Kita-Schlüssel im Land Brandenburg

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Landtag Brandenburg                               Drucksache 6/2255 6. Wahlperiode Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage 860 des Abgeordneten Christoph Schulze BVB / FREIE WÄHLER Gruppe Drucksache 6/2038 Kita-Schlüssel im Land Brandenburg Wortlaut der Kleinen Anfrage 860 vom 13.7.2015: Aus diesem Grunde frage ich die Landesregierung: 1.     Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Kindern vom 0. bis zum 3. Lebensjahr in Kitas im Land Brandenburg vor dem Jahr 2000? 2.     Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Kindern vom 0. bis zum 3. Lebensjahr in Kitas im Land Brandenburg in den Jahren 2000 bis 2005? 3.     Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Kindern vom 0. bis zum 3. Lebensjahr in Kitas im Land Brandenburg in den Jahren 2005 bis 2010? 4.     Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Kindern vom 0. bis zum 3. Lebensjahr in Kitas im Land Brandenburg in den Jahren 2010 bis 2014? 5.     Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Kindern vom 3. bis zum 6. Lebensjahr in Kitas im Land Brandenburg vor dem Jahr 2000? 6.     Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Kindern vom 3. bis zum 6. Lebensjahr in Kitas im Land Brandenburg in den Jahren 2000 bis 2005? 7.     Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Kindern vom 3. bis zum 6. Lebensjahr in Kitas im Land Brandenburg in den Jahren 2005 bis 2010? 8.     Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Kindern vom 3. bis zum 6. Lebensjahr in Kitas im Land Brandenburg in den Jahren 2010 bis 2014? 9.     Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Hortkindern in Kitas im Land Brandenburg vor dem Jahr 2000? 10.    Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Hortkindern in Kitas im Land Brandenburg in den Jahren 2000 bis 2005?
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11.     Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Hortkindern in Kitas im Land Brandenburg in den Jahren 2005 bis 2010? 12.     Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Hortkindern in Kitas im Land Brandenburg in den Jahren 2010 bis 2014? 13.     Welche Kita-Schlüssel gelten in anderen Bundesländern aktuell? 14.     Welches ist der Kita-Schlüssel, den die Bertelsmann-Stiftung in ihrem Gutach- ten zur Kinderbetreuung in Deutschland und insbesondere auch im Land Brandenburg zur Grundlage genommen hat? Namens der Landesregierung beantwortet der Minister für Bildung, Jugend und Sport die Kleine Anfrage wie folgt: Vorbemerkung: Die in diesem Zusammenhang verwendeten Begriffe wie z. B. „Kita- Schlüssel“, „Personalschlüssel“ oder „Personalrelation“ werden häufig vieldeutig verwendet. Es sind daher zuvor die am meisten verwendeten Begriffe und ihre jewei- ligen Perspektiven auf die Personalausstattung darzustellen. Als „Fachkraft-Kind- Relation“ wird das tatsächliche, in der Praxis vorzufindende Verhältnis bezeichnet; also, wie viele Kinder sind pro Fachkraft anwesend. Zuweilen wird dies auch als „Gruppengröße“ bezeichnet; ein Maß, das allerdings seine Grenzen findet bei einer offenen oder teiloffenen Arbeit. Da die „Fachkraft-Kind-Relation“ sich im Laufe des Tages, einer Woche und eines Jahres beständig ändert, müsste bei diesem Maß an- gegeben werden, zu welchem Zeitpunkt die jeweilige Fachkraft-Kind-Relation festge- stellt wurde. „Personalschlüssel“ ist ein sehr gebräuchlicher Begriff und eigentlich die Kurzform des Begriffs "Personalressourceneinsatzschlüssel". Er bezeichnet ein Maß für den statistischen Vergleich