Schädigung und Verkleinerung des Upjever Forstes wegen des NATO-Flugplatzes

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Niedersächsischer Landtag — Elfte Wahlperiode Drucksache 11/2896

Antwort auf eine Kleine Anfrage
— Drucksache 11/2615 —

Betr.: Schädigung und Verkleinerung des Upjever Forstes wegen des NATO-Flugplat-
zes

Wortlaut der Kleinen Anfrage des Abg. Kempmann (Grüne) vom 30. 5. 1988

Der Upjever Forst ist durch zunehmende Waldschäden und die wachsende Ausdehnung
des darin liegenden NATO-Flugplatzes in seinem Bestand bedroht. Insbesondere in der
Einflugschneise des Flugplatzes werden von Experten starke Schädigungen des Baumbe-
standes befürchtet.

Vom Upjever Forst angefertigte Infrarot-Fotos wurden m. W. mit Hinweis auf den darin
liegenden NATO-Flugplatz aus Sicherheitsgründen nicht freigegeben.

Ich frage die Landesregierung:

1. Wieviel Fläche des Upjever Forstes wurde seit dem Bau des Flugplatzes während des
„Dritten Reiches‘ in welchen Etappen für Flughafenerweiterungen zerstört?

2. Welche weiteren Vergrößerungen mit wieviel abzuholzendem Wald sind vor-
geschen?

3. Wieviel Fläche des Forstes liegt im Bereich der Einflugschneise, und wie hoch ist dort
die Flugdichte

a) täglich,

b) zu Zeiten von Manövern und Übungen?

4. Wann werden die angesprochenen Infrarotaufnahmen und ihre wissenschaftliche
Auswertung für die Öffentlichkeit freigegeben?

5. Welche Schäden, aufgeschlüsselt nach Waldarten, sind bei der Auswertung der Auf-
nahmen festgestellt worden?

6. Wie hoch ist im Vergleich zum übrigen Forst die Schädigung des Waldes in der Ein-
flugschneise des Flughafens?
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_ Niedersächsischer Landtag — Elfte Wahlperiode Drucksache 11/2896

 

Antwort der Landesregierung

Der Niedersächsische Minister des Innern Hannover, den 22. 8. 1988
— 54 — 455 — 15120 — 1/1 —

Zu 1:

Zur Anlage und Erweiterung des Flugplatzes Upjever wurden folgende Flächen der
Forstverwaltung in Anspruch genommen:

1936 = 137 ha
1955 = 104ha
1984 = 15ha.
Zu 2:

Nach Auskunft der Wehrbereichsverwaltung II ist eine Erweiterung des Flugplatzes
nicht geplant.
Zu 3:

In der Einflugschneise liegen ca. 21ha Wald, der forstwirtschaftlich nicht genutzt wird
und mit Birkenstockausschlag bestanden ist.

Nach Mitteilung der Wehrbereichsverwaltung H können zu den Flugbewegungen keine
genauen Angaben gemacht werden, da der Flugbetrieb außer vom Wetter auch von den
jeweiligen Ausbildungsvorhaben usw. abhängig ist.

Zu &:

Die Ergebnisse der Luftbildbefliegung 1983 sind und die von 1987 werden in Kürze
veröffentlicht.

Eine Freigabe von einzelnen Luftbildern ist nicht vorgesehen. Aufgrund der Lage der
Bildstreifen sind vom Flugplatz Upjever nur Randbereiche beflogen worden.

Zu 5:

Die Auswertung der Luftbildbefliegung 1983 und 1987 für den Landkreis Friesland hat
bisher folgendes Bild ergeben:

Fichte Kiefer

über 60 Jahre über 60 Jahre

1983 ohne Schäden = 1,5 % 68%
1987 ohne Schäden = 0,4% _
1983 Schadstufe 1 und 2 = 91,5% 29%
1987 Schadstufe 1 und 2 = 92% _
1983 Schadstufe 3 und 4 = 75% 3%
= 2,3% _

1987 Schadstufe 3 und 4

Da die jungen Bestände deutlich geringer geschädigt sind als Altbestände, wurden nur
die über 60jährigen Bestände ausgewertet. Die Auswertung der Infrarotbefliegung 1987
ist noch nicht abgeschlossen.
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Niedersächsischer Landtag — Elfte Wahlperiode Drucksache 11/2896

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Zu 6

Da die Baumartenverteilung zwischen Einflugschneise und restlicher Waldfläche unter-
schiedlich ist, kann ein Vergleich nicht gezogen werden. Zudem liegt die Einflugschnei-
se nicht in der vollen Luftbildbefliegung.

In Vertretung
Haaßengier

(Ausgegeben am 6. 9. 1988) 3
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