Energieerzeugung in der Landwirtschaft

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Landtag Brandenburg                                          Drucksache 6/8892 6. Wahlperiode Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage Nr. 3514 des Abgeordneten Péter Vida (fraktionslos) Drucksache 6/8658 Energieerzeugung in der Landwirtschaft Namens der Landesregierung beantwortet der Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft die Kleine Anfrage wie folgt: Vorbemerkung des Fragestellers: Das Land Brandenburg setzt zunehmend auf die Erzeu- gung von Strom aus erneuerbaren Energien. Dabei kommt der Landwirtschaft eine wich- tige Rolle zu. Anfallende organische Abfälle wie Gülle, Mist oder Ernteabfälle werden ei- ner energetischen Verwertung in Biogasanlagen zugeführt, was in nahezu allen Studien als ökologisch sowie hinsichtlich der Energiebilanz sinnvoll angesehen wird. Jedoch wer- den in Brandenburg vor allem nachwachsende Rohstoffe (NaWaRo) extra für die zumin- dest vermeintlich umweltfreundliche, subventionierte Energieerzeugung angebaut. Dieses Vorgehen ist laut vielen Studien zweifelhaft, da der zusätzliche Flächen-, Energie- und Rohstoffeinsatz in einem schlechten, teilweise negativen Verhältnis zur Energieausbeute steht. Zudem werden Flächen der Nahrungserzeugung entzogen. Zusätzlich werden je- doch auch landwirtschaftlich wertvolle Flächen für die Aufstellung von Photovoltaikanlagen genutzt. Es stellt sich die Frage, welche der beiden Nutzungsformen die bessere Bilanz und Flächeneffizienz hat und letztendlich das „geringere Übel“ ist. Vorbemerkung: Biogasanlagen in Brandenburg nutzen weit überwiegend einen Mix aus nachwachsenden Rohstoffen und Wirtschaftsdünger wie Gülle oder Festmist zur Energie- gewinnung. Eine gesonderte Darstellung von Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen und aus Wirtschafts-dünger ist daher nicht möglich. Derzeit werden laut Expertenschät- zung landesweit etwa 50 Prozent des Wirtschaftsdüngers energetisch genutzt. Angestrebt wird eine weitgehende Erschließung des noch ungenutzten Potenzials an Wirtschaftsdün- ger und an Bioabfällen. Entscheidend für die Beurteilung von Biogasanlagen sind ihre CO2-Bilanz und ein umweltschonender Anlagenbetrieb. Als Vergleichsgröße der CO 2- Bilanz dient dabei die Energiegewinnung aus fossilen Quellen. Der Entzug von Flächen für die Nahrungsmittelproduktion ist kritisch zu bewerten, wenn der Vorrang der Nahrungsmit- telproduktion nicht gewährleistet ist. Das ist in Brandenburg nicht der Fall. Biogasanlagen werden mit zunehmender Energiegewinnung aus Wind- und Solaranlagen verstärkt zur flexiblen und bedarfsgerechten Stromproduktion beitragen. Der Vorteil von Biogas in der Stromproduktion gegenüber volatiler Wind- und Solarenergie besteht in seiner Speicherfä- higkeit. Ein alleiniger Vergleich von energetischen Flächenerträgen ist deshalb nicht aus- sagefähig. Eingegangen: 30.05.2018 / Ausgegeben: 04.06.2018
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Landtag Brandenburg                                                   Drucksache 6/8892 Frage 1: Wie viele Biogasanlagen waren zum 31.12.2017 in Brandenburg betriebsfähig installiert? Welche elektrische Leistung haben diese insgesamt in kW? zu Frage 1: Im Land Brandenburg waren zum 31.12.2017 449 Biogasanlagen mit einer elektrischen Leistung von 263 MW betriebsfähig installiert. Frage 2: Wie viele dieser Biogasanlagen verfügen über Kraftwärmekopplung? Welche Wärmeleistung haben diese Biogasanlagen insgesamt (in kW)? zu Frage 2: Alle Biogasanlagen sind Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, da sie zur Behei- zung der Gärbehälter Wärme nutzen. Welche Biogasanlagen darüber hinaus ein Wärme- netz mit weiteren Abnehmern speisen, wird nicht erfasst. Somit kann keine Angabe über die reale Wärmebereitstellung gemacht werden. Die theoretische Wärmeleistung der An- lagen ist deutlich höher als die elektrische Leistung. Frage 3: Wie viele Megawattstunden (ohne Eigenverbrauch) haben Biogasanlagen mit Hilfe von NaWaRo in Brandenburg