wann ein darüber hinausgehender Regelbetrieb der BIM-Methodik, beispielsweise für Landesstraßen, realisierbar ist, ist derzeit nicht absehbar. Dies hängt von personellen, strukturellen, technischen und finanziellen Kompo- nenten ab. Ab dem Jahr 2021 Jahr wird Hessen Mobil jedoch über das derzeitige Pilotprojekt B 249, Ortsumgehung Eschwege hinaus jedoch weitere Projekte mit der BIM-Methodik beginnen. Frage 3.     Wie viele Mitarbeiter beschäftigen sich mit BIM? Bei Hessen Mobil beschäftigen sich aktuell ca. 20 Personen mit diesem Thema. Frage 4.     Besitzt die Landesverwaltung/Hessen Mobil ausreichende Computertechnik und personelle Res- sourcen, um mit der BIM-Methodik vollumfänglich arbeiten zu können? Hessen Mobil passt die personellen Ressourcen und die technische Ausstattung schrittweise den Erfordernissen zur Integration von BIM in die Arbeitsprozesse an. Die Schulung und Fortbildung der mit BIM befassten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist ein bereits begonnener und fortlau- fend begleitender Prozess. Eingegangen am 5. November 2020 · Bearbeitet am 5. November 2020 · Ausgegeben am 6. November 2020 Herstellung: Kanzlei des Hessischen Landtags · Postfach 3240 · 65022 Wiesbaden · www.Hessischer-Landtag.de
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2                                   Hessischer Landtag · 20. Wahlperiode · Drucksache 20/3408 Frage 5.   Inwiefern ist das Digitalministerium in die BIM-Strategie eingebunden? Allgemein ist der Bereich der Hessischen Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung im Rahmen des „Verteilten Vorgehens“ des IT-Planungsrats zur Umsetzung des Onlinezugangsge- setzes bei der Umsetzungsstrategie im Themenfeld „Bauen und Wohnen“ beteiligt. Hierzu gehö- ren alle Verwaltungsleistungen im Zusammenhang mit der Planung und der Realisierung von Bauwerken. Diese Erarbeitung dient ebenfalls der digitalen Transformation im Baubereich und unterstützt die Methode BIM. Frage 6.   Sind Pilotprojekte für den Hochbaubereich eingeplant? Wenn ja, wie wird das BIM-Cluster mit eingebunden? Wenn nein, warum nicht? Vor einer externen Vergabe von Architekten- und Ingenieurleistungen wird insbesondere bei grö- ßeren und technisch anspruchsvollen Projekten die Eignung zur Anwendung der BIM-Methode geprüft. Die Planungsleistungen für das erste Hochbauprojekt des Landes mit expliziter Beauftra- gung von BIM-Leistungen werden vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) vo- raussichtlich im dritten Quartal 2020 beauftragt. Der LBIH ist beratend in die Arbeitsgruppen „Hochbau“ und „Recht“ des BIM-Clusters Hessen eingebunden. Das BIM-Cluster ist ein eingetragener Verein, in dem u.a. verschiedene Verbände, Architektur- und Ingenieurbüros, Baufirmen und Privatpersonen Mitglied sind. Eine Einbindung des BIM-Clusters als privater Verein in die laufenden Bauverfahren des staatlichen Hochbaus und in die Pilotmaßnahme ist nicht vorgesehen und darüber hinaus rechtlich problematisch. Frage 7.   Welche Initiativen unternimmt das Land Hessen, damit Städte und Kommunen die BIM-Methodik einsetzen können? Allgemein werden Städte und Kommunen über Förderprogramme wie „Starke Heimat Hessen“ unterstützt, um Zuschüsse für Digitalisierungsvorhaben zu erhalten. Hierzu können selbstver- ständlich auch Vorhaben gehören, die die Umsetzung von BIM-Verfahren als Antragsziel bein- halten. Frage 8.   Welche Fördermittel erhält das BIM-Cluster durch das Land Hessen? Nach dem erfolgreichen Durchlaufen der Initiierungsphase (Fördersumme: 25.000 € aus EFRE- und Landesmitteln), hat das BIM-Cluster am 17. Oktober 2018 einen Antrag auf Förderung der dreijährigen Aufbauphase gestellt. Das Cluster hat Mittel i.H.v. 159.256 € beantragt. Der Be- scheid wurde am 7. Mai 2020 in Höhe von 159.256 € erteilt. Nach dem erfolgreichen Durchlaufen der Aufbauphase ist die Beantragung einer weiteren Verste- tigungsphase möglich. Wiesbaden, 29. Oktober 2020 Tarek Al-Wazir
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