Vermittlung der deutsch-jüdischen Geschichte im Unterricht an Thüringer Schulen

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Thüringer Landtag 5. Wahlperiode Drucksache 5/       4392 30.04.2012 Kleine Anfrage der Abgeordneten Sojka und Ramelow (DIE LINKE) und Antwort des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Vermittlung der deutsch-jüdischen Geschichte im Unterricht an Thüringer Schulen Die Kleine Anfrage 2209 vom 7. März 2012 hat folgenden Wortlaut: In einer vom Leo Baeck Institut herausgegebenen Broschüre mit dem Titel "Deutsch-Jüdische Geschichte im Unterricht" heißt es, dass die Entwicklung des Judentums in Deutschland im Schulbereich mitunter un- zureichend und thematisch verengt behandelt würde. In den Lehrplänen und Schulbüchern gäbe es eine einseitige Konzentration auf Antisemitismus, die Verfolgungsgeschichte und den Holocaust. Auch wenn ein fortdauerndes Erinnern an die Judenverfolgung unabdingbar ist, scheint eine Reduzierung der deutsch-jü- dischen Geschichte auf diese Thematik verfehlt. "Sie lässt Juden vorzugsweise als Objekte und Opfer der deutschen Geschichte erscheinen, nicht jedoch als Träger einer eigenen Kultur und als Mitgestalter der mo- dernen Welt.", so die Autoren der Broschüre. Gerade Thüringen ist ein zentraler Ort für die deutsch-jüdische Geschichte. Es gibt hier viele Spuren der jüdischen Kultur und heute erfreulicherweise wieder eine lebendige jüdische Gemeinschaft. Die Frage der Vermittlung dieser Themen im Schulunterricht ist daher von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Hinzu kommt das Bemühen des Freistaats Thüringen um die Ansiedlung einer jüdisch-theologischen Fakultät an der Universität Erfurt. Wenn Thüringen im akademischen Bereich eine äußerst begrüßenswerte Vorreiter- rolle einnimmt, sollte die Schulbildung damit Schritt halten. Wir fragen die Landesregierung: 1. Wie bewertet die Landesregierung die Hinweise auf eine problematische Reduzierung der Behandlung der jüdischen Geschichte im Schulunterricht? 2. In welchen Jahrgangsstufen und in welchen Unterrichtsfächern wird die deutsch-jüdische Geschichte behandelt? 3. Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden bei der Vermittlung der deutsch-jüdischen Geschichte an Thü- ringer Schulen gelegt? 4. Gab bzw. gibt es in Thüringen seit dem Jahr 2005 Projekte zur deutsch-jüdischen Geschichte im Rah- men des Förderprogramms "Jüdisches Leben in Deutschland - Schule und Fortbildung"? Wenn ja, wel- che? Wenn nein, warum nicht? 5. Gibt es an Thüringer Schulen Austauschprogramme mit Schulen in Israel und wenn ja, welche? Druck: Thüringer Landtag, 10. Mai 2012
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Drucksache 5/       4392                                      Thüringer Landtag - 5. Wahlperiode Das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur hat die Kleine Anfrage namens der Lan­desre­gierung mit Schreiben vom 26. April 2012 wie folgt beantwortet: Zu 1.: In Thüringen gibt es viele Spuren und Zeugnisse jüdischer Kultur. Die Schulen sind angehalten, sie als wichtige "außerschulische Lernorte" zu besuchen. Die Thüringer Lehrpläne ermöglichen und empfehlen dies ausdrücklich. Vor diesem Hintergrund kann sich die Landesregierung nicht der Ansicht anschließen, wonach es eine ein- seitige Konzentration auf Antisemitismus, die Verfolgungsgeschichte und den Holocaust im Hinblick auf die Lehrpläne, die Lehrerfort- und -weiterbildung oder den schulischen Unterricht gäbe. Gerade auch die Thü- ringer Lehrpläne im Grund- und Förderschulbereich behandeln - neben anderen Religionen - die Religi- on und Kultur der Juden und fügen diese als festen Bestandteil der Weltkulturen in das Weltbild der Kin- der und Jugendlichen ein. Die Thematik der jüdischen, der deutsch-jüdischen Geschichte wird insbesondere im Ethik- und Religions- unterricht der Grundschule und im Förderschulbereich kindgemäß aufgegriffen und vermittelt. Dabei ist der Unterricht grundsätzlich auf die Vermittlung von Werten und Normen ausgerichtet. Er knüpft an vorhande- ne