unterschiedlicher Realitäten. Mit diesem Maß ist es möglich, die unterschiedlichen Regelungssystematiken der Länder (Bemessung pro Kind oder pro Gruppe, die Vorgabe bestimmter Gruppentypen und Gruppenzusammensetzun- gen, Sonderzumessungen für bestimmte Sachverhalte) zu vergleichen. Für den Per- sonalschlüssel werden die vertraglich bestimmten Betreuungszeiten der Kinder und die vertraglich bestimmten Arbeitszeiten der Erzieherinnen auf ein einheitliches Maß von 8 Std./Tag umgerechnet. Die Relation beider Vollzeitäquivalente ist der "Perso- nalressourceneinsatzschlüssel" oder kurz „Personalschlüssel“. Im Brandenburgi- schen KitaG ist (wie in ähnlich in anderen Länderregelungen) eine rechnerische Per- sonalausstattung bestimmt, die angibt, für wie viele vertraglich vergebene Plätze welche Personalausstattung die Einrichtung haben muss und finanziert wird. Wie beim „Personalschlüssel“ bleiben hier konkrete Fehlzeiten der Kinder und Fachkräfte oder Zeiten für die mittelbare pädagogische Arbeit (Vor- und Nachbereitungszeiten, Elternarbeit etc.) unberücksichtigt bzw. sind in die Relation einbegriffen. Im Unter- schied zum „Personalschlüssel“ werden hier die Kinder-/Fachkraft-Zeiten nicht je- weils auf acht Stunden hochgerechnet. Im Land Brandenburg wird für eine Betreu- ungszeit bis zu sechs Stunden ein 0,8-Stellenanteil und für eine Betreuungszeit über sechs Stunden eine volle Stelle (im Hort bis zu vier Stunden ein 0,6-Stellenanteil und für eine Betreuungszeit über vier Stunden ein 0,8- Stellenanteil) zugemessen. Frage 1: Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Kindern vom 0. bis zum 3. Lebensjahr in Kitas im Land Brandenburg vor dem Jahr 2000?
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Frage 2: Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Kindern vom 0. bis zum 3. Lebensjahr in Kitas im Land Brandenburg in den Jahren 2000 bis 2005? Frage 3: Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Kindern vom 0. bis zum 3. Lebensjahr in Kitas im Land Brandenburg in den Jahren 2005 bis 2010? Frage 4: Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Kindern vom 0. bis zum 3. Lebensjahr in Kitas im Land Brandenburg in den Jahren 2010 bis 2014? Frage 5: Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Kindern vom 3. bis zum 6. Lebensjahr in Kitas im Land Brandenburg vor dem Jahr 2000? Frage 6: Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Kindern vom 3. bis zum 6. Lebensjahr in Kitas im Land Brandenburg in den Jahren 2000 bis 2005? Frage 7: Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Kindern vom 3. bis zum 6. Lebensjahr in Kitas im Land Brandenburg in den Jahren 2005 bis 2010? Frage 8: Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Kindern vom 3. bis zum 6. Lebensjahr in Kitas im Land Brandenburg in den Jahren 2010 bis 2014? Frage 9: Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Hortkindern in Kitas im Land Brandenburg vor dem Jahr 2000? Frage 10: Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Hortkindern in Kitas im Land Brandenburg in den Jahren 2000 bis 2005? Frage 11: Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Hortkindern in Kitas im Land Brandenburg in den Jahren 2005 bis 2010? Frage 12: Wie war der sogenannte Kita-Schlüssel, d.h. das Verhältnis von Betreuern und betreuten Kindern bei Hortkindern in Kitas im Land Brandenburg in den Jahren 2010 bis 2014? Zu den Fragen 1 bis 12: Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit wurden die Antwor- ten auf die Fragen 1 bis 12 in der beiliegenden Tabelle (Anlage 1) dargestellt. Frage 13: Welche Kita-Schlüssel gelten in anderen Bundesländern aktuell?
