Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz
THÜRINGERLandtag Thüringer LANDTAG - 4. Wahlperiode Drucksache 4/ 4702 4. Wahlperiode 03.12.2008 Kleine Anfrage der Abgeordneten Lehmann (CDU) und Antwort des Thüringer Ministeriums für Soziales, Familie und Gesundheit Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz Die Kleine Anfrage 2552 vom 30. September 2008 hat folgenden Wortlaut: Seit 2005 hat der Freistaat Thüringen in Bad Langensalza einen neuen Standort für das Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz errichtet. Thüringen verfügt damit bundesweit über das mo- dernste Amt dieser Art mit besten Arbeitsbedingungen. Ich frage die Landesregierung: 1. In welcher Höhe wurden Mittel für den Neubau des Thüringer Landesamtes für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz ausgegeben? In welcher Höhe wurde in die Ausstattung der Labore und Arbeits- räume investiert? 2. Welche Aufgaben hat das Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz und wie haben sich diese im Interesse des Verbraucherschutzes in den letzten Jahren entwickelt bzw. inwie- weit haben sie zugenommen? Wie entwickelte sich die Anzahl der durchgeführten Untersuchungen seit 2005 (Anzahl pro Jahr)? 3. Wie viele Mitarbeiter sind derzeit im Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucher- schutz beschäftigt? Wie stellt sich die Stellenentwicklung in den nächsten fünf Jahren dar? 4. Wie wird die Landesregierung in den nächsten Jahren die Aufgabenerfüllung des Thüringer Landesam- tes für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz in Einklang mit der verfügbaren Stellenzahl brin- gen? 5. Wie viele Auszubildende wurden seit 2005 im Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucher- schutz in welchen Berufen ausgebildet? 6. Wie viele Auszubildende wurden nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss in den Landesdienst im Lan- desamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz übernommen? Druck: Thüringer Landtag, 17. Dezember 2008 1
Drucksache 4/ 4702 Thüringer Landtag - 4. Wahlperiode Das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 3. Dezember 2008 wie folgt beantwortet: Zu 1.: Für den Neubau des Thüringer Landesamtes für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz (TLLV) und dessen Technik wurden mit Stand 13. Oktober 2008 Mittelbindungen und Auszahlungen in Höhe von insgesamt 41 608 529,59 Euro vorgenommen (Angabe des Landesamtes für Bau und Verkehr). Für die Laborgeräte (Groß- und Kleingeräte) sowie weitere Ausstattungen wurden mit Stand 13. Oktober 2008 16 012 875,30 Euro verausgabt. Zu 2.: Nachfolgend werden die Aufgaben der Fach- und Untersuchungsabteilungen des TLLV dargestellt und de- ren qualitative und quantitative Entwicklung seit 2005 näher ausgeführt. Die Zentralabteilung schafft hierbei sämtliche für das Funktionieren des Betriebes des TLLV erforderlichen Bedingungen, sie koordiniert und organisiert die notwendigen allgemeinen und übergreifenden Voraussetzungen zur Erledigung der spezifi- schen Aufgaben der Fach- und Untersuchungsabteilungen. Abteilung 2 - Gesundheitlicher Verbraucherschutz, Veterinärwesen, Pharmazie Die Abteilung Gesundheitlicher Verbraucherschutz, Veterinärwesen, Pharmazie nimmt im Rahmen gesund- heitsrechtlicher, lebensmittelrechtlicher, veterinärrechtlicher und tierschutzrechtlicher Vorschriften auf europä- ischer, nationaler und Länderebene Vollzugsaufgaben wahr, koordiniert die fachliche Zusammenarbeit mit und zwischen den Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämtern und fungiert als Widerspruchsbehörde. Aufgabenschwerpunkte