Zukunft der dualen Berufsausbildung am Standort des Staatlichen Berufsbildungszentrums Bad Salzungen (SBBZ)

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THÜRINGERLandtag Thüringer          LANDTAG    - 4. Wahlperiode                               Drucksache 4/    1108 4. Wahlperiode                                                        04.08.2005 Kleine Anfrage des Abgeordneten Kuschel (PDS) und Antwort des Thüringer Kultusministeriums Zukunft der dualen Berufsausbildung am Standort des Staatlichen Berufsbildungs- zentrums Bad Salzungen (SBBZ) Die Kleine Anfrage 396 vom 16. Juni 2005 hat folgenden Wortlaut: In Bad Salzungen wurde vor zirka zehn Jahren ein neues Berufsbildungszentrum für den Wartburgkreis errichtet. Die Finanzierung erfolgte auch im erheblichen Umfang durch die Förderung des Landes. In der kreisfreien Stadt Eisenach besteht ein Berufsschulzentrum, für das ein Ersatzneubau am Standort "AWE" vorgesehen ist. Zudem gibt es in der Region am Standort Wilhelmsthal ein Technologie- und Berufs- schulzentrum. Hinsichtlich der Ausbildung in gewerblich-technischen Berufen gibt es gleichwertige Ausbildungsangebote sowohl in Eisenach als auch in Bad Salzungen. Im Zusammenhang mit dem geplanten Ersatzneubau des Berufsschulzentrums in Eisenach gibt es Vorstel- lungen, die gewerblich-technische Berufsausbildung für Eisenach und den Wartburgkreis am Standort Ei- senach zu konzentrieren. Der Wartburgkreis will die in der Folge entstehenden freien Raumkapazitäten im Berufsbildungszentrum Bad Salzungen für die Medizinische Fachschule nutzen. Eine Initiative "Berufsschulstandort Bad Salzungen", bestehend aus Elternvertretern, Schülervertretern, Ausbildungsbetrieben und Handwerkerinnungen, befürchtet, dass ohne Ausbildungsangebote im gewerb- lich-technischen Bereich am Standort Bad Salzungen für die Südregion des Wartburgkreises noch weniger duale Ausbildungsplätze durch das Handwerk und die Wirtschaft angeboten werden könnten. Dies hätte negative Folgen für die Wirtschaftsentwicklung der Region. Eine Berufsausbildung am Standort Eisenach ist für Unternehmen der Südregion des Wartburgkreises keine annehmbare Alternative. Die Initiative fordert deshalb, dass im Zusammenhang mit dem Ersatzneubau für das Berufsschulzentrum Eisenach ein abge- stimmtes Gesamtkonzept für die Berufsausbildung in Eisenach und dem Wartburgkreis erstellt wird. Dabei soll auch die unternehmensnahe Berufsausbildung im gewerblich-technischen Bereich am Standort Bad Salzungen gesichert werden. Ich frage die Landesregierung: 1. Mit welchem Investitionsaufwand wurde das Berufsbildungszentrum Bad Salzungen errichtet? Wie er- folgte die Finanzierung bzw. in welcher Höhe, mit welchen Bedingungen und unter welchen Vorausset- zungen wurden Fördermittel durch den Freistaat ausgereicht? 2. Für welche Berufsausbildungsgänge und mit welchen Kapazitäten sind im Berufsschulzentrum Bad Sal- zungen die Bedingungen gegeben? Wie werden diese Kapazitäten gegenwärtig genutzt? 3. Für welche Berufsausbildungsgänge und mit welchen Kapazitäten sind im Berufsschulzentrum Eisen- ach die Bedingungen gegeben? Welche diesbezüglichen Veränderungen sind durch den geplanten Er- satzneubau vorgesehen? Druck: Thüringer Landtag, 16. August 2005 1
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Drucksache 4/       1108                                     Thüringer Landtag - 4. Wahlperiode 4. Für welche Berufsausbildungsgänge und mit welchen Kapazitäten sind im Technologie- und Berufs- schulzentrum Wilhelmsthal die Bedingungen gegeben? 5. Welches abgestimmte Berufsausbildungskonzept gibt es zwischen den drei genannten Berufsschulein- richtungen? Inwieweit hat das Land an diesem Konzept mitgewirkt? Welche Veränderungen sind durch den geplanten Ersatzneubau des Berufsschulzentrums Eisenach zu erwarten? 6. Inwieweit hält die Landesregierung eine Berufsausbildung im gewerblich-technischen Bereich am Standort Bad Salzungen auch zukünftig für erforderlich, insbesondere dann, wenn dies von den Ausbildungsbe- trieben gefordert wird? 7. In welcher Höhe plant das Land eine Förderung des Ersatzneubaus des Berufsschulzentrums Eisenach und wie wird diese Förderung begründet? Werden dabei auch Ausbildungskapazitäten neu geschaffen, die bereits am Berufsschulstandort Bad Salzungen bestehen? Wenn ja, wie wird dies, auch mit Blick auf die angespannte Finanzlage des Landes, begründet? 8. Wie werden sich in den nächsten Jahren infolge der demografischen Entwicklung die Berufsschülerzah- len in der Region Wartburgkreis/Eisenach entwickeln und welche Auswirkungen wird dieses auf die drei genannten Berufsschulstandorte haben? 9. Wie bewertet die Landesregierung die Entscheidung des Landkreises Wartburgkreis, im Berufsbildungs- zentrum Bad Salzungen die Medizinische Fachschule vollständig anzusiedeln und dabei Raumkapazitä- ten umzunutzen, die auch mit Landesmitteln für andere Berufsausbildungszweige geschaffen wurden? 