Niedersächsischer Landtag — 13. Wahlperiode Drucksache 13/3366
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Kleine Anfrage mit Antwort
Wortlaut der Kleinen Anfrage
der Abg. Frau Körtner (CDU), eingegangen am 3. 9. 1997
Betr.: Lehrkräftezuweisung und Schülerzahlentwicklung im Landkteis Hameln-
Pyrmont zum Schuljahresbeginn 1997/98
Laut vorliegenden Prognosezahlen des Niedersächsischen Kultusministeriums steigen vom
Schuljahresbeginn 1996/97 zum Schuljahresbegion 1997/98 die Schülerzahlen an allgemein-
bildenden und berufsbildenden Schulen zusammen in Niedersachsen emeut an, diesmal um
über 24000 Schülerinnen und Schüler, Die Landesregierung hat jedoch erneut bei steigenden
Schülerzahlen Lehrerstellen gestrichen, diesmal im Haushaltsjahr 1997 710 volle Stellen.
Zum 1. 2. 1997 sind lediglich 50 Sonderschullehrerstellen und 50 Berufsschullehrerstellen
ausgeschrieben worden, die nur mit Teilzeitangestellten auf Zweidtittel- bzw. Dreiviertel-
Basis besetzt worden sind.
Ich frage die Landesregierung:
1. Wie viele Lehrkräfte mit wie vielen Lehrerstunden sind zum Schuljahresbeginn 1997/98
im Landkreis Hameln-Pyrmont (ohne Feuerwehrlehrkräfte, differenziert nach allgemein-
bildenden und berufsbildenden Schulen) eingestellt worden?
2. Wie viele Lehrkräfte mit wie vielen Lehterstunden sind im Schuljahr 1996/97 bzw. zum
Schuljahresbeginn 1997/98 (differenziert nach allgemeinbildenden und berufsbildenden
Schulen) im Landkreis Hameln-Pyrmont ausgeschieden?
3. Wie hat sich die Zahl der Schülerinnen und Schüler im Landkreis Hameln-Pyrmont ge-
mäß der zum 8. 9. erhobenen Schulstatistiken vom Schuljahresbeginn 1996/97 zum
Schuljahresbeginn 1997/98 entwickelt (differenziert nach allgemeinbildenden und be-
rufsbildenden Schulen)?
(An die Staatskanzlei übersandt am 11. 9. 1997 - 11/721 - 969)
Antwort der Landesregierung
Niedersächsisches Kultusministerium Hannover, den 30. 10. 1997 .
— 01 - 01 420/5 - 11/721 — 969 —
Zum Schuljahresbeginn 1997/98 sind 925 Einstellungsmöglichkeiten für Lehrkräfte im Be-
reich der allgemeinbildenden Schulen und 76 im Bereich der berufsbildenden Schulen be-
kanntgegeben worden. Die durch die Einstellungen auf Zweidtittel- bzw. Dreiviertelstellen
im Jahre 1997 „freigewordenen“ Mittel sind in vollem Umfang wieder der Sicherung der
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Unterrichtsversorgung zur Verfügung gestellt worden. Da in Frage 2 nach den insgesamt im
Schuljahr 1996/97 ausgeschiedenen Lehrkräften gefragt wird, sind bei der Beantwortung von
Frage 1 auch die 94 Ersatzeinstellungen an den allgemeinbildenden Schulen und die 50 im
Bereich der berufsbildenden Schulen, die bereits im Laufe des Schuljahres 1996/97 vorge-
- nommen worden sind, hinzuzurechnen.
Durch die Erhöhung des eigenverantwortlichen Unterrichts für die Auszubildenden im
Vorbereitungsdienst, die Kürzung der Freistellungen für Personalräte um ca. 9000 Stunden
(rd. 350 Lehrerstellen) und die Reduzierung der Altersermäßigung im Umfang von ca. 250
Lehrerstellen sind weitere Lehrer-Ist-Stunden in die Schulen gekommen, die die Untertichts-
versorgung stabilisieren. Mit diesen Maßnahmen konnte erreicht werden, daß die Anzahl der
Lehrer-Ist-Stunden gegenüber dem vergangenen Schuljahr nicht nur gehalten, sondern sogar
geringfügig angehoben werden konnte.
Da es sowohl Aufgabe des Niedersächsischen Kultusministeriums als auch der Bezirksregie-
rungen ist, dafür zu sorgen, daß in den einzelnen Bezirksregierungen bzw. Landkreisen eine
insgesamt ausgeglichene Unterrichtsversorgung erreicht wird, können die in der Kleinen
Anfrage abgefragten Daten nur begrenzt aussagekräftig sein. Bezogen auf den jeweils letzten
Stichtag der Statistik und die Prognosen zum Schuljahresbeginn gab es „besser“ und
„schlechte“ versorgte Schulformen und Gebiete. Demzufolge wurden Einstellungsmöglich-
keiten vorrangig dort bekanntgegeben, wo eine geringere Unterrichtsversorgung zu erwarten
war, während in den besser versorgten Gebieten entsprechend weniger Einstellungen erfol-
gen werden. Nur so ist ein gerechter Ausgleich in ganz Niedersachsen zu erreichen.