der Abteilung 2 sind: • Grundsatz- und Rechtsangelegenheiten des gesundheitlichen Verbraucherschutzes • Allgemeines Veterinärwesen, Tierseuchenbekämpfung, Tierschutz • Lebensmittelüberwachung, Fleischhygiene • Pharmazie: Kontrolle der Herstellung, des Handels und der Abgabe von Human- und Tierarzneimitteln • Umweltbezogener Gesundheitsschutz • Fachaufsicht über die Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter (VLÜÄ) in den Landkreisen und kreisfreien Städten • Anleitung, Beratung, Kontrolle der VLÜÄ bei der Umsetzung gesundheits-, veterinär- und lebensmittel- rechtlicher Vorschriften • Vollzugsaufgaben, Maßnahmen zur Gewährleistung der Einhaltung gesundheits-, veterinär- und lebens- mittelrechtlicher Vorschriften • Überprüfung von Widersprüchen gegen Verwaltungsentscheidungen der VLÜÄ • Zulassungen für Lebensmittelbetriebe • Betriebskontrollen, soweit sie in eigener Zuständigkeit (Zulassung) oder im Rahmen der Fachaufsicht geboten sind In den letzten Jahren sind folgende Aufgaben der Abteilung 2 hinzugekommen: • Aufbau einer Task-Force-Gruppe und Einrichtung eines Landeskrisenzentrums • Organisation der Impfungen gegen die Blauzungenkrankheit • Koordinierung der Tierseuchenbekämpfung bei sporadisch auftretenden Tierseuchen (Aviäre Influenza, Infektiöse Anämie der Einhufer) • Ausdehnung der Zulassungspflicht über industrielle Betriebe hinaus auf alle Betriebe, die Lebensmittel tierischen Ursprungs herstellen und behandeln Abteilung 3 - Medizinaluntersuchung Das Aufgabenspektrum der Abteilung Medizinaluntersuchung reicht von medizinischen Untersuchungen für Gesundheitsämter, Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen über die Erfassung und Aus- wertung epidemiologischer Daten bis zu umwelthygienischen Fragenstellungen. Es werden mikrobiologi- sche, chemische, physikalische und andere Untersuchungen zum Nachweis von Krankheitserregern durch- geführt. Erarbeitet werden Befunde, Analysen, Berichte sowie fachliche Stellungnahmen und Gutachten für das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit (TMSFG), das Thüringer Landesverwal- tungsamt (TLVwA), die Gesundheitsämter und andere Behörden. 2
Thüringer Landtag - 4. Wahlperiode Drucksache 4/ 4702 Aufgabenschwerpunkte der Abteilung 3 sind: • Fachliche Beratung des TMSFG, des TLVwA, der Gesundheitsämter, weiterer Behörden sowie medizini- scher Einrichtungen zu allen Fragen der Infektionsverhütung, Impfprophylaxe und Krankenhaushygiene • Zentrale Erfassung und Dokumentation der Meldedaten von übertragbaren Krankheiten gemäß Infekti- onsschutzgesetz, infektionsepidemiologische Bewertung der Meldedaten, Weiterübermittlung von Mel- deinformationen an das Robert Koch-Institut • Beratung und Unterstützung von Gesundheitsbehörden und medizinischen Einrichtungen bei der Ursa- chenermittlung übertragbarer Krankheiten sowie hinsichtlich einzuleitender Verhütungs-, Bekämpfungs- und Überwachungsmaßnahmen • Betreiben einer Impfberatungsstelle für Ärzte; Planung, Kauf, Lagerung, Verteilung und Abrechnung von Impfstoffen für die Gesundheitsämter; Erstellung von Informationsmaterialien zu Schutzimpfungen • Durchführung von Untersuchungen zur Prüfung raumlufttechnischer Anlagen sowie zur Prüfung von Reinigungs-, Desinfektions- und Sterilisationsverfahren in medizinischen Einrichtungen • Untersuchung von Trink- und Badewasser im Rahmen der amtlichen Überwachung durch die Gesund- heitsämter und hygienische Bewertung der Untersuchungsergebnisse • Untersuchung von Innenraumluftproben auf chemische und mikrobielle Belastungen einschließlich hy- gienischer Bewertung • Berichterstattung