von 2000 bis einschließlich 2017 erzeugt? Bitte nach Jahren auflisten. Frage 5: Zu welchem Anteil wurde von 2000 bis einschließlich 2017 der Bedarf der Bio- gasanlagen an NaWaRo durch Abfälle (Gülle, Mist, Ernteabfälle …) gedeckt? Bitte nach Jahr auflisten, gegebenenfalls auch Schätzung. zu Frage 3 und 5: Biogasanlagen in Brandenburg nutzen weit überwiegend einen Mix aus nachwachsenden Rohstoffen und Wirtschaftsdünger wie Gülle oder Festmist. Eine geson- derte Statistik für Biogas aus nach-wachsenden Rohstoffen bzw. aus Abfällen (Gülle, Mist, Ernteabfälle…) liegt der Landesregierung nicht vor. Frage 4: Wie hoch ist der Anteil von Biogas am Strommix bei der Stromerzeugung in Brandenburg? zu Frage 4: Gesicherte Angaben zu den Anteilen der Stromerzeugung aus den Energie- trägern im Land Brandenburg liegen aktuell aus dem Jahr 2015 vor (Quelle: Wirtschafts- förderung Land Brandenburg GmbH (WFBB) 7. Monitoringbericht zur Energiestrategie 2030). Ausgehend von einer Gesamtstromerzeugung aus allen Energieträgern von 57,6 TWh im Land, betrug der Anteil von Biogas im Jahr 2015 3,1 % (2015: 1,76 TWh aus Bio- gas). Es ist nicht davon auszugehen, dass sich der Anteil in den letzten zwei Jahren we- sentlich verändert hat. Frage 6: Welcher Anteil am Bedarf der Biogasanlagen an NaWaRo wurde durch eigens angebaute Pflanzen gedeckt? Bitte nach Art der Pflanzen (Silomais, Roggen, Gras, Futter- rüben) und nach Jahr auflisten, gegebenenfalls auch Schätzung. zu Frage 6: Biogasanlagen in Brandenburg nutzen weit überwiegend einen Mix aus nach- wachsenden Rohstoffen und Wirtschaftsdünger wie Gülle oder Festmist. Unter nachwach- senden Rohstoffen werden laut Monitoringbericht der Bundesregierung einerseits Ener- giepflanzen verstanden, die extra zur Energiegewinnung angebaut werden. Andererseits gehört auch Landschaftspflegematerial dazu. Eine gesonderte Statistik von eingesetzten Energiepflanzen und Landschaftspflegematerial liegt der Landesregierung nicht vor. -2-
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Landtag Brandenburg                                                                                            Drucksache 6/8892 Frage 7: Welche Schwankungen im Ertrag je Hektar konnten bei den für Biogasanlagen verwendeten NaWaRos (Silomais, Roggen, Gras, Futterrüben) seit dem Jahr 2000 beo- bachtet werden? Bitte nach Jahr auflisten. zu Frage 7: Der Landesregierung liegen keine Kenntnisse über Ertragsschwankungen für bestimmte Verwendungen vor. Die Ertragsentwicklung seit 2009 kann einer Zeitreihe im Agrarbericht entnommen werden: http://agrarbericht.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.365254.de. Frage 8: Werden NaWaRos für Biogasanlagen aus anderen Ländern nach Brandenburg geliefert? Wenn ja, welche Menge, welche Art und aus welchen Ländern? zu Frage 8: Der Landesregierung ist nicht bekannt, dass nachwachsende Rohstoffe für Biogasanlagen aus anderen Ländern nach Brandenburg geliefert werden. Frage 9: Auf welcher Fläche (in Hektar) werden in Brandenburg NaWaRo für Biogas an- gebaut? Wie hat sich diese Fläche seit 2000 verändert? Bitte Fläche pro Jahr auflisten. zu Frage 9: Der Anbauumfang einzelner Kulturen wird in einer Zeitreihe, beginnend im Jahr 2009, im Agrarbericht Online veröffentlicht: http://agrarbericht.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.365254.de. Dabei erfolgt keine Unterscheidung hinsichtlich der Verwendung des Erntegutes. Frage 10: Wie viele Hektar landwirtschaftliche Fläche (Acker und Grünland) werden insge- samt in Brandenburg bewirtschaftet? Wie hat sich diese Fläche seit dem Jahr 2000 verän- dert? Bitte nach Ackerland und Grünland und nach Jahren aufschlüsseln. zu Frage 10: Im Jahr 2000 wurden 1.346.742 Hektar landwirtschaftlich genutzt, darunter 1.044.144 Hektar als Ackerland und 296.967 Hektar als Dauergrünland. 