Forschungszentrum Keltenwelt in Glauburg

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20. Wahlperiode                                                                     Drucksache 20/1664 HESSISCHER LANDTAG                                                                             11. 02. 2020 Kleine Anfrage Dr. h.c. Jörg-Uwe Hahn (Frei Demokraten) vom 03.12.2019 Forschungszentrum Keltenwelt in Glauburg und Antwort Ministerin für Wissenschaft und Kunst Vorbemerkung Ministerin für Wissenschaft und Kunst: Das Land und die HessenARCHÄOLOGIE konnten mit der Errichtung eines Museums am Fund- ort der Statue des Keltenfürsten eine äußert erfolgreiche Einrichtung in der Wetterau am Rande des Vogelsbergs etablieren, welche jährlich eine Vielzahl an Besucherinnen und Besuchern an- lockt und eine wichtige Vermittlungsarbeit leistet. Mit dem Ersatz des bestehenden Interims- und einem geplanten Neubau für das Forschungszent- rum soll die wichtige Forschungsarbeit vor Ort weiter intensiviert und mit zeitgemäßer Ausstat- tung noch besser fortgeführt werden können. Diese Vorbemerkung vorangestellt, beantworte ich die Kleine Anfrage im Einvernehmen mit dem Minister der Finanzen und der Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Ver- braucherschutz wie folgt: Frage 1.     Noch im Jahre 2017 wurde auch seitens der Landesregierung gegenüber der Kommunalpolitik po- sitiv diskutiert, das Forschungszentrum Keltenwelt im Ortskern von Glauburg zu errichten. Warum ist von dieser Idee offensichtlich Abstand genommen worden? Bei den Standortüberlegungen für eine angemessene Unterbringung des Forschungszentrums war eine Verlagerung in den Ortskern von Glauberg als eine mögliche Option untersucht worden. Aus funktionalen Zusammenhängen, angesichts der Eigentumsverhältnisse und aufgrund der Ent- fernung zum Forschungsfeld wurde im Einvernehmen mit der Gemeinde Glauburg der Standort in der Ortsmitte nicht weiterverfolgt. Frage 2.     Wenn nunmehr geplant sein sollte, das Forschungszentrum auf dem Glauberg neben dem Kelten- museum zu errichten, auf welchem Platz soll das neue Gebäude entstehen? Der Neubau eines Forschungszentrums ist derzeit als Ersatzbau für das sogenannte „Haus Rich- ter“, welches einsturzgefährdet ist, am Glauberg in unmittelbarer Nachbarschaft zum Museums- gebäude geplant. Frage 3.     Gibt es eine konkrete Zeitplanung und wie sieht diese aus? Wann ist die Eröffnung real möglich? Frage 4.     Welche Kosten werden in welchem Haushaltsjahr entstehen und werden auch Gelder des Bundes oder aus Europa genutzt? Frage 5.     Sind alle notwendigen bauplanungs- und bauordnungsrechtlichen Vorgaben erfüllbar bzw. zu wel- chem Zeitpunkt erfüllt? Die Fragen 3 bis 5 werden aufgrund ihres Sachzusammenhanges gemeinsam beantwortet. Der quantitative und qualitative Bedarf für den Neubau des Forschungszentrums befindet sich im landesinternen Abstimmungsverfahren für Baumaßnahmen nach der Geschäftsanweisung für den Staatlichen Hochbau des Landes Hessen. Derzeit werden die erforderlichen baufachlichen Stel- lungnahmen eingeholt und die bauordnungsrechtlichen Voraussetzungen geprüft. Eingegangen am 11. Februar 2020 · Ausgegeben am 14. Februar 2020 Herstellung: Kanzlei des Hessischen Landtags · Postfach 3240 · 65022 Wiesbaden · www.Hessischer-Landtag.de
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2                                  Hessischer Landtag · 20. Wahlperiode · Drucksache 20/1664 Erst nach Abschluss des Verfahrens sowie Durchführung der erforderlichen Vergaben, eines Re- alisierungswettbewerbs und einer Konkretisierung der Planung können belastbare Kosten, die ge- naue Etatisierung der benötigten Mittel und ein genauer Baubeginn genannt werden. Für diese Hochbaumaßnahme des Landes Hessen sind derzeit noch keine Gelder des Bundes oder aus Europa vorgesehen. Entsprechende Fördermöglichkeiten werden jedoch geprüft und falls möglich eingeworben. Frage 6.    In welcher Form wird die Kommune im Zusammenhang mit dem Dorfentwicklungsprogramm Ikek nunmehr unterstützt, da dieses ja für die Unterbringung des Forschungszentrums im Ortskern Glauburg genutzt werden sollte? Glauburg erhielt im Jahr 2014 die Anerkennung als Förderschwerpunkt im Dorfentwicklungspro- gramm; der Förderzeitraum läuft bis 2023. Im Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzept (IKEK) ist, neben der Sport- und Kulturhalle Glauberg, die Fläche der alten Schule als „Multi- funktionales Dorfzentrum“ in der Ortsmitte immer noch höchste Priorität. So soll Anfang 2020 eine nun vertiefende Planung erstellt werden, um zukünftige Nutzungsmöglichkeiten zu eruieren. Durch die Errichtung des Museums am Glauberg haben die Gemeinde und die Region bereits viel an touristischer Attraktivität gewonnen. Mit der geplanten Errichtung eines Neubaus für das For- schungszentrum am Glauberg wird das Engagement des Landes in der Region weiter fortgesetzt und das Interesse an einer wissenschaftlich fundierten Erforschung der historischen Siedlungsreste nochmals unterstrichen. Wiesbaden, 6. Februar 2020 Angela Dorn
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