LANDTAG RHEINLAND-PFALZ 16. Wahlperio de Drucksache 16/ 1275 29. 05. 2012 Große Anfrage der Fraktionen der SPD, CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Maßnahmen zur Förderung von Medienkompetenz Die Medienkompetenz gehört zu den Schlüsselqualifikationen der Gegenwart und Zukunft wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Die Medienkompetenz bezeichnet die Fähigkeit eines Menschen, die neuen Medien verantwortungsvoll für seine Bedürfnisse und Zwecke nutzen zu können. In einer Zeit, in der digitale Medien einen weitreichenden Teil der Lebenswelt insbesondere von Kindern und Jugendlichen und zunehmend auch von anderen Mitgliedern der Gesellschaft (z. B. Seniorinnen und Senioren) ausmachen, in der sie auf dem Arbeits- markt als selbstverständlich vorausgesetzt und mit ihren Potenzialen und Risiken regelmäßig Gegenstand gesellschaftlicher Dis- kurse werden, ist die Vermittlung von Medienkompetenz mit all ihren Facetten eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Enquete-Kommission „Verantwortung in der medialen Welt“ des Landtags Rheinland-Pfalz hat in der vergangenen Legislatur- periode klar herausgearbeitet, dass nur das Zusammenspiel von Medienkompetenz, Elternverantwortung und Jugendmedienschutz Kinder und Jugendliche im Umgang mit dem Netz stärken kann. Darüber hinaus wurden im Rahmen der Enquete-Kommission die Medienkompetenz-Angebote im Land Rheinland-Pfalz untersucht und Handlungsempfehlungen für die kommenden Jahre ab- gegeben. Dabei ist deutlich geworden, dass unter Medienkompetenz ein vielfältiger Mix aus sozialen, technischen, intellektuellen und kreativen Kompetenzen zu verstehen ist. Diese werden für unterschiedliche Zielgruppen und unterschiedliche Anforderungs- profile von vielen Organisationen in Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt. Von besonderer Bedeutung sind dabei im schulischen Bereich die Maßnahmen im Rahmen des Landesprogramms „Medienkom- petenz macht Schule“, die Projekte im Umfeld der Landeszentrale für Medien und Kommunikation wie u. a. der Aufbau von Medienkompetenznetzwerken in den Regionen des Landes. Obwohl der Vernetzungsgrad der Anbieterinnen und Anbieter medien- pädagogischer Leistungen in Rheinland-Pfalz insbesondere im schulischen Kontext durch das Landesprogramm „Medienkompe- tenz macht Schule“ und eine Reihe dezentraler Ansätze groß ist, wird die große Herausforderung darin bestehen, alle beteiligten Akteurinnen und Akteuere optimal miteinander zu vernetzen. Auch die Arbeit von Organisationen bzw. Institutionen, wie der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, der Volkshochschulen, der Hochschulen, des Landesbeauftragten für den Datenschutz und Informationsfreiheit, der großen Medienanstalten in Rheinland- Pfalz (ZDF, SWR) und (Medien)Unternehmen (Rhein-Main-Gruppe, SAP, Microsoft etc.), haben einen Beitrag zur Förderung von Medienkompetenz in Rheinland-Pfalz geleistet. Hinzu kommen Projekte und Kurse für Seniorinnen und Senioren, aber auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Ziel dieser Großen Anfrage ist es, den Ist-Stand der Medienkompetenzangebote für einen sinnvollen Umgang mit den neuen Medien in Rheinland-Pfalz zu ermitteln, eine inhaltliche Bestandsaufnahme vorzunehmen sowie darüber hinaus auch die organisatorischen und finanziellen Aspekte zu beleuchten und daraus Empfehlungen zu entwickeln, um den Bereich der Medienkompetenzmaß- nahmen in Rheinland-Pfalz zu ordnen. Wir fragen die Landesregierung: 1. Welche grundsätzliche Bedeutung sieht die Landesregierung in der Vermittlung und Förderung von Medienkompetenz? 2. Welche konkreten Maßnahmen zur Förderung der Medienkompetenz werden im Bereich der Landesregierung Rheinland- Pfalz, der Landeszentrale für Medien und Kommunikation und anderer Institutionen und Organisationen in Rheinland-Pfalz durchgeführt oder gefördert? 3. Welche Maßnahmen werden ergriffen, um Eltern und Lehrer und andere Personen, wie z. B. Ehrenamtliche, zu befähigen, Medienkompetenz zu vermitteln? 4. Was ist jeweils Inhalt und Zielgruppe der Maßnahme? 5. In welchen Organisationen bzw. Behörden und welchen Ressorts liegt jeweils die inhaltliche Zuständigkeit? b. w. Druck: Landtag Rheinland-Pfalz, 5. Juni 2012
Drucksache 16/ 1275 Landtag Rheinland-Pfalz – 16. Wahlperiode 6. Wie hoch sind die Kosten für die einzelnen Maßnahmen, welchen Anteil finanziert das Land und aus welchen Titeln des Landes- haushalts wird dieser Anteil geleistet? 7. In welcher Form werden die Maßnahmen zur Förderung von Medienkompetenz miteinander vernetzt? 8. Welche Rolle spielt die Vermittlung von Medienkompetenz im Rahmen der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern, Er- zieherinnen und Erziehern in Kindertagesstätten und Pädagoginnen und Pädagogen der außerschulischen Arbeit sowie deren Fort- und Weiterbildung? 9. Welche Kooperationen gibt es im Bereich der Medienkompetenzvermittlung mit der Medienwirtschaft, Unternehmen der Kreativ- wirtschaft bzw. mit Hochschulen? Die Landesregierung wird gebeten, ihre Antwort anhand von Tätigkeitsbereichen und den zugehörigen einzelnen Maßnahmen zu strukturieren. Für die Fraktion Für die Fraktion Für die Fraktion der SPD: der CDU: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Barbara Schleicher-Rothmund Hans-Josef Bracht Nils Wiechmann