Niedersächsischer Landtag — Elfte Wahlperiode Drucksache 11/2421
Antwort auf eine Kleine Anfrage
— Drucksache 11/2172 —
Betr.: Unterrichtsfehl an den berufsbildenden Schulen im Landkreis Leer
Wortlaut der Kleinen Anfrage des Abg. Boekhoff (SPD) vom 18. 2. 1988
Im Landkreis Leer ist das BGJ flächendeckend eingeführt. Während des BG] ist ein
Vollunterricht der Schülerinnen und Schüler notwendig. Die Schülerzahlen sind in der
Region Leer kaum rückläufig. Die Mitglieder der BVN-Lehrerverbände und deren Ein-
zelverbände äußern große Besorgnis über den pauschalen Einstellungsstopp an den Be-
rufsschulen. Besondere Engpässe bestehen im Landkreis Leer in den Berufsfeldern Agrar
und Hauswirtschaft. Das Fehl beträgt an der BBS I Leer 20,2 % und an der BBS II Leer
18,7%.
Ich frage die Landesregierung:
1. Wann ist mit der Aufhebung des pauschalen Einstellungsstopps an den Berufsschu-
len zu rechnen?
2. Wann wird das Unterrichtsfehl an den BBS I und BBS II in Leer beseitigt?
Antwort der Landesregierung
Der Niedersächsische Kultusminister Hannover, den 28. 3. 1988
— 01 — 01 420/5 — 11/2172 —
An der BBS I Leer werden die Berufsfelder Wirtschaft und Verwaltung, Ernährung und
Hauswirtschaft sowie Agrarwirtschaft, an der BBS II Leer die übrigen Berufsfelder des
gewerblichen Bereichs geführt.
Am letzten Erhebungsstichtag (15. 11. 1987) betrug die Unterrichtsversorgung im theo-
retischen Unterricht an der BBS I 79,5% und an der BBS II 80,4%.
Damit lag die Unterrichtsversorgung geringfügig unter dem Landes- und Bezirksdurch-
schnitt.
Wegen des Defizites in den Berufsfeldern Ernährung und Hauswirtschaft sowie Agrar-
wirtschaft ist während des Einstellungsstopps zu Beginn dieses Schuljahres im Rahmen
der nur für berufsbildende Schulen zugelassenen Einstellungsmöglichkeiten an den
BBS I und Il je eine Lehrkraft des höheren Dienstes und als Ersatzeinstellung Anfang
November 1987 eine weitere Lehrkraft an der BBS II eingestellt worden. Darunter be-
fand sich je eine Lehrkraft der Fachrichtung Hauswirtschaft und Agrarwirtschaft.
Niedersächsischer Landtag — Elfte Wahlperiode \ Drucksache 11/2421
Bei künftigen Einstellungen kann der erhebliche Rückgang der Schülerzahlen in den
Berufsfeldern Ernährung und Hauswirtschaft sowie Agrarwirtschaft nicht unberücksich-
tigt bleiben.
Im Berufsfeld Ernährung und Hauswirtschaft sind die Schüler-Anmeldezahlen von
1985 bis 1988 um 47%, im Berufsfeld Agrarwirtschaft um 38% zurückgegangen.
Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, ist schon aus diesem Grunde in absehbarer Zeit
mit einer Entspannung der Situation zu rechnen.
Der fachpraktische Unterricht kann im wesentlichen voll erteilt werden.
Dieses vorausgeschickt, beantworte ich die Fragen wie folgt:
Zu 1:
Im Jahre 1989.
Zu 2:
Das Unterrichtsfehl wird sich in den nächsten Jahren sowohl durch zurückgehende
Schülerzahlen als auch durch Einstellungen in den Mangelfachrichtungen und -fächern
verringern. Eine völlige Beseitigung dürfte nicht vor Mitte der 90er Jahre möglich sein,
da nicht in allen Bereichen entsprechend qualifizierte Lehrer zur Verfügung stehen.
In Vertretung
Schaede
2 (Ausgegeben am 21. 4. 1988)