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Frage 14: Welches ist der Kita-Schlüssel, den die Bertelsmann-Stiftung in ihrem Gut- achten zur Kinderbetreuung in Deutschland und insbesondere auch im Land Bran- denburg zur Grundlage genommen hat? Zu den Fragen 13 bis 14: Wie in der Vorbemerkung dargestellt, ist das Maß für einen Vergleich der unterschiedlichen Situationen und der unterschiedlichen Regelungs- systematiken in den Bundesländern der „Personalressourceneinsatzschlüssel“. Die Bertelsmann-Stiftung veröffentlicht im „Ländermonitor“ in regelmäßigen Abständen solche Vergleiche, die auf den Angaben der Einrichtungen zur Kinder- und Jugend- hilfestatistik zum 1. März des jeweiligen Jahres beruhen. Die Vergleiche für den 01.03.2013 für Kinder bis zum vollendeten dritten Lebensjahr und für Kinder ab dem vollendeten dritten Lebensjahr befinden sich als Anlage 2 zu dieser Antwort. Für Kin- der im Grundschulalter gibt es solche Vergleiche nicht. Ein Vergleich des statisti- schen Maßes „Personalressourceneinsatzschlüssel“ (siehe Vorbemerkung) mit der gesetzlich bestimmten Personalausstattung zeigt, dass ersterer im Krippenbereich mit 1 : 6,5 leicht schlechter ist als die gesetzlich bestimmte Personalausstattung (1 : 6), während er im Kindergartenbereich mit 1 : 11,5 leicht besser ist (als 1 : 12 in der gesetzlich bestimmten Ausstattung). Vernachlässigt man mögliche Erhebungsfehler und Verzerrungen, die sich auf die punktuelle Messung am 01.03.2014 beziehen, so könnte dies an durchschnittlich längeren Betreuungszeiten im Krippenbereich und kürzeren Betreuungszeiten im Kindergartenbereich liegen.
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Anlage 1 Entwicklung der Personalausstattung gem. KitaG 1992 - 1997        1997 - 2000             2001 - 2010      2010 – 7/2015   ab 8/2015 Regelungsort § 16 VI KitaG      § 16 VI KitaG           § 10 I KitaG     § 10 I KitaG    § 10 I KitaG Altersgrupe §§ 2,3 KitaPersV   § 3 KitaPersV Für 10 Std.        Für 8-10 Std.           bis 6 Std.       bis 6 Std.      bis 6 Std. = 1VbE/6Kd.        = 1 VbE/7Kd.            = 0,8VbE/7Kd.    = 0,8VbE/6Kd.   = 0,8VbE/5,5Kd. 0 – 3 Jahre Zu-/Abschlag       4 Zeitstufen 0,7 bis    ab 6 Std.        ab 6 Std.       ab 6 Std. 0,08 pro Std.      1,2 VbE/7Kd.            = 1VbE/7Kd.      = 1VbE/6Kd.     = 1VbE/5,5Kd. Für 10 Std.        Für 8-10 Std.           bis 6 Std.       bis 6 Std.      bis 6 Std. 3 J. bis         = 1VbE/12Kd.       = 1 VbE/13Kd.            = 0,8VbE/13Kd.   = 0,8VbE/12Kd.  = 0,8VbE/12Kd. Einschulung      Zu-/Abschlag       4 Zeitstufen 0,7 bis    ab 6 Std.        ab 6 Std.       ab 6 Std. 0,08 pro Std.      1,2 VbE/13Kd.           = 1VbE/13Kd.     = 1VbE/12Kd.    = 1VbE/12Kd. Für 5,5 Std.       Für 5-6 Std.            bis 4 Std.       bis 4 Std.      bis 4 Std. = 0,8VbE/15Kd.     = 0,8 VbE/15Kd.         = 0,6VbE/15Kd.   = 0,6VbE/15Kd.  = 0,6VbE/15Kd. Grundschulalter Zu-/Abschlag       4 Zeitstufen 0,5 bis 1  ab 4 Std.        ab 4 Std.       ab 4 Std. 0,12 pro Std.      VbE/15Kd.               = 0,8VbE/15Kd.   = 0,8VbE/15Kd.  = 0,8VbE/15Kd. VbE/Kd. bedeutet Vollbeschäftigungseinheiten je Anzahl Kinder
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Anlage 2 – Quelle: Bertelsmann-Stiftung, Ländermonitor 2014 mit Daten vom 1.3.2013
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