Bayerischer Landtag 16. Wahlperiode Drucksache 16/3997 01. 04. 2010 Schriftliche Anfrage abschnitten, die den Außenästen zugerechnet werden, da die- se keinen durchgehenden 20-Minuten-Takt haben. des Abgeordneten Dr. Christian Magerl BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Diese Begriffe werden von MVV GmbH und S-Bahn Mün- vom 28.10.2009 chen ebenso verwendet. Fahrgastzahlen der Münchner S-Bahn-Linien Zu 2. a) und b): Die Anzahl der Reisenden in den Jahren 2001 und 2007, auf- Ausgehend von der Beantwortung meiner Anfrage „Maß- grund der Erhebungen der MVV GmbH, sind in der nachfol- nahmen zur weitgehenden Abschaffung des Stolpertakts im genden Tabelle dargestellt: Bereich der Münchner S-Bahn“ (Drs. 16/2169) frage ich die Reisende Reisende Staatsregierung: Streckenabschnitt 2001 2007 Pulling – Freising 4.500 4.300 1. Welche Abschnitte welcher Linien werden als „stadt- Hebertshausen – Petershausen 5.700 6.100 fern“ definiert? Malching – Mammendorf 1.300 2.500 Schöngeising – Geltendorf 4.150 5.400 2. a) Wie hoch ist das Passagieraufkommen in diesen Steinebach – Herrsching 4.100 5.600 „Außenästen“ auf den Linien, die keinen durchgehen- Possenhofen – Tutzing 3.500 4.150 den 20-Minuten-Takt haben? Buchenhain – Wolfratshausen 6.500 7.100 b) Wie haben sich diese Zahlen in den vergangenen zehn Ottenhofen – Erding 6.100 6.800 Jahren entwickelt? Sauerlach – Holzkirchen 3.450 5.450 Grafing-Stadt – Ebersberg 3.200 5.000 3. a) Wie hoch ist das Passagieraufkommen in den „Außen- Dürrnhaar – Kreuzstraße 1.600 1.150 ästen“ auf den Linien, die einen durchgehenden 20-Mi- nuten-Takt haben? Für einen weiter zurückliegenden Zeitraum liegen aufgrund b) Wie haben sich diese Zahlen in den vergangenen zehn sehr unterschiedlicher Erhebungsmethoden keine vergleich- Jahren entwickelt? baren Nachfragedaten vor. 4. Wie hoch wäre der zusätzliche finanzielle Aufwand, für Zu 3. a) und b): alle Linien einen durchgehenden 20-Minuten-Takt ein- Nur Streckenabschnitte, die keinen durchgehenden 20-Minu- zurichten? ten-Takt haben, werden zu den sog. Außenästen gerechnet. 5. Aufgrund welcher Gutachten kommt die Staatsregie- Zu 4.: rung zu der Erkenntnis, „der verkehrliche Nutzen für ei- Eine genaue Bezifferung der Mehrkosten wäre erst nach nen 20-Minuten-Takt auf den Außenästen“ wäre „zu Verhandlungen mit der S-Bahn München möglich. Zudem gering“? ist noch nicht geklärt, ob bei eingleisigen Strecken unter den gegebenen Voraussetzungen ein 20-Minuten-Takt überhaupt 6. Wer hat diese Gutachten wann erstellt, und wie wurden realisierbar wäre. Sehr grob geschätzt würden sich die jähr- die Ergebnisse ermittelt? lichen Kosten in einem Rahmen von etwa 5 bis 10 Mio. € be- wegen. Zu 5. und 6.: Zu diesen Themen sind der Staatsregierung keine Gutachten Antwort bekannt, insbesondere sind keine Gutachten in Auftrag ge- des Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, geben worden. Das Gebot der wirtschaftlichen und spar- Verkehr und Technologie samen Verwendung der Haushaltsmittel verpflichtet die vom 26.02.2010 Bayerische Staatsregierung, die Erteilung von Gutachtens- aufträgen auf das unerlässliche Maß zu beschränken. Der Zu 1.: Staatsregierung stehen mit der Bayerischen Eisenbahngesell- Der Begriff „stadtfern“ wird im Zusammenhang mit S-Bahn- schaft, die sich in diesen Fragen stets eng mit der MVV planungen typischerweise nicht verwendet. Vielmehr sind die GmbH abstimmt, ausreichend Sachverstand zur Verfügung, stadtfernen Linien gleichzusetzen mit denjenigen Strecken- um derartige Fragen selbst beantworten zu können. Drucksachen, Plenarprotokolle sowie die Tagesordnungen der Vollversammlung und der Ausschüsse sind im Internet unter www.bayern.landtag.de - Parlamentspapiere abrufbar. Die aktuelle Sitzungsübersicht steht unter www.bayern.landtag.de Aktuelles/Sitzungen/Tagesübersicht zur Verfügung.