Kenntnisse der Vorschulzeit an. Die Neugier für ein Weltverständnis und die Entwicklung der Urteilsfä- higkeit werden damit gestärkt. Das Erkennen des eigenen Ichs und die Stellung innerhalb des sozialen Umfeldes werden fokussiert. Als Teil einer pluralen Gesellschaft setzt sich der Schüler mit seinem Kulturkreis und anderen Kulturkreisen auseinander. Dabei erhält er nicht nur Kenntnisse über diese, sondern entwickelt auch Akzeptanz und To- leranz. In seiner Betrachtungsweise wird er befähigt, die Perspektive bei einer Urteilsfindung zu wechseln. Die entwicklungsgemäße Vermittlung und Untersuchung der vier Kantischen Fragen: - Was kann ich wissen? (Erkenntnistheorie) - Was soll ich tun? (Moral und Ethik) - Was darf ich hoffen? (Religion und Gesellschaftstheorie) - Was ist der Mensch? (Anthropologie) erfolgt in ersten Ansätzen und wird in den Lehrplänen der weiterführenden Schularten fortgeführt und vertieft. Zu 2. und 3.: Bereich der Grund- und Förderschulen: Ein Einblick in wesentliche Grundlagen der Kulturen bedeutet im Grund- und Förderschulbereich vor allem, Informationen über die sie prägenden Religionen zu vermitteln. Dabei steht die Begegnung mit den religiö- sen Wurzeln des Abendlandes, dem Christentum und des Judentums im Vordergrund. So wird nachfolgend deutlich, dass - ausgehend vom eigenen "Ich" über die soziale Umwelt der Kinder - die Sicht auf ein Weltbild von Klassenstufe zu Klassenstufe im Hinblick auf die Vermittlung von Kulturen kind- gemäß und allmählich wächst. Klassenstufe       Schwerpunkte 1                  Kennenlernen der Feste im Jahreskreis (Erntedankfest, Sankt Martin/Martini und/oder Nikolaus, Advent, Weihnachten, Ostern) 2                  Erweitern der Kenntnisse über die Feste im Jahreskreis/Zusammenhang von Glau- ben und Festen - Erntedankfest: Umgang mit den Früchten der Erde - Sankt Martin/Martini und/oder Nikolaus, historischer Hintergrund - Adventszeit, Zeit der Besinnung und des Wartens Bedeutung des Lichtes als Zei- chen für Leben und Wärme - Weihnachten, Fest des Lichtes, Licht kommt in die Dunkelheit, Weihnachtssymbolik - Ostern, Fest der Freude über das neu erwachende Leben, Ostersymbolik - Weg des Brotes vom Feld zum Tisch darstellen 2
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Thüringer Landtag - 5. Wahlperiode                                             Drucksache 5/     4392 3                  Vertiefen der Kenntnisse über die Feste im Jahreskreis (Advent als Ankunftszeit, Weih- nachten: Fest der Geburt Jesu, Fasten: freiwilliges Verzichten auf etwas, Ostern/Os- tergeschichte: Christen glauben an das Weiterleben nach dem Tod, Symbolik, Vertraut machen mit dem Innenraum einer Kirche, Taufbecken, Altar, Kreuz, Orgel, Glocken) Ausgehend von der biblischen Weihnachtsgeschichte, z. B von Friedensbotschaft, Ar- mut, Fremdsein, Bezug zu heutigen Kulturen in der heutigen Zeit herstellen (Schen- ken-Hektik-Stress, Familienfeiern) Fasten nicht nur in Bezug auf das Essen betrach- ten, ein­gehen auf Ramadan 4                  Bekanntmachen mit kirchlichen Handlungen (Gottesdienst - Einbeziehung von even- tuellen Erfahrungen, Konfirmation oder Kommunion, Abendmahl) Bekanntmachen mit Festen anderer Religionen (Ostern-jüdisches Passahfest, Sche- ker Bayram [Zuckerfest] - als Ende des Fastenmonats, Ramadan) Grundsätzlich baut die Vermittlung von Wissen, Werten und Normen auf dem Kompetenzmodell der Thü- ringer Lehrpläne auf. Damit wird sichergestellt, dass Schüler am Ende der Klassestufe 4 - Feste dem Jahreskreis zuordnen, - den Ursprung der Feste benennen, - Bräuche erklären, - von ausgewählten Persönlichkeiten des Christentums den Lebensweg beschreiben, - Beziehung zur heutigen Zeit herstellen, - Feste, Traditionen und Brauchtum anderer Kulturkreise beschreiben und mit denen des eigenen Kultur- kreises vergleichen sowie - Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Lebensweisen von Menschen anderer Länder benennen und vergleichen. Bereich der Förderschule/Regelschule: Jüdische Religion und     -   Grundzüge