Deutscher Bundestag Drucksache 19/28889 19. Wahlperiode 21.04.2021 Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Petra Sitte, Susanne Ferschl, Doris Achelwilm, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE. – Drucksache 19/28142 – Arbeitsbedingungen in der Max-Planck-Gesellschaft Vorbemerkung der Fragesteller Wissenschaft und Forschung brauchen Dynamik und Flexibilität. Wissen- schaftlerinnen und Wissenschaftler und Forschende brauchen verlässliche Be- rufsperspektiven und auskömmliche, familienfreundliche Beschäftigungsbe- dingungen. Für Forschung und wissenschaftlichen Fortschritt sind beide Be- dingungen wichtig. Exzellente Forschung darf nicht nur über negative Anreize gefordert werden. Kreativität, Freiheit der Wissenschaft und eine positive Identifikation mit dem eigenen wissenschaftlichen Arbeiten müssen auch da- durch gefördert werden, dass Forschungseinrichtungen die Spielräume, die ihnen aufgrund langfristiger Finanzierungszusagen zur Verfügung stehen, im Sinne verlässlicher Beschäftigungsverhältnisse ausnutzen. Vorbemerkung der Bundesregierung Bei der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) ist vor dem Jahr 2004 eine Auswer- tung für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aufgrund eines System- wechsels in der Datenstruktur nicht möglich. Daher können für das Jahr 1990 keine Aussagen getroffen werden. Anstelle der Zahlen für das Jahr 2000 wer- den die Angaben ersatzweise für den ersten verfügbaren Stichtag 1. Januar 2004 aufbereitet. 1. Wie viele Personen waren in den Jahren 1990, 2000, 2010 sowie im letz- ten statistisch erfassten Jahr als wissenschaftlich Mitarbeitende bei der Max-Planck-Gesellschaft beschäftigt (bitte sowohl in absoluten Zahlen als auch in Vollzeitäquivalenten angeben)? Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen. Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom 21. April 2021 übermittelt. Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 19/28889 –2– Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. Nachfolgend sind die Zahlen für die Jahre 2004, 2010 und 2020 aufgeführt: MPG 01.01.2004 01.01.2010 31.12.2020 Personen Wissenschaftler 4.206 5.152 6.912 Doktoranden mit Fördervertrag 1.437 1.469 3.411 Stipendiaten 1.935 3.671 542 Summe 7.578 10.292 10.865 MPG 01.01.2004 01.01.2010 31.12.2020 Vollzeitäquivalente (VZÄ) Wissenschaftler 3.809,0 4.575,8 6.258,8 Doktoranden mit Fördervertrag 1.412,2 1.456,1 3.404,1 Stipendiaten 1.929,0 3.661,7 542,0 Summe 7.150,2 9.693,6 10.204,9 2. Wie hoch lagen die Anteile der befristeten bzw. unbefristeten Beschäfti- gungsverhältnisse beim wissenschaftlichen Personal der Max-Planck- Gesellschaft in den Jahren 1990, 2000, 2010 sowie im letzten statistisch erfassten Jahr? Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen. Nachfolgend sind die Angaben für die Jahre 2004, 2010 und 2020 aufgeführt: MPG 01.01.2004 01.01.2010 31.12.2020 Befristungsanteil (in Prozent) Wissenschaftler 63,9 72,0 75,4 Doktoranden mit Fördervertrag 100 100 100 Stipendiaten 100 100 100 3. Wie hoch lagen die Anteile der befristeten bzw. unbefristeten Beschäfti- gungsverhältnisse beim nichtwissenschaftlichen Personal der Max- Planck-Gesellschaft in den Jahren 1990, 2000, 2010 sowie im letzten sta- tistisch erfassten Jahr? Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen. Nachfolgend sind die Angaben für die Jahre 2004, 2010 und 2020 aufgeführt: MPG 01.01.2004 01.01.2010 31.12.2020 Befristungsanteil (in Prozent) Nichtwissenschaftlich 24,6 25,1 20,2 Beschäftigte 4. Wie viele der von der Max-Planck-Gesellschaft geförderten Forschungs- projekte hatten eine Laufzeit von drei Jahren oder weniger (bitte in abso- luten Zahlen und anteilmäßig angeben)? 5. Wie viele der von der Max-Planck-Gesellschaft geförderten Forschungs- projekte hatten eine Laufzeit von einem Jahr oder weniger (bitte in abso- luten Zahlen und anteilmäßig angeben)? Die Fragen 4 und 5 werden im Zusammenhang beantwortet.
