auf die Kleine Anfrage - Drucksache 20/2689 - Autonomes Fahren im ländlichen Raum
Anlage 1 Jahr Projektname Beschreibung Umfang Ergebnisse Projektträ- Ressort und Art der ger Förderung Förderung Mobilitäts-Plattform und App, Gewinner (Anteilsfi- Deutscher Mobilitätspreis 2020, Gewinner In- nanzie- novationspreis Reallabore 2020 rung)) 01.01.18- Urban Move Innerstädtische Mobilitätsplatt- rd. 1,9 Mio. Entwicklung und Erprobung einer innerstäd- DLR-Pro- BMWK 31.12.20 form auf Basis autonomer Pe- Euro (Vor- tischen Mobilitätsplattform auf Basis autono- jektträger, opleMover (https://urban- wettbe- mer PeopleMover. Die fahrerlosen Elektro- Bonn move.ac/) werbliche busse sollen das klassische ÖPNV-Angebot er- FuE-Förde- weitern, indem Fahrgäste unabhängig von rung (An- Haltestellen und Fahrplänen den PeopleMo- teilsfinan- ver über eine App-basierte Lösung nutzen zierung)) 2008 SIM-TD-FAB In SIM-TD werden wesentliche Rd. 19,7 Ziel des Vorhabens SIM-TD war es, sowohl die PT-TÜV BMWK Voraussetzungen für eine nachhal- Mio. Euro Sicherheit als auch den Verkehrsfluss im Stra- tige Steigerung der Verkehrseffizi- ßenverkehr durch die Vernetzung von Fahr- enz und Erhöhung der Sicherheit zeugen und Infrastruktur zu verbessern. im Straßenverkehr durch Car2X Zu diesem Zweck sind in dem gemeinsam mit Kommunikation entwickelt und dem BMBF geförderten und vom BMVBS un- bereitgestellt. Dazu werden Kom- terstützten Vorhaben bestehende technische munikations- und Testsysteme so- Standards für die Funkkommunikation (lo- wie zugehörige Anwendungen kale ad-hoc-Kommunikation, Mobilfunk) konzipiert und entwickelt. Ziel ist derart weiterentwickelt worden, dass in ei- es, Technologien und Funktionen nem großräumigen Testfeld im Rhein-Main- der fahrzeugbezogenen Kommuni- Gebiet sicherheitsrelevante Informationen kation in einem kundennahen sowie Informationen zur aktuellen groß- und Umfeld zu validieren (Skalierbar- kleinräumigen Verkehrssituation zwischen keit, Wirksamkeit, Kundennutzen). einer Vielzahl von Fahrzeugen und Infra- In einem Feldtest werden unter strukturen ausgetauscht werden konnten. Alltagsbedingungen die Wirkungs- Insgesamt sind 17 Funktionen entwickelt und potentiale von kommunikations- mit einer großen Testflotte (mehr als 120 basierten Anwendungen sowie Fahrzeugen) im o.g. Testfeld auf ihre Seite 44 von 82
Anlage 1 Jahr Projektname Beschreibung Umfang Ergebnisse Projektträ- Ressort und Art der ger Förderung Betreibermodelle und Einfüh- Funktionalität und Wirkung hin untersucht rungsszenarien untersucht und be- worden. Der Feldversuch hat gezeigt, dass die wertet. Funktionen und das dafür aufgebaute C2X- Der Ast. koordiniert den Verbund Kommunikationssystem unter Alltagsbedin- und leitet das AP Fahrzeugintegra- gungen technisch stabil funktionieren und tion, die Funktionsgruppe lokale wirken. Unter anderem konnte der Vorteil Gefahrenwarnung sowie die Um- der Erweiterung der Sicht des Fahrers in kriti- setzung der Stauendewarnung. An- schen und unüberschaubaren Situationen forderungen, Testszenarien und durch C2X-Kommunikationssysteme im Versuchsplanung werden aus dem Feldversuch bestätigt werden. Blickwinkel der lokalen Gefahren- Insbesondere bei der Funktion "Elektroni- warnung erstellt. Weitere Schwer- sches Bremslicht" konnte die positive Sicher- punkte bilden die Integration der heitswirkung festgestellt werden, wenn sich Funktionen und Kommunikati- mehrere Fahrzeuge zwischen dem eigenen onssysteme in die ASt.