2017 bewirtschaf- teten die landwirtschaftlichen Betriebe 1.322.900 Hektar, darunter 1.019.000 Hektar Acker- land sowie 299.500 Hektar Dauergrünland. Damit sank im Vergleich die landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) seit 2000 um 23.842 Hektar, das Ackerland um 25.144 Hektar. Die Fläche des Dauergrünlandes stieg im gleichen Zeitraum leicht um 2.533 Hektar. Landwirtschaftlich genutzte Fläche der landwirtschaftlichen Betriebe im Land Brandenburg 2000 bis 2008 Fruchtart               2000      2001      2002       2003        2004       2005      2006       2007      2008 ha Landw irtschaftlich genutzte Fläche 1.346.742 1.343.012 1.339.118 1.328.474    1.338.806  1.336.335 1.336.383  1.328.124 1.323.600 darunter Ackerland                         1.044.144 1.041.017 1.037.249 1.030.371 1.041.684     1.038.479 1.042.210  1.034.886 1.035.900 Dauergrünland                       296.967   296.578   296.516    293.087      292.112   292.650   288.867    288.108   282.000 Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % Landw irtschaftlich genutzte Fläche       0,0     – 0,3      – 0,3     – 0,8          0,8     – 0,2       0,0      – 0,6     – 0,3 darunter Ackerland                             – 0,2     – 0,3      – 0,4     – 0,7          1,1     – 0,3       0,4      – 0,7       0,1 Dauergrünland                           0,5     – 0,1        0,0     – 1,2        – 0,3       0,2     – 1,3      – 0,3     – 2,1 -3-
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Landtag Brandenburg                                                                                                                  Drucksache 6/8892 Landwirtschaftlich genutzte Fläche der landwirtschaftlichen Betriebe im Land Brandenburg 2009 bis 2017 Fruchtart                      2009           2010           2011          2012      2013      2014       2015       2016        2017 ha Landw irtschaftlich genutzte Fläche            1.327.100      1.323.691     1.319.400 1.319.600      1.313.800 1.313.600  1.321.700  1.315.469   1.322.900 darunter Ackerland                                    1.035.900      1.031.907 1.029.300 1.028.800 1.025.200          1.027.900  1.021.000  1.014.912   1.019.000 Dauergrünland                                  285.300         286.945       285.200       285.900   284.000   281.200    296.300    296.156     299.500 Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % Landw irtschaftlich genutzte Fläche                   0,3          – 0,3          – 0,3          0,0     – 0,4       0,0        0,6      – 0,5         0,6 darunter Ackerland                                           0,0          – 0,4          – 0,3          0,0     – 0,3       0,3      – 0,7      – 0,6         0,4 Dauergrünland                                       1,2            0,6          – 0,6          0,3     – 0,7     – 1,0        5,4        0,0         1,1 Amt für Statistik Berlin Brandenburg : Bodennutzung und Ernte - Lange Reihen; Stand 2017 Frage 11: Wie viele Hektar Boden sind seit 2000 der landwirtschaftlichen Nutzung entzo- gen worden? Bitte möglichst detailliert aufschlüsseln nach der Art der späteren Nutzung (Umwandlung in Wohngebiete, Umwandlung in forstwirtschaftliche Flächen, Umwandlung in Verkehrsflächen, Umwandlung in Naturschutzgebiete, Umwandlung in Tagebauflä- chen...). zu Frage 11: Die späteren Nutzungsarten der konkreten Flächen, die der Landwirtschaft entzogen werden, werden statistisch nicht erfasst. Deswegen kann hier nur die Statistik zu den tatsächlichen Flächennutzungen wiedergegeben werden. Bei der Auswertung dieser Statistik ist zu berücksichtigen, dass die Homogenisierung der Kataster im Jahr 2013, durch die geometrische Klaffungen und Überlappungen beseitigt wurden, ergab, dass die Landesfläche ca. 16.000 Hektar größer ist, als bis zum Jahr 2013 angenommen wurde. Katasterflächen nach Art der tatsächlichen Nutzung in Brandenburg 2000 bis 2008 Art der Nutzung                      2000            2001             2002              2003        2004        2005          2006            2007      2008 Gebäude- und Freiflä- 125.336        126.795           128.242           129.654     130.697     132.391       133.595         134.642 che                                                                                                                                           