der jüdischen Religion kennenlernen Christentum               -   Bedeutung der jüdischen Religion für das Christentum erkennen und zugleich das Anderssein begreifen -   Gott und sein Volk (Bund Gottes mit Abraham, Bund am Sinai, Bedeutung der "Erwählung" und Landverheißung) -   Tora und Talmud ("Weisung" Gottes und situationsgebundene Auslegung) -   Synagoge als Mittelpunkt jüdischen Lebens (Tora-Schrein, Versammlungs- ort, Stätte des Gebets) -   Eine Wurzel (Altes Testament als gemeinsame Offenbarung, Jesus als Jude) -   Was Juden und Christen trennt (Messiasfrage, Auslegung von Geboten und Gesetzen) Der Leidensweg der        -   Gründe für die Verfolgung der Juden im Lauf der Geschichte kennenlernen Juden und unser Ver-          und beurteilen hältnis zu den Juden      -   am Beispiel des Leidensweges der Juden begreifen, wie die Andersartigkeit von Menschen in einer kulturell fest geprägte Umwelt zu Ängsten, Vorurtei- len und Abwehrhaltungen führt, -   Das den Juden durch Deutsche zugefügte Unrecht und Leid kennenlernen und die daraus erwachsende Verantwortung begreifen -   Juden unter Christen (religiös bedingte Berufsverbote und Rechtlosigkeit, Le- ben in Ghettos, Vorwurf der Schuld am Tode Jesu) -   Verfolgung von Juden (Verfolgungswellen im Mittelalter; Entrechtung, Entwür- digung, Ermordung durch die Nationalsozialisten) -   Wir und die Juden (Verdrängung der Schuldfrage, lange Zeit Ablehnung einer Wiedergutmachung durch die ehemalige Deutsche Demokratische Republik, Auseinandersetzung mit antisemitischen Strömungen; Bereitschaft zur vorur- teilsfreien Begegnung) -   Erscheinungsformen: sakrale Gebäude (Synagoge, Kirche, Moschee), Sym- bole, Institutionen -   Formen religiösen Lebens, Feste, religiöse Feiern -   Moralische Normen, Speisegebote -   Verhältnis zu anderen Religionen 3
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Drucksache 5/        4392                                      Thüringer Landtag - 5. Wahlperiode Vielfältige Arten von    -  Formen naiver Lebenshilfe kennen und kritisch betrachten Glaube und Aberglau-     -  Verlockungskraft der Sekten für jugendliche Glaubensbereitschaft und Sinn- ben                         suche erkennen und sich kritisch dazu einstellen -  Verständnis und Achtung für religiös geprägte Lebensweisen fördern -  Frage nach der Existenz eines Gottes stellen -  "Beschwörung" von Glück (verheißende Zeichen, Glückszahlen, Glückbrin- ger, Talisman) -  Schutz vor Unheil (Amulette, Hühnergötter, Kräuter) -  Zukunfts-"Entschleierung" (Bleigießen, Zeitungshoroskope, Wahrsagerei) -  Genaue Untersuchung einer Erscheinungsform oder Überblick (Hare Krish- na, Moon-Sekte, Scientology Kirche, okkulte Strömungen) -  Auseinandersetzung mit Zielen und Inhalten -  Gefahren (Identitätsverlust, Fanatismus, Missbrauch der Opferbereitschaft, kriminelle Auswüchse) -  Tote und lebende Zeugnisse (jüdische Friedhöfe, christliche Bildstöcke, hei- lige Kühe im Hinduismus) -  Beispiele einer Lebensgestaltung aus dem Glauben (Meditation, Pilgerfahr- ten, Leben orthodoxer Juden, Mönchtum) Bereich der weiterführenden Schulen: Da für die relevanten Fächer für die weiterführenden Schularten noch keine genehmigten weiterentwickel- ten Lehrpläne vorliegen, beziehen sich die Aussagen auf die Thüringer Lehrpläne von 1999. Für die Grund- schule beziehen sich die Aussagen auf die Lehrpläne von 2010. Die deutsch-jüdische Geschichte ist Bestandteil in folgenden Lehrplänen: Fach               Schulart          Klassenstufe    Inhalt Geschichte         Regelschule       9/10            Die Zeit des Nationalsozialismus Gymnasium         9               - Wesensmerkmale der nationalsozialisti­schen Weltanschauung (…, Rassen- und Lebensraum- theorie; …) - Nationalsozialistische Rassenpolitik (Ent­rech- tung, Verfolgung, Ausgrenzung und Gewalt ge- gen Minderheiten, insbesondere der "rassisch begründete" Antisemitismus) - Konzentrationslager Buchenwald und Dora, Deutschland, Europa und die Welt in der Zeit des Zweiten Weltkrieges - Holocaust – "Endlösung der Judenfrage", Mög- lichkeiten für fächerübergreifendes Arbeiten - Jüdische Mitbürger in der NS-Zeit Gymnasium         Grundfach       Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg 12/I            - Entstehung, Absicht und Wirkung der national- sozialistischen Weltanschauung - Terror im NS-Staat gegen Andersdenkende und die jüdische Bevölkerung, Entrechtung, Verfol- gung, Vertreibung, Vernichtung, Holocaust und Genozid - Emigration und Migration, Flucht und Ver­treibung 4