10.Wie bewertet die Landesregierung das Vorhaben, ab dem neuen Ausbildungsjahr die Berufsausbildung der Elektroinstallateure für den Wartburgkreis und Eisenach am Standort Eisenach durchzuführen, ob- wohl von den 17 neuen Auszubildenden 16 aus der Südregion des Wartburgkreises kommen und die Ausbildungsbetriebe eine unternehmensnahe Berufsausbildung fordern? Wer hat diese Entscheidung getroffen und inwieweit war das Land beteiligt? Das Thüringer Kultusministerium hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 3. August 2005 wie folgt beantwortet: Zu 1.: Der Neubau des SBBZ Bad Salzungen wurde in zwei Bauabschnitten von 1991 bis 1997 errichtet; die Gesamtkosten belaufen sich auf 46,5 Millionen Deutsche Mark (23,77 Millionen Euro). Für die Baumaßnahme wurden Zuwendungen aus Landesmitteln in Höhe von insgesamt 12,2 Millionen Deutsche Mark (6,23 Millionen Euro) an den Landkreis Bad Salzungen und seinen Rechtsnachfolger, den Wartburgkreis, ausgereicht. Zu 2.: Die derzeitigen Berufsausbildungen für die beiden Standorte sind mit Klassenzahlen und Schülerzahlen in dem jeweiligen Beruf aus den anliegenden Übersichten ersichtlich. Zwischen den beiden Schulträgern besteht ein abgestimmtes Berufsausbildungskonzept mit der Zielstel- lung der Berufsfeldbereinigung: - Berufsfeld Körperpflege - künftige Konzentration in SLZ (Bad Salzungen) - Berufsfeld Bautechnik - künftige Konzentration in SLZ - Berufsfeld Metalltechnik, Konstruktionsmechaniker, Metallbauer, Werkzeugmechaniker nur in SLZ, Zer- spanungsmechaniker nur in ESA (Eisenach), Anlagenmechaniker für Sanitär-/Heizungs- und Klimatech- nik nur in SLZ - Berufsfeld Fahrzeugtechnik, Kfz-Mechatroniker derzeit noch Klassenbildung an beiden Standorten gesi- chert - Berufsfelder Ernährung und Hauswirtschaft, Wirtschaft und Verwaltung, Klassenbildungen aufgrund der Schülerzahlen an beiden Standorten gesichert - Berufsfeld Farbtechnik und Raumgestaltung, Klassenbildungen nur am Standort ESA - Berufsfeld Holztechnik, Tischler nur am Standort ESA Zu 3.: Die entsprechenden Berufsausbildungsgänge mit Klassenbildungen und Schülerzahlen sind der beigefüg- ten Anlage zu entnehmen. 2
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Thüringer Landtag - 4. Wahlperiode                                            Drucksache 4/      1108 Bei dem vorgesehenen Ersatzneubau des Berufsschulzentrums "Ludwig Erhard" Eisenach handelt es sich ausschließlich um den Ersatzneubau eines Schulteils, der aufgrund der geografischen Lage im Überschwem- mungsgebiet der Hörsel/Nesse liegt und in dem keine Rekonstruktions-/Erneuerungsmaßnahmen durchge- führt werden dürfen. Es ist nicht vorgesehen, das Berufsschulnetz der SBBS in der Wartburgregion in Frage zu stellen. Zu 4.: Bei dem Technologie- und Berufsbildungszentrum Eisenach gGmbH handelt es sich um einen privaten Bil- dungsträger. Dieser führt Weiterbildungs- und berufliche Qualifizierungsmaßnahmen sowie Lehrgänge zur beruflichen Ausbildung bzw. Vermittlung von Zusatzqualifikationen in den Bereichen Metall, Kunststoff- und Elektrotechnik, Hydraulik, Industrie- und Kfz-Mechanik sowie Industrie- und Bürokaufmann/-frau durch. Es ist davon auszugehen, dass fachtheoretischer Berufsschulunterricht in dieser Einrichtung nicht erteilt wird. Zu 5.: Das Berufsausbildungskonzept findet seinen Niederschlag im Schulnetz für die berufsbildenden Schulen, insbesondere in der Schulform Berufsschule. Dieses Schulnetz wird jährlich fortgeschrieben, wobei auf der Grundlage der §§ 13 und 17 des Thüringer Schulgesetzes Einzugsbereiche für die einzelnen Schulstandor- te gebildet sowie einzelne Bildungsgänge bzw. Ausbildungsberufe auf der Grundlage der Schülerzahlen aufgenommen oder abgegeben werden können. Eine Abstimmung zwischen den beiden Schulen erfolgt über die betreffenden Schulträger mit dem Staatlichen Schulamt Eisenach und dem Thüringer Kultusminis- terium. Der Standort Wilhelmsthal ist hierbei nicht involviert. Das Thüringer Kultusministerium nimmt bei den jährlichen Fortschreibungen des Schulnetzes eine koordi- nierende Rolle wahr. Bei den bislang zwischen den beiden Schulträgern abgestimmten Bildungsgängen/Ausbildungsberufen sind keine Veränderungen durch den geplanten Ersatzneubau des Berufsschulzentrums zu erwarten. Zu 6.: Mit Blick auf die demografische Entwicklung zeichnet sich auch an den Standorten Bad Salzungen und Eisen- ach eine rückläufige Schülerzahl ab. Eine Prognose für die Region Wartburgkreis und die Stadt Eisenach wird voraussichtlich aus einem durch den Thüringischen Landkreistag und das Thüringer Kultusministerium in Auftrag gegebenen Gutachten zur Weiterentwicklung der berufsbildenden Schulen zu entnehmen sein. Zu 7.: Eine Projektförderung für berufsbildende Schulen im Rahmen der Schulbauförderung ist nicht möglich. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 3 verwiesen. Zu 8.: Eine Prognose zur demografischen Entwicklung der Schulabgänger in der Region Wartburgkreis/Eisenach ist in der Anlage beigefügt. Eine konkrete Beschreibung der Berufsschülerzahlen für die derzeit an beiden Standorten geführten Ausbil- dungsberufe ist nicht möglich. Hierzu wird das in Auftrag gegebene Gutachten weiteren Aufschluss geben. Zu 9.: Dem Thüringer Kultusministerium liegen seitens des Schulträgers keine Informationen vor; eine Stellung- nahme ist deshalb nicht möglich. Zu 10.: In der vorgenannten Abstimmung des Wartburgkreises mit der Stadt Eisenach hinsichtlich der Festlegung berufsbezogener Standorte wurde auch der Ausbildungsberuf Elektroinstallateur (neue Bezeichnung: Elektro- niker für Energie- und Gebäudetechnik) berücksichtigt. Dieser sollte am Standort Eisenach verbleiben, wobei im Gegenzug die bislang in Eisenach vorgenommene Beschulung der Werkzeugmechaniker nach Bad Sal- zungen verlagert werden soll. Diese Entscheidung, die auch mit Blick auf weitere abgestimmte Zuordnungen von Berufen zu den beiden Standorten im Rahmen einer Berufsfeldbereinigung zu betrachten ist, wurde zwi- schen den beiden Schulträgern in Verbindung mit den regionalen Vertretern der Innungen und Kreishandwer- kerschaft getroffen. Die Orientierung auf den Schulstandort Eisenach im Berufsfeld Elektrotechnik entspricht einer Einigung beider Schulträger und beider Kreishandwerkerschaften aus dem Jahre 2004. Prof. Dr. Jens Goebel Minister Anlagen 3
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Anlage