-eigene und dem bremsenden Fahrzeug befinden - Fahrzeugarchitektur, Umsetzung eine typische Gefahrensituation, die durch und Inbetriebnahme der Versuchs- klassische Sensoren aufgrund der Verdeckung zentrale sowie Durchführung von des bremsenden Fahrzeugs nur zum Teil Versuchen mit eigenen Testfahr- adressiert werden kann. Der Fahrer hat durch zeugen, Datenerhebung und -aus- die Funktion einen erweiterten Sichthorizont wertung. und somit mehr Zeit, um auf Gefahren zu rea- Bei erfolgreichem Funktions- und gieren. Im Projekt zeigten sich frühere Brems- Wirkungsnachweis sollen die Er- zeitpunkte, die dem Unfallrisiko deutlich ent- gebnisse Grundlage für Ast.-spezi- gegenwirken. Ähnlich positive Ergebnisse ha- fische Entwicklungen von kom- ben sich beispielsweise bei der Funktion munikationsbasierten Anwendun- "Kreuzungs- und Querverkehrsassistent" er- gen der Verkehrssicherheit und - geben, welche nach den Auswertungen mehr effizienz sein. als die Hälfte aller Testfahrer gern im Privat- fahrzeug nutzen würden. Bei einer Ausstat- tung aller Fahrzeuge mit dem simTD-System, könnten nachweislich 54 Prozent der Unfälle Seite 45 von 82
Anlage 1 Jahr Projektname Beschreibung Umfang Ergebnisse Projektträ- Ressort und Art der ger Förderung im Kreuzungsbereich verhindert werden. Bei der simTD-Funktion "Baustelleninformati- onssystem" konnten nicht nur durch recht- zeitiges Warnen das Risiko eines Auffahrun- falls signifikant verringert, sondern auch der Verkehrsfluss gesteigert werden, da die simTD-Fahrzeuge ihre Geschwindigkeit früh- zeitig reduzierten und den Fahrstreifen wech- selten. Hier konnte auch nachgewiesen wer- den, dass Fahrzeuge, die nicht mit der simTD- Technologie ausgestattet waren, von dieser Funktion profitierten. Diese Beispiele alleine zeigen schon unter der Berücksichtigung, dass die Automobilherstel- ler sich in einem Memorandum of Under- standing auf die Einführung der Technologie geeinigt haben, dass das Vorhaben wesentli- che Beiträge zu den im Verkehrsforschungs- programm "Mobilität und Verkehrstechnolo- gien" definierten Zielen der Bereiche "Mobili- tät für Menschen im 21. Jahrhundert" und "Intelligente Infrastruktur" geleistet hat. Gestützt werden die Ergebnisse durch volks- wirtschaftliche Bewertungen, die im Rahmen des Projektes ebenfalls durchgeführt worden sind und positive Nutzen-Kosten-Faktoren aufzeigen. Des Weiteren sind wesentliche Erkenntnisse zur C2X-Kommunikationsübertragung aus dem Projekt in die internationale Standardi- sierung eingebracht worden. Seite 46 von 82
Anlage 1 Jahr Projektname Beschreibung Umfang Ergebnisse Projektträ- Ressort und Art der ger Förderung 2009 Ko-FAS - Ko-TAG Das Projekt Ko-TAG wird gemein- Rd. 8,2 Mio Das Projekt Ko-FAS - Ko-TAG strebt die Rea- PT-TÜV BMWK sam von führenden Fahrzeugher- Euro lisierung und Applikation neuer kooperativer stellern, einem Zulieferer und Sensorsysteme an. Sie sollen dabei hohe Qua- namhaften Forschungsinstituten litätsanforderungen bezüglich der Lokalisie- als Verbundprojekt im Rahmen der rung erfüllen und eine zweifelsfreie Klassifi- Ko-FAS Initiative bearbeitet. Es zierung von Objekten ermöglichen und benö- strebt die Realisierung und Appli- tigen dabei keine direkte Sichtverbindung kation neuartiger, kooperativer zum Zielobjekt. Diese herausragenden Eigen- Sensorsysteme an. Kooperative schaften machen kooperative Sensorsysteme Sensorsysteme erfüllen preiswert allen bekannten Systemen der Fahrumge- höchste Qualitätsanforderungen bungserfassung überlegen. an die Präzision der Lokalisierung, ermöglichen