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Thüringer Landtag - 5. Wahlperiode                                          Drucksache 5/    4392 Leistungsfach   Das nationalsozialistische Deutschland - ein totali- 12/II           tärer Staat - Entstehung, Absicht und Wirkung der natio­nal- sozialistischen Weltanschauung - Terror im NS-Staat gegen Andersdenkende und die jüdische Bevölkerung, Ent­rechtung, Verfol- gung, Vertreibung, Ver­nichtung, Holocaust und Genozid - Leistungen jüdischer Intellektueller im Rahmen des deutschen Kultur- und Geisteslebens - Schuld und Verantwortung, Opfer und Täter, Um- gang mit dem Nationalsozialismus in der Ge- schichtswissenschaft sowie in der öffentlichen Diskussion Katholische     Regelschule       9               Gesellschaftliche Entwicklungen im 19./20. Jahrhun- Religionslehre  Gymnasium                         dert als Herausforderung an die Kir­che - Kirche in den Diktaturen: Kirche und Natio­nal- sozialismus; Kirche und Kommunismus Evangelische    Regelschule       9               Juden und Christen Religionslehre  Gymnasium                         Kenntnisse über Juden und Judentum, Hin­tergründe der Entwicklung bis heute erarbei­ten Judenverfolgung und Judenvernichtung im "3. Reich" an Beispielen bearbeiten Versuche kennenlernen, das Schreckliche der Ju- denvernichtung in Erinnerung zu halten und doch einen neuen Anfang anzubahnen Regelschule       10              "Zu allem Ja und Amen sagen?" (Kirche und Staat Gymnasium         9               - Christ und Politik im 20. Jahrhundert) Die Rolle der Kirche im Nationalsozialismus in ihren unterschiedlichen Facetten kennen lernen: Versa- gen und Schuld, aber auch Wi­derstand gegen Un- recht wahrnehmen und im zeitgeschichtlichen Kon- text verstehen Erfahren und erkennen, dass sich Christen gegen Diktatur und totalitäre Weltanschauung wenden und die Rechte der Wehrlosen, Be­nachteiligten und Min- derheiten einfordern In folgenden Fächern wird die Jüdische Religion behandelt: Fach            Schulart          Klassenstufe    Inhalt Ethik           Grundschule                       Der Schüler in seinem Verhältnis zur eigenen und zu fremden Kulturen In der Begegnung mit der eigenen sowie anderen Kulturen und Religionen reflektiert der Schüler Ge- meinsames und Fremdes. Methodenkompetenz 5
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Drucksache 5/     4392                          Thüringer Landtag - 5. Wahlperiode Schulein-  Methodenkompetenz gangsphase Der Schüler kann Sachinformationen in Bezug auf eigene und andere Kulturen austauschen und zu- ordnen. 3/4        Sachkompetenz Der Schüler kann Feste, Traditionen und Brauchtum anderer Kulturkreise beschreiben und mit denen des eigenen Kulturkreises vergleichen. Methodenkompetenz Der Schüler kann in Bezug auf eigene und ande- re Kulturen ethische Fragen stellen und Texte ver- fassen. Regelschule 6          Grundzüge der jüdischen und christlichen Religion Gymnasium              Entstehung und Ausprägung des Judentums Ethische Grundaussagen und ihre aktuelle Relevanz Verhältnis zwischen Judentum und Christentum 7          Grundzüge der islamischen Religion Das Verhältnis zwischen Judentum, Christentum und Islam Katholische Re-                        … Der Schüler lernt andere monotheistische Weltre- ligionslehre    Grundschule            ligionen kennen und achten. Er erkennt, dass gelin- gendes menschliches Leben auf der Erde nur durch friedvolles und verantwortliches Zusammenwirken aller Religionen und Kulturen möglich ist. Schulein-  Selbst- und Sozialkompetenz gangsphase Der Schüler kann sich spielerisch, musikalisch und 3/4        künstlerisch/kreativ anderen Kulturen/Religionen nähern. 