135.293 Betriebsfläche                    38.646         37.513            38.336            39.749      39.596      39.017        38.956          39.033 39.782 Erholungsfläche                     9.379         10.269            10.650            11.138      11.764      12.527        13.312          13.950 17.207 Verkehrsfläche                   101.023        101.654           102.335           103.022     103.267     104.666       105.571         106.060 106.244 Landwirtschaftsfläche 1.470.457 1.468.336                              1.465.670         1.462.675   1.461.714   1.459.293     1.458.501       1.456.468 1.453.532 Waldfläche                  1.029.914 1.029.749               1.029.539         1.029.543   1.035.851   1.037.160     1.040.446       1.040.996 1.045.244 Wasserfläche                    100.405        100.444           100.545           100.575     100.670     100.575       100.598         100.505 100.587 Flächen anderer Nut- 72.548         72.851            72.344            71.356      64.248      62.235        56.992          56.375 zung                                                                                                                                            50.212 Katasterfläche                  2.947.709 2.947.610               2.947.661         2.947.714   2.947.808   2.947.863     2.947.970       2.948.028 2.948.101 -4-
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Landtag Brandenburg                                                                              Drucksache 6/8892 Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % Art der Nutzung             2000      2001        2002         2003         2004        2005        2006         2007         2008 Gebäude- und Freifläche 1,7       1,2          1,1         1,1          0,8        1,3          0,9          0,8       0,5 Betriebsfläche – 1,2     – 2,9          2,2         3,7        – 0,4      – 1,5        – 0,2          0,2       1,9 Erholungsfläche 3,0       9,5          3,7         4,6          5,6        6,5          6,3          4,8      23,3 Verkehrsfläche 0,4       0,6          0,7         0,7          0,2        1,4          0,9          0,5       0,2 Landwirtschaftsfläche – 0,1     – 0,1        – 0,2       – 0,2        – 0,1      – 0,2        – 0,1        – 0,1     – 0,2 Waldfläche – 0,1       0,0          0,0         0,0          0,6        0,1          0,3          0,1       0,4 Wasserfläche 0,1       0,0          0,1         0,0          0,1      – 0,1          0,0        – 0,1       0,1 Flächen anderer Nutzung – 1,0       0,4        – 0,7       – 1,4       – 10,0      – 3,1        – 8,4        – 1,1     – 10,9 Katasterfläche 0,0       0,0          0,0         0,0          0,0        0,0          0,0          0,0       0,0 Veränderung im Vergleich zur Messzahl 1991 ≙ 100 Art der Nutzung        2000      2001        2002         2003         2004        2005        2006           2007          2008 Gebäude- und Freifläche 113,5     114,9        116,2        117,4        118,4      119,9        121,0            122,0    122,6 Betriebsfläche 107,8     104,7        107,0        110,9        110,5      108,9        108,7            108,9    111,0 Erholungsfläche 119,9     131,2        136,1       142,3        150,3       160,1        170,1            178,3    219,9 Verkehrsfläche 103,9     104,6        105,3       106,0        106,2       107,7        108,6            109,1    109,3 Landwirtschaftsfläche 99,3       99,1        99,0         98,8         98,7       98,5         98,5             98,3    98,1 Waldfläche 100,6     100,6        100,6       100,6        101,2       101,3        101,6            101,7    102,1 Wasserfläche 100,5     100,5        100,6       100,6        100,7       100,6        100,6            100,6    100,6 Flächen anderer Nutzung 79,1       79,5        78,9         77,8         70,1       67,9         62,2             61,5    54,8 Katasterfläche 100,0     100,0        