Bayerischer Landtag 14. Wahlperiode Drucksache 14/8675 26.02.2002 Schriftliche Anfrage Der Nitratbericht Bayern zielt auf Vorsorge und beschreibt großräumig den Zustand der natürlichen Trinkwasserres- des Abgeordneten Gartzke SPD source „Grundwasser“ in Bayern. Er veranschaulicht in ers- vom 13.12.2001 ter Linie die Situation und Entwicklung der Nitratgehalte des für Trinkwasserzwecke gewonnenen Grundwassers und lie- Nitratkonzentration im Trinkwasser in Mittelfranken fert damit einen landesweiten Überblick über die Rohwas- serqualität der öffentlichen Wasserversorgung. Die Staatsregierung hat mit Datum September 2001 den Nitratbericht für den Berichtszeitraum 1996 bis 1999 vorge- Der Nitratbericht Bayern soll den kommunalen Vorhabens- legt. trägern und der Verwaltung als Informations- und Entschei- dungsgrundlage (Controlling-Instrument) in der Gesamt- Nach diesem Nitratbericht sind 1999 in Mittelfranken 90,7 % schau dienen. Gezielte Teilauswertungen für die sieben der Trinkwassergewinnungsanlagen unter 25 mg/pro Liter, Regierungsbezirke Bayerns, die 18 bayerischen Planungsre- 3,2 % im Bereich 25 bis 50 mg/pro Liter, 1,8 % im Bereich gionen und die bayerischen Landkreise/kreisfreien Städte 40 bis 50 mg/pro Liter und 4,4 % über 50 mg/pro Liter. ergänzen das Informationsbild zur „regionalen“ Nitratbelas- tung im Grundwasser (Rohwasser für die Trinkwasserge- In diesem Zusammenhang frage ich die Staatsregierung, wie winnung). Da Sanierungsmaßnahmen nicht beim Verbrau- sich diese Werte bei den Trinkwassergewinnungsanlagen cher oder im Verteilungsnetz ansetzen können, wird beim mit einem Grenzwert über 25 mg/pro Liter auf die einzelnen Nitratbericht Bayern auf eine Zuordnung und Auswertung Gemeinden in Mittelfranken aufteilen? der mehr als 4.000 bayerischen Wassergewinnungsanlagen auf einzelne Gemeinden oder gar Ortsteile verzichtet. Solche 1. In welchen Gemeinden oder Ortsteilen wird der Wert von Auswertungen wären mit einem ganz erheblichen Verwal- 50 mg/pro Liter überschritten? tungsaufwand verbunden, ohne dass sich damit die Informa- tions- und Aussagequalität für die Nitratsanierung erhöhen 2. In welchen Gemeinden oder Ortsteilen liegen die Grenz- würde. Zudem versorgen sich Kommunen häufig aus mehre- werte im Bereich von 40 bis 50 mg/pro Liter? ren unterschiedlichen Wassergewinnungsanlagen, deren Versorgungszonen oft nicht mit den Verwaltungsgrenzen 3. In welchen Gemeinden oder Ortsteilen liegen die Grenz- (Gemeinden und Ortsteile) übereinstimmen. werte im Bereich von 25 bis 40 mg/pro Liter? Die im Vorspann der schriftlichen Anfrage genannten Pro- 4. In welchen Gemeinden oder Ortsteilen musste Wasser zentzahlen beziehen sich nach dem Nitratbericht nicht auf mit über 50 mg/pro Liter an die Verbraucherinnen und die Anzahl der in Mittelfranken vorhandenen Trinkwasser- Verbraucher in Mittelfranken abgegeben werden? gewinnungsanlagen, sondern viel mehr auf die Mengenan- teile der nach Umweltstatistik 1999 insgesamt in Mittelfran- ken geförderten Rohwassermenge von rd. 119 Mio. Kubik- meter (siehe Seite 23 des Nitratberichts Bayern). Davon wie- sen rd. Antwort • 90,7 % Nitratgehalte unter 25 mg pro Liter, des Staatsministeriums für Landesentwicklung und Um- • 3,2 % Nitratgehalte zwischen 25 mit 40 mg pro Liter, weltfragen • 1,8 % Nitratgehalte zwischen 40 mit 50 mg pro Liter vom 30.01.2002 und • 4,4 % Nitratgehalte über 50 mg pro Liter auf. Die schriftliche Anfrage beantworte ich im Einvernehmen Diese Zahlen zum „Rohwasser“ sind nicht zu verwechseln mit dem StMEGV wie folgt: mit den Angaben zum „Reinwasser“, dem an die Verbrau- cherinnen und Verbraucher abgegebenen Trinkwasser (siehe Zu 1. bis 3.: zu 4.). Der vom Landesamt für Wasserwirtschaft unter Mitwirkung Zu 4.: der Gesundheitsabteilungen der Landratsämter, des Landes- 11 von insgesamt 351 in Mittelfranken betrachteten Wasser- amts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (früher: gewinnungsanlagen gaben 1999 Wasser mit Nitratgehalten Landesuntersuchungsämter für das Gesundheitswesen), der über 50 mg pro Liter, dem Grenzwert nach der Trinkwasser- Landwirtschaftsämter, der Wasserwirtschaftsämter und der verordnung, an Verbraucherinnen und Verbraucher ab. Dies Regierungen erstellte Nitratbericht Bayern vom Sept. 2001 entspricht 0,1 % der insgesamt in Mittelfranken geförderten beschreibt die Belastungen des für Trinkwasser geförderten Wassermenge. Im Einzelnen waren davon folgende Anlagen Grundwassers in den Jahren 1996 mit 1999. betroffen:
Seite 2 Bayerischer Landtag · 14. Wahlperiode Drucksache 14/8675 Wassergewinnungsanlagen Versorgungsunternehmen Stadt-/Landkreis 1 Steinersdorf Stadtwerke Stadt AN 2 Strüth, Meier- u. Veitsquelle Landesversicherungsanstalt Stadt AN (nur Brauchwasser) Ofr. und Mfr. 3 Voggendorf Markt Bechhofen Landkreis AN 4 Larrieden Feuchtwangen, WBV Larrieden Landkreis AN 5 Brandfeld Stadt Leutershausen Landkreis AN 6 Rückersdorf Markt Lichtenau Landkreis AN 7 Bechhofen bei Windsbach Neuendettelsau, Wasserversorgungsgem. Landkreis AN Bechhofen 8 Am Geißberg Neuendettelsau, Wasserversorgungsgem. Wernsbach Landkreis AN 9 Wippendorf Gemeinde Weihenzell Landkreis AN 10 Jobstgreuth Markt Erlbach, Wassergenossenschaft Jobstgreuth Landkreis NEA 11 Hirschneuses Markt Neuhof a. d. Zenn Landkreis NEA