eine zweifelsfreie Die Funktionalität dieses Transpondersys- Klassifizierung und benötigen tems konnte als Projektergebnis mit einer gu- keine direkte Sichtverbindung zum ten Performance dargestellt werden. Die Ver- Zielobjekt. Diese herausragenden kehrssicherheit kann durch ein derartiges Eigenschaften machen kooperative System in verschiedenen Einsatzszenarien Sensorsysteme allen bekannten (Fahrzeugseitig und Infrastrukturseitig) ge- Systemen der Fahrumgebungser- steigert werden. Aus diesem Grund leistet das fassung überlegen und empfehlen Projekt einen Beitrag zur Erfüllung der för- sie als preiswerte, universelle derpolitischen Ziele dieses Programmes. Schlüsselkomponente für eine Vielzahl neuartiger Komfort- und Sicherheitsapplikationen in allen Fahrzeugklassen. 2009 Ko-FAS - Ko-PER Ziel von Ko-PER ist eine Verringe- Rd. 6,4 Mio. Im Rahmen des Projekts Ko-PER sollte auf PT-TÜV BMWK rung von Kreuzungsunfällen und Euro Basis von fahrzeuglokalen sowie infrastruk- Unfallarten im Längsverkehr, die turgebundenen Sensoren ein konsistentes einen hohen prozentualen Anteil und möglichst vollständiges Gesamtbild des an Schwerverletzten und schwer- Fahrumfeldes insbesondere an Unfallschwer- wiegenden Sachschäden punkten erstellt werden. Hierfür wurde im Seite 47 von 82
Anlage 1 Jahr Projektname Beschreibung Umfang Ergebnisse Projektträ- Ressort und Art der ger Förderung aufweisen. Durch das Forschungs- Rahmen des Vorhabens u.a. ein neuralgischer vorhaben soll auf Basis von fahr- Verkehrsknoten mit infrastrukturbasierter zeuglokalen sowie von infrastruk- Sensorik aufgebaut sowie Fahrzeuge tech- turgebundenen Sensoren ein kon- nisch ausgerüstet. sistentes und möglichst vollständi- ges Gesamtbild des Fahrumfeldes Ergebnisse der sensorischen infrastruktursei- insbesondere an Unfallschwer- tigen Wahrnehmung (KOoperative PERzep- punkten erstellt werden. Hierfür tion) wurden an andere Fahrzeuge kommuni- wird im Rahmen des Vorhabens ziert und einer fahrzeugübergreifenden Sens- u.a. ein neuralgischer Verkehrs- ordatenfusion unterworfen. knoten mit infrastrukturbasierter Sensorik aufgebaut. Ergebnisse die- Das Projekt adressierte Schlüsselfragen zu- ser sensorischen Wahrnehmung künftiger automobiler Sicherheitssysteme. (KOoperative PERzeption) sollen Viele Ergebnisse des Projektes führen direkt an andere Fahrzeuge kommuni- und kurzfristig zu wesentlichen Produktver- ziert und einer fahrzeugübergrei- besserungen, beispielsweise beim präventiven fenden Sensordatenfusion unter- Fußgängerschutz, der Sensordatenfusion, der worfen werden. Heterogene Aus- automobilen Bildverarbeitung und beim Ent- stattungsgrade lokaler Fahrzeug- wurf sicherheitskritischer Fahrzeugelektro- gruppen können durch Übermitt- nik. Aus diesem Grund leistet das Projekt ei- lung der Wahrnehmungsergeb- nen Beitrag zur Erfüllung der förderpoliti- nisse benachbarter Fahrzeuge schen Ziele des 3. Verkehrsforschungspro- kompensiert werden. So sollen z. B. grammes. höherwertig ausgestattete Fahr- zeuge solchen, die lediglich über eine Kommunikationseinheit ver- fügen, ihre Fahrumfeldwahrneh- mungen mitteilen. Zu den Aufgaben des Projektpart- ners zählen der Aufbau und Betrieb Seite 48 von 82