100,0       100,0        100,0       100,0        100,0            100,0    100,0 Katasterflächen nach Art der tatsächlichen Nutzung in Brandenburg 2009 bis 2016 Art der Nutzung      2009       2010       2011        2012      2013        2014        2015      2016 (Einführung ALKIS) Gebäude- und Freiflä- che           135.116    135.408   135.282     136.163   130.490      130.799      130.998 Betriebsfläche 39.411     38.489    37.158      34.924     42.566      43.044       43.354 Erholungsfläche                                                                                     Siedlungsfläche 19.728     20.997    21.960      22.643     26.723      26.796       26.855           202.939 -5-
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Landtag Brandenburg                                                                                  Drucksache 6/8892 Verkehrsfläche 106.804      106.956      107.509    107.581   109.982    110.064    110.165           110.310 Landwirtschaftsfläche 1.453.812    1.455.972    1.454.668  1.453.263 1.461.923  1.461.377  1.460.680         1.446.886 Waldfläche 1.047.379    1.045.122    1.045.772  1.048.293 1.053.061  1.052.948  1.053.405         1.030.796 Wasserfläche 100.261      100.775      100.958    101.373   102.248    102.256     102.178            99.132 Flächen anderer Nut-                                                                                      Sonst. Vegetation zung                45.683      44.593       45.091     44.322    38.422     38.150      37.801            75.375 Katasterfläche 2.948.195    2.948.313    2.948.398  2.948.563 2.965.416  2.965.434  2.965.436         2.965.438 Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % 2009       2010           2011       2012       2013       2014      2015     2016 (Einführung Art der Nutzung ALKIS Messzahl 2016 ≙ 100) Gebäude- und Freiflä- che                 – 0,1          0,2        – 0,1         0,7     – 4,2        0,2        0,2                 • Betriebsfläche – 0,9        – 2,3        – 3,5       – 6,0      21,9        1,1        0,7                 • Erholungsfläche 14,7          6,4           4,6        3,1      18,0        0,3        0,2                 • Verkehrsfläche 0,5          0,1           0,5        0,1       2,2        0,1        0,1                 • Landwirtschaftsfläche 0,0          0,1        – 0,1       – 0,1       0,6        0,0        0,0                 • Waldfläche 0,2        – 0,2           0,1        0,2       0,5        0,0        0,0                 • Wasserfläche – 0,3          0,5           0,2        0,4       0,9        0,0      – 0,1                 • Flächen anderer Nut- zung                 – 9,0        – 2,4           1,1      – 1,7    – 13,3      – 0,7      – 0,9 Katasterfläche 0,0          0,0           0,0        0,0       0,6        0,0        0,0 Veränderung im Vergleich zur Messzahl 1991 ≙ 100 Art der Nutzung           2009       2010           2011       2012       2013       2014    2015          2016 Gebäude- und Freiflä- che                 122,4        122,7        122,5      123,3      118,2      118,5  118,7 Messzahl 2016 ≙ 100 Betriebsfläche 110,0        107,4        103,7        97,4     118,8      120,1  121,0                  100 Erholungsfläche 252,1        268,3        280,6      289,4      341,5      342,4  343,2                  100 Verkehrsfläche 109,9        110,0        110,6      110,7      113,1      113,2  113,3                  100 Landwirtschaftsfläche 98,2         98,3         98,2        98,1      98,7       98,7   98,6                  100 Waldfläche 102,3        102,1        102,2      102,4      102,9      102,9  102,9                  100 Wasserfläche 100,3        100,8        101,0      101,4      102,3      102,3  102,2                  100 Flächen anderer Nut- zung                  49,8         48,6         49,2        48,4      41,9       41,6   41,2                  100 Katasterfläche 100,0        100,0        100,0      100,0      100,6      100,6  100,6 Quelle: Ministerium des Innern, Hauptübersicht der Liegenschaften -6-