zur Trink- und Badewasserqualität an zuständige Behörden entsprechend geltender Normen • Untersuchung menschlicher Probenmaterialien auf Erreger meldepflichtiger Infektionskrankheiten und sonstige epidemiologisch bedeutsame Krankheitserreger für den öffentlichen Gesundheitsdienst, Lan- desgemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber, Justizvollzugsanstalten und medizinische Einrichtungen • Mikrobiologische Untersuchung von Lebensmitteln im Zusammenhang mit Erkrankungen • Untersuchung von Umweltproben auf bakterielle Krankheitserreger im Zusammenhang mit Bioterroris- mus • Mitarbeit im Thüringer Mobilen Expertenteam • Durchführung der virologischen Surveillance im Rahmen der Influenza-Pandemieplanung • Wahrnehmung der Aufgaben eines Vorsorgezentrums für das Neugeborenen-Screening auf angebore- ne Stoffwechsel- und Hormonstörungen und für das Neugeborenen-Hörscreening in Thüringen • Sicherheitseinstufung gentechnischer Anlagen und Arbeiten im Freistaat Thüringen, Überwachung der Sicherheitsmaßnahmen in gentechnischen Anlagen und bei Freisetzungsversuchen Seit 2005 sind folgende Aufgaben der Abteilung 3 hinzugekommen: • Mitwirkung bei der schrittweisen Umsetzung des Gesetzes zu den Internationalen Gesundheitsvorschrif- ten (IGV) aus dem Jahr 2005 • Gamma-Interferon-Test zum Nachweis aktiver Tuberkuloseinfektionen für die territorialen Gesundheits- ämter • Umwandlung der virologischen Grippe-Surveillance von einer saisonalen in eine ganzjährige Überwa- chung • Einführung der Schnelldiagnostik hochpathogener aviärer Influenzaviren • Überwachung notwendiger Kontrolluntersuchungen im Rahmen des Neugeborenen-Hörscreenings Die in der Abteilung 3 durchgeführten Untersuchungen seit 2005 sind in der anliegenden Tabelle (Anlage 1) dargestellt. Abteilung 4 - Lebensmitteluntersuchung Die Aufgaben der Lebensmitteluntersuchung sind in Inhalt und Umfang weitgehend durch Gemeinschafts- und Bundesrecht verbindlich vorgegeben. Sie erstrecken sich von der chemisch-analytischen Untersuchung von Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen und Kosmetika auf gesundheitsgefährdende Substanzen oder unerlaubte Zusätze über die Kontrolle der Einhaltung der hierfür geltenden Vorschriften bis zur Überprüfung von Werbeaussagen zum Schutz der Verbraucher vor Irreführung. Die sensorischen, chemischen, physika- lisch-chemischen und mikrobiologischen Untersuchungen dienen der qualitativen Beurteilung von Lebens- mitteln, Bedarfsgegenständen und kosmetischen Mitteln zum Schutz der Verbraucher. 3
Drucksache 4/ 4702 Thüringer Landtag - 4. Wahlperiode Aufgabenschwerpunkte der Abteilung Lebensmitteluntersuchung sind: • Unterstützung der für den Vollzug der lebensmittel- und bedarfsgegenständerechtlichen, sowie der ta- bakrechtlichen Vorschriften zuständigen Behörden (Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch - LFGB -, Fleischhygienerecht der EU, Weingesetz, vorläufiges Tabakgesetz) sowie der Gerichte durch veterinär- medizinische, chemische und andere Untersuchungen und Erstellung von Befunden und Gutachten insbesondere durch Untersuchung zum Gesundheitsschutz und Schutz der Verbraucher vor Täuschung und Irreführung von o Lebensmitteln tierischer Herkunft o Pflanzlichen Lebensmitteln o Kosmetika o Lebensmittelbedarfsgegenständen o Sonstigen Bedarfsgegenständen (Spielzeug, Reinigungsmittel etc.) o Wein. Außerdem werden spezifische Untersuchungen nach dem Fleischhygienerecht und zur Erfüllung des Rückstandskontrollplanes durchgeführt. • Beratung des TMSFG zu den vorstehend genannten Aufgaben • Mitwirkung bei der Erarbeitung von Rechts- und