Die in der Kleinen Anfrage erfragten Zahlen zur Schülerzahlentwicklung und zu ausschei-
denden sowie neueingestellten Lehrkräften ermöglichen noch keine Aussage zur rechneri-
schen Untertichtsversorgung im Schuljahr 1997/98. Da darüber hinaus noch Beurlaubungen,
Stundenreduzierungen, Abordnungen und Versetzungen von Lehrkräften, sowie die o.a.
Maßnahmen in die Berechnungen einzubeziehen sind, ist ein Vergleich der in der Kleinen
Anfrage abgefragten Daten für die Berechnung der Unterrichtsversorgung allein nicht aussa-
gekräftig. Entscheidend sind die zum Schuljahresbeginn in den einzelnen Bereichen vorhan-
denen Schülerzahlen, die daraus resultierenden Lehrer-Soll-Stunden und die Lehrer-Ist-
Stunden, die sich erst aus der Summe aller Personalmaßnahmen ergeben.
Nach den jetzt vorliegenden Daten zur rechnerischen Untertichtsversorgung der allgemein-
bildenden Schulen liegt die Versorgung des Landkreises Hameln-Pyrmont um einen Pro-
zentpunkt unter dem Landesdurchschnitt. Die Abweichung ist im wesentlichen darauf zu-
rückzuführen, daß ein Teil der Daten über das Ausscheiden von Lehrkräften erst nach den
Ausschreibungen der Lehrerstellen zum Schuljahresbeginn 1997/98 bekannt geworden ist,
so daß die Bezirksregierung nicht mehr durch Stellenzuweisungen auf diese Situation reagie-
ren konnte. Der Ausgleich für nicht vorhergesehene Planungsdifferenzen erfolgt normaler-
weise zum nächsten Einstellungstermin. Kurzftistig erfolgt die Einstellung einer Lehrkraft
mit 21,0 Stunden nach den Herbstfeien 1997. Der weitere Ausgleich, um den Landkreis in
seiner Versorgung an den Landesdurchschnitt heranzuführen, wird zum nächsten Einstel-
lungstermin am 1. 2. 1998 vorgenommen werden, und zwar durch die Zuweisung von 17
Lehrkräften mit voraussichtlich insgesamt 352 Stunden.
Dies vorausgeschickt, beantworte ich die einzelnen Fragen — gemäß den von der Bezirksre-
gierung berichteten Daten — wie folgt:
Zu:
Da es sich insgesamt um Einstellungen auf Teilzeitbasis handelt, bei denen nur die Vertrags-
form unterschiedlich ist, nicht aber die Stundenzahl, erscheint eine Differenzierung nach
Teilzeitangestellten und „Springer-Lehrkräften“ wenig sinnvoll und nicht notwendig.
„Feuerwehr-Lehrkräfte“ werden nicht zu Beginn eines Schuljahres in die Unterrichtsplanung
einbezogen, sondemn stehen zum Ersatz für längerfristige Ausfälle von Lehrkräften im lau-
fenden Schuljahr zur Verfügung. Dafür ist den Bezirksregierungen mit Erlaß vom 23. 4. 1997
ein Kontingent von insgesamt 21,6 Mio. bzw. 270 Vollzeit-Lehrkräften (im Jahresmittel)
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zugewiesen worden, das sie entsprechend den eintretenden Unterrichtsausfällen in eigener
Verantwortung einsetzen können.
Einstellungen von Lehrkräften Stundenzahl
(ohne „Feuerwehr-Lehrkräfte“)
an allgemeinbildenden Schulen 9 168,5
an berufsbildenden Schulen 6 106,0
Zu 2:
ausgeschiedene Lehrkräfte Stundenzahl
an allgemeinbildenden Schulen 18 347,0
an berufsbildenden Schulen 8 193,0
Zu 3:
Die Entwicklung der Schülerzahlen läßt nicht ohne weiteres Rückschlüsse auf die Unter-
tichtsversorgung zu, da aufgrund der Bandbreitenregelung keine lineare Korrelation zwi-
schen Erhöhung der Schülerzahlen und Erhöhung der Lehrer-Soll-Stunden besteht.
Schülerzahl der allgemeinbildenden Schulen am 3. 2. 1997: 17707
Schülerzahl der allgemeinbildenden Schulen zum 8. 9. 1997: 18027
Schülerzahl der berufsbildenden Schulen im Schuljahr 1996/97: 4806
Schülerzahl der berufsbildenden Schulen im Schuljahr 1997/98: 4855.
In Vertretung
Jürgens-Pieper
(Ausgegeben am 18. 11. 1997) 3