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Landtag Brandenburg                                                                                Drucksache 6/8892 Die bis 2012 veröffentlichten Flächen waren die Buchflächen aus dem Grundbuch. Mit der Umstellung auf ALKIS (Amtliches Liegen- schaftskatasterinformationssystem) werden nunmehr die berechneten geometrischen Flächenangaben veröffentlicht. Frage 12: Wie viele Hektar Boden sind seit 2000 neu landwirtschaftlich nutzbar geworden? Bitte möglichst detailliert aufschlüsseln nach der Art der früheren Nutzung (z.B. sanierte Tagebauflächen...). zu Frage 12: Da die Nutzungsarten nur in Bezug auf die Gesamtfläche im jeweiligen Jahr erfasst werden (siehe Antwort zu Frage 11), kann keine Aussage über konkrete Vornut- zungen gemacht werden. Frage 13: Wie viele Hektar waren in Brandenburg bis zum 31.12.2017 als Standflächen für Freiflächenphotovoltaikanlagen genehmigt? Wie viele MWh Strom produzierten diese ins- gesamt im Jahr 2017? zu Frage 13: Der Landesregierung liegen Flächendaten zu genehmigten Freiflächenpho- tovoltaikanlagen nicht vor. Genehmigungen können entweder auf Basis von Bebauungs- plänen mit expliziter Sondergebietsausweisung „Energieerzeugung“ oder auch innerhalb bestehender Gewerbe- oder Industrieflächenausweisungen erfolgen. Hierfür besteht keine Meldepflicht und es werden keine entsprechenden Daten erhoben. Die Bundesnetzagen- tur weist in ihrem letzten Bericht von 2016 „EEG in Zahlen“ für das Land Brandenburg eine Jahresarbeit aus solarer Strahlungsenergie durch Freiflächenanlagen von 2120,9 GWh aus. Frage 14: Wie viele Liter Dieseltreibstoff wird in der Brandenburger Landwirtschaft laut steuerlicher Sonderbehandlung als „Agrardiesel“ im Jahr verbraucht? Wie viele Liter sind das im Schnitt pro Hektar landwirtschaftlicher Ackerfläche? zu Frage 14: In Brandenburg wurden 2016 lt. Generalzolldirektion in Neustadt a.d.W. von 2.799 Antragstellern 121.453.302,6 l Gasöl und 94.575,58 l Pflanzenöl zur steuerlichen Entlastung beantragt. Dies entspricht im Schnitt 90,66 Liter pro Hektar Landwirtschaftlicher Fläche. Frage 15: Wie viele kg Kunstdünger werden in Brandenburg im Schnitt pro Hektar Acker- land verwendet? Bitte wenn möglich nach Art K-, N- und P-Dünger aufteilen. zu Frage 15: Es gibt keine Pflicht zur Erhebung von statistischen Zahlen zum Einsatz von chemisch-synthetischen Düngemitteln. Daher liegen der Landesregierung hierzu keine Informationen vor. Frage 16: Wie groß war die Subvention von Biogasanlagen, welche mit NaWaRo betrie- ben werden, seit 2010? Bitte nach Jahren sowie Förderung nach EEG und KWKG und gegebenenfalls weiteren Subventionsprogrammen aufschlüsseln! zu Frage 16: Die Förderung nach EEG und Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) erfolgt auf Grundlage von Bundesgesetzen durch Bundesinstitutionen. Länderbezogene, auf Bio- gasanlagen aufgeschlüsselte Angaben liegen der Landesregierung nicht vor. Frage 17: In Brandenburg gibt es auch Torfböden. Wenn auf diesen Ackerbau betrieben wird, entsteht durch die Zersetzung des Torfs CO2. Wie hoch ist dabei der durchschnittli- -7-
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Landtag Brandenburg                                                Drucksache 6/8892 che CO2-Ausstoß auf einem Hektar Ackerfläche auf Torfboden im Jahr? zu Frage 17: Nach einer Dokumentation des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages aus dem Jahr 2016 betrug die durch ackerbauliche Nutzung bedingte und in die Kategorie Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (LULUCF) ein- zuordnende CO2-Emission im Jahr 2014 deutschlandweit 14,4 Mio Tonnen. Da in der Do- kumentation davon ausgegangen wird, dass diese Emissionen ganz überwiegend durch die ackerbauliche Nutzung von ca. 1,5 Mio ha Niedermoorboden verursacht werden, kann deutschlandweit ein durchschnittlicher CO2-Ausstoß von ca. 9,6 t/a auf einem Hektar ackerbaulich genutztem Niedermoorboden angenommen werden. -8-
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