Anlage 1 Jahr Projektname Beschreibung Umfang Ergebnisse Projektträ- Ressort und Art der ger Förderung von Fahrzeug-Versuchsträgern, die Formulierung der Anforderungen und Spezifikation der kooperativen Wahrnehmungssysteme, Fahr- zeugfunktionen und MMI Ausle- gungen, die Integration der Sen- sor-, Kommunikations- und MMI- Module sowie der Test und die Evaluierung der kooperativen Funktionen im Fahrbetrieb. 2009 Ko-FAS - Ko-KOMP Das Projektvorhaben Ko-KOMP ist Rd. 3,3 Mio. Im Rahmen des Projektes Ko-KOMP sollten PT-TÜV BMWK ein Teil der Ko-FAS Initiative. Die Euro Methoden, Komponenten und Werkzeuge er- Ko-FAS Initiative verfolgt das Ziel, stellt werden, mit denen die im Rahmen der die Basis für neuartige kooperative beiden Ko-FAS Verbundprojekte Ko-PER und Sicherheitssysteme zu legen, die zu Ko-TAG entwickelten kooperativen Sicher- einem unfallfreien Verkehr beitra- heitssysteme bewertet werden können. gen. Im Projekt Ko-KOMP werden Hierzu wurden die integrierten Schutzsys- innovative, auf kooperativer Sen- teme in verschiedenen realen und virtuellen sorik basierende Komponenten Testverfahren erprobt und deren Wirksam- und Werkzeuge für die Unfallver- keit mittels verschiedenster Simulationsana- meidung und Unfallfolgenmilde- lysen erforscht. Auf Basis der ermittelten rung erforscht und erprobt. Wei- Wirksamkeit dieser Systeme wurde über neue terhin werden Testmethoden zur Modellansätze überprüft, welcher volkswirt- Evaluierung integrierter, koopera- schaftliche Mehrwert durch Unfallvermei- tiver Sicherheitssysteme erforscht dung oder -folgenmilderung erzielt werden und die Wirksamkeit von Fahr- kann. zeugsicherheitsmaßnahmen auf Basis kooperativer Sensortechno- Im Rahmen von Ko-KOMP wurden aus dem logie überprüft. Eine intermodu- Umfeld der Fahrzeuge und den fahrzeugeige- lare Simulationsumgebung soll die nen Sensoren entstehende Informationen Echtzeitsimulation über Fahrumfeld und Fahrdynamik für die Seite 49 von 82
Anlage 1 Jahr Projektname Beschreibung Umfang Ergebnisse Projektträ- Ressort und Art der ger Förderung sicherheitskritischer Use Cases un- gezielte Auslösung präventiver Schutzmaß- ter Berücksichtigung realer Kom- nahmen verwendet, Eingriffe in die Längs- munikationsverbindungen ermög- und Querführung von Fahrzeugen erforscht lichen. und als Funktionsumfang exemplarisch in Versuchsträger implementiert, sowie die Schutzpotentiale von kooperativen Fahrzeug- sicherheitssystemen bewertet. Darüber hin- aus wurde die Qualität und Verfügbarkeit von Kommunikationsverbindungen zwischen Verkehrsteilnehmern in realer Verkehrsum- gebung erforscht. Hiermit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung der för- derpolitischen Ziele des 3. Verkehrsfor- schungsprogrammes. 2012 UR:BAN KA Ziel der Forschungsinitiative Rd. 16 Mio. Das Projekt UR:BAN - Kognitive Assistenz PT-TÜV BMWK UR:BAN ist es, innovative Fahrer- Euro (KA) verfolgte das Ziel, Fahrerassistenzsys- assistenz- und Verkehrsmana-ge- teme zu entwickeln, die die Verkehrssicher- mentsysteme für urbane Räume zu heit im urbanen Raum verbessern. Die spezi- entwickeln, zu testen und deren fischen Gegebenheiten des urbanen Raums Beitrag zur Verbesse-rung der Si- mit vielfältiger Umgebungskomplexität und cherheit und Effizienz zu bewerten. verstärktem Auftreten von schwächeren Ver- Ein weiterer Aspekt ist die Betrach- kehrsteilnehmern stellten dabei besondere tung des Menschen mit seinen Herausforderungen. Das Verbundprojekt bil- vielfältigen Rollen im Verkehrssys- det eine von drei eigenständigen Projektsäu- tem. In der Projektsäule „Kognitive len in dem übergreifenden Forschungsansatz Assistenz" (UR:BAN KA) soll ein er- UR:BAN. heblicher Beitrag zur Erhö-hung der Sicherheit im innerstädtischen In fünf Teilprojekten wurden zu ausgesuch- Verkehr geleistet werden. Hierfür ten städtischen Fahrsituationen Systeme pro- sollen neuartige Technologien ent- totypisch umgesetzt und bewertet. Eine wickelt werden, die insbesondere Grundvoraussetzung für sicherheitsrelevante Seite 50 von 82
