Manöver und militärische Übungen im Jahre 1989
Niedersächsischer Landtag — Elfte Wahlperiode Drucksache 11/4148 Antwort auf eine Kleine Anfrage — Drucksache 11/3984 — Betr.: Manöver und militärische Übungen im Jahre 1989 Wortlaut der Kleinen Anfrage des Abg. Trittin (Grüne) vom 5. 6. 1989 Wie jedes Jahr, so berühren auch 1989 wieder zahlreiche größere und kleinere militä- tische Manöver und Übungen Niedersachsen. Ich frage die Landesregierung: 1. Welche und wie viele für 1989 geplante Manöver und Übungen sind der Landesre- gierung bisher bekannt? 2. In welchen Teilen Niedersachsens werden sie jeweils stattfinden? 3. Wie viele Soldaten welcher Nationalität werden mit welchen Fahrzeugen und wel- chem Gerät jeweils beteiligt sein? 4. Welche Anstrengungen hat die Landesregierung bisher unternommen, um die Manövertätigkeit 1989 in Niedersachsen weiter zu reduzieren? Antwort der Landesregierung Niedersächsisches Innenministerium Hannover, den 30. 6. 1989 — 53.2 — 15505/02 — Zu 1: Nach dem Ergebnis der Koordinierungsverhandlungen beim Bundesminister der Ver- teidigung sind im Jahre 1989 24 Übungen mit 2000 und mehr Teilnehmern in Nieder- sachsen oder unter Einbeziehung von Teilen des Landes geplant. Sie teilen sich in 11 Gefechts- und 13 Stabstahmen/Fernmeldeübungen auf. Die beiden größten Übungen sind die Heeresübung „Offenes Visier‘ des I. GE Korps vorn 12. 9. bis 20. 9. 1989 und das Manöver zweier britischer Brigaden unter der Be- zeichnung „Key Flight‘ vom 1. 9. bis 30. 9. 1989, das Niedersachsen allerdings nur in der Zeit vom 25. 9. bis 29. 9. 1989 berührt. Zu 2: Um Doppelbelastungen zu vermeiden, sind die Übungen im Rahmen der Koordinie- rung auf sämtliche Landesteile zeitlich und räumlich verteilt worden. Die beiden unter 1. genannten Manöver finden in folgenden Räumen statt:
Niedersächsischer Landtag — Elfte Wahlperiode Drucksache 11/4148 — „Offenes Visier“ im nord-östlichen Teil Niedersachsens (im wesentlichen im Regie- rungsbezirk Lüneburg) unter Einbeziehung der Truppenübungsplätze — „Key Flight‘ in den südlichen Landesteilen (Regierungsbezirke Braunschweig und Hannover) und Ostwestfalen. Zu 3: Zur Zeit liegen lediglich die Zahlen für die beiden o.a. Großübungen vor. Die Heeresübung „Offenes Visier‘ wurde im Vorgriff auf die neue ab 1990 geltende Übungskonzeption der Bundeswehr entgegen der ursprünglichen Planung sowohl im Teilnehmerbereich als auch in der Übungsdauer erheblich reduziert. An ihr werden nunmehr 35500 Soldaten der Bundeswehr und rd. 3500 Soldaten der niederländischen, britischen und belgischen Streitkräfte mit 15000 Räderfahrzeugen, 1200 Schützenpanzern, 800 Panzern und 230 Hubschraubern beteiligt sein. Die Ge- fechtshandlungen erstrecken sich nur noch auf einen Zeitraum von 3,5 Tagen. An der britischen Übung „Key Flight‘‘ nehmen 8813 britische und 20 Soldaten der Bundeswehr mit rd. 1650 Räderfahrzeugen, 520 leichten Aufklärungspanzern, 143 Panzern und 30 Geschützen teil. Außerdem ist der Einsatz von 62 Hubschraubern vor- gesehen. Zu 4: Die Landesregierung ist ständig bemüht, in engem Kontakt mit dem Bundesminister der Verteidigung und den verbündeten Streitkräften eine Reduzierung der Manövertä- tigkeit zu erreichen. Die ab 1990 geltende neue Manöverkonzeption der Bundeswehr, die die Zahl der Groß- übungen mit Volltruppe im freien Gelände um mehr als die Hälfte reduzieren wird, ist auch auf niedersächsische Anstöße zurückzuführen. Die Landesregierung hat auch gegenüber der NORTHAG zum Ausdruck gebracht, daß- sie von den verbündeten Streitkräften eine Angleichung an das neue Übungskonzept der Bundeswehr erwartet. Stock 2 (Ausgegeben am 25. 7. 1989)