Zukunft der Bundesbahnstrecke Buchholz - Soltau

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Niedersächsischer Landtag — Elfte Wahlperiode Drucksache 11/726

 

Antwort auf eine Kleine Anfrage
— Drucksache 11/569 —

Betr.: Zukunft der Bundesbahnstrecke Buchholz — Soltau
Wortlaut der Kleinen Anfrage der Abg. Dr. Ahrens, Ravens (SPD) vom 19. 1. 1987

Die Bundesbahnstrecke auf dem Abschnitt zwischen Buchholz und Soltau („Heide-
bahn“) befindet sich nach wie vor im gesetzlichen Verfahren zur Einstellung und Um-
stellung auf eine nicht-schienengebundene Bedienung. Bürger, Kommunen und Ver-
bände der Region bemühen sich seit Jahren um die Verhinderung dieser Absichten
(u.a. Aktionskreis „Rettet die Heidebahn“).

Auf der Grundlage eines Antrages der Fraktion der SPD hat der Niedersächsische Land-
tag am 13. 6. 1985 eine Entschließung „Verhinderung von Streckenstillegungen der
Deutschen Bundesbahn in Niedersachsen“ gefaßt (Drs 10/4445), in der die Landesre-
gierung u. a. aufgefordert wurde:

„— die Deutsche Bundesbahn und die Bundesregierung zu veranlassen, auf einigen
ausgewählten und von Stillegungen bedrohten Strecken (z.B. Soltau-Schneverdingen-
Buchholz) im Regional- und Nahverkehr Modellversuche, z.B. durch den Einsatz
kostengünstiger Einmannbetriebswagen einzurichten und die dafür erforderlichen In-
vestitionen unverzüglich zu tätigen.“

Wir fragen die Landesregierung: _

1. In welcher Entscheidungsphase befindet sich die o.2. Bundesbahnstrecke, und wie
beurteilt die Landesregierung die Chancen für den Erhalt dieser Strecke für den Per-
sonen- und Güterverkehr?

2. Welche Mafinahmen hat sie seit Verabschiedung der Landtagsentschließung eingelei-
tet, um im Sinne dieser Entschließung die Bedienung der Strecke attraktiver und
kostengünstiger zu gestalten?

3. Hält sie die Aufrechterhaltung des Schienenpersonennahverkehrs auf dieser Strecke
für regionalpolitisch notwendig und geboten?

Antwort der Landesregierung

Der Niedersächsische Minister Hannover, den 24. 2. 1987
für Wirtschaft, Technologie und Verkehr
— 01.2 — 57.00 —

Zu Lund 2:

Die Niedersächsische Landesregierung hat den Vorstand der DB gebeten, ein Modell zu
errechnen, wie mit einem optimalen Schienenverkehrsangebot im Pendelverkehr zwi-
schen Soltau und Buchholz die derzeitig schwache Nachfrage vergrößert werden könne.
Dabei sollte auch eine Neugestaltung der bestehenden Buslinien sowie eine Rationali-
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sierung der Infrastruktur mit einbezogen werden. Weiterhin wurde vorgeschlagen, die
Schienenanbindung bis Harburg zu verlängern, um dadurch eine direkte Anbindung
ohne umzusteigen an das Hamburger $-Bahnnetz zu erhalten.

Der Vorstand der Deutschen Bundesbahn hat daraufhin die Bundesbahndirektion
Hamburg beauftragt, eine derartige Modelluntersuchung unter Einbeziehung der Lei-
stungen aller Verkehrsträger vorzunehmen. Nach diesen Modelluntersuchungen wird

* dann eine nachprüfbare Entscheidung darüber zu fällen sein, wie die Verkehrsbedie-
nung dieses Raumes unter vertrerbaren wirtschaftlichen Bedingungen am besten gestal-
tet werden kann. Die DB hat zugesagt, daß die Umstellungsmaßnahme bis dahin zu-
rückgestellt wird.

Eine von der Bundesbahndirektion Hamburg eingesetzte Arbeitsgruppe, in der auch
die beteiligten Kommunen vertreten sind, will abschließende Ergebnisse noch im ersten
Halbjahr 1987 vorlegen.

Ohne dem Ergebnis der Untersuchung bei der BD Hamburg vorgreifen zu wollen, sieht
die Landesregierungg gute Chancen für den Erhalt des Personennahverkehrs auf dieser
Strecke, wenn es gelingt, ein integrales ÖPNV-Angebot zu erstellen.

Zu 3:
Ja.

Hirche

(Ausgegeben am 6. 3. 1987)
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