Verwaltungsvorschriften des TMSFG zu den vorstehend genannten Aufgaben • Mitarbeit in Gremien der Lebensmittelüberwachung des Bundes zur Ausführung des LFGB sowie in Deutschen und Europäischen Normungsgremien für Prüfmethoden • Mitwirkung bei der Ausbildung von Biologielaboranten und bei Praktika von Lebensmittelchemikern, Ve- terinärmedizinern, Veterinärmedizinisch-Technischen Assistenten Die Aufgaben haben sich in Abteilung 4 wie folgt entwickelt: Die Untersuchung von Tabakerzeugnissen wurde Mitte 2006 im Rahmen der Länderkooperation an Sach- sen abgegeben. Dies entspricht etwa 0,2 Prozent der Gesamtaufgaben. Im Service für die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft werden seit Januar 2008 die Untersuchungen der amtlichen Qualitätsprüfungen für Milch- und Milcherzeugnisse übernommen. Dies entspricht einer pro- zentualen Zunahme von rund vier Prozent der Proben dieser Lebensmittelgruppe. Darüber hinaus hat sich die Aufgabenstellung wie nachfolgend dargestellt entwickelt: Durch Änderungen im Gemeinschafts- und Bundesrecht ist ein zunehmender Anteil von Proben in speziel- len Untersuchungsprogrammen gebunden, zu denen detaillierte Vorgaben hinsichtlich der Untersuchungs- ziele und -methoden erfolgen. Das betrifft insbesondere den jährlichen bundesweiten Überwachungsplan, das Lebensmittel-Monitoring, das Zoonosen-Monitoring, das Europäische Kontrollprogramm für Pestizid- rückstände sowie den nationalen Rückstandskontrollplan. Vielfach ist hierfür ein erhöhter Arbeitsaufwand im Vorlauf notwendig (Prüfmethoden- und Organisationsablaufausarbeitung). Das Stoffspektrum hat sich aufgrund gesetzlicher Vorgaben (z. B. bei Rückständen an Pestiziden, beim Nationalen Rückstandskontrollplan auf Tierarzneimittel) und durch besondere Probleme (z. B. Acrylamid, unzulässige Sudanrot-Farbstoffe in Gewürzen, toxikologische relevantes Cumarin in Zimt) sowie neuen Stoffgruppen (Tätowiermittel, Allergene in Lebensmitteln) erweitert. Die sog. PCR-Diagnostik wurde als neue molekularbiologische Prüfmethode zum Nachweis von gentech- nisch veränderten Lebensmitteln, Krankheitserregern und Allergenen eingeführt. Zunehmend gibt es detaillierte Vorgaben der EU zur Qualitätssicherung der Prüfmethoden (z. B. für die Untersuchung auf Pflanzenschutzmittel und Tierarzneimittel). Der Aufwand für die Datenerfassung, -auswertung und für Berichte an die Bundesinstitutionen hat sich ausgeweitet. Die Umsetzung der risikobasierten Probenuntersuchung (einschließlich Planung und Anforderung) aufgrund der Verordnung (EG) Nr. 882/2004 bedingt einen Mehraufwand an Organisation. Wie aus der anliegenden Tabelle (Anlage 2) hervorgeht, hat sich insgesamt die Anzahl der Untersuchungen seit 2005 um durchschnittlich zwölf Prozent verringert. Gleichwohl wurde der in der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift Rahmen-Überwachung vorgegebene Pro- benumfang von fünf Proben Lebensmitteln je 1000 Einwohner und 0,5 Proben Bedarfsgegenstände je 1000 Einwohner im Jahr 2007 erreicht. 4
Thüringer Landtag - 4. Wahlperiode Drucksache 4/ 4702 Abteilung 5 - Veterinäruntersuchung In der Abteilung Veterinäruntersuchung werden pathologisch-anatomische, virologische, serologische, bak- teriologische, parasitologische, mykologische, histologische und molekularbiologische Untersuchungen zum Nachweis von anzeigepflichtigen Tierseuchen, meldepflichtigen Tierkrankheiten, Zoonosen und anderen Tiererkrankungen durchgeführt. Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Pferde, Nutzgeflügel, Fische, Bienen sowie Haus-, Heim- und Wildtiere werden auf das Vorhandensein von Krankheitserregern untersucht. Zur Bewertung epidemiologischer Entwicklungen, für die Erarbeitung von Tierseuchen-Notfallplänen und ande- ren Entscheidungsgrundlagen werden Statistiken und Analysen erstellt und ausgewertet. Die Untersuchungs- ergebnisse werden in Befunden und Gutachten zusammengestellt. Aufgabenschwerpunkte der Abteilung 5 sind neben den vorgenannten Untersuchungen: • amtliche Futtermitteluntersuchung • Erstellung von Befunden, Gutachten, Notfallplänen, Statistiken, Analysen, und Stellungnahmen • Erfassung und Auswertung der Untersuchungsergebnisse und Erstellung von Monats-, Quartals-, Halb- jahres- und Jahresberichten • Teilnahme an Vergleichs- und Ringversuchen (EU, Bund), Qualitätsmanagement (QMS) • Durchführung von Monitoringprogrammen • Optimierung der Gerätetechnik und methodische Einarbeitung für mögliche Tierseuchenkrisenfälle • Wahrnehmung von Aufgaben im Rahmen des Landestierseuchenkrisenzentrums • Unterstützung der im Vollzug tätigen Tierärzte in den Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämtern • Unterstützung der Landwirtschaft und praktischen Tierärzte bei der Erkennung und Bekämpfung von Tierseuchen und Tiererkrankungen • Lehrlingsausbildung (Biologielaborant) • Mitwirkung an der fachspezifischen Aus- und Weiterbildung und Praktika von Tierärzten, Landwirten, Studenten der Veterinärmedizin, Veterinärmedizinisch-technischen Assistenten und Tierarzthelfer/-innen Die Aufgaben der Tierseuchen-, Zoonosen- und Krankheitsdiagnostik sind nach wie vor aktuell und haben keine Änderungen erfahren. Die Tiergesundheitsdienste wurden zum größten Teil 1996 ausgegliedert. Zur Zeit werden der Fischgesundheitsdienst und der Bienengesundheitsdienst vom TLLV wahrgenommen. Im Jahre 2003 erfolgte in der Veterinäruntersuchung eine Teilakkreditierung durch die Staatliche Anerken- nungsstelle der Lebensmittelüberwachung (SAL) Wiesbaden. 2008 wurden alle Dezernate der Veterinärun- tersuchung von der obigen Behörde vollständig akkreditiert. Ab 2005 wurden verschiedene Molekularbiologische Nachweisverfahren (PCR-Diagnostik) in der Veterinär- untersuchung etabliert. In den letzten Jahren sind einige Arbeitsgebiete neu entstanden. Dies umfasst die TSE-Untersuchungen von Gehirnproben von landwirtschaftlichen Nutztieren (Rinder, Schafe und Ziegen). Im Jahr 2006 trat die anzeigepflichtige Tierseuche Bluetongue in Mitteleuropa erstmalig auf und breitete sich in den Rinder- und Schafbeständen rasant aus. Dies führte zu einer intensiven Untersuchungstätigkeit (Blutuntersuchungen) an Tieren in Thüringer Betrieben. Weiterhin wurden im Rahmen des Wildvogel-Monitorings sowie in Wirtschaftsgeflügelbeständen umfang- reiche Untersuchungen auf die Influenza A (Geflügelpest) durchgeführt. Die Gesamtuntersuchungszahlen ab 2005 sowie ausgewählte Zahlen von Untersuchungsgebieten ergeben sich aus Anlage 3. Bereich Maßregelvollzug Mit Inkrafttreten der Thüringer Verordnung zur Regelung von Zuständigkeiten im Maßregelvollzug vom 14. Juli 2005 (GVBl. Nr. 12/2005, Seite 299) ist der Bereich Maßregelvollzug mit folgenden Aufgaben in den Zuständigkeitsbereich des TLLV eingegliedert worden: • Führen der Verhandlungen über die Unterbringungskostensätze mit den Trägern der Einrichtungen des Maßregelvollzugs einschließlich Vor- und Nachbereitung • Prüfung sicherheitsrelevanter Fragen im Maßregelvollzug; Erstellung von Sicherheitskonzepten • Durchführung von Sicherheitsbegehungen in den Maßregelvollzugseinrichtungen zur Feststellung orga- nisatorischer oder personeller Mängel • Abrechnung von interkurrenten Leistungen für Maßregelvollzugspatienten • Abrechnung der Unterbringungskosten für Maßregelvollzugspatienten • Erstellung und Pflege einer Datenbank zur Dokumentation der Durchführung des Maßregelvollzugs 5