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Lehrstellen-Barometer
vom 30. Juni 2005

 

 

 

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für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

 

Augenoptiker

 
 
 
 
 
 
 
  
 
 
   

 

 

Automobilkaufleute

 

 

Bäcker

 

 

|Bau- und Metallmaler

 

 

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Baugeräteführer

Bauten- und Objektbeschichter

Brauer und Mälzer

 

 

 

Büroka ufleute
Dachdecker

Elektroniker

 

 

 

Elektroniker
für Maschinen- und Antriebstechnik

 

 

Fachverkäufer
im Nahrungsmittelhandwerk

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fahrzeuglackierer 3
Feinwerkmechaniker I 3
Fleischer en = 512! | 8
Fliesen-, Platten- und Mosaikleger Pe 1 | 1
Fotografen , ran 1 1 2
Fire — N Er 2 73, 104 14
Gertucsremier „m, — 1 1 4
Glaser rn ” 2 2|
Hochbaufachardätter | 3 1 |

Hörgeräteakustiker —T 1 IT A
Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker 1 | 4
Kaufleute für Bürockommnaon  A
Klempner IT 4 1
Konditoren el 3 |
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Kraftfahrzeugmechatroniker 6,8 7 18 | 12 11 62
Maler und Lackierer 113 2 6
‚Maurer - I | 041 | 1
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Ausbildungsberuf

 

 
   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mechaniker 2 2004 5)
für Land- und Baumaschinentechnik
Metallbauer 2 4 4 4 14
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Raumausstatter | 1 1
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Schneidwerkzeugmechaniker 2 | 2
Textilreiniger 2 2
Tiefbaufacharbeiter | 1 1
Tischler 3 4 4 1 12
Zahntechniker 1 1 8
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Zerspanungsmechaniker 1 1 2
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Zimmerer 3 1 4

 

Vergleich zum Vorjahr:

 

 

 

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