3/4        Methodenkompetenz Der Schüler kann Fragen zu anderen Religionen stellen. Regelschule 5          Der Jude Jesus begegnet Menschen in seiner Zeit Gymnasium              Jesus lebt als Jude in seiner Zeit - Jesus, das Kind jüdischer Eltern - Leben in der jüdischen Gemeinde 6          Jüdisches Leben und jüdischer Glaube - Der Lebenslauf im Bund mit Gott - Der jüdische Festkreis und persönli­che Feste im Leben eines Juden - Religiöses Brauchtum - Verehrung der Thora als Geschenk Gottes an Is- rael - Glaube an Jahwe, den einzigen Gott 10         Christen und Juden - Was Christen dem Volke Jesu verdanken - Die Trennung des Christentums vom Judentum - Das Evangelium unter den Völkern … - Trennung nach 70 n.Chr., Jüdischer Krieg, Zerstörung des Tempels - Folgen der Trennung - Suche nach Gemeinsamkeiten 6
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Thüringer Landtag - 5. Wahlperiode                                         Drucksache 5/      4392 Evangelische      Grundschule                     Die Frage der Kinder nach der Vielfalt der Religionen Religionslehre                                    Das Kennenlernen religiöser Lebensformen der mo- notheistischen Weltreligionen ermöglicht den Kin- dern, Verständnis für andere zu entwickeln. Durch die Begegnung mit Angehörigen anderer Kulturen und Religionen, den Besuch außerschulischer Lern- orte oder die Nutzung unterschiedlicher Medien ge- langen die Kinder zu mehr Verständ­nis für frem- de Kulturen/Religionen und andere Lebensformen. Die Vielfalt und Chance, die solch ein Prozess mit sich bringt, erfahren sie als Bereicherung für ihr ei- genes Leben. 3/4              Sachkompetenz Der Schüler kann - die monotheistischen Weltreligionen nennen, - unterschiedliche Ausdrucksformen dieser Welt- religionen beschreiben, - Vielfalt der Gotteshäuser vergleichend in Bezie- hung setzen. Schulein-        Methodenkompetenz gangsphase       Der Schüler kann 3/4              - sich spielerisch, musikalisch und künstlerisch/ kreativ anderen Kulturen/Religionen nähern. 3/4              Selbst- und Sozialkompetenz Der Schüler kann - über die Vielfalt des interkulturellen und interre- ligiösen Zusammenlebens berichten. Regelschule    5/6              "Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker" Gymnasium                       Jesus in seinem Land und seiner Zeit "Höre Israel" (Jüdischer Glaube gestern und heute) 7/8              "Allah ist groß …" (Islam in seinem Verhältnis zum Juden- und Christentum) 9                Juden und Christen Kenntnisse über Juden und Judentum, Hintergrün- de der Entwicklung bis heute erarbeiten Zu 4.: In einer zentralen Kooperationsveranstaltung zwischen dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehr- planentwicklung und Medien und dem Leo Baeck Institut wurden die Fördermöglichkeiten und Materialan- gebote zum genannten Projekt vorgestellt. Da die Thüringer Schulen und Bildungseinrichtungen jedoch in eigener pädagogischer Verantwortung ent- scheiden, an welchen Projekten bzw. Wettbewerben sie teilnehmen, liegen der Landesregierung hierzu kei- ne statistischen Daten vor. Zu 5.: Ein spezielles Austauschprogramm von Thüringer Schulen mit Schulen in Israel besteht nicht. 7
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Drucksache 5/      4392                                   Thüringer Landtag - 5. Wahlperiode Zwei Thüringer Schulen verfügen jedoch über Schulpartnerschaften zu israelischen Schulen: Thüringer Schule                                 Israelischer Schulpartner Staatliches Gymnasium "Johann Wolfgang           Hakfar Hayarok v. Goethe" Weimar                                Ramat Hasharon/Tel Aviv Staatliches Berufsbildende Schulzentrum          Bairuni-Gymnasium Jena Göschwitz                                   Judeida-Maker Matschie Minister 8
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