Drucksache 4/ 4702 Thüringer Landtag - 4. Wahlperiode Zu 3.: Im TLLV sind 332 Mitarbeiter (Beamte und Tarifbeschäftigte) zum Stichtag 1. Oktober 2008 beschäftigt. Davon ist ein Mitarbeiter zum TMSFG abgeordnet und 33 Mitarbeiter/-innen befinden sich in der Freistel- lungsphase von Altersteilzeit. Die Stellenentwicklung in den nächsten fünf Jahren stellt sich ausgehend von einem Stellensoll nach Haus- haltsplan 2008 von 354 Plan-/Stellen unter Berücksichtigung der Realisierung von kw-Vermerken gemäß Strategiekonzept zum Stellenabbau in der Landesverwaltung wie folgt dar: 2009 = 343 2010 = 336 2011 = 324 2012 = 319 2013 = 310 Zu 4.: Neben der Wiederbesetzung freiwerdender und im Rahmen der Festlegungen zu externen Einstellungen im Jahr 2009 besetzbarer Stellen wird gegenwärtig der Aufgabenbestand verbunden mit der Umsetzung der aufgabenkritischen Vorschläge aktualisiert. Diese sollen insbesondere auch die zukünftigen Aufgaben und die damit verbundene zwingend notwendige Personalausstattung enthalten. Zwingend wahrzunehmende Aufgaben resultieren nicht zuletzt aus bundes- und europarechtlichen Vorgaben. Eine entsprechende Zu- sammenstellung hierzu ist ebenfalls in Arbeit. Sie soll insbesondere die quantitativen und qualitativen Ent- wicklungen in diesem Bereich über einen längeren Zeitraum hinweg beinhalten. Die sich hieraus ergebenden Konsequenzen werden im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit und innerhalb der Landesregierung geprüft und abgestimmt werden. Zu 5.: Seit 2005 wurden im TLLV 13 Auszubildende ausgebildet. Zu 6.: In den Landesdienst im TLLV wurden bisher fünf Auszubildende übernommen. Lieberknecht Ministerin Anlagen*) *) Hinweis: Auf den Abdruck der Anlagen wurde verzichtet. Ein Exemplar mit Anlagen erhielten jeweils die Fraktionen und die Landtags- bibliothek. Des Weiteren können sie im Landtagsinformationssystem unter der oben genannten Drucksachennummer sowie im Internet unter der Adresse: www.parldok.thueringen.de eingesehen werden. 6
Anlage 1 Durchgeführte Untersuchungen der Abteilung 3 seit 2005 Jahr 2005 2006 2007 1. Halbjahr 2008 Hygienisch-mikrobiologische 41.193 49.000 46.549 20.711 bzw. hygienisch- messtechnische Untersuchungen Umwelthygienische 67.705 59.410 63.424 24.752 Untersuchungen Medizinisch-mikrobiologische 126.892 117.058 140.870 56.895 und molekularbiologische Untersuchungen Summe 233.862 223.643 250.843 102.358
Anlage 2 Durchgeführte Untersuchungen der Abteilung 4 seit 2005 Jahr 2005 2006 2007 1. Halbjahr 2008 Nach LFGB und Weinrecht (Lebensmittel, Kosmetika, 239.244 209.508 211.144 121.791 Bedarfsgegenstände) Nach vorl. Tabakgesetz 99 44 0 0 Nach Fleischhygienerecht (Bakteriologie, Rückstände) 22.333 21.621 24.908 13.799 Summe 261.676 231.173 236.052 135.590
Anlage 3 Durchgeführte Untersuchungen der Abteilung 5 seit 2005 Jahr 2005 2006 2007 1. Halbjahr 2008 Gesamtuntersuchungszahlen 742.616 708.074 597.905 368.774 ausgewählte Untersuchungen Brucellose (Milch und Blut) 152.460 126.825 76.578 63.883 Q-Fieber 746 629 519 340 EIA (Infektiöse Anämie) 5 6.477 1.218 229 KSP (Schweinepest) 4.107 3.193 2.633 1.146 TSE (BSE und Scrapie) 49.361 48.848 57.153 31.166 AIV (Aviäre Influenza) 7.251 6.169 7.284 743 BTV (Bluetongue-Virus) 0 3.561 7.380 1.755 Tollwut 3.608 3148 3.385 1.202 Sektionen 6.762 8.976 6.715 3.028 Fischuntersuchungen 4.900 6.318 5.548 3.339 Salmonellen 31.892 33.050 16.407 10.366 Echinococcus 2.053 1.254 2.153 706 Trichinen 480 323 237 74