Gesundheitlicher Versorgungsbedarf I - Verteilung von Morbidität in Brandenburg (regionale Morbidität)
Landtag Brandenburg Drucksache 6/6659 6. Wahlperiode Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage Nr. 2646 der Abgeordneten Britta Müller (SPD-Fraktion) Drucksache 6/6464 Gesundheitlicher Versorgungsbedarf I - Verteilung von Morbidität in Brandenburg (regionale Morbidität) Namens der Landesregierung beantwortet die Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie die Kleine Anfrage wie folgt: Vorbemerkungen der Fragesteller: Das Durchschnittsalter der Brandenburger Bevölkerung steigt in den nächsten Jahren kontinuierlich. Die Hälfte der Brandenburger wird 2030 älter als 53 Jahre sein und auch der Anteil der Hochaltrigen über 80 Jahre wird deutlich steigen. Dabei wird die Verteilung in der Altersstruktur der Bevölkerung in den einzelnen Landkrei- sen höchst unterschiedlich verlaufen. Vor allem die Unterschiede in der Altersstruktur der Bevölkerung beeinflussen die Morbidität unmittelbar und erheblich. Hierbei sind nicht nur gesundheitsbeeinträchtigende Erkrankungen die zum Tod führen können von Relevanz, sondern auch vielmehr Erkrankungen, die zu Mobilitätseinschränkungen und damit zur Minderung der eigenständigen Lebensführung führen, von Bedeutung. Wesentliche inter- regionale Morbiditätsunterschiede sind daher als Folge unterschiedlicher Altersstrukturen schon heute den Regionen zu erwarten. Frage 1: Wie stellt sich der Anteil der Älteren in Brandenburg (Altenquotient) heute dar und mit welcher Prognose wird zum Jahr 2030 gerechnet? (Gesamt, Landkreise oder Regio- nen) zu Frage 1: In der unten stehenden Tabelle wird der Altenquotient im Land Brandenburg in den Jahren 2013 bis 2015 dargestellt sowie in der Prognose für das Jahr 2030. Der Alten- quotient stellt das Verhältnis der Personen im Alter ab 65 Jahren zu denen im Alter zwi- schen 20 bis unter 65 Jahren dar. Die Bevölkerungsprognose für das Land Brandenburg 2014 bis 2040 wurde auf der Grundlage der Realentwicklung bis zum Jahr 2013 berech- net. Die Sonderentwicklung durch Schutzsuchende ab dem Jahr 2015 ist in der Rechnung nicht berücksichtigt (Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 2017, Zuarbeit für die vorliegen- de Anfrage). Eingegangen: 22.05.2017 / Ausgegeben: 29.05.2017
Landtag Brandenburg Drucksache 6/6659 Tabelle: Altenquotient im Land Brandenburg 2013 bis 2015 sowie 2030 nach Verwal- tungsbezirken Gebietsstand: 31.12.2015 (Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg) 2013 2014 2015 2030 Land Brandenburg 37,2 37,9 38,6 66,3 Brandenburg an der 44,8 45,2 45,7 64,6 Havel, Stadt Cottbus, Stadt 37,2 38,2 39,4 60,7 Frankfurt (Oder), Stadt 37,9 39,0 40,1 69,7 Potsdam, Stadt 30,9 31,2 31,4 38,9 Landkreis Barnim 35,5 36,2 37,0 69,1 Landkreis Dahme- 37,8 38,1 38,5 59,6 Spreewald Landkreis Elbe-Elster 42,1 43,2 44,5 78,7 Landkreis Havelland 34,6 35,1 35,6 61,4 Landkreis Märkisch- 35,4 36,3 37,0 70,0 Oderland Landkreis Oberhavel 34,9 35,4 36,0 61,8 Landkreis Oberspree- 44,4 45,4 46,8 77,4 wald-Lausitz Landkreis Oder-Spree 39,8 40,5 40,8 74,3 Landkreis Ostprignitz- 37,2 37,9 39,0 78,6 Ruppin Landkreis Potsdam- 33,7 34,3 34,9 63,2 Mittelmark Landkreis Prignitz 43,3 44,2 45,0 85,0 Landkreis Spree-Neiße 40,3 41,5 43,0 89,2 Landkreis Teltow- 34,7 35,2 35,6 63,2 Fläming Landkreis Uckermark 40,9 42,4 43,7 80,9 Berliner Umland 33,2 33,7 34,3 53,6 Weiterer Metropolen- 39,6 40,5 41,3 73,8 raum Frage 2: Wie stellt sich die Gesamtmorbidität nach Analyse des Morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (mRSA) oder anderer geeigneter Analysequellen für die Bran- denburger Bevölkerung dar? Zu Frage 2: Für Aussagen zur Gesamtmorbidität im Land Brandenburg stehen keine Da- ten zur Verfügung. Daten des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA) liegen als aggregierte Datensätze der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) derzeit beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information vor, jedoch nicht bei den Bundesländern. Zudem werden mit den Daten der GKV nur ca. 90 Prozent der Bevölkerung abgedeckt; die Daten von Privatversicherten stehen nicht zur Verfügung. An- dere geeignete Analysequellen sind nicht bekannt. -2-