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode –3– Drucksache 19/28889 Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. Nach Kenntnis der Bundesregierung betreiben die derzeit 86 Max-Planck- Institute und Einrichtungen langfristig angelegte Grundlagenforschung. Die MPG ist keine Forschungsförderorganisation. Die Einzelprojekte sowie auch die Programme unterstützen die Mission der MPG. Dabei sind die zentral ge- förderten Projekte im Rahmen der wettbewerblichen Mittel nur ein kleiner Aus- schnitt des gesamten Forschungsportfolios der Wissenschaftlerinnen und Wis- senschaftler der MPG. Die Projekte sind zwar hinsichtlich ihrer Laufzeit befris- tet, werden aber nicht in jedem Fall mit befristetem Personal durchgeführt. Die Laufzeit eines einzelnen Projekts wird in den meisten Fällen von den Wissen- schaftlerinnen und Wissenschaftlern bei der Antragstellung selbst definiert. Die MPG-internen Programme laufen in der Regel länger als drei Jahre. Die Ausnahmen Otto-Hahn-Gruppen und Minerva Fast Track sind mit ihren Lauf- zeiten auf drei Jahre (plus optionale Verlängerung bei Otto-Hahn-Gruppen) be- grenzt, da sie einen gezielten Karrierebaustein darstellen. Kooperationen zwi- schen Einrichtungen der MPG und der Fraunhofer-Gesellschaft haben eine Laufzeit von vier Jahren. 6. Welche Tarifverträge fanden im letzten statistisch erfassten Jahr für wel- che Beschäftigtengruppen der Max-Planck-Gesellschaft Anwendung? Nach Kenntnis der Bundesregierung fanden in der MPG nachstehende Tarifver- träge Anwendung: – TVöD Bund und diesen ergänzende Tarifverträge – TVAöD für Auszubildende – TVPöD für Praktikanten 7. Welche Beschäftigtengruppen der Max-Planck-Gesellschaft wurden im letzten statistisch erfassten Jahr außer- bzw. nicht tariflich entlohnt? Nach Kenntnis der Bundesregierung betraf dies die folgenden Beschäftigten- gruppen: – Beschäftigte mit einem außertariflichen Entgelt nach Nr. 8 (3) der Bewirt- schaftungsgrundsätze der MPG i. V. m. den Vorgaben des Bundesministe- riums des Innern, für Bau und Heimat – Ortskräfte in den Instituten und Einrichtungen der MPG im Ausland – Promovierende mit Promotionsfördervertrag gem. Nr. 10.2 (1) der Bewirt- schaftungsgrundsätze der MPG (Berechnungsbasis: TVöD) – studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte gem. Nr. 10.2 (3) der Bewirt- schaftungsgrundsätze der MPG i. V. m. der TdL-Richtlinie – Praktikanten gem. Nr. 10.2 (4) der Bewirtschaftungsgrundsätze der MPG i. V. m. der Praktikantenrichtlinie Bund – Dual Studierende gem. Nr. 10.3 der Bewirtschaftungsgrundsätze der MPG i. V. m. der Richtlinie des Bundes für duale Studiengänge und Masterstudi- engänge – Beschäftigte mit beamtenrechtsähnlichen Anstellungsverträgen gem. Nr. 8 (1) und (2) und Anlagen zu Nr. 8 (1) bzw. (2) der Bewirtschaftungsgrund- sätze der MPG
Drucksache 19/28889 –4– Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. 8. Wie hoch war der Anteil der außer- bzw. nicht tariflich entlohnten Be- schäftigten an der Gesamtbeschäftigtenzahl der Max-Planck-Gesellschaft im letzten statistisch erfassten Jahr? Nach Angaben der Max-Planck-Gesellschaft wurden im Jahr 2020 über 99 Pro- zent aller Beschäftigten auf der Grundlage der in den Antworten zu den Fragen 6 und 7 genannten Tarifverträge, des Bundesbesoldungsgesetzes, der Richtlini- en der Tarifgemeinschaft deutscher Länder oder sonstiger Vergütungsregelun- gen entlohnt. 9. Wie hoch war der Frauenanteil am wissenschaftlichen Personal der Max- Planck-Gesellschaft in den Jahren 1990, 2000, 2010 sowie im letzten sta- tistisch erfassten Jahr? Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen. Nachfolgend sind die Angaben für die Jahre 2004, 2010 und 2020 aufgeführt: MPG 01.01.2004 01.01.2010 31.12.2020 Frauenanteil (in Prozent) Wissenschaftler 23,3 27,4 32,3 Doktoranden mit Fördervertrag 38,8 41,0 40,0 Stipendiaten 35,5 37,5 35,6 10. Wie hoch war der Frauenanteil am Verwaltungspersonal der Max- Planck-Gesellschaft im letzten statistisch erfassten Jahr? Die Anteile nach Angaben der Max-Planck-Gesellschaft können der folgenden Tabelle entnommen werden: MPG 31.12.2020 Frauenanteil (in Prozent) Technik 39,1 Administration 68,5 Gesamt nichtwissenschaftlich Beschäftigte 55,1 11. Wie hoch war der Frauenanteil an Leitungspositionen im wissenschaft- lich-forschenden Bereich der Max-Planck-Gesellschaft im letzten statis- tisch erfassten Jahr (bitte nach Leitungsfunktionen aufschlüsseln)? Die Anteile nach Angaben der Max-Planck-Gesellschaft können der folgenden Tabelle entnommen werden: MPG 31.12.2020 Frauenanteil (in Prozent) W3-Wissenschaftler 17,8 W2-Wissenschaftler 36,3 TVöD-Wissenschaftler 32,8 (inkl. Gruppenleitungen) Gruppenleitungen 22,1
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode –5– Drucksache 19/28889 Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. 12. Wie hoch war der Frauenanteil an Leitungspositionen im Verwaltungsbe- reich der Max-Planck-Gesellschaft im letzten statistisch erfassten Jahr (bitte nach Leitungsfunktionen aufschlüsseln)? Die Anteile nach Angaben der Max-Planck-Gesellschaft können der folgenden Tabelle entnommen werden: MPG 31.12.2020 Frauenanteil (in Prozent) Verwaltungsleiter der Max-Planck-Institute 43,4 Leitungspositionen in der Generalverwaltung 47,1 13. Wie hoch war der Frauenanteil an allen befristet Beschäftigten der Max- Planck-Gesellschaft im letzten statistisch erfassten Jahr? Nach Kenntnis der Bundesregierung lag der Frauenanteil an allen befristet Be- schäftigten (Mitarbeitende mit Arbeitsvertrag über alle Personalkategorien) der MPG im Jahr 2020 bei 41,8 Prozent. 14. Auf welche Summen beliefen sich in den Jahren 1990, 2000, 2010 sowie im letzten statistisch erfassten Jahr die Gesamtzuwendungen des Bundes an die Max-Planck-Gesellschaft? Die Zuwendungen des Bundes (institutionelle Förderung und Projektmittel) nach Angaben der MPG können der folgenden Tabelle entnommen werden. Für das Jahr 1990 liegen keine Daten zu Projektmitteln vor. Die institutionellen Zu- wendungen des Bundes beliefen sich 1990 auf 241 Mio. Euro. Jahr Zuwendung des Bundes an die MPG in Euro 2000 475.653.361 2010 686.954.243 2020 1.091.812.429 15. Auf welche Summe beliefen sich die jährlichen Zuwendungen des Bun- des an die Max-Planck-Gesellschaft in den letzten zehn statistisch erfass- ten Jahren jeweils, und welchen Anteil machten die Bundeszuwendungen jeweils am Gesamtetat der Max-Planck-Gesellschaft aus? Die Zuwendungen und der Anteil des Bundes (institutionelle Förderung und Projektmittel) nach Angaben der MPG können der folgenden Tabelle entnom- men werden: Zuwendung in Euro Anteil Jahr Gesamt Bund (in Prozent) 2011 1.505.540.070 715.425.981 48 2012 1.581.552.625 749.969.719 47 2013 1.677.749.646 782.232.201 47 2014 1.714.543.103 806.495.583 47 2015 1.811.646.139 849.780.798 47 2016 1.823.448.184 886.105.832 49 2017 1.876.512.815 929.157.374 50 2018 1.926.422.108 974.845.626 51
Drucksache 19/28889 –6– Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. Zuwendung in Euro Anteil Jahr Gesamt Bund (in Prozent) 2019 1.988.332.746 1.030.536.466 52 2020 2.091.827.311 1.091.812.429 52
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Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de ISSN 0722-8333