Anlage 1 Jahr Projektname Beschreibung Umfang Ergebnisse Projektträ- Ressort und Art der ger Förderung eine umfassende Wahrnehmung Fahrerassistenzfunktionen im Innenstadtbe- des komplexen Verkehrsgesche- reich ist eine robuste Wahrnehmung, Model- hens mit Rundumsicht erlauben. lierung und Interpretation des komplexen Besondere Berücksichtigung sollen Verkehrsgeschehens. Die Thematik wurde im dabei Fußgänger und Radfahrer so- Teilprojekt "Umgebungserfassung und Um- wie die Abschätzung deren Verhal- feldmodellierung" angegangen sowie umge- tens finden. Ziel ist eine kontinu- setzt und diente als Querschnittsfunktion für ierliche Unterstützung des Fahrers die entwickelten urbanen Assistenzsysteme. in komplexen Verkehrssituationen Im Teilprojekt "Schutz von schwächeren Ver- wie z.B. Engstellen, Gegenverkehr kehrsteilnehmern" wurde die Rundumsicht und Spurwechsel. um die zuverlässige Erkennung von Fußgän- Daimler leitet die Projektsäule gern und Radfahrern sowie deren Verhalten UR:BAN-KA und die beiden Teil- ergänzt und darauf aufbauend vorausschau- projekte ‚Umgebungserfassung ende Assistenzsysteme entwickelt. Im Teil- und Umfeldmodellierung’ und projekt "Kollisionsvermeidung durch Auswei- ‚Schutz von schwächeren Ver- chen und Bremsen" widmeten sich die Ver- kehrsteilnehmern’.Ausgehend von bundpartner den kritischen Situationen im hochauflösenden Stereokameras urbanen Verkehr, in denen nur noch durch und Radarsensoren entwickelt ein Manöver des letzten Augenblicks ein Un- Daimler robuste Wahrnehmungs- fall vermieden werden kann, und entwickel- algorithmenund eine generische ten entsprechende unterstützende Assistenz- Szeneninterpretation für das kom- funktionen. Um solche kritischen Situationen plexe Verkehrsgeschehen im In- im meist engen urbanen Raum von vorneher- nenstadtbereich. Besonderer Au- ein zu verhindern, wurden im Teilprojekt "Si- genmerk gilt den Fußgängern und chere Quer- und Längsführung in der Stadt" Radfahrern, den sogenannten verschiedene Systeme, die den Fahrer konti- schwächeren Verkehrsteilneh- nuierlich entlasten untersucht und prototy- mern. Eine wichtige Anwendung pisch umgesetzt. Eine Beurteilung der in ist der Spurwechselassistent, der UR:BAN-KA entwickelnden kognitiven Assis- im Stadtverkehr mit engen Wech- tenzsysteme hinsichtlich Wirkpotenzial und sellücken eingesetzt werden soll. Feldeffektivität sowie in Bezug auf rechtliche Seite 51 von 82
Anlage 1 Jahr Projektname Beschreibung Umfang Ergebnisse Projektträ- Ressort und Art der ger Förderung Fragestellungen wurde im querschnittlichen Teilprojekt "Wirkfeld, Effektivität, Recht" durchgeführt. 2012 UR:BAN VV Ziel der Forschungsinitiative Rd. 13,8 Das Projekt UR:BAN VV konzipierte und de- PT-TÜV BMWK UR:BAN ist es, innovative Fahrer- Mio. Euro monstrierte Applikationen, die im urbanen assistenz- und Verkehrsmanage- Raum das intelligente Zusammenspiel von mentsysteme für urbane Räume zu Straßeninfrastruktur und Fahrzeugen zur Op- entwickeln, zu testen und deren timierung der Verkehrseffizienz und gleich- Beitrag zur Verbesserung der Si- zeitiger Senkung des Emissionsausstoßes zum cherheit und Effizienz zu bewerten. Ziel haben. Der als Projektergebnis entstan- Ein weiterer Aspekt ist die Betrach- dene Leitfaden für die Einrichtung kooperati- tung des Menschen mit seinen ver Systeme auf öffentlicher Seite adressiert vielfältigen Rollen im Verkehrssys- die Kommunen und soll diese bei der Einfüh- tem. In der Projektsäule „Mensch rung von kooperativen Systemen unterstüt- im Verkehr" (UR:BAN-MV) werden zen. Durch das Zusammenspiel von Applika- konzeptuelle und methodische tionsentwicklung auf der einen und Hand- Fragestellungen bearbeitet. Durch lungsempfehlungen auf der anderen Seite un- gezielte Gestaltung der Fahrer- terstützte das Projekt UR:BAN VV die Umset- Fahrzeug-Interaktion soll für un- zung der Ziele des 3. Verkehrsforschungspro- terschiedliche Fahrer eine ent- gramms "Mobilität und Verkehrstechnolo- spannte, effiziente und sichere gien" der Bundesregierung. Fahrt im urbanen Raum erreicht werden. Diese Interaktionslösun- Insbesondere trug das Projekt zu einer effizi- gen beruhen auf grundlegenden enteren Nutzung der Verkehrsinfrastruktur experimentellen Studien sowie auf bei. Damit ordnet sich das Vorhaben in die innovativen technischen Lösungen Programmsäule "Intelligente Infrastruktur" im Bereich der Mensch-Maschine- des Forschungsprogramms ein. Unter dem Interaktion und Verhaltensprädik- Begriff "Intelligente Infrastruktur" werden tion. Neuartige Simulationskon- technologische und organisatorische Innova- zepte sollen diese Entwicklung rea- tionen für eine effizientere Ausnutzung be- litätsnah und effizient stehender Verkehrsinfrastrukturen Seite 52 von 82
Anlage 1 Jahr Projektname Beschreibung Umfang Ergebnisse Projektträ- Ressort und Art der ger Förderung unterstützen. beschrieben. Zur Umsetzung dieser Ziele wur- Die TU München mit den Lehr- den insbesondere die Entwicklung und der stühlen für Ergonomie und Ver- Einsatz von neuen Informations- und Kom- kehrstechnik ist an den Teilprojek- munikationstechnologien (IKT) zur Naviga- ten Simulation und Mensch-Ma- tion und Verkehrslenkung genannt. Wesentli- schine-Interaktion beteiligt. che Handlungsfelder sind in diesem Zusam- Schwerpunkte im TP Simulation menhang die erweiterte Informationsbereit- liegen auf der Modellierung der In- stellung aus der Infrastruktur, das koopera- terkation der unterschiedlichen tive Verkehrsmanagement und das Zusam- Verkehrsteilnehmer, aus methodi- menwirken von Infrastruktur und Fahrzeu- scher Sicht auf der Vernetzung von gen. simulierten Verkehrsteilnehmern sowie der Durchführung von em- pirischen Studien in diesem Be- reich. Der Schwerpunkt im TP MMI liegt auf der Entwicklung ei- nes integrierten Anzeigekonzepts, das im statischen Fahrsimulator zum Einsatz kommt. 2012 UR:BAN MV Ziel der Forschungsinitiative Rd. 10,4 Das Projekt UR:BAN – Mensch im Verkehr PT-TÜV BMWK UR:BAN ist es, innovative Fahrer- Mio. Euro (MV) verfolgte das Ziel, die technischen Ent- assistenz- und Verkehrsmanage- wicklungen im Bereich der Fahrerinforma- mentsysteme für urbane Räume zu tion (UR:BAN VV) und Fahrerassistenz entwickeln, zu testen und deren (UR:BAN KA) an den Eigenschaften, Bedürf- Beitrag zur Verbesserung der Si- nissen und Fähigkeiten der Menschen in den cherheit und Effizienz zu bewerten. verschiedenen Rollen im städtischen Verkehr Ein weiterer Aspekt ist die Betrach- auszurichten. In UR:BAN MV wurden innova- tung des Menschen mit seinen tive Ansätze entwickelt, welche den Fahrer in vielfältigen Rollen im Verkehrssys- seiner Leistungsfähigkeit unterstützen, Situa- tem. In der Projektsäule „Mensch tionen im urbanen Raum rechtzeitig zu er- im Verkehr" (UR:BAN-MV) werden kennen, korrekt zu interpretieren und Seite 53 von 82